Ein Verbot hässlicher Gartendekoration ist dringend erforderlich!
Bodos Welt mischt sich ein. Für Minden und die ganze Welt. Bodos Welt bleibt stehen, wo andere weitergehen. Bodos Welt geht weiter, wo andere stehen bleiben. Parteiisch. Übernatürlich. Unablässig. Erscheint täglich. Unaufhörlich.Unhöflich.
Hässliche Tierattrappen beleidigen das Auge
Ein Verbot hässlicher Gartendekoration ist dringend erforderlich!
Die Wissenschaft hat festgestellt: Realismus
Endreimlyrik: Hermann Döns - Schorf
So wie der Torfstecher hebt den Torf,
so tat sein Fingernagel mit dem Schorf
auf seinem Unterarm.
Das Blut quoll rot und warm.
"Geronnen Blut kann ich wie Rotwurst gut verdauen,
auch ohne groß zu kauen",
und dachte weiter, "lieber mir den Bauch verrenken,
als dem Leben was zu schenken.
Sollten schlechte Zeiten kommen,
dächt' ich: Hättste bloß vom Schorf genommen!"
Aus: Papenburg-Elegie 2009
Endreimlyrik: Hermann Döns - Afrika (Antirassistisch)
Chorgesänge
von 8 Dilettanten vorgetragen
ziehen sich oft in die Länge
penetrant in hohen Lagen
unerträglich in den Tiefen.
Melodien,
die aus dem Ruder liefen.
Rhythmen aus dem trägen Wien.
Ihr Soprane, seid jetzt still!
Singt nicht mehr so schrill!
Auch Bassisten schweigen mal!
Das klingt doch nach Negerkral!
Die Bassisten: Ruhe jetzt,
weil das Afrika verletzt!
Aus: Papenburg-Elegie (2009)
Endlreimlyrik:Hermann Döns - Der Schmied (2009)
Die Dämme'rung dämmert
und der Schmied haut wie behämmert
auf sein kaltes Eisen.
Er will beweisen,
dass man aus einer Pflugschar Schwerter machen kann.
Vielleicht auch einen Skilift oder ein, zwei Starkbierhumpen,
oder eine Büste von Klaus Mann.
Auf jeden Fall zwei Eisenklumpen.
Es ist längst Nacht, niemand will wachen,
als Schmied und Hammer und ihr Eisen Feierabend machen.
Letztendlich konnt' der Mann beweisen:
Aus kaltem Eisen formt man kaltes Eisen.
Aus: Papenburg-Elegie 2009
Auch Erwachsene sollen Versteckspielen trainieren
Versteckspielen wird von der Bundesgesundheitsministerin besonders hervorgehoben und soll im Rahmen des Vorschulunterrichts und von Fördermaßnahmen sowohl in der Grund- als auch in den weiterführenden Schulen trainiert werden. Im Erwachsenenalter ist es oft zu spät; unbestritten sind die ungeheueren Möglichkeiten des Spiels: Körperliches Geschick( Wie komme ich in die Regentonne oder durch das Kellerfenster?) paart sich mit Kreativität (Welche Ausrede habe ich, wenn ich zu schnell gefunden werde?), vereint sich ferner mit Konzentrationschulung (Wie hieß die Tusse aus Zimmer 47 noch?) und dem Aufbau sozialer Kompetenzen (Ich lass mal was sehen, sonst finden die Idioten mich nie, oder sitzen wieder die ganze Zeit in der Eisdiele und beobachten, wie ich hinter den Betonklötzen kauere und den Tschiboshop im Auge behalte, wo sie sonst immer hocken, weil sie zu faul sind wirklich zu suchen.) Zum Versteckspielen gehört aber auch die Möglichkeit, einen Gegenstand zu finden, der größer ist als man selber, damit dieser einen auch verdecken kann. Das will nicht immer gelingen, wenn man nur eine halbe Stunde Pause hat. Man darf die Schuld aber nicht den Gegenständen geben, denn die sind wie sie sind. Oft wollen die Leute gefunden werden, weil sie sich sonst allein fühlen. Dann aber ist es besonders bitter, wenn niemand einen sucht und daher auch nicht findet.
