Neulich, ich hatte ein Gefühl im Gewühl in der Fußgängerzone, so als ob eine Gußeisendrohne über mir schwebte, so als ob sie wirklich lebte, ein Gefühl, das war ein bisschen so wie ranzig, denn ich hatte einst in Danzig, erst nachdem ich festgestellt, gefühlsbezogen eingedellt, dass die in Amsterdam keine Hamster ham, gesucht, in Danzig gesucht. Es fand sich nur die Vase einer Base, die mit voller Blase und gefüllter Nase sich nach Wismar aufgemacht, da wo das Chisma unsrer Kirche nicht ein Thema je gewesen, vielleicht Verwesen oder Protestantenthesen oder Arm- und Beinprothesen, Zahnersatz und Glasaugen, die beim Spaßsaugen aus der Höhle flutschen und dann in den Mundraum rutschen, da in Wismar, wo man immer noch nach Schema F lebt, vielleicht auch nach Schablone B, die der Melone gleicht, der niemand je das Wasser reicht, die schnell erbleicht, wenn meine Base ihre Blase hinter grünem Busch entleert und unbeschwert zum Hafen hüpft, ein Brötchen voll mit frischem Fisch auf Tischen frisch serviert und in sich rein introvertiert, will sagen einverleibt, dass man den Bauch sich reibt aus Appetit und Schluckgenuss, vergleichbar nur dem Regenguss im Mai, wenn aller Winterspeck vorbei und aus ist. Der Weihnachtsbrei auch raus ist.
Des Schwafelns sei genug, ich nehm den Zug, die Autobahn, ich bin mit einem Fahrzeug da, das lass ich gar nicht geren stehen; ich hoffe sehr auf Pünktlichkeit und reservierten Platz zum Sitzen, so wie die Feuerwehr, die auf die Spritzen wartet, die sie braucht im Kampf gegen Feuer braucht, wenn es aus allen Löchern raucht.
Deshalb jetzt der Zug, denn es ist genug, wir fahren zu den Kleinen, wir sparen nicht mit Scheinen, und wir schreien und befreien unser Herz. Es ist kein Scherz! Wir woll'n dich spür'n, Zwerg!
Wir suchen dich in Nürnberg.
Oder auch in Fürth, da hab'n dich andre schon gespürt.
Bodos Welt mischt sich ein. Für Minden und die ganze Welt. Bodos Welt bleibt stehen, wo andere weitergehen. Bodos Welt geht weiter, wo andere stehen bleiben. Parteiisch. Übernatürlich. Unablässig. Erscheint täglich. Unaufhörlich.Unhöflich.
Gedichte mit Transzendenz drin: Georg Krakl - Gefallener Engel (2014)
Auf den Asphalt
Geknallt
Überrollt
Gebügelt
Dann entflügelt.
Dem Transzendenten kurz Tribut gezollt.
Dann aufgestanden.
Ging mal besser mit dem Landen.
Daheim, nicht unterwegs: Etappe 3 - Wenn alles so einfach wäre
Wenn alles so einfach wäre, bräuchte ich keinen Handwerker.
Die Haustür braucht einen neuen Stoßgriff, der alte war abgefallen.
Der Mann, der
Fachmann, der Mann vom Fach aber flucht, weil das Gewinde ausgejackelt ist,
weil das Blech zu dünne ist, weil die Schraube oben zwar hält, die unten aber
nicht, da müsste man heiß kleben, aber den Kleber habe er nicht mit, die
Schraube sei locker, und ich denke: Wo ist eine Schraube locker? Böses
Bemerkungen fallen mir ein, aber ich will niemanden vergraulen, der deutsche
Handwerker ist da, der Fachmann, hat lange gedauert und es soll nicht länger
dauern. Das bezahlt mir doch keiner, da muss ich ja erst wieder nach Hause. Döpking!,
spricht er erzürnt und meint den Dachdecker, der ihm den Auftrag besorgt hat,
den eigentlich zu kleinen für einen deutschen Handwerker, für einen Fachmann,
der jetzt noch Geld drauf legen muss, ich vermute mein Geld drauf legen muss,
und nichts verdient. Wenn er das gewusst hätte, Döppking ist schuld, der hat
ihn hierhin bestellt, das hätte er vorher wissen müssen.
Wenn er das gewusst hätte!
Wäre er wohl kein Handwerker geworden, denke ich.
Ich frage mich: Wenn alles nur einfach wäre, wozu bräuchte
ich einen Handwerker?
Und: Wozu sind denn Handwerker da?
Eben mal was bestellen, anschrauben und abkassieren?
Hauptsache nicht Probleme lösen.
Ich hatte mich schon an die Tür ohne Stoßgriff gewöhnt.
Daheim, nicht unterwegs: Etappe 2 - Schlabber an der Backe
Frauen können so schön sein, doch ein fremdes Exsudat unbekannter Herkunft lässt die ganze Ästhetik zusammenbrechen.
Sogar wenn die Dame an eine Plakatwand geheftet ist und der Schlabber oder Sprotter nur an der Scheibe klebt, hinter der die Dame wartet.
Niemand wischt den Kram weg, um das Schöne, das Appetitliche wieder herzustellen; alle gehen gedankenlos weiter, die Männer schüttelt es und die Frauen glauben sich wieder gegen die Konkurrenz ein wenig im Vorteil.
Das gelackte Model sieht eben auch mal scheiße aus, denkt Evalotte und zupft ihren Pulli zurecht, damit sie Thomas gefällt.
Selbst der Regen scheut sich, die Scheibe zu waschen und das Gleichgewicht zwischen Bild und Natur zu fördern.
Vielleicht will sich das Volk am Schaden der Schönen ergötzen, um sich selbst zu erhöhen.
Das aber wird nicht funktionieren, denn das Hohe wir fallen und das Gefallene muss erst wieder aufstehen, um wenigstens über den Tellerrand zu gucken.
Sogar wenn die Dame an eine Plakatwand geheftet ist und der Schlabber oder Sprotter nur an der Scheibe klebt, hinter der die Dame wartet.
Niemand wischt den Kram weg, um das Schöne, das Appetitliche wieder herzustellen; alle gehen gedankenlos weiter, die Männer schüttelt es und die Frauen glauben sich wieder gegen die Konkurrenz ein wenig im Vorteil.
Das gelackte Model sieht eben auch mal scheiße aus, denkt Evalotte und zupft ihren Pulli zurecht, damit sie Thomas gefällt.
Selbst der Regen scheut sich, die Scheibe zu waschen und das Gleichgewicht zwischen Bild und Natur zu fördern.
Vielleicht will sich das Volk am Schaden der Schönen ergötzen, um sich selbst zu erhöhen.
Das aber wird nicht funktionieren, denn das Hohe wir fallen und das Gefallene muss erst wieder aufstehen, um wenigstens über den Tellerrand zu gucken.
Daheim, nicht unterwegs - Etappe 1 : Suchen, kaufen, finden
Warum wegfahren, warum wandern, herumstreunen oder in die weite Welt hinauslaufen, wenn alles, was wir suchen, zu Hause zu finden ist?
Es ist doch merkwürdig, dass manches, das wir tagelang gesucht haben, plötzlich auftaucht, wenn wir bereits etwas Neues gekauft haben.
Neulich suchte ich eine Druckerpatrone in Schwarz für meinen Tintenstrahldrucker und musste dabei über das Wort Tintenstrahl lachen -nie habe ich in oder vor meinem Drucker einen Tintenstrahl gesehen- und fand diese nicht. Ich war mir sicher, dass sie da war, aber ich war blind in Bezug auf die Wahrnehmung von Druckerpatronen.
Ich bestellte vier neue Patronen in Schwarz, die Farben waren noch reichlich auf Vorrat, die Auslieferung erfolgte nach etwa 5 Tagen, endlich konnte ich wieder drucken.
Nach dem ersten Probeausdruck fiel mein Blick wie zufällig auf die Ablagekante des alten Rollschrankes, in dem die Gesuchten eigentlichen hätten liegen sollen, und fand einen weißen, neutralen Karton mit einem kleinen, unscheinbaren Etikett.
Obwohl ich an die Patronen gerade nicht mehr gedacht hatte, blitzte es in einem Schädel vor spontaner Erkenntnis. Da waren sie! Da waren die gesuchten Druckerpatronen.
Super!, schoss es mir durch den Kopf. Jetzt habe ich jede Menge Patronen in Schwarz. Da muss ich wahrscheinlich demnächst wieder Farbe nachbestellen.
Komisch ist es doch. Wer etwas doppelt haben will, verlegt es einfach, bis er es suchen muss, und bestellt dann neu. Oder gleich sofort neu. Oder bestellt gleich die doppelte Menge. Aber, wer zu viel hat, sucht nichts. Und damit verschwände auch das Bedürfnis nach dem Objekt. Grausame Welt.
Ist denn der Konjunktiv II von verschwinden wirklich verschwände? Und ist das nicht Zeitverschwendung, darüber nachzudenken? Heißt es nicht verschwönde?
Aber worüber lohnt es denn nachzudenken?
Wie viele Frage stellten sich, wenn ich jetzt unterwegs wäre und nicht den Rückhalt des Zuhauses hätte?
Allein und in weiter Flur und den Konjunktiv II von verschwinden als Problem; kann es Schlimmeres geben?
Wahrscheinlich, aber wir ignorieren das, und glauben, wir litten am meisten am Leben und an den Fragen, die uns tagtäglich bedrängen.
Daheim, nicht unterwegs, finden wir die Antworten.
Es ist doch merkwürdig, dass manches, das wir tagelang gesucht haben, plötzlich auftaucht, wenn wir bereits etwas Neues gekauft haben.
Neulich suchte ich eine Druckerpatrone in Schwarz für meinen Tintenstrahldrucker und musste dabei über das Wort Tintenstrahl lachen -nie habe ich in oder vor meinem Drucker einen Tintenstrahl gesehen- und fand diese nicht. Ich war mir sicher, dass sie da war, aber ich war blind in Bezug auf die Wahrnehmung von Druckerpatronen.
Ich bestellte vier neue Patronen in Schwarz, die Farben waren noch reichlich auf Vorrat, die Auslieferung erfolgte nach etwa 5 Tagen, endlich konnte ich wieder drucken.
Nach dem ersten Probeausdruck fiel mein Blick wie zufällig auf die Ablagekante des alten Rollschrankes, in dem die Gesuchten eigentlichen hätten liegen sollen, und fand einen weißen, neutralen Karton mit einem kleinen, unscheinbaren Etikett.
Obwohl ich an die Patronen gerade nicht mehr gedacht hatte, blitzte es in einem Schädel vor spontaner Erkenntnis. Da waren sie! Da waren die gesuchten Druckerpatronen.
Super!, schoss es mir durch den Kopf. Jetzt habe ich jede Menge Patronen in Schwarz. Da muss ich wahrscheinlich demnächst wieder Farbe nachbestellen.
Komisch ist es doch. Wer etwas doppelt haben will, verlegt es einfach, bis er es suchen muss, und bestellt dann neu. Oder gleich sofort neu. Oder bestellt gleich die doppelte Menge. Aber, wer zu viel hat, sucht nichts. Und damit verschwände auch das Bedürfnis nach dem Objekt. Grausame Welt.
Ist denn der Konjunktiv II von verschwinden wirklich verschwände? Und ist das nicht Zeitverschwendung, darüber nachzudenken? Heißt es nicht verschwönde?
Aber worüber lohnt es denn nachzudenken?
Wie viele Frage stellten sich, wenn ich jetzt unterwegs wäre und nicht den Rückhalt des Zuhauses hätte?
Allein und in weiter Flur und den Konjunktiv II von verschwinden als Problem; kann es Schlimmeres geben?
Wahrscheinlich, aber wir ignorieren das, und glauben, wir litten am meisten am Leben und an den Fragen, die uns tagtäglich bedrängen.
Daheim, nicht unterwegs, finden wir die Antworten.
Vor fast fünf Jahren: Stress bei Familie Lampe
Marvin: Ich war letztes Jahr dran!
Lina: Ich habe gesaugt heute Morgen...
Mutter: Na und ?
Marvin: Ich find Eierverstecken sowieso blöd!
Mutter: Ach! Das sagst du jetzt, wo mal wieder Ostern ist.
Lina: Wenn er das doch so sieht...
Mutter: Dann kannst du ja die Eier verstecken.
Lina: Ich habe gesaugt.
Mutter: Das ist nicht dasselbe.
Lina: Doch.
Marvin: Ich bin dann mal weg.
Mutter: Wohin gehst du?
Marvin: Weg.
Lina: Er geht gleich.
Mutter: Wohin?
