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| Virennest Muff |
Bodos Welt mischt sich ein. Für Minden und die ganze Welt. Bodos Welt bleibt stehen, wo andere weitergehen. Bodos Welt geht weiter, wo andere stehen bleiben. Parteiisch. Übernatürlich. Unablässig. Erscheint täglich. Unaufhörlich.Unhöflich.
Vorsicht Schweinegrippe!
Umgang mit Tieren: Pferde verwirren
Dann zeigt sich Frauchen plötzlich mit einer Spitztüte auf dem Kopf, die sogar das Gesicht bedeckt.
Ein Pferd, das sich vielleicht in mühsamer Kleinarbeit an seine Besitzerin gewöhnt hat, kommt ins Grübeln, wenn wir voraussetzen, dass Pferde eine intuitive Art des Denkens pflegen. Was ist los?, drückt das matte Gesicht des Rosses aus, dessen Ausdruck sich zwischen Futternarkose und Stehschlaf bewegt.
Das Frauchen hatte ihrer Obsession gefrönt - Herumlaufen mit einer Spitztüte über dem Kopf- und dabei gedacht, sie könne ihrem Pferd einmal auf die Sprünge helfen, denn etwas unbeweglich, nicht nur geistig, war der Gaul ja schon und auf dem letzten Turnier war ihr der Zossen durchgegangen, nur weil einer Richter mitten in der Prüfung eine ruckartige Bewegung gemacht hatte. Der letzte Doppelkorn hatte den Kreislauf außer Gefecht gesetzt.
Konfrontationprophylaxe nannte Frauchen das selbst ausgedachte Programm zur psychischen Stabilisierung des Reittieres, um allem Unvorhersehbarem auf dem nächsten Turnier entgegenzuwirken.
Das Pferd hingegen denkt bei sich: Was will denn die Frau? Die soll jetzt Futter in meinen Trog kippen und dann Licht aus! Ich will meine Ruhe. Es reicht doch, wenn ich nächsten Sonntag wieder vor betrunkenen Schiedsrichtern Zügel aus der Hand kauen muss! Widerlich! Zügel kauen! Aus der Hand! Wer auf dieser tierfeindlichen Welt hatte sich nur diesen Blödsinn aus gedacht?
Kunst kommt vor dem Tierschutz. Es ist schon eine Kunst, mit einer Sitztüte auf dem Kopf vor einem Pferd herumzustehen. Davor kann man nur den Hut ziehen.
Opa hat einen Kasten
Christiane Alles-Wiemansnimmt: Gedichte mit einer Tüte über dem Kopf(3)
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| Vuvu Seeler gewidmet |
habe ich erst gemerkt,
seit es nicht mehr tütet.
Wie sehr ich einen Menschen liebe,
habe ich erst gemerkt,
als ich von Tüten und Bläsen keine Ahnung mehr hatte.
Ich habe Angst,
irgendwann ganz im Tütenland
zu leben...
schon jetzt
treffe ich
zu viele Menschen,
die "leben" wie Einkaufstüten einer bekannten Einkaufskette.
Blättere doch mal um!
Du liest schon zu lange
auf dieser Seite.
Kannst du aber nicht!
Ein Baum hat Blätter,
ein Blog aber nicht.
Gute Vorsätze
Der große Bär hatte gute Vorsätze für das neue Jahr und dummerweise hatte er dem kleinen Schwein davon erzählt. Er hatte sogar behauptet, er wolle aus Liebe zum Schwein endlich den Honigtopf ins Feuer werfen, obwohl beiden klar war, dass er nur Honigtöpfe lieben konnte, aber keine Schweine. Seit Tagen saßen sie vor dem Feuer und die Stimmung wurde immer schlechter, denn das kleine Schwein konnte nun gar nicht anders, als die Liebe des Bären an das Vernichten des Honigtopfes zu knüpfen. Die Haushälterin hatte Mitleid mit den beiden und ihrer ausweglosen Situation. Sie hatte schon viele Beziehungen zerbrechen sehen und glaubte nicht mehr an die Heilkraft konstruktiver Gespräche. Aus dem Altpapier suchte sie einige Buchstaben heraus, die sie, Beschwörungsformeln murmelnd, hinter Bär und Schwein aufstellte. Dabei war das Ende der Liebe zwischen den beiden längst besiegelt. Als der Bär seinen Hunger nicht mehr bezähmen konnte, warf er das hilflose Schwein und die Weihnachtskarten ins Kaminfeuer und aß den Honig auf. Schmatzend dachte er über die psychologischen Hintergründe seiner Tat nach und er verstand sich.