Als einmal die Queen in Weserstadt war.....
Herr Win: Herr Gerd, jetzt runtergeh'n, das ist's nicht wert.
Herr Gerd: Ach, ich dachte, einmal nur der Queen die Hand zu schütteln, das wär nett.
Herr Win: Wir wollen nicht Prinzipien rütteln.
Obwohl, sie ist adrett.
Herr Gerd: Ja, eben! Und....einmal im Leben jener Queen die Hand zu geben?
Herr Win: Ich sag noch mal, Prinzip geht vor.
Herr Gerd: Ok. Vielleicht noch mal im Chor?
Die Herren Win und Gerd gemeinsam: Prinzip geht vor!
Zwei Zwergelefanten auf dem Weg in die Südsee
Rolf:Ich dachte, wir wollten in die Südsee...
Dieter: Ja, gut, das hatten wir gesagt.
Rolf: Das sieht hier aber nicht so aus wie in der Südsee.
Dieter: Woher weißt du denn, wie es in der Südsee aussieht?
Rolf: Weiß man eben.
Dieter: Wer ist man?
Rolf: Südsee sieht anders aus.
Dieter: Vielleicht brauchen wir noch ein Weilchen.
Rolf: Die Landschaft ändert sich aber seit Stunden nicht.
Dieter: Sagt man eigentlich an der Südsee oder in der Südsee?
Rolf: Keine Ahnung. Auf jeden Fall soll es da warm sein.
Dieter: Man sagt auf jeden Fall an der Nordsee.
Rolf. Weißer Sand und Palmen sollen da sein.
Dieter: Weil in der Nordsee, dann wäre man ja drin, das wäre nicht schön, vor allem wenn man Urlaub machen will.
Rolf: Das hier ist kein Strand, das eher Metall. Metallböden in der Südsee, das kann ich mir gar nicht vorstellen.
Dieter: Wo, sagtest du, läge die Südsee?
Rolf: Ich habe gar nichts gesagt, du hast gesagt, wir gehen jetzt in die Südsee und ich sollte einfach hinterher laufen.
Dieter: Weiß ich gar nicht mehr.
Rolf: Nach Südsee sieht das hier nicht aus. Zu viel Metall.
Dieter: Wir können ja noch ein Stück gehen, da muss irgendwann der Strand kommen.
Rolf: Zwischendurch kommt es mir vor, als wenn wir im Kreis laufen.
Dieter: Glaub ich nicht.
Rolf: Ich schon.
Dieter: Schweigeminute ab 3!....1, 2, ...3!
Rolf: ---
Endreimlyrik: Hermann Döns - Böses Kind
Mutti, Vati, ich möchte ein Hautier, ein eigenes Hautier!
Die Eltern erschrocken, die Tochter macht Fehler beim Sprechen!
Zum Logopäden geschwind, sonst wäre die Zukunft verbaut ihr.
Zum Fachmann zu gehen, das Kind will’s versprechen.
Gesetzt, dass die Eltern ein Hautier besorgen, vielleicht einen Hund,
vielleicht eine Katze, Kaninchen, Agame.
Egal sei der Name,
nur ein Hautier soll’s sein.
Gekauft wird ein Hund. Nachdem er verdroschen
spricht das Kind: Ich hab nichts versproschen.
Ihr könnt nur nicht hören.
Geht! Wascht euch die Öhren!