Marvin: Ciao.
Lina: Eben.
Mutter: Was hat er gesagt?
Lina: Das war Italienisch.
Mutter: Und was heißt das?
Lina: Dieses Jahr werden keine Eier versteckt.
Mutter: Und wer soll die alle essen?
Marvin(ist in der Tür stehen geblieben): Ich hätte mal wieder Hunger auf einen Eiersalat.
Lina: Ich auch.
Mutter(für sich): Denen sollte man mal gehörig die Ohren lang ziehen. (laut) Gut, dass Vater nicht hier ist.
Lina (zu Marvin): Jetzt kommt wieder die Nummer mit der Treibjagd.
Marvin(zu Lina): Der schnellste Hakenschläger der Gegend, leider in die falsche Richtung.
Mutter: Vater hat sich auch für euch erschießen lassen.
Marvin(zu Lina): Das geht mir total auf die Eier.
Lina: Mir auch.
Marvin: Eben.
Mutter:(Marvin und Lina verschwinden, Mutter leiser werdend, singt) Hermann Löns, es brennt die Heide, Hermann Löns, die Heide brennt....
Marvin und Lisa (im Chor): Löschen!
Neues aus der Wörterwerkstatt: Chinesische Schriftzeichen, oder was?
Der Chinese ist das anders: Während der Deutsche seine 22 oder mehr Schriftzeichen, Buchstaben genannt, bemüht, um einen halbwegs verständlichen Satz zu formulieren, kann der Chinese eine komplette Bedienungsanleitung für einen Flachbildschirmfernseher in einem Zeichen festhalten. Dafür hat er natürlich etwa eine Million verschiedener Zeichen, die der Ottonormalchinese auswendig lernen muss.
Hilfreich ist auch, wenn man vorher schon weiß, wie so ein Fernseher zu bedienen ist.
Jetzt drückt der deutsche Wörter- und Zeichenmarkt nach und will die Vorherrschaft der Asiaten beenden.
Kreative Köpfe, die sonst nichts zu tun haben, waren einfallsreich und haben ein wenig auf dem Grafik-Tablet herumprobiert:
Das linke Schriftzeichen soll bedeuten: Dein Teddy hat ein rohes und zerschlagenes Ei auf dem Kopf, was ihm nicht behagt; deshalb schreit er herum und will von seinem Pfleger, der ja eigentlich ein Kind, dessen Eltern Kunden bei Toys are us" sind, ist, was ja sowieso absurd ist, denn Kinder pflegen wohlweislich nicht, sie pflegen höchsten zu lange aufzubleiben und herumzuquengeln, Betreuung. Will von seinem fiktiven Pfleger Zuwendung. Der Teddi kennt aber weder das Wort fiktiv, noch das Wort Pfleger. Kind schon gar nicht.
Man sieht auf den ersten Blick, dass komplexe Schriftzeichen Verwirrung stiften.
Die Frage ist ja auch: Wer braucht dieses Schriftzeichen denn überhaupt? Und lohnt es denn, es auswendig zu kennen, falls jemand eine Not-Postkarte mit einem dringenden Hilferuf schicken muss?
Und darüber hinaus: Teddis sollten die Fresse halten und sich ihrer Funktion besinnen.
Bekuscheln lassen. Freund sein. Nicht fordern, sondern geben.
Ansonsten: Steiff. Knopf in's Ohr. Auch wenn's wehtut.
Dem Wörter- und Zeichenmarkt sei geraten, sich auf das Wesentliche zu besinnen.
Was auch immer das sein mag.
Hilfreich ist auch, wenn man vorher schon weiß, wie so ein Fernseher zu bedienen ist.
Jetzt drückt der deutsche Wörter- und Zeichenmarkt nach und will die Vorherrschaft der Asiaten beenden.
Kreative Köpfe, die sonst nichts zu tun haben, waren einfallsreich und haben ein wenig auf dem Grafik-Tablet herumprobiert:
Das linke Schriftzeichen soll bedeuten: Dein Teddy hat ein rohes und zerschlagenes Ei auf dem Kopf, was ihm nicht behagt; deshalb schreit er herum und will von seinem Pfleger, der ja eigentlich ein Kind, dessen Eltern Kunden bei Toys are us" sind, ist, was ja sowieso absurd ist, denn Kinder pflegen wohlweislich nicht, sie pflegen höchsten zu lange aufzubleiben und herumzuquengeln, Betreuung. Will von seinem fiktiven Pfleger Zuwendung. Der Teddi kennt aber weder das Wort fiktiv, noch das Wort Pfleger. Kind schon gar nicht.
Man sieht auf den ersten Blick, dass komplexe Schriftzeichen Verwirrung stiften.
Die Frage ist ja auch: Wer braucht dieses Schriftzeichen denn überhaupt? Und lohnt es denn, es auswendig zu kennen, falls jemand eine Not-Postkarte mit einem dringenden Hilferuf schicken muss?
Und darüber hinaus: Teddis sollten die Fresse halten und sich ihrer Funktion besinnen.
Bekuscheln lassen. Freund sein. Nicht fordern, sondern geben.
Ansonsten: Steiff. Knopf in's Ohr. Auch wenn's wehtut.
Dem Wörter- und Zeichenmarkt sei geraten, sich auf das Wesentliche zu besinnen.
Was auch immer das sein mag.
Gefährlicher Sekundenschlaf
Immer wieder passiert es uns, dass wir morgens auf dem Weg zur Arbeitsstelle in ein kurzes Nickerchen zurückfallen, weil der Nachtschlaf zu wenig erquickend gewesen ist. Wir geben uns einem schönen Traum hin, der suggeriert, wir hätten heute frei und könnten einmal richtig lange in der Kiste liegen. Dann meldet sich das Ich und schreit herum: Du sitzt im Auto, du Scharchnase, mach die Augen auf, da vorne kommt ein englischer Schulbus!
Üblicherweise gehorchen wir dem Ich und reißen die Augen auf. Und wahrlich: Ein Bus oder ein ähnliches Gefährt fährt auf unserer Spur. Wir fangen in Windeseile an zu denken und überlegen, ob wir uns in England befinden, wo ja Linksverkehr herrscht und wir auf die Gegenfahrbahn geraten sind? Da wären wir die Geisterfahrer, die jeden Moment - schuldhaft - mit dem Gefährt vor uns kollidieren müssten. Merkwürdigerweise bewegt sich das Mobil von uns weg, sodass wir schließen, dass es sich um einen englischen Schulbus handelt, der auf der für ihn richtigen Spur rückwärts fährt, oder aber, und das ist wohl wahrscheinlicher, denn unsere Arbeitsstätte ist ja in der Bundesrepublik - sonst wäre die Anfahrt ja viel zu lang- oder dass es sich um einen englischen Schulbus handelt, der auf der aus seiner Sicht falschen Spur vorwärts gefahren ist und nun den Fehler durch Rückwärtsfahren korrigieren möchte.
Ein irgendwie verschmorter Geruch bemächtigt sich unserer Nase und wir lassen ab von solchem Denken, denn die Gehirnzellen sind zu solch früher Stunden überlastet.
Wir halten die Augen offen und versuchen unbeschadet und ohne weitere Träume an die Arbeit zu gelangen, um unser tägliches Brot und noch mehr zu verdienen.
Der Rat aber ist, sich vor dem Sekundenschlaf zu hüten, indem man seinen Nachtschlaf optimiert oder eine geeignete gut bezahlte Heimarbeit an nimmt. Vor allem sollte man sich nicht ständig vom Ich oder Über-Ich oder sonst einem Klugscheißer im Hirn dreinreden lassen!
Üblicherweise gehorchen wir dem Ich und reißen die Augen auf. Und wahrlich: Ein Bus oder ein ähnliches Gefährt fährt auf unserer Spur. Wir fangen in Windeseile an zu denken und überlegen, ob wir uns in England befinden, wo ja Linksverkehr herrscht und wir auf die Gegenfahrbahn geraten sind? Da wären wir die Geisterfahrer, die jeden Moment - schuldhaft - mit dem Gefährt vor uns kollidieren müssten. Merkwürdigerweise bewegt sich das Mobil von uns weg, sodass wir schließen, dass es sich um einen englischen Schulbus handelt, der auf der für ihn richtigen Spur rückwärts fährt, oder aber, und das ist wohl wahrscheinlicher, denn unsere Arbeitsstätte ist ja in der Bundesrepublik - sonst wäre die Anfahrt ja viel zu lang- oder dass es sich um einen englischen Schulbus handelt, der auf der aus seiner Sicht falschen Spur vorwärts gefahren ist und nun den Fehler durch Rückwärtsfahren korrigieren möchte.
Ein irgendwie verschmorter Geruch bemächtigt sich unserer Nase und wir lassen ab von solchem Denken, denn die Gehirnzellen sind zu solch früher Stunden überlastet.
Wir halten die Augen offen und versuchen unbeschadet und ohne weitere Träume an die Arbeit zu gelangen, um unser tägliches Brot und noch mehr zu verdienen.
Der Rat aber ist, sich vor dem Sekundenschlaf zu hüten, indem man seinen Nachtschlaf optimiert oder eine geeignete gut bezahlte Heimarbeit an nimmt. Vor allem sollte man sich nicht ständig vom Ich oder Über-Ich oder sonst einem Klugscheißer im Hirn dreinreden lassen!
Wo ein Papst nicht reicht: Doppelpapst
Links: Wer von uns beiden ist denn jetzt der Papst?
Rechts: Na, ich.
Links: Seit wann das denn?
Rechts: Seit immer schon.
Links: Und wieso heißen wir dann Doppelpapst?
Rechts: Das musst du den Chef fragen....
Rechts: Na, ich.
Links: Seit wann das denn?
Rechts: Seit immer schon.
Links: Und wieso heißen wir dann Doppelpapst?
Rechts: Das musst du den Chef fragen....
Helfen oder Hindern?
Nicht immer ist es klar, wenn wir am Abgrund stehen, was die Menschen hinter uns wollen.
Was ist die Hilfe?
Ein Griff in den Kragen und ein kurzer Zug in die entgegengesetzte Richtung und das Leben geht weiter in der für den Sprungkandidaten unangenehmen Weise.
Ein Griff in den Kragen und ein kurzer Druck auf den Rücken, sodass der vielleicht Unentschlossene endlich einen Entschluss gefasst bekommt. Sein Leben hat sowieso an dieser Marotte gekrankt. Aber die Tat ist getan und schafft vielleicht ein kurzes, aber gutes Gefühl.
Oder soll man als Außenstehender die Finger von Menschen am Abgrund lassen? Wie leicht können diese einen mitziehen, obwohl wir doch fröhlich sind, und noch richtig einen draufmachen wollen in unserem Leben?
Manchmal stehen die Menschen unter Strom.
Dann sind sie unberechenbar. Da sollte man schnell auf Akkubetrieb oder Standby schalten. Wie immer das auch geht, davon das nächste Mal.
Was ist die Hilfe?
Ein Griff in den Kragen und ein kurzer Zug in die entgegengesetzte Richtung und das Leben geht weiter in der für den Sprungkandidaten unangenehmen Weise.
Ein Griff in den Kragen und ein kurzer Druck auf den Rücken, sodass der vielleicht Unentschlossene endlich einen Entschluss gefasst bekommt. Sein Leben hat sowieso an dieser Marotte gekrankt. Aber die Tat ist getan und schafft vielleicht ein kurzes, aber gutes Gefühl.
Oder soll man als Außenstehender die Finger von Menschen am Abgrund lassen? Wie leicht können diese einen mitziehen, obwohl wir doch fröhlich sind, und noch richtig einen draufmachen wollen in unserem Leben?
Manchmal stehen die Menschen unter Strom.
Dann sind sie unberechenbar. Da sollte man schnell auf Akkubetrieb oder Standby schalten. Wie immer das auch geht, davon das nächste Mal.
Neulich im Neukauf
Welch fröhliche Jugend haben wir doch, welch fröhliche junge Frauen!
Neulich war ich im Neukauf und suchte die Gefährtin, die schwer zu entdecken war, da sie nicht über die Regale hinausragt.
Am Getränkeregal, dort wo Cola und colaähnliche Getränke in großen Plastikflaschen ausgestellt sind, stand eine junge Frau die lachte. Die herzhaft lachte und lachte. Sie drehte eine Flasche im Regal, ohne diese herauszunehmen, so als wolle sie die von allen Seiten betrachten, um dann eine Kaufentscheidung zu treffen.In den Ohren steckten weiße Kopfhörer; in was sie hineinsprach, konnte ich in dem kurzen Augenblick meiner Aufmerksamkeit nicht verorten.