Christiane Alles-Wiemansnimmt: Gedichte mit einer Tüte über dem Kopf(2)
oft "unangreifbar"
mit dem Mäntelchen
der Überheblichkeit
der Tüte
der Arroganz
und den dicken "Cool"-Oberhemden.
...und fragen dann,
warum
wir
was an der Klatsche
haben.
Rückkehr des Muffs
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| Der Muff kehrt zurück |
Wenn Eier zappeln...
Nadja freut sich aufs Neujahrschwimmen
| Neujahrsschwimmen ist was Besonderes |
Vorsätze für das neue Jahr: Keine Tüte mehr auf dem Kopf
Und die dabei völlig nackt ist. Ohne Tüte stiege Schamröte in diesen Menschen auf, da sie sich vielleicht an einem belebten Ort befinden.
Sie glauben sogar, dass sie vollständig bekleidet seien und verschränken selbstbewusst die Arme, so als wollten sie sagen: Was wollt ihr denn? Ihr Angezogenen! Ihr Spießer!
Ich trage ein Kostüm, ein Kleid, einen Anzug aus Papier. Das ist trendy! Aber leider kann mich keiner sehen, weil ich eine Tüte auf dem Kopf trage. Vielleicht sollte ich wenigstens Löcher in die Tüte stechen, damit ihr ein bisschen von meinem Outfit erkennen könnt.
Weg mit diesen Lebenslügen! Weg mit diesem Selbstbetrug!
Das ist ein schöner Vorsatz, besonders für Menschen, die Gefahr laufen, dass man sie in eine geschlossene Institution bringt, damit sei keinen Schaden gegen sich selbst anrichten. Oder gegen andere.
Also, lieber selber Entscheidungen treffen, als dass andere entscheiden. Denn ehrlich gesagt: Die Sache mit der Tüte auf dem Kopf klappt nur, wenn man nicht nackt ist. Aber dann braucht man ja auch keine Tüte.
Glühwein und Transzendenz: Hefeweizen
| An der Glühweinbude gibt es immer viel zu lauschen |
Wyatt Zen: Darum geht es auch gar nicht.
Paul Aner: Aber Glühwein gehört doch zum Winter wie....äh...wie....der Schwanz zum Hund.
Wyatt Zen: Mir geht es mehr um das Spirituelle.
Paul Aner: Da denke ich eher an Sprit. Darum geht's doch beim Glühwein. Dass da Sprit drin ist.
Wyatt Zen: Mir geht es um die Leere.
Paul Aner: Komm, dann wollen wir mal exen!
Wyatt Zen: Du verstehst mich falsch. Die Leere, um sich dann neu füllen zu können. Den Geist frei machen.
Paul Aner: Geist, komm verzähl nix, Wyatt, den Magen, die Leber meinst du, vielleicht die Blase.
Wyatt Zen: Sich leeren, um sich aufs Neue zu füllen, zu empfangen, anzunehmen.
Paul Aner: Ich nehme mal an, dass du das Glas hier nicht aus Versehen in der Hand hältst, oder? Komm, schütt weg das Zeugs, dafür ist es doch gemacht. Kippen, nicht nippen. Auch wenn das kein Glühwein ist. Den anderen Kram lass dir für Sylvester, da kannst du wieder richtig Vorsätze schmieden, die du dann am 6.Januar elegant brechen kannst, wie jedes Jahr. Aber nicht sentimental werden, von wegen Leere und Geist. Sich leeren, das verträgt sich nicht mit Sprit. Ich muss mal die Blase leeren, aber das ist ja das Fatale, dass an Glühweinbuden nämlich keine Klos sind, das hasse ich so an diesem Rummel, einschütten, wegschütten, zahlen, kassieren. Aber mit Pinkeln? Nitschewo.