Schweinedenkmal in deutscher Kleinstadt
Die Menschen in der Kleinstadt aber waren enttäuscht, dass sie plötzlich in Großstädten lebten und die ehemaligen Dörfler, die jetzt Kleinstädter waren, erregten sich ebenfalls und lösten die Großfamilien auf. "Schweinerei! Große Schweinerei ist das!", brüllten sie und ließen vor Wut sogar den unbestimmten Artikel weg. Da sie aber keinem die Schuld geben konnten an der Entwicklung, höchstens vielleicht sich selbst, setzten sie der Schweinerei ein Denkmal. Die Touristen und Besucher aber ergötzen sich an den poussierlichen Borstentieren, die aus Stein sind und keinerlei Dreck auf den Gehwegen verursachen. "Schau mal da, wie süß", sagt die Oma dem Knirps," daraus werden in Echt die Bratwürste und das Mett gemacht." Beim Zurücktreten, um das Denkmal besser betrachten zu können, tritt sie in die Hinterlassenschaft eines magenerkrankten Boxerrüden. "Verdammte Hunde, wollt ihr ewig leben?", zischt sie zornig vor sich hin und zerrt den Knirps aus der Gefahrenzone.
Die Kleinstadt jedoch ruht wieder in sich, in ihrem freundlichen Ambiente und mit ihren ebenso freundlichen Bürgern, die vom Tanz in den Mai 2010 träumen. Aber bis dahin ist ja noch lang.
Diskriminierung: Roter Mann
Versteckte Botschaften in Gedichten: Nicht Kern, sondern Zen
Nicht kleckern,
sondern klotzen.
Nicht keckern,
sondern kotzen.
Nicht eckern,
sondern otzen.
Nicht ckern,
sondern Tzen.
Nicht Kern,
sondern Zen.
Hermann Döns (2009)
Genial, wie der Leser von Döns allmählich von der schlichten Aussage, die letztlich nur Redensart und Volksratschlag ist(kleckern/kLotzen), über das Tierreich(keckern) zur archaischen Verdauungsverweigerung (kotzen), über Neologismen(eckern/otzen) zu dadastischer Form(ckern/tzen), vom Verb alsdann zum Substantiv, gleichbedeutend mit der Menschheitsgeschichte, vom westlichen Volksempfinden ([Pudels] Kern) zur östlichen Philosophie (Zen) geführt wird. Wo hat man je mehr mit weniger Worten ausgedrückt?
Endreimlyrik: Georg Krakl - Primel (Frühling 99)
Das hat niemand so gewollt,
dass die Primel schmollt.
Was hat sie denn nur vergrämt?
Wer denn nur hat sie beschämt?
Hat man sie entblättert?
Oder gar beklettert?
Hat man sie beleidigt?
Oder nicht genug verteidigt?
Viel zu viel gegossen?
Ihren Liebsten just erschossen?
Trat man ihr das zarte Blatt
einfach platt?
Quetschte ihre seid'nen Blüten
wie gebrauchte Brötchentüten?
Was ist denn passiert?
Hat man sie püriert?
Mit dem Rasenmähgerät kupiert?
Massakriert?
Opariert?
Omariert?
Ach, hier hör ich lieber auf.
Primel, Primel, schmollst ja immer noch!
Haue mit dem Spaten drauf,
schmeiß sie in ein Loch,
das ich grade ausgehoben.
Zu- ist besser noch als aufgeschoben.
Primel, Primel! Musst nicht grollen.
Das hat dir jetzt nichts gebracht: Zu schmollen.
(Foto: Keine Primel)
Sich zeigen in der Kleinstadt
Depressive Gärten
Frisch aus dem Reimlexikon: Befindlichkeit
Heut bin ich so befindlich
und Rosa macht auf kindlich.
Sie kuschelt nur für sich in ihrem Nerz.
Mich quält ganz tief Beziehungsschmerz.
Theodor Spontane (2009)
Gespräche in den Kühlschrank: Teewurst
Wenn du nicht da bist, denke ich: Ach, die Teewurst. Ach, du bist ja gar nicht da. Wann kommst du? Gut, dass die Teewurst im Kühlschrank liegt. Als wäre es ein Stück von dir. Auch wenn sie an den Kanten schon ein wenig hart ist. Da, das Glas Gurken. Ach ja, das andere auch. Ihr drei seid da, wie schön. Ihr lächelt mich an, so, wie es Teewürsten und Gurkengläsern möglich ist und flüstert: Sie kommt zurück. Ich ,die alte Teewurst, und wir, die alten Gurkengläser, sind doch noch da. Niemals würde sie ohne uns gehen. Niemals. Dann bin ich froh.