Oh, dachte ich, schon wieder jemand, der mit mir in diesem Supermarkt sprechen könnte!, was allerdings eine Fehleinschätzung war. Die Frau lachte weiter und sprach, dass sie heute Abend kommen werde, und dass das doch schön sei. Es klang wie Gesäusel frühlingshaft verliebter Menschen, die jeden Blötschkopp toll finden, weil es die Hormone mal wieder diktieren. Dabei drehte sie ständig die PET-Flasche, wohl um eine Unsicherheit oder Nervosität zu kompensieren, die das Gegenüber, der Gesprächspartner, aber gar nicht mitbekam, weil es sich ja lediglich um ein Telefonat ohne Bild handelte.
Ich entfernte mich dann unauffällig, da die Verliebte wohl nicht mit mir sprechen wollte und ich auch wenig motiviert war, den weiteren Inhalt des Gesprächs anzuhören, da dessen Ziel, das abendliche Kommen und Treffen, oder Treffen und Kommen, wie auch immer man es interpretieren will, sowieso ohne meine Beteiligung angestrebt werden würde.
Im Weggehen dachte ich noch: Eine Jugend die lacht, schießt sich wenigstens nicht tot.
Ob sie sich aber gesellschaftlich über die eigenen Triebhaftigkeit hinausentwickelt, das bleibt fraglich. Wie sagt schon der Volksmund: Wer mit der Hose denkt, hält eine Blähung schon für einen guten Gedanken.
Neulich war ich im Neukauf und suchte die Gefährtin, die schwer zu entdecken war, da sie nicht über die Regale hinausragt.
Am Getränkeregal, dort wo Cola und colaähnliche Getränke in großen Plastikflaschen ausgestellt sind, stand eine junge Frau die lachte. Die herzhaft lachte und lachte. Sie drehte eine Flasche im Regal, ohne diese herauszunehmen, so als wolle sie die von allen Seiten betrachten, um dann eine Kaufentscheidung zu treffen.In den Ohren steckten weiße Kopfhörer; in was sie hineinsprach, konnte ich in dem kurzen Augenblick meiner Aufmerksamkeit nicht verorten.
Oh, dachte ich, schon wieder jemand, der mit mir in diesem Supermarkt sprechen könnte!, was allerdings eine Fehleinschätzung war. Die Frau lachte weiter und sprach, dass sie heute Abend kommen werde, und dass das doch schön sei. Es klang wie Gesäusel frühlingshaft verliebter Menschen, die jeden Blötschkopp toll finden, weil es die Hormone mal wieder diktieren. Dabei drehte sie ständig die PET-Flasche, wohl um eine Unsicherheit oder Nervosität zu kompensieren, die das Gegenüber, der Gesprächspartner, aber gar nicht mitbekam, weil es sich ja lediglich um ein Telefonat ohne Bild handelte.
Ich entfernte mich dann unauffällig, da die Verliebte wohl nicht mit mir sprechen wollte und ich auch wenig motiviert war, den weiteren Inhalt des Gesprächs anzuhören, da dessen Ziel, das abendliche Kommen und Treffen, oder Treffen und Kommen, wie auch immer man es interpretieren will, sowieso ohne meine Beteiligung angestrebt werden würde.
Im Weggehen dachte ich noch: Eine Jugend die lacht, schießt sich wenigstens nicht tot.
Ob sie sich aber gesellschaftlich über die eigenen Triebhaftigkeit hinausentwickelt, das bleibt fraglich. Wie sagt schon der Volksmund: Wer mit der Hose denkt, hält eine Blähung schon für einen guten Gedanken.
Heute vor 6 Jahren und einem Tag: Lyrik: Georg Krakl "Paul"
Paul hat eine volle Base.
Vor dem neuen Hochregal
Erbricht sie in die Bodenvase.
Paul ist das egal.
(Hier wird mit dem Begriff "eine volle Blase haben" jongliert, denn der Vorgang des Erbrechens ist für die Allgemeinheit vollkommen uninteressant. Aufmerksamkeit erregt aber die "volle Blase", weil jeder mit diesem menschlichen Bedürfnis zu ringen hat, und weil der Begriff Base mittlerweile zu den bedrohten Wörtern gehört. Selbst Cousine wird kaum noch verstanden, geschweige denn geschrieben. Probleme bereitet allerdings das Wort Hochregal, das wohl nur aufgrunde der sprachrhythmischen Notwendigkeit benutzt wurde. Im Wohnzimmer finden zwar Hochschränke Platz, Hochregale werden eher im Großhandel genutzt. Chauvinisten, die die Frauenbewegung parodieren wollen, schlugen vor, statt "erbricht sie..." "siebricht sie ..." zu schreiben, um die männlichen Anteile eines hier temporär weiblichen Problems zu beseitigen.
"Basisch reagieren" darf im täglichen Sprachgebrauch nicht als Synonym für "in die Bodenvase kotzen" benutzt werden, davor hat der Deutsche Sprachrat gewarnt.)
Zuerst veröffentlicht: 4.4.2008 Bodos Welt
Piet Schlendrian: Nicht zu viel des Guten
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| Piet Schlendrian: Logo? Logo! (2014) |
Ein Dreigangmenü auf unrunden Tellern, das ein Unternehmen markieren könnte, das Senioren beköstigt. "Essen auf Tellern" könnte der Firmenname lauten.
Oder aber das dreigliedrige Schulsystem, wie Schlendrian es beabsichtigt hat. Er selbst schreibt:
Das Gelbe sind die Gymnasiasten, weil die ständig auf Geräten aus China herumdaddeln, das orangene sind Gesamtschüler, die für alles herhalten müssen, warum nicht auch für Orange? Das Blaue sind die Hauptschüler, weil die ständig am Komasaufen sind.
Ob Schlendrians schlichte Erklärung greift, sei dahingestellt, schließlich kann sich ja jeder etwas denken und muss sich dem Schlendrianschen Unsinn nicht anschließen. Die Frage ist allerdings, ob man solche Logos überhaupt braucht.
Ted Willjems: Im Land der Plastikfrauen(8)
Kutttrine war glücklich. Die neue Uniform saß wie angegossen und brachte ihre Formen wunderbar zur Geltung. Ihr glatter Körper aus unzerstörbarem Kunststoff wurde durch das neue Outfit geadelt. Sogar der Fleischling Frepp hatte heute Morgen sein Wohlgefallen bekundet, und obgleich das ein eher minderwertiges Lob war, hatte es Kutttrine gut getan.
Befehlen und gehorchen, herrschen und dienen, das war ihre Welt.
Und Lufthans, der gute alte Lufthans, einer der wenigen Plastikmänner, die eigentlich nur der Erheiterung und dem Wohlgefühl der Damen dienten, hatte ihr eine Tasche geschenkt. Lufthansa stand darauf und Lufthans hatte fröhlich gesagt: Wenn du mich heiraten tätest, könntest du meinen Namen annehmen. Lufthansa! Ist das nicht schön? Viel gefälliger als Kutttrine! Nur weil die Kutte, die Uniform, die Tarnkleidung mit im Namen steckten, ist das ja nicht gleich schön! Kutttrine könnte ja auch von Kutteln kommen, und die waren definitiv unlecker!
Kuttrine fand die Tasche schön. Den Namen könnte man vielleicht überkleben oder überpinsel, Camouflage, das wär's. Tarnfarben. Aber einen Mann heiraten? Nie im Leben! Und schon gar nicht einen, der den Konjunktiv 2 mit tun bildete. Unter aller Kanone.
Das war das Stichwort: Kanone. Es war zum Schießen! Wie konnte ein einfacher und schlecht gegossener Plastikmann so etwas überhaupt in Erwägung ziehen?
Dann doch lieber den Fleischling Frepp. Obwohl - wer wusste schon, wie lange ein Flesichling in Form blieb?
Befehlen und gehorchen, herrschen und dienen, das war ihre Welt.
Und Lufthans, der gute alte Lufthans, einer der wenigen Plastikmänner, die eigentlich nur der Erheiterung und dem Wohlgefühl der Damen dienten, hatte ihr eine Tasche geschenkt. Lufthansa stand darauf und Lufthans hatte fröhlich gesagt: Wenn du mich heiraten tätest, könntest du meinen Namen annehmen. Lufthansa! Ist das nicht schön? Viel gefälliger als Kutttrine! Nur weil die Kutte, die Uniform, die Tarnkleidung mit im Namen steckten, ist das ja nicht gleich schön! Kutttrine könnte ja auch von Kutteln kommen, und die waren definitiv unlecker!
Kuttrine fand die Tasche schön. Den Namen könnte man vielleicht überkleben oder überpinsel, Camouflage, das wär's. Tarnfarben. Aber einen Mann heiraten? Nie im Leben! Und schon gar nicht einen, der den Konjunktiv 2 mit tun bildete. Unter aller Kanone.
Das war das Stichwort: Kanone. Es war zum Schießen! Wie konnte ein einfacher und schlecht gegossener Plastikmann so etwas überhaupt in Erwägung ziehen?
Dann doch lieber den Fleischling Frepp. Obwohl - wer wusste schon, wie lange ein Flesichling in Form blieb?
Selektive Wahrnehmung im Tumorcentrum
Wenn man vier Stunden warten muss auf hartem Stuhl mit Kranken zusammen und fühlt sich selbst nicht krank, nicht wirklich dazu gehörig, dann kommt man auf Gedanken.
Die Gedanken aber werden durch die Qualität des Wartens und die Umgebung geprägt.
Wenn man in einem Zentrum für Hauttumore sitzt, um sich die läppische, wenn auch lebensbedrohliche Bienengiftgroteinsensibilisierung vom Halse zu schaffen, fühlt man sich unkrank, nicht gesund, aber unbedroht durch einen schleichenden, zerstörerischen Feind, den man nicht mit den Fingern zerquetschen kann.
Dei Wahrnehmung schwankt zwischen Eingelulltsein und Schärfung, das monotone Umblättern des Krankenhausprospektes der Dame in Grau und das Herumtippeln eines Patienten um den Tresen, der wohl Bewegung verordnet bekommen hat, und die Erwartung, Menschen mit ausgestanzten Löchern im Kopf, mit zugeklebten Nasen zu begegnen bestimmen das Thema, diktieren den Augen, was sie sehen sollen.
Dann plötzlich ein Mann im Anzug - nicht die typische Patientenkleidung - der einen Handkoffer - vielleicht sein Beauty-Case - mit sich trägt, und eilig über den Flur geht, den Kopf dem Körper etwas voraus, als sei er schon geistig im nächsten Raum.
An der Wange und über einem Teil des rechten Ohres ein schwarzer Balken, ein dunkelstes Muttermal, vielleicht sogar pelzig, mit schwarzen kurzen Borsten bewachsen, eine üble Hautveränderung, die eiligst- deshalb der schnelle Schritt des Mannes, der in direktem Gegensatz zum hilflosen Getapse des Tippelbruders steht- entfernt werden muss, damit sie nicht den ganzen Körper erfasse.
Vielleicht ist es die Schläfrigkeit des Wartens, die Trance oder Betäubtheit, von Krankenhausluft und stresshormonell geschwängerten Aerosolen erzeugt, die den Betrachter zu solcher Vermutung veranlassen und ihn nicht erkennen lassen, dass der Mann mit sich selbst spricht, so es sogar so aussieht, als spräche er in sein riesiges borstenbesetztes Muttermal, das sich bereits in seinem Ohr ausgebreitet hat. Vielleicht ist es Medienfeindlichkeit, denn das Objekt wird nicht dem Skalpell des Ausschneiders zum Opfer fallen, es handelt sich um eine Art Telefonclip, in den man zu seinem Gesprächspartner reden kann und dabei die Hände frei behält, z.B. um gleichzeitig eine SMS auf einem anderen Handy an seine Geliebte zu tippen.
So bleibt dem Wartenden nur die Chance, seine Erkenntnis zu revidieren.
Statt einen Tumor sehen seine Augen ein technisches Gerät, das das Leben erleichtern soll, wie es alle technischen Geräte tun sollen.
Aber: Krank ist das schon.
Dem Krankenhaus sei geraten, die Wartezeiten umgehenden zu kürzen, denn niemand weiß, welche Auswirkungen eine veränderte Wahrnehmung auf das Leben und die Welt insgesamt haben kann.
Die Gedanken aber werden durch die Qualität des Wartens und die Umgebung geprägt.
Wenn man in einem Zentrum für Hauttumore sitzt, um sich die läppische, wenn auch lebensbedrohliche Bienengiftgroteinsensibilisierung vom Halse zu schaffen, fühlt man sich unkrank, nicht gesund, aber unbedroht durch einen schleichenden, zerstörerischen Feind, den man nicht mit den Fingern zerquetschen kann.