Wyatt Zen: Ist ja gut. Jetzt reg dich nicht wieder auf. Geh doch grad hoch zu Hagemeyer, da kannst du umsonst. Und bring ein paar Papierhandtücher mit!
Pauler Aner: Ich bin dann mal kurz weg. Aber nichts zwischendurch trinken! Boah, soviel zusammenhängende Sätze wie eben habe ich das ganz Jahr nicht gesprochen....
Saubere Krimis gefordert
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| In der Wüste ist nicht viel los |
Beate spricht mit Jim Beam
Roy Bosch: Nachweihnachtliche Depression (2010/Bopp-Art)
Es ist oft nur ein Fleck auf der Frisur, der besonders Frauen in die nachweihnachtliche Depression fallen lässt. Die hält meistens bis Sylvester, um dann in die Neujahrstraurigkeit inklusive Weltschmerz und Beziehungsfrust zu wechseln. Aber zwischendurch darf noch mal ordentlich gebechert werden. Ein schwacher Trost für alle Ungetrösteten.
Im Steinteller entdeckt: Norwegerpullover
In Anbetracht des Alters des Steintellers dachte ich: Wie lange mag das jetzt her sein, dass Lasse den Norwegerpullover neu bekam? Und das Schiffchen? War er damals bei der Norwegischen Bundeswehr? Oder beim Technischen Hilfswerk, damit er gar nicht erst zur Bundeswehr eingezogen werden konnte?
War Lasse ein Wehrdienstverweigerer, ohne sich die Mühe gemacht zu haben, einen Text für den Untersuchungsausschuss zu verfassen, sondern indem man einfach zur Feuerwehr, oder in seinem Falle, zum Technischen Hilfswerk ging? Mir war der Norwegerpulli damals schon zu fleckig, und die Elche mit ihren großen Geweihen gefielen mir nicht. Was musste eine arme alte Frau daran stricken, ein Muster hinzubekommen, das niemand, vor allem ich nicht, mochte? Ich konnte mich nicht erinnern, dass Lasse jemals gesagt hatte, dass der Norwegerpullover ihm gefiele, geschweige denn die eingestrickten Elche. Vielleicht durfte er bei der Norwegischen Bundeswehr den Pullover gar nicht tragen? Möglicherweise war er aber beim Technischen Hilfswerk, die im Gegensatz zur Bundeswehr ständig irgendetwas montierte oder demontierte, was den neuen Norwegerpullover aber schnell hätte schmuddelig werden lassen, weil ich von Lasse wusste, dass er sich gern die Finger an seinem Pullover abrieb, wenn sie dreckig waren.
Schön, dass ich den Steinteller doch nicht verschenkt habe, denn er ruft manche schöne oder interessante Erinnerung hervor, auch wenn die Ereignisse schon lange, lange zurückliegen.
Nicht nur Kinderaugen leuchten zur Weihnachtszeit
Was uns Perlenketten sagen wollen, die ein Geschenk verzieren
Achtlos legen wir den Zierrat dann auf den Küchentisch, um uns ganz dem schönen Geschenk hinzugeben. Es erhält unsere volle Aufmerksamkeit, wir sind ganz Ohr, ganz Auge, ganz Mensch für dieses Geschenk und sitzen vielleicht stundenlang in der Sofaecke, um es zu betrachten.
Dann betreten wir die Küche wieder und sehen auf dem Küchentisch die Perlenkette, die sich durch schicksalshafte Fügung oder von Geisterhand plötzlich in ein Gebilde verformt hat, dass dem frühen Mike Krüger ähnelt.
Was ist passiert? Was will uns die Perlenkette mitteilen?