Abgerissene Puppenköpfe?
Dichters Hilferuf: Reim gesucht
Ich suche Reime auf
Fön
und Geburtstagstafel bei Kerzenschein.
Wer kann mir helfen?
Georg Krakl
Günter Krass: Erinnerungen - Café Stumpff
(Foto: Hässliche Kaffeehaus-Romantik, weit entfernt von Sartre oder Camus.)
Frage an die Leser: Hat ein Loch einen Rand?
Endpunkt der Ratlosigkeit, denn eine gültige Definition ist bislang nicht gefunden worden, war die Entdeckung des Schwarzen Lochs, ins das Gegenstände passen sollen, die größer als das Loch sind und in dem die Zeit stehen bleibt, weil es ein so langsames Loch ist.
Um solch futuristischer Astroromantik Einhalt zu gebieten, besinnen wir uns einmal auf das Wesentliche: Hat ein Loch einen Rand? Ist ein Loch ohne Rand überhaupt ein Loch und woraus darf der Rand bestehen, damit er ein Loch begrenzt, und weiterhin, wie dick darf dieser Rand sein? Muss man durch das Lochen sehen können, oder reicht es, wenn man mit dem Finger hineinfassen kann? Muss man etwas hineinstecken dürfen bzw. herausziehen? Muss das Loch immer die gleiche Größe haben, wenn es einmal als Loch definiert wurde?
Lieber Leser, wenn du eine Antwort weißt.....
Für Freunde kurzer Texte: Kopfball
Doofe Gedichte: Theodor Spontane - Frühling
um ihr üppiges Gezweig.
Die Sonne scheint nicht, ach, es schauert,
manch Kuchen ist noch Teig.
Der Fahrradschlauch noch ohne Luft,
die Brille ohne Auge,
der Blume fehlt der strenge Duft,
der Seife fehlt die Lauge.
Dem Lehrer fehlt die Tafel,
der Meise nur ein wenig Kohl,
dem Tauben das Geschwafel,
das Ei ist noch von Ostern hohl.
So fehlt mal dies und fehlt mal das.
Der Frühling hat's genommen,
um seine Pracht zu zeigen, und, ach was,
was red' ich da, der ist doch noch am Kommen,
da kann mal was danebengeh'n.
Ich kann das voll versteh'n.
Doch möcht ich auch nicht Frühling sein,
egal was grad nicht fehlt,
ich wäre lieber Sonnenschein,
der guckt nicht so gequält
und hätt's auch immer warm
und überzeugte meinen Schwarm
gar bunt gescheckter Vögel und Geziefer,
dass ihr Gesang viel schiefer
als der von Udo Lindenberg.
Das freut dann meinen Gartenzwerg,
der gar nicht singen kann.
Musst nicht verzagen,
sag ich, haue mit dem Hammer drauf.
Jetzt fühlt er sich zerschlagen.
Musst nicht verzagen,
wiederhole ich,
entspanne dich,
der Sommer kommt in hundert Tagen.
Mauskostüme für diskriminierte Banker
Mittlerweile erzeugt nicht nur das Gesicht von Postganove Zumwinkel einen Würgereiz, sondern auch das Wort "Banker", ganz zu schwiegen von den Gestalten in Anzug und Lederschuhen mit damenhaften Lederkoffern, die die Tötungshemmung der Geprellten, wenn sie ihrer angesichtig werden, ruckartig entfernen.
Was bleibt den Gedemütigten übrig, als ihre smarte Businesskleidung gegen unauffällige Kostüme auszutauschen? So sieht man immer mehr Banker z.B in Mauskostümen zur Arbeit gehen, oft in Begleitung eines Bodyguards, den man für eine Flasche Klaren am Bahnhof direkt von der Parkbank wegengagieren kann.
Armes Deutschland, das sich von Ungeziefer in Kostümen ausrauben lässt, bzw. von als Ungeziefer Kostümierten und noch Mitleid mit den kleinen Nagern hat.