Dei Wahrnehmung schwankt zwischen Eingelulltsein und Schärfung, das monotone Umblättern des Krankenhausprospektes der Dame in Grau und das Herumtippeln eines Patienten um den Tresen, der wohl Bewegung verordnet bekommen hat, und die Erwartung, Menschen mit ausgestanzten Löchern im Kopf, mit zugeklebten Nasen zu begegnen bestimmen das Thema, diktieren den Augen, was sie sehen sollen.
Dann plötzlich ein Mann im Anzug - nicht die typische Patientenkleidung - der einen Handkoffer - vielleicht sein Beauty-Case - mit sich trägt, und eilig über den Flur geht, den Kopf dem Körper etwas voraus, als sei er schon geistig im nächsten Raum.
An der Wange und über einem Teil des rechten Ohres ein schwarzer Balken, ein dunkelstes Muttermal, vielleicht sogar pelzig, mit schwarzen kurzen Borsten bewachsen, eine üble Hautveränderung, die eiligst- deshalb der schnelle Schritt des Mannes, der in direktem Gegensatz zum hilflosen Getapse des Tippelbruders steht- entfernt werden muss, damit sie nicht den ganzen Körper erfasse.
Vielleicht ist es die Schläfrigkeit des Wartens, die Trance oder Betäubtheit, von Krankenhausluft und stresshormonell geschwängerten Aerosolen erzeugt, die den Betrachter zu solcher Vermutung veranlassen und ihn nicht erkennen lassen, dass der Mann mit sich selbst spricht, so es sogar so aussieht, als spräche er in sein riesiges borstenbesetztes Muttermal, das sich bereits in seinem Ohr ausgebreitet hat. Vielleicht ist es Medienfeindlichkeit, denn das Objekt wird nicht dem Skalpell des Ausschneiders zum Opfer fallen, es handelt sich um eine Art Telefonclip, in den man zu seinem Gesprächspartner reden kann und dabei die Hände frei behält, z.B. um gleichzeitig eine SMS auf einem anderen Handy an seine Geliebte zu tippen.
So bleibt dem Wartenden nur die Chance, seine Erkenntnis zu revidieren.
Statt einen Tumor sehen seine Augen ein technisches Gerät, das das Leben erleichtern soll, wie es alle technischen Geräte tun sollen.
Aber: Krank ist das schon.
Dem Krankenhaus sei geraten, die Wartezeiten umgehenden zu kürzen, denn niemand weiß, welche Auswirkungen eine veränderte Wahrnehmung auf das Leben und die Welt insgesamt haben kann.
Ted Willjems: Im Land der Plastikfrauen(7)
Frepp, altes Glupschauge, du glaubst es nicht! Gondos Hand zitterte, als er den neuesten Bericht aus dem Hygieneland der Plastikfrauen tippte.
Frepp, weißt du noch, als wir damals mit den Mädels am Platsch lagen, als wir tranken und und lachten und krumme Sachen machten, und alle fanden das gut? Sogar die Mädels. Damals.
Hier sind die Bedürfnisse anders.
Die Damen so sauber, so adrett, so gekämmt, nicht gebürstet, glatt, nicht strubbelig, und sauber, sauber, sauber. Eine Sepsis hat da keine Chance. Die Bakterien treten die Flucht an.
Aber Geschenke machen!
Das geht an den Bedürfnissen schon mal vorbei. Geruchloses Parfüm in keimfreien Geschenktüten!
Schweißspray hatte ich als Idee.Damit von den Damen überhaupt etwas bleibt. Aber die riechen nach nichts. Meine Bedürfnisse sind anders. Ich will riechen. Ich will stinken. Ich will strubbelige Haare.
Frepp, da sehne ich mich an den Platsch zurück. Was haben wir den Booten zugewunken, oder heißt es gewinkt? Was haben wir gestunken. Nach Mensch und allem. Kannst du dich an den Geruch von Hartplastik erinnern?
Das müffelte doch irgendwie.
Aber hier riecht nicht mal Plastik.
Wozu haben die ihre Nasen? Wahrscheinlich nur, um sie in was reinzustecken, was sie nichts angeht.
Frepp, ich will nach Hause, ich will an den Platsch, ich will die Mädels treffen, auch wenn sie zwei Wochen nicht geduscht haben. Oder drei.
Gonda lehnte sich zurück und seufzte.
Was musste er mit dem verdammten Zeitschikker machen, um zurückzukehren? Und wäre Frepp dann noch da? Man hatte doch schon Filme gedreht, in denen die ganze Verwandtschaft schließlich aus Affen bestand.
Gut, Frepp, hatte ja immer etwas Affiges an sich gehabt, die langen Arme, dieser Hang zur Banane. Trotzdem.
Ich will nach Hause!, schrie Frepp in das Getippte.
Frepp, weißt du noch, als wir damals mit den Mädels am Platsch lagen, als wir tranken und und lachten und krumme Sachen machten, und alle fanden das gut? Sogar die Mädels. Damals.
Hier sind die Bedürfnisse anders.
Die Damen so sauber, so adrett, so gekämmt, nicht gebürstet, glatt, nicht strubbelig, und sauber, sauber, sauber. Eine Sepsis hat da keine Chance. Die Bakterien treten die Flucht an.
Aber Geschenke machen!
Das geht an den Bedürfnissen schon mal vorbei. Geruchloses Parfüm in keimfreien Geschenktüten!
Schweißspray hatte ich als Idee.Damit von den Damen überhaupt etwas bleibt. Aber die riechen nach nichts. Meine Bedürfnisse sind anders. Ich will riechen. Ich will stinken. Ich will strubbelige Haare.
Frepp, da sehne ich mich an den Platsch zurück. Was haben wir den Booten zugewunken, oder heißt es gewinkt? Was haben wir gestunken. Nach Mensch und allem. Kannst du dich an den Geruch von Hartplastik erinnern?
Das müffelte doch irgendwie.
Aber hier riecht nicht mal Plastik.
Wozu haben die ihre Nasen? Wahrscheinlich nur, um sie in was reinzustecken, was sie nichts angeht.
Frepp, ich will nach Hause, ich will an den Platsch, ich will die Mädels treffen, auch wenn sie zwei Wochen nicht geduscht haben. Oder drei.
Gonda lehnte sich zurück und seufzte.
Was musste er mit dem verdammten Zeitschikker machen, um zurückzukehren? Und wäre Frepp dann noch da? Man hatte doch schon Filme gedreht, in denen die ganze Verwandtschaft schließlich aus Affen bestand.
Gut, Frepp, hatte ja immer etwas Affiges an sich gehabt, die langen Arme, dieser Hang zur Banane. Trotzdem.
Ich will nach Hause!, schrie Frepp in das Getippte.
Wolf Wunderschreck - Auge um Auge (2014)
Ich hatte dich im Auge gehabt,
dann riskierte ich eins
und warf es auf dich.
Du warfst zurück.
Deins war aus Glas.
Zeitumstellung
Tagesspruch zur Zeitumstellung:
Ich stehe immer zur gleichen Zeit auf,
egal wie spät es ist.
Ich stehe immer zur gleichen Zeit auf,
egal wie spät es ist.
Heute vor 5 Jahren in Bodos Welt: Fotofreunde aufgepasst!

Mit wenig Aufwand, einem dicken Filzstift in Blau etwa, kann man ein relativ unschönes Foto in eine gelungene Präsentation mit individuellem Charakter verwandeln. Dabei kann man sich immer an der Natur orientieren, denn die macht eigentlich nichts falsch, ihre Formen sind ausgewogen und wer Schwiergkeiten hat, frei zu zeichnen, sollte einfach versuchen, die natürlichen Konturen nachzuziehen. Eine ruhig Hand empfiehlt sich zwar, wenn es aber etwas wackeliger wird, ist das auch nicht schlimm, solange man mit dem Bild kein Geld verdienen will. Es lassen sich schöne Geburtstagskarten kreieren, oder sogar Geburtstagvergessenkarten, wenn man wieder mal Onkel Theos Wiegenfest verdrängt hat. Eine verschlüsselte Botschaft eintragen
(HSV= HabedeinengeburtstagSchonwiederVergessen) und die Welt ist für Onkel Theo und den Kartengestalter wieder in Ordnung. Wer kann da schon nachtragend sein?
Endlich hat jeder darüberhinaus Gelegenheit, seine widerlichen Papierbilder, die nicht ins Fotoalbum gehören, aufzupeppen, sodass sie auch den lieben Nachbarn präsentiert werden können, die schon seit Jahren fragen, wo die ekligen Aufnahmen vom Sylturlaub oder aus dem Hofbräuhaus geblieben seien. Filzstifte gibt es in jedem Schreibwarengeschäft.
(HSV= HabedeinengeburtstagSchonwiederVergessen) und die Welt ist für Onkel Theo und den Kartengestalter wieder in Ordnung. Wer kann da schon nachtragend sein?
Endlich hat jeder darüberhinaus Gelegenheit, seine widerlichen Papierbilder, die nicht ins Fotoalbum gehören, aufzupeppen, sodass sie auch den lieben Nachbarn präsentiert werden können, die schon seit Jahren fragen, wo die ekligen Aufnahmen vom Sylturlaub oder aus dem Hofbräuhaus geblieben seien. Filzstifte gibt es in jedem Schreibwarengeschäft.
Ex-Bischof Teewurst von Elst bei Tönnies
Ex-Bischof und Geldverschleuderer Teewurst von Elst fängt, nachdem er beim Papst in Ungnade gefallen ist, bei Tönnies an, denn er habe, so der Fleischflachverwerter, ja mit Geld umgehen können und der Name sei irgendwie auch Programm. Wem die Gläubigen wurscht sind, dem können es auch die Gläubiger sein; wenn jemandem etwa wurscht ist, dann prädestiniere es ihn für das Wurstgewerbe.
Ob Teewurst von Elst auch Schalke-Fan ist, ist nicht bekannt. Kann ja noch werden.
Ob Teewurst von Elst auch Schalke-Fan ist, ist nicht bekannt. Kann ja noch werden.
Ernst Bärlauch: Betende Hände
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| Ernst Bärlauch: Betende Hände (2014) |
Jetzt taucht ein gewisser Ernst Bärlauch auf, der wohl mit dem Namen Barlach kokettiert, füllt ein paar Gummihandschuhe mit Sand und drapiert sie auf einer Resopalplatte. Betende Hände.
Jeder denkt: Das kenne ich doch irgendwie. Und wühlt in seinem Unterbewusstsein, wo ein Ernst Barlach sitzt, der mit betenden Händen nichts am Hut hat, wohl aber ein Dürer, allerdings in der katholischen Variante.
Besagter Bärlauch glaubt nun, etwas Neues auf den Markt gebracht zu haben, eine Marktlücke gefüllt zu haben, indem er die protestantische Version der gläubigen Gliedmaßen präsentiert.
Etwas zu billig, etwas zu vergänglich, denn die Objekte sind alles andere als widerstandsfähig; setzte man an entscheidenden Stellen Nägel an, um das Ganze auf der Plastikplatte zu fixieren, wäre die Kunst schon hin oder in eine unschöne Labbrigkeit verändert, die Sand unter sich gemacht hätte.
Die Kunst muss neu übermalt werden, schreit mancher, aber hier reicht ein Pott Farbe wohl nicht aus. Schade um die Gummihandschuhe; und wie schön hätte ein kleines Kind mit dem Sand spielen können!
Gedichte mit falschen Umlauten drin: Pimpernelle
Georg Krakl: Pimpernelle (2014)
Pimpernelle
immer auf die Schnelle!
Denn auch dem Gewürz
ist das Leben kürz.
Pimpernelle
immer auf die Schnelle!
Denn auch dem Gewürz
ist das Leben kürz.
Günter Krass: Der Blechbommel
Mein Großvater hatte einen Blechbommel, der eines Tages beschlossen hatte nicht mehr zu wachsen.
Da ich ein neugieriger Enkel war, wollte ich wissen, was sich hinter dem Geheimnis des Blechbommels, der nicht mehr wachsen wollte, verbarg.
Wachsen denn Blechbommel überhaupt?, fragte ich meinen Großvater vollkommen unvorbereitet, und tat damit so, als sei der Blechbommel immer schon fester Bestandteil der Familiengeschichte gewesen, über den offen geredet wurde. In Wirklichkeit aber redete niemand über den Blechbommel. Bis zum Tag, als jener beschlossen hatte, nicht mehr zu wachsen.