Eine gute Frage, aber letztlich reicht ein kurzer Fingerwisch, und die Perlenkette liegt wieder in alter Unordnung, denn auch sie muss endlich einmal lernen, dass man nicht ständig Botschaften senden kann, nur weil ein Geschenk den Beschenkten völlig einnimmt, sodass dieser stundenlang in der Sofaecke sitzt und das Objekt blödselig lächelnd betrachtet. Auch eine Perlenkette, die eine Aneinanderreihung von Plastikkugeln ist, hat ihren Platz in der Welt, und der ist nicht auf dem Küchentisch, schon gar nicht in Form des frühen Mike Krüger.
Im Steinteller entdeckt: Der Onkel Fred
Dann wurde mir seltsam und ich überlegte, ob denn das Geschenk etwas für die Person sei, die den Teller erhalten sollte. Ich dachte vielmehr an mich, an einen, der Dekoteller im Grunde seines Herzens aus seinem Leben ausgeschlossen hatte.
Und doch, dieser Teller hatte etwas an sich, oder vielleicht in sich, das es mir unmöglich machte, ihn herzuschenken, wie der Bayer so sagt.
Ich begann den Teller genauer zu studieren und entdeckte eine Unmenge kleinster Einschlüsse und Versteinerungen, die die Steinsäge und die Poliertrommel sichtbar gemacht hatten. Und dann wusste ich, warum es mir widerstrebte, den Teller einfach zu verschenken. Da war Onkel Fred. Der lange verstorbene Onkel Fred! Ja, was machte der denn in meinem Steinteller? Onkel Fred, der alte Nörgler und Nösler, der an allem und jedem etwas zu mäkeln hatte, saß hier in meinem Teller. Geschieht ihm recht, war mein erster Gedanke, aber dann wurde ich demütigt und gedachte der vielen zu Unrecht Eingeschlossenen, die vielleicht nicht in einem Teller, wohl aber in einer Zelle festgehalten wurden.
Ich konnte doch Onkel Fred, bzw. was von ihm noch da war, nicht einfach herschenken, nicht hingeben, nicht wegtun unter dem Vorwand der Großzügigkeit.
Ich entschied, das Stück vorerst in meinem Besitz zu belassen, auch wenn ich gar keinen Onkel Fred hatte. Das ist aber eher nebensächlich. Überhaupt: Wie hätte der denn in den Teller kommen sollen? Man kann sich ja in der Vorweihnachtszeit so einiges wünschen, aber alles geht nun doch nicht.
Schwimmen in Bahnen
Ted Willjems: Im Land der Plastikfrauen (4)
Mein Vater hat immer von gebratenen Hühnern gesagt: Die Haut ist doch das Beste! Warum isst du die denn nicht?
Ich weiß es bis heute nicht, Frepp. Ich kann auch nicht mehr schreiben, weil ich ziemlich deprimiert bin. Plastikfrauen altern! Das hatte ich mir anders vorgestellt.
Wie, weiß auch nicht genau, schöner eben, aber das kann ich dir erst nächste Mal schreiben, weil ich ziemlich niedergeschlagen bin. Aber das habe ich eben schon geschrieben, woran du erkennen kannst, wie deprimiert ich wirklich bin. Ich weiß überhaupt nicht, wie ich zurückkomme, also wegkomme aus dem Land der Plastikfrauen, denn Altern haben wir bei uns ja auch, und ich dachte, ....ach, Frepp,...es ist verrückt.
Hast du übrigens herausgefunden, was Gletscherfrisur-Barbie die Tage gemacht hat? Du weißt schon, ich schrieb es dir damals, bzw. vor kurzem.
Gondo
Vor dem Nichts stehen
Ich stand wohl eine Stunde und dann dämmerte mir, wie verblendet ich gewesen war.
Wo nichts ist, kann immer noch ein Bisschen sein. Und dieses Kleine, dieses Bisschen wollen wir nicht verleugnen, sondern annehmen als Teil unserer Welt.
Als ich wohl noch eine weitere Stunde gestanden und betrachtet hatte, entdeckte ich plötzlich in diesem Nichts etwas:
Ein bisschen Vogelscheiße, ein paar Zweiglein und mehrere Krümel.