Der Tierfreund merkt an: So, wie es kein Unkraut gibt, gibt es auch kein Ungeziefer.
Mäuse seien nicht grundlegend schlechte Wesen, nur weil sie sich massenhaft vermehrten und anderen das Essen wegfräßen. Mäuse täten nur, was ihnen ins Nest gelegt sei. Also, nicht einfach draufhauen, wenn dir eine Maus über den Weg läuft, auch mal nett sein zu deinem Mitwesen. Man weiß ja auch nie, ob der Bodyguard vielleicht ein klaren(haha!) Moment hat und eine brenzlige Situation heraufbeschwört.
Beseelte Gegenstände
Man soll es nicht glauben, auch Tischklanten leben in irgendeiner Form, sie empfinden Schmerz und ärgern sich fürchterlich über Kopfverletzungen, wenn ein unachtsamer Tischkantenbenutzer etwa mit einem Stuhl oder einer Nähmaschine gegen das Holz gerammt ist. Schaut man genauer hin, erkennt man, dass die Tischkante nicht nur aus einer Kante an einem Tisch besteht, sondern in Wirklichkeit einem menschenähnlichen Wesen gleicht, das bei hoher Schmerzintensität sogar farbig anlaufen kann. Das Tragische ist, dass die Tischkante ihr Befinden nicht verbal äußern kann, sodass die meisten Mitmenschen glauben, es gebe gar keine lebenden Tischkanten. Dabei ist deren Funktion überaus nützlich, etwa, wenn mal wieder jemand über den Tisch gezogen werden soll. Darum: Demnächst etwas vorsichtiger mit Nähmaschine, Stuhl,Drehbank oder Motorroller, wenn du einen Tisch passierst.
Wahrnehmung: Die Multiplizität des Lebens
Die Straße, auf der alles passiert, widert dich an, du bekomst Hass auf sie. Rotejackerotejacke! Ich kann mir keine rote Jacke leisten, die hässlich ist? Ich habe die Größe nicht? Innerlich nicht, äußerlich nicht? Nicht große Scheine, um sie zu bezahlen? Nur weil die hässliche Bank mit ihren noch hässlicheren Bankern meine Aktien verspielt hat? Dass ich nicht lache!
Jetzt stehst du am Scheideweg: Bleibst du der Kleinkarierte? Wirst du paranoid? Oder gehst du in das hässliche Kaufhaus mit deinem hässlichen Geld und kaufst dir eine pottenhässliche rote Jacke?
Zwei. Du kaufst dir zwei. Eine für sonntags, eine für alle Tage.
Endreimlyrik: Georg Krakl - Schildkröten
Schildkröten-
töten
ist kein Sport
wohl aber Mord
denn Schildkröten haben eine Existenzberechtigung wie jedes Wesen
hab ich wo gelesen
Städte müssen sparen: Rotlichtmilieu
Innerer Monolog: Als James Dean einmal nachdachte...
Doofe Gedichte: Theodor Spontane - Deutsche Städte (Darmstadt)
Da, wo man es warm hat,
da ist Darmstadt.
Wo man einst krank wurd,
da liegt heute Frankfurt.
Und für viele bellt
ein dummer Hund in Bielefeld.
Cuxhaven, ach, Cuxhaven,
dich hab ich wohl verschlaven.
Aufgewacht bin ich in Darmstadt,
weil es soviel Darm hat.
Doofe Gedichte: Theodor Spontane - Deutsche Städte (Wuppertal)
Du, schnupper mal!
Hier riecht's extrem nach Wuppertal.
Harmonie bei Mümmelmanns
Achtung im Ziergarten!