Wachsen denn Blechbommel überhaupt?, fragte ich meinen Großvater, der einen Hut aus Metall in Händen hielt, auf dem oben eine rundliches Gefranse saß, das wohl seinerseits metallen zu sein schien.
Gute Frage, antwortete der Großvater nach einer geraumen Zeit, so, als habe er reichlich von dieser, was aber angesichts seines fortgeschrittenen Alters nicht stimmen konnte, betrachtete man es einmal statistisch.
Vor allem, fuhr er fort, sieht es so aus, als habe uns der Blechbommel all die Jahre getäuscht und ist gar nicht gewachsen. Mir will scheinen, dass er noch genauso klein ist wie damals, als ihn der Kaiser an meinen Blechhut steckte. Wahrscheinlich muss mir der Kaiser so riesig, so gigantisch vorgekommen sein, dass der Blechbommel im Verhältnis zu diesem verschwindend mickrig erschien. Auch kam mir mein Blechhut immer ein paar Nummern zu groß vor, was das Kleine des Bommels noch verstärkt haben musste.
Hm, sagte ich und offenbarte eine gewisse Ratlosigkeit.
Um deine Frage zu beantworten, hub der Großvater noch einmal an und betrachtete den Blechbommel von allen Seiten, indem er seinen Blechhut in den Händen drehte, nein.
Nein. Ein klares Nein. Wie konnten wir denn überhaupt davon ausgehen, dass Blechbommel wachsen? Nein, Enkel, Blechbommel wachsen nicht. Und damit kann er auch nicht beschließen, mit dem Wachsen aufzuhören. Basta.
Und überhaupt: Blechbommel zählen zu den überflüssigen Objekten, sodass sie überhaupt nicht beschlussfähig sind.
Damit war das Thema erledigt.
Ich aber dachte, dass der Blechbommel in Wirklichkeit mit jedem Jahr geschrumpft war, denn der Rost hatte sich seiner bemächtigt und fraß wie ein unermüdliches Nagetier der Zeit an ihm. Irgendwann würde er verschwunden sein.
Das sagte ich aber dem Großvater nicht, denn es hieß ja: Es geht nicht immer nach der Reihenfolge.
Da ich ein neugieriger Enkel war, wollte ich wissen, was sich hinter dem Geheimnis des Blechbommels, der nicht mehr wachsen wollte, verbarg.
Wachsen denn Blechbommel überhaupt?, fragte ich meinen Großvater vollkommen unvorbereitet, und tat damit so, als sei der Blechbommel immer schon fester Bestandteil der Familiengeschichte gewesen, über den offen geredet wurde. In Wirklichkeit aber redete niemand über den Blechbommel. Bis zum Tag, als jener beschlossen hatte, nicht mehr zu wachsen.
Wachsen denn Blechbommel überhaupt?, fragte ich meinen Großvater, der einen Hut aus Metall in Händen hielt, auf dem oben eine rundliches Gefranse saß, das wohl seinerseits metallen zu sein schien.
Gute Frage, antwortete der Großvater nach einer geraumen Zeit, so, als habe er reichlich von dieser, was aber angesichts seines fortgeschrittenen Alters nicht stimmen konnte, betrachtete man es einmal statistisch.
Vor allem, fuhr er fort, sieht es so aus, als habe uns der Blechbommel all die Jahre getäuscht und ist gar nicht gewachsen. Mir will scheinen, dass er noch genauso klein ist wie damals, als ihn der Kaiser an meinen Blechhut steckte. Wahrscheinlich muss mir der Kaiser so riesig, so gigantisch vorgekommen sein, dass der Blechbommel im Verhältnis zu diesem verschwindend mickrig erschien. Auch kam mir mein Blechhut immer ein paar Nummern zu groß vor, was das Kleine des Bommels noch verstärkt haben musste.
Hm, sagte ich und offenbarte eine gewisse Ratlosigkeit.
Um deine Frage zu beantworten, hub der Großvater noch einmal an und betrachtete den Blechbommel von allen Seiten, indem er seinen Blechhut in den Händen drehte, nein.
Nein. Ein klares Nein. Wie konnten wir denn überhaupt davon ausgehen, dass Blechbommel wachsen? Nein, Enkel, Blechbommel wachsen nicht. Und damit kann er auch nicht beschließen, mit dem Wachsen aufzuhören. Basta.
Und überhaupt: Blechbommel zählen zu den überflüssigen Objekten, sodass sie überhaupt nicht beschlussfähig sind.
Damit war das Thema erledigt.
Ich aber dachte, dass der Blechbommel in Wirklichkeit mit jedem Jahr geschrumpft war, denn der Rost hatte sich seiner bemächtigt und fraß wie ein unermüdliches Nagetier der Zeit an ihm. Irgendwann würde er verschwunden sein.
Das sagte ich aber dem Großvater nicht, denn es hieß ja: Es geht nicht immer nach der Reihenfolge.
Kunst vereinfachen: Au Wei - Mann mit....
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| Au Wei: Mann mit eingetrockneter Bodylotion von Nivea im Gesicht (2014) |
Muss Kunst eigentlich immer Rätsel aufgeben? Muss sie dem Volk immer mitteilen: Ihr seid blöd. Ihr seid zu blöd. Ihr seid zu blöd, um das zu verstehen!
Nein. Kunst kann einfach sein. Kunst muss verstehbar sein. Das ist ja die Kunst:
Etwas hinschmieren.
Etwas deutlich machen.
Trotzdem Geld zu verdienen. Es muss ja nicht schön sein.
Das Volk will das Einfache. Wenn eine nackte Frau dargestellt wird, will es auch eine sehen. Und nicht ein Gerippe aus Weidenstöcken und Metalldrähten. Das kann es sich zu Hause selber basteln.
Es wird Zeit, die Kunst noch mal neu zu übermalen.
Neue Erkenntnisse aus Amerika: Zeit nicht zu öffnen
Amerikanischen Studien zufolge, ist es unmöglich, die Wochenzeitung ZEIT auf einem Gästeklo zu öffnen.
Aus der Studie können drei Handlungsstrategien abgeleitet werden:
1. Die ZEIT-Firma ändert das Format in ein kleineres.
2. Die Gästeklos werden weltweit vergrößert.
3.Die ZEIT wird nur noch in großen Räumen gelesen.
4.Den Mitteilteil ausräumen (EI) und durch A ersetzen. Rückwärts lesen. Dann hat man eine kleinere Alternative aus Berlin.
Falls jemand Hä? fragt: Die Antwort lautet TAZ.
5.Die ZEIT nicht mehr lesen.
Aus der Studie können drei Handlungsstrategien abgeleitet werden:
1. Die ZEIT-Firma ändert das Format in ein kleineres.
2. Die Gästeklos werden weltweit vergrößert.
3.Die ZEIT wird nur noch in großen Räumen gelesen.
4.Den Mitteilteil ausräumen (EI) und durch A ersetzen. Rückwärts lesen. Dann hat man eine kleinere Alternative aus Berlin.
Falls jemand Hä? fragt: Die Antwort lautet TAZ.
5.Die ZEIT nicht mehr lesen.
Georg Krakl - Lose Liebe (2014)
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| Pawel Pikass: Indiander fühlt Schmerz (2014) |
fühlt keinen Schmerz.
Hat kein Herz.
Sie trägt gern Nerz.
Die Liebe lose.
Sein Hirn hängt in der Hose.
Humor im Krankenhaus
Patient:(steht auf, um den Chefarzt zu begrüßen) Guten Tag.
Chefarzt: Guten Tag.
Patient: (setzt sich; Chefarzt und anwesende Ärztin bleiben stehen; die Zeit ist wohl knapp, da lohnt sich zu setzen nicht.)
Ärztin referiert über die Krankenakte.
Patient: (erhebt sich, will auch in die Akte gucken) -
Chefarzt: (will freundlich sein) Bleiben Sie ruhig sitzen.
Patient: (denkt: Ich will nicht von oben herab behandelt werden.)
Chefarzt: (kann Gedanken lesen) Behandelt werden Sie später.
Chefarzt: Guten Tag.
Patient: (setzt sich; Chefarzt und anwesende Ärztin bleiben stehen; die Zeit ist wohl knapp, da lohnt sich zu setzen nicht.)
Ärztin referiert über die Krankenakte.
Patient: (erhebt sich, will auch in die Akte gucken) -
Chefarzt: (will freundlich sein) Bleiben Sie ruhig sitzen.
Patient: (denkt: Ich will nicht von oben herab behandelt werden.)
Chefarzt: (kann Gedanken lesen) Behandelt werden Sie später.
Georg Krakl - Fleischesserlyrik (2014)
Die Wurst ist mir nicht schnuppe
Und auch die Knochen nicht in meiner Nudelsuppe
Darin schwimmt auch ein Alphabet
Es formt den Satz (Das geht!)
Wer sich an einer Suppe labt
Hat manchmal einfach Schwein gehabt.
Vielleicht auch sind
es Taube oder Huhn
die eine stumm, das and’re blind.
Weghör-Tipp: Reinhart Rein - Gutgemacht Freunde
Gutgemacht, Freunde,
es wird Zeit für euch zu gehen.
Bleibt nicht sitzen, bleibt nicht stehen.
Was ich noch zu sagen hätte,
ist nichts für so Schick-Adrette.
Lasst euch gehen, lasst euch gehen.
(Ich trink' noch ein Glas im Stehen.)
Gut gedacht, Freunde,
es wird Zeit für euch zu gehen.
Wollt noch sitzen, wollt noch stehen,
doch das lass ich nicht geschehen.
Nicht mal eine Zigarette
raucht ihr, mach ich jede Wette!
Lasst euch gehen, lasst euch gehen.
(Ich bleib stehen.)
es wird Zeit für euch zu gehen.
Bleibt nicht sitzen, bleibt nicht stehen.
Was ich noch zu sagen hätte,
ist nichts für so Schick-Adrette.
Lasst euch gehen, lasst euch gehen.
(Ich trink' noch ein Glas im Stehen.)
Gut gedacht, Freunde,
es wird Zeit für euch zu gehen.
Wollt noch sitzen, wollt noch stehen,
doch das lass ich nicht geschehen.
Nicht mal eine Zigarette
raucht ihr, mach ich jede Wette!
Lasst euch gehen, lasst euch gehen.
(Ich bleib stehen.)
Lyrikschule: Akrostichon LIEBE
Theodor Fontäne - Liebe (2014)
Liebe verloren
im Kampf der Geschlechter
ehe die Ehe begriff
brachen die Herzen im
Einvierteltakt
Liebe verloren
im Kampf der Geschlechter
ehe die Ehe begriff
brachen die Herzen im
Einvierteltakt
K. will Stille
Sonntagmorgen. Die Kaffeemaschine röchelt wie ein Patient an
der Herzlungenmaschine. Die gluckernden Lungenbläschen lecken die Luft, den
Sauerstoff, den Atem, um ihn ertrinken zu lassen.
Stille.
Immer Geräusch.
Wenn K. sich
die Ohren zuhält, beginnen sie zu sausen, zu rauschen, zu knacken.
Das Herz pumpt.
Das Klavier schweigt, aber es ist nicht still.
Das Leben soll still sein, soll einmal die Klappe halten.
Tod.
Nicht mal der Tod ist still.
Da die Glocken, auf die die Hämmer dreschen, um
hinauszuschreien, dass ein Mensch unter die Erde gerät.
Das Kratzen der Vögel im Kies auf der spärlich bepflanzten
Grabstelle.
Das Nagen der Würmer.
Das dumpfe Ächzen des Erdreichs.
Im Himmel wird musiziert. Fromme Lieder mit Harfe. Die
Himmel rühmen.
Ruhe wäre schön. Es muss gar nicht Stille sein. K. wird
bescheiden.
Die Kaffeemaschine hat ausgeröchelt. Die braune Brühe ist
angerichtet.
K. gießt einen Becher in sich hinein.
Es pulst in den Adern, es brummt in den Händen.
Ich lebe noch, denkt K. Und das Leben ist laut.
Wer Stille will, hat keine Chance.
Die Kraft des Frühlings
![]() |
| Schöne Landfrauen warten auf den Frühling |
Es ist Zeit, dass der Osterhase sein buntes Ei legt und damit die Saison der Fruchtbarkeit eröffnet.
Singende Jungmänner in straffen Arbeitshosen paradieren in gemessenem Abstand und hoffen auf den Blick einer holden Schönen, um den Bund für den Sommer oder das nächste Wochenende zu schließen.
Die Säfte steigen in Baum und Pflanze, in Gehölz und Blume; die Tierwelt will sich fröhlich kugeln und sich den Pelz kratzen lassen, weil es juckt.