Da wusste ich, dass ich nicht verloren war. Ich hatte wieder zu sehen begonnen, mir waren die Augen aufgetan worden, bloß durch das stundenlange Herumstehen vor einem Bild, auf dem nichts drauf war. Denn es war ja doch was drauf, was ich aber vorher nicht gesehen hatte, weil ich es nicht hatte sehen wollen.
Obwohl ich mich heute ärgere, habe ich das Bild damals gegen gutes Geld gekauft. Dafür hätte ich schlichtweg ein Wochenende in Berlin in Saus und Braus leben können.
Auf dem Bild ist nämlich wirklich nicht viel drauf; das Bisschen hätte ich auch selber hingekriegt. Vielleicht nicht mit dem Originalvogel, aber ich denke schon.
Wenn die Füße plötzlich warm sind
Ted Willjems: Im Land der Plastikfrauen (3)
Gestern war ich in einem Tanzlokal, wo man hingeht, um sich rhythmisch zu bewegen, um dann das andere Geschlecht zu treffen und vielleicht schon mal anzufassen - die Plastikkerle sind hart, total hart; ein Fleischling ist da mal was ganz anderes für die Damen - sich dann auf der Tanzfläche hin und her zu schieben und zu testen, ob der Tanzpartner etwas wäre, z.B. für eine lebenslange Bindung oder nur für eine Nacht. Und dann kam sie! Frepp, du blickst es nicht! Gletscherfrisur-Barbie! Neben Gletscherfrisur-Barbie verblassten alle anderen Mädels, so als ob man das Objektiv einer Kamera unscharf stellt. Nur Gletscherfrisur-Barbie scharf, der Rest völlig unscharf, blass, ausgelutscht, nichtssagend. Das Adrenalin schoss mir in die Adern und mein Puls ging auf die 120.
Darf ich bitten?, fragte ich und Gletscherfrisur-Barbie nickte andächtig, so als habe sie Jahre auf mich gewartet, habe sich für mich aufgehoben. Ich war selig. In dem Moment, wo mir fast das Herz stehen blieb, weil Gletscherfrisur-Barbie mir den Tanz zugesagt hatte, wo ich ihr nahe sein konnte, wie ich ihr nie nahe gewesen war, brüllten die Plastikkerle von Theke: Hey, Gletscherfrisur-Barbie, mal wieder hier? War übrigens schön mit dir gestern!
Das letzte Wort konnte ich nicht verstehen, weil alle etwas anderes brüllten. Vorgestern war dabei, aber auch Vorvorgestern.
Und dann wurden auch die anderen Plastikfrauen wieder scharf, so, als habe jemand am Objektiv gedreht. Ich drehte mit Gletscherfrisur-Barbie ein paar Runden, wir tranken ein paar Cocktails an der Bar, aber irgendwie war ich blockiert, wie paralysiert starrte ich immer auf die hart-gesprayte Gletscherfrisur. Ein Gletscher, der nicht schmolz.
Frepp, alter Gucki, schau dir das mal genau an. Und: Kannst du mal gucken, was Gletscherfrisur-Barbie gestern, vorgestern und vorvorgestern so gemacht hat?
Gondo
Tauchunfall
Unterwegs mit Ermittler Harry Höle: Beate
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| Harry hat die Haare lang |
Das ist Harry Höle
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| Harry hat die Haare kurz |
Günter Krass: Christkind
Günter Krass: Bravo - Aufschneider
Und dann kam die Bravo und klärte junge Menschen auf: Wenn du schon 14, oder schlimmer, schon 16, bist, dann darfst du diese Seiten im Innenteil von Bravo aufschneiden. Hier sollten wertvolle Details enthalten sein, vielleicht sogar Fotos, die die vollständige Menschwerdung des Jugendlichen ermöglichen sollte. Aber, du musst erst 14, oder noch schlimmer, 16, sein, dann darfst du den Mittelteil aufschneiden und reinsehen.