Anmut vor den Gattern macht daraus ein großes Fest.
Das blaue Band des Frühlings flattert und auch die Herzen der Schönen verspüren dieses Flattern, diese unruhige Zucken, als wollten sie vor Erwartung hüpfen.
Den Jungmännern spannt der Kragen von Stolz und Winterspeck und Kraft.
Endlich wollen sie eine Liebste in Armen halten, um den Reigen der Natur zu beginnen.
Frühling.
Geh nicht in die Ferne! Er kommt zu dir.
stattauto oder STATTAUTO?
stattauto. Hallo?
Was soll das denn jetzt? Ist die deutsche Sprache denn
verrückt geworden?
Dass man nach der neuen Rechtschreibung schreiben kann, wie
man will, ist doch wohl eine Legende. Man kann vielfältiger schreiben. Aber man
muss es nachschlagen können.
Wie schreibst duden?, ist richtig, aber auch Wie schreibst
Duden?
Und schreibst heißt: Schreibt.
Das eine spricht das Gegenüber an, wenn auch nicht korrekt,
sondern eher umgangssprachlich, das andere holt sich kompetente dickbüchige
Hilfe.
stattauto.
Was passiert denn, wenn Schulkinder an diesem Schild
vorbeigehen und dann in der Stadtteilschule sofort falsch losschreiben? Zack
schlägt der Fehlerquotient, wenn auch verboten, zu und die Zensur sackt um eins
in den Keller.
Es ist schlimm, Slim.
Da fällt mir Slim Sherman ein.
Der hatte kein Auto. Ob er der Rechtschreibung kundig war,
ist nicht belegt.
Allerdings war er der Rechtsprechung zusammen mit seinem
Freund Jesse Harper kundig, oder tat so, also ob. Und dann knallten die
Revolver. Damit ersparte man sich teure Prozesse, etwa gegen den
Bundeshundestrainer Wuff.
Slim besaß jedenfalls kein stattauto, sondern ein Pferd.
Und da sind wir wieder beim Thema: Vielleicht meinen die
lustigen Rechtsschreibidioten auch PFERD statt AUTO? Und dann könnte Slim seinen
Klepper vor dem Schild parken. Denn
Wilma, so heißt der Gaul, ist ein stattauto. Von wegen statt auto mit
pferd, oder wie?
Lyrikschule: Lipogramme im Alltag
Georg Krakl - Lipogramm 413
Wurm kurz
Turm krumm
Mund stumm
Kuh dumm
Hund bunt
Furz!
Zug um Zug
Lug und Trug
Schund
Wurm kurz
Turm krumm
Mund stumm
Kuh dumm
Hund bunt
Furz!
Zug um Zug
Lug und Trug
Schund
Kann Totsein schön sein?
Georg Krakl: Vom Sterben (2014)
Der eine hat’s am Kopf, der andere im Hirn.
Dem Dritten steht es vor der Stirn.
Der Vierten klebt es fest am Zopf.
Der Fünfte ist vielleicht gesund,
der Hund.
Und tut vielleicht auch nur als ob.
Er nimmt das Leben im Galopp.
Ob Wahnsinn, Pumpe oder Galle,
zum Sterben sind wir alle.
Vielleicht der mit Galopp
Tut dann sogar als ob.
Im Himmel treffen wir uns wieder
Und singen fromme Lieder.
Wir sehen dort am Horizont, wo Zedern und Gebüsch die Gegend
zieren,
den Fünften galoppieren.
Er schreit sein Hopp! Hopp! Hopp!
Mag sein, er tut auch nur als ob.
Wir andern waren einmal krank
Und flüstern: Gottseidank!
Wendi Wimmers: Am Rad der Zeit
Gusti kannte die Metapher: Am Rad der Zeit drehen.
Kann man nicht, dachte sie spröde. Ist total daneben, total völlig sinnentleert.
Seit 30 Minuten stand sie vor der Kirche an der Linde und wartete auf ihr Blind Date.
Seit seit wann kommen denn Männer zu spät?, fragte sich Gusti und nestelte wütend am dritten Knopf von oben an ihrer Feindcordjacke.
Wütend nesteln....Gusti wusste, dass diese Metapher irgendwie hinkte, und das nahm sie der Autorin dieser Geschichte übel.
Sie musste hier warten und auch noch wütend nesteln!
Wüten. Sie könnte jetzt wüten. Aber das weiß so eine Schreiberline nicht. Wie Frauen fühlen, wenn man sie warten lässt.
Blind Date. Das war auch so was: Mauerblümchen, die keinen abgekriegt hatten, warteten auf Blind Dates.
Am Rad drehen. Das traf. Das hatte mit Zeit nichts zu tun. Da ging es darum, mal rauszulassen, sich mal auszukotzen, mit aller Macht, mal schreien, mal noch mehr schreien.
Dann sah Gusti den Hinkenden.
Er bog unbeholfen um die Ecke auf den Kirchplatz.
Er hatte einen langen, weißen Stock in der Hand.
Gusti erstarrte.
Gusti knirschte mit den Zähnen.
Richtig. Ein gelbe Binde am Arm.
Das Blind Date war da. Oder besser: Kam näher.
Gusti drehte am Knopf.
Gustis Finger lösten sich vom dritten Knopf von oben.
Am Rad drehen. Das Rad der Zeit zurückdrehen.
Zurück in die Zuknöpf! (Was schrieb die Tussi jetzt wieder?)
Zurück zum Mauerblümchen.
Manchmal ist es besser, wenn keiner kommt.
Metaphern sollte man nicht strapazieren.
Gusti schlich auf ihren Pumps Richtung Westflügel der Betanstalt.. Hinter sich das leise Kratzen eines weißen Stockes auf Kopfsteinpflaster.
Rad der Zeit dreht unermüdlich.
Kann man nicht, dachte sie spröde. Ist total daneben, total völlig sinnentleert.
Seit 30 Minuten stand sie vor der Kirche an der Linde und wartete auf ihr Blind Date.
Seit seit wann kommen denn Männer zu spät?, fragte sich Gusti und nestelte wütend am dritten Knopf von oben an ihrer Feindcordjacke.
Wütend nesteln....Gusti wusste, dass diese Metapher irgendwie hinkte, und das nahm sie der Autorin dieser Geschichte übel.
Sie musste hier warten und auch noch wütend nesteln!
Wüten. Sie könnte jetzt wüten. Aber das weiß so eine Schreiberline nicht. Wie Frauen fühlen, wenn man sie warten lässt.
Blind Date. Das war auch so was: Mauerblümchen, die keinen abgekriegt hatten, warteten auf Blind Dates.
Am Rad drehen. Das traf. Das hatte mit Zeit nichts zu tun. Da ging es darum, mal rauszulassen, sich mal auszukotzen, mit aller Macht, mal schreien, mal noch mehr schreien.
Dann sah Gusti den Hinkenden.
Er bog unbeholfen um die Ecke auf den Kirchplatz.
Er hatte einen langen, weißen Stock in der Hand.
Gusti erstarrte.
Gusti knirschte mit den Zähnen.
Richtig. Ein gelbe Binde am Arm.
Das Blind Date war da. Oder besser: Kam näher.
Gusti drehte am Knopf.
Gustis Finger lösten sich vom dritten Knopf von oben.
Am Rad drehen. Das Rad der Zeit zurückdrehen.
Zurück in die Zuknöpf! (Was schrieb die Tussi jetzt wieder?)
Zurück zum Mauerblümchen.
Manchmal ist es besser, wenn keiner kommt.
Metaphern sollte man nicht strapazieren.
Gusti schlich auf ihren Pumps Richtung Westflügel der Betanstalt.. Hinter sich das leise Kratzen eines weißen Stockes auf Kopfsteinpflaster.
Rad der Zeit dreht unermüdlich.
Schwere Sprache
Wir wollen mal gucken, wie sich das anfühlt, sagt Bruno, und Eppo wundert sich.
Kucken, wie es sich anfühlt.
Woran soll man denn erkennen, also sehen, wie sich das anfühlt?
Das kann man doch nur fühlen. Vielleicht begreifen; begrapschen eher nicht.
Man sagt doch auch: Mal kucken, wie sich das anhört.
Neenee, grunzt Eppo.Mal hören, wie sich das anhört.
Klingt aber nicht gut, so als hat man nicht genug Wörter zum Sprechen.
Bruno bleibt dabei. Und überhaupt: Kucken schreibt man mit g.
Damit ist mal wieder jede weitere Diskussion beendet.
Kucken gibt es überhaupt nicht.
Und gucken klingt seltsam.
Anfühlen. Das geht.
Kucken, wie es sich anfühlt.
Woran soll man denn erkennen, also sehen, wie sich das anfühlt?
Das kann man doch nur fühlen. Vielleicht begreifen; begrapschen eher nicht.
Man sagt doch auch: Mal kucken, wie sich das anhört.
Neenee, grunzt Eppo.Mal hören, wie sich das anhört.
Klingt aber nicht gut, so als hat man nicht genug Wörter zum Sprechen.
Bruno bleibt dabei. Und überhaupt: Kucken schreibt man mit g.
Damit ist mal wieder jede weitere Diskussion beendet.
Kucken gibt es überhaupt nicht.
Und gucken klingt seltsam.
Anfühlen. Das geht.
Tonnes Tagebuch: Du entscheidest
Liebes Tagebuch!
Ich habe mir da heute einen Coach angehört, das ist ein Mittelding zwischen Psychiater und Personal Fitnesstrainer, zwischen Pastor, Guru und Zeitungswerber aus der Drückerkolonne, der uns darüber informiert hat, dass wir selbst es sind, die entscheiden, ob wir Glück empfinden.
Also, deutlich gesagt, wenn du den ganzen Tag irgendeinen Schwachsinn machen musst, dann liegt es an dir, ob du das für Schwachsinn hältst, oder ob du einen Sinn darin entdeckst, ob du vielleicht Glück dabei empfindest.
Wer doofe Listen ausfüllen muss, kann sich ja immer vorstellen, dass er als Zwerg im Bergwerk Edelsteine aus den Wänden hacken muss. Die Edelsteine darf er natürlich nicht behalten. Die Luft ist schlecht, die Temperatur ist hoch. Da bekommt die LIste doch einen Sinn, da bin ich glücklich, dass ich nicht schwitze, höchstens an den Händen, an denen dann auch die LIste kleben bleibt, aber egal,das ist besser, als ein schlecht bezahlter Zwerg zu sein.
Da kann ich dann lächeln und streue meine gute Stimmung im Raum aus und verändere das System, weil andere merken, dass ich gute Laune habe, und die bekommen auch gute Laune, und alle arbeiten fröhlicher und fühlen sich gut, wenn sie Listen ausfüllen, die sie vorher für schwachsinnig gehalten haben. Du musst dich ändern, sagt der Coach. Sag nicht immer, dass der und der und die sich ändern sollen, du musst es tun. Dann hast du Macht, dann änderst du das System.
Das Problem ist allerdings, dass die Listen sich nicht ändern. Die verstehen die Weisheit vom Coach überhaupt nicht. Die sind einfach doof. Deswegen halten wir alle sie ja für schwachsinnig.
Ich weiß nicht mehr weiter. Was soll ich denn tun? Mich als Zwerg bewerben zum Edelsteinehacken? Ich bin 1 Meter und 87.
Ich habe mir da heute einen Coach angehört, das ist ein Mittelding zwischen Psychiater und Personal Fitnesstrainer, zwischen Pastor, Guru und Zeitungswerber aus der Drückerkolonne, der uns darüber informiert hat, dass wir selbst es sind, die entscheiden, ob wir Glück empfinden.
Also, deutlich gesagt, wenn du den ganzen Tag irgendeinen Schwachsinn machen musst, dann liegt es an dir, ob du das für Schwachsinn hältst, oder ob du einen Sinn darin entdeckst, ob du vielleicht Glück dabei empfindest.
Wer doofe Listen ausfüllen muss, kann sich ja immer vorstellen, dass er als Zwerg im Bergwerk Edelsteine aus den Wänden hacken muss. Die Edelsteine darf er natürlich nicht behalten. Die Luft ist schlecht, die Temperatur ist hoch. Da bekommt die LIste doch einen Sinn, da bin ich glücklich, dass ich nicht schwitze, höchstens an den Händen, an denen dann auch die LIste kleben bleibt, aber egal,das ist besser, als ein schlecht bezahlter Zwerg zu sein.
Da kann ich dann lächeln und streue meine gute Stimmung im Raum aus und verändere das System, weil andere merken, dass ich gute Laune habe, und die bekommen auch gute Laune, und alle arbeiten fröhlicher und fühlen sich gut, wenn sie Listen ausfüllen, die sie vorher für schwachsinnig gehalten haben. Du musst dich ändern, sagt der Coach. Sag nicht immer, dass der und der und die sich ändern sollen, du musst es tun. Dann hast du Macht, dann änderst du das System.
Das Problem ist allerdings, dass die Listen sich nicht ändern. Die verstehen die Weisheit vom Coach überhaupt nicht. Die sind einfach doof. Deswegen halten wir alle sie ja für schwachsinnig.
Ich weiß nicht mehr weiter. Was soll ich denn tun? Mich als Zwerg bewerben zum Edelsteinehacken? Ich bin 1 Meter und 87.
Geburtstagslieder ohne Sinn: Korrektur
Wie schön, dass du geboren bist,
wir hätten dich sonst nicht vermisst.
Alle andereb Versionen werden hiermit ungültig.
wir hätten dich sonst nicht vermisst.
Alle andereb Versionen werden hiermit ungültig.
Georg Krakl: Mein Kaffeefilter (2014)
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| Roy Lichtenschein: Kaffeefilter (2014) |
quillt der
kaffee durch den kaffeefilter
gilt er
meist als wohl verdaulich
macht den kaffeetrinker schnell beschaulich
und die welt scheint kugelrund
kaffee durch den filter ist gesund
Ästhetik des Abfalls: Bio-Müll als Motiv
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| Vincent van Eijnoor: Biomüll auf Spüle (2014) |
Wir sollten uns vielleicht einmal an einem Sonntagmorgen die Zeit nehmen, das, was wir gewöhnlich achtlos in die Tonne hauen, zu betrachten, darüber zu kontemplieren und zu erkennen, dass auch das scheinbar Wertlose eine eigene Schönheit entwickeln kann, wenn wir es andächtig betrachten.
Jeder hat gern eine saubere Spüle. Das ist anerzogen, da gab es immer was auf die Finger, wenn Wasserflecken oder Schlimmeres auf dem Nirosta sichtbar waren.
Dass aber auch die belegte oder die belebte Spüle ihren Reiz haben kann, sollten wir zulassen. Unsere Wahrnehmung könnte sich verändern, und damit könnten sich auch falsche Erziehungsideale verändern, die immer noch in unserem Inneren wühlen, um auch dort eine alte und wahrscheinlich überkommene Ordnung zu schaffen.
Ein Bild kann eine Brücke sein, die Gegensätze zu vereinen, oder was es sonst zu vereinen gibt. Nicht umsonst heißt der Verein nämlich Verein, denn er vereint ja Menschen, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben wollen.
Da gilt es den Transfer zu leisten in den eigenen Haushalt, den praktischen wie den psychischen.
Georg Krakl: Gurke (2014)
Welch' Schurke
schnitt von meiner Gurke
denn ein Stücklein ab? Und tat nicht fragen?
Wer kann dem Gurkenkönig das wohl sagen?
Keiner.
Nicht mal einer.
Nicht ein kleiner.
Ach, Geheimnisschreiner.
Sprecht!
Bevor ihr euch die Zunge brecht.
In euch hab ich ein Grundvertrauen.
Das Schwiegen tut's versauen.
Ich warte.
Setzt nicht das Glück auf eine Karte!
Bis dahin leset dies Edikt,
ich hab's als Email schon verschickt:
Die Finger weg, ihr Schurken,
von königlichen Gurken!
schnitt von meiner Gurke
denn ein Stücklein ab? Und tat nicht fragen?
Wer kann dem Gurkenkönig das wohl sagen?
Keiner.
Nicht mal einer.
Nicht ein kleiner.
Ach, Geheimnisschreiner.
Sprecht!
Bevor ihr euch die Zunge brecht.
In euch hab ich ein Grundvertrauen.
Das Schwiegen tut's versauen.
Ich warte.
Setzt nicht das Glück auf eine Karte!
Bis dahin leset dies Edikt,
ich hab's als Email schon verschickt:
Die Finger weg, ihr Schurken,
von königlichen Gurken!
Goldkisten im Lebensmittelbereich
Mehr Schein als Sein!, mag das Motto lauten.
Das Marmeladenbrötchen herkömmlicher und auch bekömmlicher Art hat es schwer in heutiger Zeit.
Dahergelegte Goldkästchen vom Vortag, die vielleicht eine Überdosis Zucker beinhalteten, laufen dem handgeschmierten Halben den Rang ab, schnöde Optik betört den Konsumenten, der greift natürlich zum Materiellen, zum Goldkettchen in der Frühstückskette, und lässt das treue Marmeladenbrötchen rechts oder links, je nach Platzierung, liegen.
Da muss ein Aufschrei durch das Volk gehen, das Vollkorn normalerweise ablehnt und dem auf Weißmehl basierenden Brötchen huldigt.
Tut es aber nicht.
Keiner will mehr vom Vortag.
Keiner will mehr ganze Sätze, die auch noch ein Verb anbieten.
Und da hat das Goldkästchen einen echten Vorteil: Es ist erverbslos und sieht nur gut aus. Scheiße! Hier haben wir mal wieder einen richtigen Analogieschluss: Wie dahinten, so da vorne! Wie ohne, so mit! Wie gestern, so heute und morgen gleich mit!
Das Marmeladenbrötchen herkömmlicher und auch bekömmlicher Art hat es schwer in heutiger Zeit.
Dahergelegte Goldkästchen vom Vortag, die vielleicht eine Überdosis Zucker beinhalteten, laufen dem handgeschmierten Halben den Rang ab, schnöde Optik betört den Konsumenten, der greift natürlich zum Materiellen, zum Goldkettchen in der Frühstückskette, und lässt das treue Marmeladenbrötchen rechts oder links, je nach Platzierung, liegen.
Da muss ein Aufschrei durch das Volk gehen, das Vollkorn normalerweise ablehnt und dem auf Weißmehl basierenden Brötchen huldigt.
Tut es aber nicht.
Keiner will mehr vom Vortag.
Keiner will mehr ganze Sätze, die auch noch ein Verb anbieten.
Und da hat das Goldkästchen einen echten Vorteil: Es ist erverbslos und sieht nur gut aus. Scheiße! Hier haben wir mal wieder einen richtigen Analogieschluss: Wie dahinten, so da vorne! Wie ohne, so mit! Wie gestern, so heute und morgen gleich mit!
Genugtuung für Christian Wuff
Na, da war der Ex-Bundespräsident Wuff aber heilfroh: Endlich wieder sauber!
Nix mit Bestechung oder Vorteilnahme im Amt! 700€! Hahaha, darum ging es dann noch, und das sind doch wohl Erdnüsse im Gegensatz zu seinem Ehrensold inklusive Sekretärin und Dienstwagen, mit dem die Schreibkraft wohl zur Arbeit fährt, denn der Freigesprochene fährt ja eigentlich keiner geregelten Arbeit nach.
Es geht um die Ehre, und da ist man schon pikiert, wenn die Weste leicht bekleckert ist, weil die Presse mit Druckmitteln um sich spritzt. Der Ehrensold soll ja auch für die Rettung der Ehre herhalten, oder eine Entschädigung darstellen, wenn ein Präsident sich gekränkt fühlt.
Die Fan-Gemeinde jubelt und spaziert fröhlich in bunter Kleidung zum Büro des Rehabilitierten um ein symbolisches Schaschlik-Spieß zu überreichen. Prinz Pommes und seine Königinmutter B.Schranke freuen sich auf jeden Fall, um dann festzustellen, dass sie eigentlich Guido Westerwelle hatten besuchen wollen, um ihm das alljährliche "Es geht um die Wurst!" zuzurufen.
Die beiden sähen sich aber auch was zum Verwechseln ähnlich, früher habe man den Wuff immer an der Partnerin erkannt, die sei aber jetzt weg, da könne man schon mal ins Trudeln geraten, vor allem, wenn ein bis zwei Kümmerlinge im Spiel gewesen seien.
Sei's drum!, ist die frohe Botschaft, Hauptsache Spaß gemacht!
Die Frage, was Wuff jetzt mit dem Freispruch anfangen wolle, blieb bislang unbeantwortet. Es stimmt schon, was Verurteilte sagen: Bei einem Schuldspruch weiß man wenigstens, was man hinterher tun soll.
Wir drücken die Daumen und gucken einmal die Woche kein Fernsehen, um den Ehrensold zu finanzieren. Das Volk ist eben wie es ist: Doof.
Nix mit Bestechung oder Vorteilnahme im Amt! 700€! Hahaha, darum ging es dann noch, und das sind doch wohl Erdnüsse im Gegensatz zu seinem Ehrensold inklusive Sekretärin und Dienstwagen, mit dem die Schreibkraft wohl zur Arbeit fährt, denn der Freigesprochene fährt ja eigentlich keiner geregelten Arbeit nach.
Es geht um die Ehre, und da ist man schon pikiert, wenn die Weste leicht bekleckert ist, weil die Presse mit Druckmitteln um sich spritzt. Der Ehrensold soll ja auch für die Rettung der Ehre herhalten, oder eine Entschädigung darstellen, wenn ein Präsident sich gekränkt fühlt.
Die Fan-Gemeinde jubelt und spaziert fröhlich in bunter Kleidung zum Büro des Rehabilitierten um ein symbolisches Schaschlik-Spieß zu überreichen. Prinz Pommes und seine Königinmutter B.Schranke freuen sich auf jeden Fall, um dann festzustellen, dass sie eigentlich Guido Westerwelle hatten besuchen wollen, um ihm das alljährliche "Es geht um die Wurst!" zuzurufen.
Die beiden sähen sich aber auch was zum Verwechseln ähnlich, früher habe man den Wuff immer an der Partnerin erkannt, die sei aber jetzt weg, da könne man schon mal ins Trudeln geraten, vor allem, wenn ein bis zwei Kümmerlinge im Spiel gewesen seien.
Sei's drum!, ist die frohe Botschaft, Hauptsache Spaß gemacht!
Die Frage, was Wuff jetzt mit dem Freispruch anfangen wolle, blieb bislang unbeantwortet. Es stimmt schon, was Verurteilte sagen: Bei einem Schuldspruch weiß man wenigstens, was man hinterher tun soll.
Wir drücken die Daumen und gucken einmal die Woche kein Fernsehen, um den Ehrensold zu finanzieren. Das Volk ist eben wie es ist: Doof.
Diskriminierung der Woche: Alle Schweizer....
...sind Arschländer.
Aufgrund sprachlicher Unzulänglichkeiten und auch orthographischer Mängel kommt es immer wieder zu unnötigen Diskriminierungen.
Alle Schweizer sind Ausländer, bis auf die Inländer.
Das wäre eine politisch korrekte Aussage.
Aufgrund sprachlicher Unzulänglichkeiten und auch orthographischer Mängel kommt es immer wieder zu unnötigen Diskriminierungen.
Alle Schweizer sind Ausländer, bis auf die Inländer.
Das wäre eine politisch korrekte Aussage.
Schweizer bald in der ganzen Welt Ausländer
Die Eu will auf die Volksabstimmung in der Schweiz reagieren, in der sogar Deutsche zu Ausländern erklärt wurden.
Eine elegante Lösung könnte sein, den Schweizern europa- oder sogar weltweit den Status von Ausländern zuzuweisen. Das wäre kein großer Akt, denn in allen Staaten, bis auf die Schweiz nämlich, seien sie bereits Ausländern, da käme es ja auf ein Land mehr oder weniger nicht an.
Durch den Ausländerstatus im eigenen Land könnten die Schweizer überprüfen, inwieweit ihre Abstimmung einer Diskriminierung entspricht. Sollten alle Schweizer und alle restlichen Ausländer das Land verlassen, soll ein großer Naturpark entstehen, in dem lediglich einige umbunkerte Tresore stehen werden, die -schön begrünt- als Endlager für Schwarzgeld, bzw. als Wiederaufbereitungsanlage in Form eines Waschsalons dienen sollen.
Die Gewinne aus den Schwarzgeldern könnten für den Abbau der Skilifte in den Wintersportorten eingesetzt werden, bzw. in einen Fond, der sich gegen Ausländerfeindlichkeit wendet, fließen.
Die Schweizer denken momentan über den Vorschlag nach und bereiten eine weitere Volksbstimmung vor, die die Frage beantworten wird: Kann der Schweizer überhaupt Ausländer sein?
Man ist aber auf jeden Fall gewillt, mit Scharzgeld weiterhin Kasse zu machen. Hier werden momentan Vorschläge zur Begriffsänderung gesammelt, um den Vorgang zu entkriminalisieren. Favorit: Rotgeld mit weißem Kreuz drauf.