Die Autoritätsgläubigen jener Zeit ließen den verschlossenen Teil natürlich jungfräulich verschlossen, die Draufgänger und Renitenten aber rissen oder schlitzten das Papier ungeduldig auf, um in Dr.Sommers Spezialteil zu kommen, und nahmen dadurch quasi den Akt der Defloration vorweg, ohne zu wissen, wie unsensibel das war. Dr.Sommer würde sie natürlich in seinem Mittelteil eines Besseren belehren.
Juni Weh: Die Patientin
Juni Weh: Die Besucherin (3)
Star Wars in Berlin
Ich glaube, dieser Kampfanzug macht irre.
Mordred hörte das leise Quatschen in den Stiefeln. Im Krieg hätte man das Grabenfüße genannt. Bald würden sie bleich und faulig sein. Daran mochte Mordred nicht denken.
Da! Ein Euro-Stück kassiert! Touristen! Weiter so! Gar nicht so schlecht, der Job. Rumstehen und Geld kassieren. Praktisch Planwirtschaft und Sollerfüllung. Das war echt krenzwertig!
Ted Willjems: Im Land der Plastikfrauen (2)
Das war kein schöner Zug.
Wie oft hatten sie am Ufer des Platsch gesessen und der untergehenden Doppelsonne hinterhergesonnen. Sie hatten philosophiert und sich die Welt voller Plastikfrauen vorgestellt, die nicht dumme Fragen stellten oder Unmengen an Geld für Kosmetik ausgaben, die keinen Schuhtick hatten oder ständig auf die Bahamas fliegen wollten. Plastikfrauen waren still, sagten nur etwas, wenn sie gefragt worden waren oder das Handtuch wackelte, was natürlich nur ein kleiner Scherz aus lang vergangenen Zeiten war. Plastikfrauen waren immer passig, die waren strebsam und sauber, und vor allem: Übersichtlich. Da gab es keine Beziehungskisten zusammenzunageln, da gab es nicht ständig Genösel, weil die Socken im Wohnzimmer lagen. Plastikfrauen waren die Krönung der Schöpfung, wenn man von den fleischlichen Männern einmal absah.
Frepp schreckte auf. Gondo war wer weiß wie weit weg, in die Zeit geschossen vom Zeittschikker, und er hatte es erreicht, vielleicht zufällig, vielleicht von langer Hand geplant, das Land der Plastikfrauen. Das Nirwana. Den Garten Eden. Milch und Honig und Plastikfrauen.
Gondo, Gondo, du bist kein wahrer Freund!
Frepp schraubte an seinem Zeitspanner und versuchte einen Blick auf die Begehrten zu werfen. Lila, lecker Lila, lecker lila Plastikfrauen.
Heinrich Bumm: Nebel 9
Vieleicht Mutter mit ihrem sorgenvollen Blick, mit ihren manchmal vorwurfsvollen, kurzsichtigen Augen. Sie meint es ja gut, aber Trost, nein, vielleicht Mitleid. Mitleid, Mitleid, das zieht doch tiefer in den Sumpf.
Zu Hause bleiben und liegen bleiben, krank sein ohne krank zu sein, die anderen mal sehen lassen, mal arbeiten lassen, mit was er sich herumschlagen musste. Eine Auszeit nehmen, das war Heilung. Zu Hause bleiben, ohne krank zu sein. Das Wissen, Geld zu bekommen, ohne etwas zu tun. Endlich zu bekommen, was einem zusteht. Er musste schon so viel geben und was hatte er nicht alles getan?
Investiert, weggegeben, verschenkt, seine Gefühle, seine Liebe, wie ein Engel war er herumgegangen, geschwebt, hatte gedrückt, geherzt, liebkost, hatte investiert und investiert. Und es war so wenig zurückgekommen. Ein Engel wäre daran zerbrochen. Man kann nicht immer nur geben und geben. Irgendwann geht das nicht mehr.
Jetzt war Zahltag. Heute. Und morgen auch.
Er drehte sich um, und zog das Kopfkissen über die Ohren, um die hässlichen Geräusche aus dem Garten nicht zu hören. Konnte Etti nicht einmal Ruhe geben, wenn er Ruhe brauchte?