Eine elegante Lösung könnte sein, den Schweizern europa- oder sogar weltweit den Status von Ausländern zuzuweisen. Das wäre kein großer Akt, denn in allen Staaten, bis auf die Schweiz nämlich, seien sie bereits Ausländern, da käme es ja auf ein Land mehr oder weniger nicht an.
Durch den Ausländerstatus im eigenen Land könnten die Schweizer überprüfen, inwieweit ihre Abstimmung einer Diskriminierung entspricht. Sollten alle Schweizer und alle restlichen Ausländer das Land verlassen, soll ein großer Naturpark entstehen, in dem lediglich einige umbunkerte Tresore stehen werden, die -schön begrünt- als Endlager für Schwarzgeld, bzw. als Wiederaufbereitungsanlage in Form eines Waschsalons dienen sollen.
Die Gewinne aus den Schwarzgeldern könnten für den Abbau der Skilifte in den Wintersportorten eingesetzt werden, bzw. in einen Fond, der sich gegen Ausländerfeindlichkeit wendet, fließen.
Die Schweizer denken momentan über den Vorschlag nach und bereiten eine weitere Volksbstimmung vor, die die Frage beantworten wird: Kann der Schweizer überhaupt Ausländer sein?
Man ist aber auf jeden Fall gewillt, mit Scharzgeld weiterhin Kasse zu machen. Hier werden momentan Vorschläge zur Begriffsänderung gesammelt, um den Vorgang zu entkriminalisieren. Favorit: Rotgeld mit weißem Kreuz drauf.
Lyrikschule: Rainer Maria Rille - Lange Reime
Neulich hatte ich einen schönen Reimsatz gefunden, der lautete: Jo soff wie der Kant.
Der Name Kant ist bekannt; dass er Philosoph gesoffen hatte, war mir neu, der galt eher als trocken, vor allem das, was er so schrieb.
Wer dieser Jo war oder sein sollte, entzog sich meiner Kenntnis, aber vielleicht stand dieser Jo für alle möglichen männlichen Bürger, die eben manchmal einen heben, etwa wie Kant seinerzeit, denn der wird ja auch nicht immer den trocknen Philosophen gegeben haben.
Zugegeben, es gab einige Ungereimtheiten (hahaha!) und ein paar Unwägbarkeiten, aber was schwerer wog, war, dass ich das Ausgangswort, oder den Ausgangssatz vergessen hatte.
Jo soff wie der Kant.
Ich kam nicht drauf, aus welcher Vorlage dieser Satz entstanden war.
Und hier mein Tipp für alle, die mit dem Reimen und Dichten starten wollen: Nehmt euch einen Zettel, schreibt drauf, was ihr vergessen könntet und steckt es in die Hosentasche, oder an einen Ort, den ihr häufiger aufsucht. Wer gern allerlei vergisst, kann sich nämlich auch mit Sicherheit keinen Platz merken, an dem er plötzlich Reime und Gedichte lagert.
Ich selbst hatte mir Gottseidank einen Zettel geschrieben, auf dem mein schöner langer Reimsatz stand. Versehentlich hatte ich ihn unter die Scheckkarten gemischt, die ich am Wochenende nicht benutzt hatte. Heute fand ich ihn, als ich meine recht üppige Tankfüllung bezahlen wollte. Jo soff wie der Kant. Das Ausgangswort war: Rohstofflieferant. Oder heißt es "war gewesen"? Auf jeden Fall dachte ich: Schwachsinn. Großer Schwachsinn. Was hat denn ein Rohstofflieferant mit einem Jo zu tun, der soff wie der Kant?
Ich entscheid mich dann, vielleicht etwas unter der Rubrik Neodadaismus zu veröffentlichen.
Möglicherweise kann ich das dann kombinieren mit dem Reim auf Nationalversammlung.
Der heißt nämlich Rationalverstammlung. Vorab will ich aber klären, ob es das Verb verstammeln gibt, und ob das ein rationaler Vorgang ist, oder eher aus dem Bauch heraus geschieht.
Noch ein Hinweis:
Auf Komasaufen reimt sich "mit Oma raufen".
"Omaschnaufen" geht auch.
Der Name Kant ist bekannt; dass er Philosoph gesoffen hatte, war mir neu, der galt eher als trocken, vor allem das, was er so schrieb.
Wer dieser Jo war oder sein sollte, entzog sich meiner Kenntnis, aber vielleicht stand dieser Jo für alle möglichen männlichen Bürger, die eben manchmal einen heben, etwa wie Kant seinerzeit, denn der wird ja auch nicht immer den trocknen Philosophen gegeben haben.
Zugegeben, es gab einige Ungereimtheiten (hahaha!) und ein paar Unwägbarkeiten, aber was schwerer wog, war, dass ich das Ausgangswort, oder den Ausgangssatz vergessen hatte.
Jo soff wie der Kant.
Ich kam nicht drauf, aus welcher Vorlage dieser Satz entstanden war.
Und hier mein Tipp für alle, die mit dem Reimen und Dichten starten wollen: Nehmt euch einen Zettel, schreibt drauf, was ihr vergessen könntet und steckt es in die Hosentasche, oder an einen Ort, den ihr häufiger aufsucht. Wer gern allerlei vergisst, kann sich nämlich auch mit Sicherheit keinen Platz merken, an dem er plötzlich Reime und Gedichte lagert.
Ich selbst hatte mir Gottseidank einen Zettel geschrieben, auf dem mein schöner langer Reimsatz stand. Versehentlich hatte ich ihn unter die Scheckkarten gemischt, die ich am Wochenende nicht benutzt hatte. Heute fand ich ihn, als ich meine recht üppige Tankfüllung bezahlen wollte. Jo soff wie der Kant. Das Ausgangswort war: Rohstofflieferant. Oder heißt es "war gewesen"? Auf jeden Fall dachte ich: Schwachsinn. Großer Schwachsinn. Was hat denn ein Rohstofflieferant mit einem Jo zu tun, der soff wie der Kant?
Ich entscheid mich dann, vielleicht etwas unter der Rubrik Neodadaismus zu veröffentlichen.
Möglicherweise kann ich das dann kombinieren mit dem Reim auf Nationalversammlung.
Der heißt nämlich Rationalverstammlung. Vorab will ich aber klären, ob es das Verb verstammeln gibt, und ob das ein rationaler Vorgang ist, oder eher aus dem Bauch heraus geschieht.
Noch ein Hinweis:
Auf Komasaufen reimt sich "mit Oma raufen".
"Omaschnaufen" geht auch.
Georg Krakl: Schnecke und Karrierist (2014)
Der Schneckenkörper schleimt
dem Karrieristen gleich.
Er ist wie er so weich,
damit sich all das reimt
und in das Weltgefüge passt.
Dem nie etwas gelang, der hasst
der beiden glitschiges Sekret.
Und schreit: Den Sabber nicht für tausend Ocken,
ich mag es lieber trocken,
ich bin Ästhet!
dem Karrieristen gleich.
Er ist wie er so weich,
damit sich all das reimt
und in das Weltgefüge passt.
Dem nie etwas gelang, der hasst
der beiden glitschiges Sekret.
Und schreit: Den Sabber nicht für tausend Ocken,
ich mag es lieber trocken,
ich bin Ästhet!
Georg Krakl: Ode an Arjen Robben (2014)
Lass uns uns der Erde wieder nähern,
vom Fußballhimmel an die Scholle!
Das, Arjen, ist das Tolle:
Wir woll'n mit Robben robben, Robben!
vom Fußballhimmel an die Scholle!
Das, Arjen, ist das Tolle:
Wir woll'n mit Robben robben, Robben!
Frauenratgeber: Er muss nicht schön sein...
![]() |
| Hässlichkeit hilft beim Entlieben |
Ich nenne dich mal stellvertretend so für alle Frauen, die sich irgendwann einmal in einen konturlosen Politiker verliebt haben, weil der diesen Geruch von Macht an sich gehabt haben könnte.
Du hast dich in Norbert Röttgen verliebt. Nehmen wir einmal an.
Dann stellst du fest, dass das eine Plaudertasche ist, die mal so, mal anders quasselt, die aber keinesfalls festuzulegen ist, die dann letztlich auch noch von einer Frau abserviert wird. Mutti hat ihn in die Ecke gestellt. Dort soll sie warten, bis sie sie wiederbelebt.
Jetzt hasst du diesen Mann, denn du willst nicht, dass dein Geliebter je von einer Mutti so übel behandelt wird. Er tut dir sogar leid, was noch viel schlimmer ist, als ihn zu hassen. Schweine in Massentierhaltung tun dir auch leid. Das kann man aber nicht vergleichen.
Jetzt taucht er plötzlich wieder auf als Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses. Ausschuss, denkst du sofort.
Aber auch wenn der Posten nicht die Supersache ist, witterst du Morgenluft, Machtduft!
Du willst dich wieder in ihn verlieben, das fällt dir aber schwer.
Was tun?
Ganz einfach: Besorg dir eine Zeitung, in der dein Ex abgebildet ist, nimm einen Filzstift und mach ihn hässlich; dazu musst du noch nicht mal zeichnen können.
Schau ihn dir an und denke darüber nach, ob du ihn noch lieben könntest. Zehnmal täglich. Eine MInute lang.
Und dann!
Dann erscheint er so, wie er ist, so wie er einst geschaffen wurde und wie auch Mutti ihn geliebt hat, im Fernsehen oder in der Brigitte bzw. Freundin oder Donna. Ohne Filzstiftgekrakel. Da ist dein Held, dein Prinz, dein König des Herzens.
Er strahlt und seine Schönheit reißt dich um.
Dein Herz öffnet sich und summt eine leise Melodie, ein Liebeslied, flötet etwas in dein Ohr, in das Tor zu deiner Seele. Und du entflammst erneut.
Du verliebst dich neu. Die Glückshormone kreisen und du meldest dich spontan beim Zumba-Kurs im Fitness-Studio an, um deinen Winterspeck abzutrainieren. Denn du willst schön sein, du willst seine Prinzessin sein, seine Biggi, seine einzige Biggi!
Also, ran an die Stifte und los geht's!
Gedichte mit Tieren drin: Georg Krakl - Amsel, Drossel, Spatz und Sperling (2014)
Wer die Amsel
erdrosselt,
hat den Sperling
verspatzt.
erdrosselt,
hat den Sperling
verspatzt.
Kunst stinkt nicht,....
| Pawel Pikass: Exkrement auf Zement (2014) |
Pikass traut sich in die Tabuzonen der Gesellschaft.
Aber wirklich heldenhaft ist der Versuch nicht, einen deplatzierten Hundeschiss zu fotografieren, durch ein Bildbearbeitungsprogramm zu jagen und auf Leinwand zu drucken.
Da macht sich doch keiner die Hände schmutzig.
Was wäre denn, wenn das Objekt als Malgrund dienen könnte?
Da werden Hände beschmutzt, da werden Nasen gerümpft, da bleibt das Bare in der Tasche, denn so etwas will sich keiner in die gute Stube hängen. Das aber wäre mal eine richtige Aktion gegen die degenerierten Hundebesitzer, die keine Scheu haben, dass ihr Fifi auf jedweden Flächen ablädt, Hauptsache, nicht auf den eigenen.
Lebenserfsahrung und Instinkte
Liebe Lena Meyer-Landruth!
Du findest mit 22 Jahren, dass ein Justin Bieber dir mit
seinem 19 Jahren nicht philosophisch kommen muss in seinen Liedern, die du übrigens
merkwürdigerweise gut findest. Er könne dir auch nicht das Leben erklären, weil
er gar nicht die Erfahrung habe.
Du dagegen mit 22 Jahren kannst klar beurteilen, ob da
Substanz ist oder nicht. Wir als Nichthörer deiner Lieder und als Nichthörer
der bieberschen Lieder fragen uns: Was musst du erlebt haben in der kurzen Zeit
von 19 bis 22, dass du solch mächtige Urteilskraft besitzt? Drei Jahre können
lang sein. Um Blödsinn zu reden, braucht man allerdings keine Lebenserfahrung. Aber Frauen sind ja
immer schon weiter als Männer, und auch immer viel weiter als Männer, die wie
Jungen aussehen.
Aber da sind wir mit dir einig: Bieber ist kein Tier; also
fehlen ihm nicht nur Lebenserfahrung, sondern auch noch die Instinkte.
Was wollte ich eigentlich sagen. Ach, ja: Müssen wir wirklich in der Presse lesen, was
du so vor dich hindenkst und dann auch noch aussprichst?
Neulich stand auf einer Postkarte: Einfach mal die Kresse
halten!
Finden wir auch.
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