Obacht jetzt im Garten, wo alles aus den Erdlöchern hervorschießen will. Die unheimliche schwarze Folie ist wieder unterwegs. Sie nährt sich von üppigen Kräuter, jungen Pflänzchen und der Geldbörse der Gartenbesitzer. Sie liebt es, in Vorgärten von Menschen zu wachsen, die ihre Rasenkanten gerne mit der Nagelschere schneiden würden und ein Büschel Gras in den Rabatten für eine außerirdische Seuche halten, die es mit der Giftspritze zu beseitigen gilt. An diesen Orten wuchert sie in unglaublicherGeschwindigkeit und hinterlässt bleiche Gewächse und modriges organisches Material, das irgendwann einmal das Herz des Betrachters erfreut hat. Es kann helfen, ein paar Löcher in den Folie zu stechen, um wenigstens den härtesten Gartengesellen einen Platz an der Sonne zu sichern, eine wirksame Lösung ist das aber nicht. Ganz ungelegen kommt der schwarze Geselle denRasenkantenmitdernagelschereschneidern nicht: Wo keine Blume, kein Strauch, kein Bäumchen und kein Holunderbusch wachsen, da findet sich auch kein Unkraut, und das macht zufrieden und den Garten übersichtlich.
Brauchtum: Sandeimer aufhängen
Doofe Gedichte: Theodor Spontane - Synapsen/ Kolibri
Wenn die Ohren
bohren
und die Synapsen
flapsen
und die Augen
trotzdem taugen
dann ist es bald soweit
beziehungsweise allerhöchste Zeit.
Der Schrei des Kolobrei
Als der Kolobri
so herzerweichend schrie,
da macht' der Uhu
schnell die Ohren zu-u.
Tipps für Fotofreunde: Mach was aus deinem Bild
Oft sind Bilder langweilig, und wenn wir unsere Diashow den Verwandten und Bekannten zeigen, sind die ersten nach ein paar Minuten eingenickt, weil es nur fahle Farben zu sehen gibt, matte Motive und schlappe Schatten. Das muss nicht sein!Jeder kann sein Bild aufwerten, wenn er etwas Geduld und Kreativität zeigt. Verwitterte Fensterinnenseiten werden leuchtend schön, wenn man einfach mal nachstreicht. Verkehrsschilder brauchen das auch gelegentlich, wenn sie nur als Stehimweg wirken und nicht den moralischen Zeigefinger in die Höhe halten und ein "Hier parken!" zuzurufen scheinen. Langweilige Hauswände kann man nach Herzenslust beschriften; ein "Peter ist doof" bietet für jeden etwas, der einfache Mensch freut sich, dass es Peter ist, der doof ist, und nicht er selbst, der Intellektuelle hat endlich einen Grund, sich über den Verfall der Kultur zu ereifern.
Tipp nebenbei: Nicht gleich die Fassade hochklettern und alles vor Ort neu gestalten; das kann Ärger geben, wenn einen die Polizei erwischt. Manchmal genügt es, ein wenig auf seinem Foto herumzumalen und es dann neu zu fotografieren. Verwandte und Bekannte weden es bei der nächsten Diashow danken.
Optische Täuschungen im Alltag
Es handelt sich um ein Gestänge für Amateurbasketballer, der Rasen ist gar nicht grün, sondern besteht aus Moos und Unkraut, und die Bäume sind morsch und sollen demnächst von brennholzbedürftigen Exheizölverfeuerern in den Kamin gestopft werden. Die Brücke führt nach nirgendwo, vor allem aber nicht weg von diesem Ort, denn dann wäre ein kilometerlanger Stau zu erkennen, was man aber mitnichten tun kann. Der Himmel ist leer, nicht einmal Grau befindet sich dort, Grauen vielleicht. Das Wort Morgengrauen bekommt eine neue Bedeutung. Und das alles, weil man sich in einem schlichten Foto, das möglicherweise durch einen Bedienfehler des Kamerabesitzers entstanden ist, geirrt hat. Welche fatale Folgen das haben könnte! Also, Vorsicht beim unachtsamen Betrachten von Fotos, es besteht immer die Gefahr einer optischen Täuschung. Dem psychisch Labilen sei geraten, seine Speicherkarten möglichst nach Entnahme aus dem Gerät, spätestens aber noch vor morgen Früh zu löschen.
Neue Frühlingsfarben
Endreimlyrik: Georg Krakl - Beinbehaarung
Zählt’ ich die Haare durch auf meinen Beinen.
Vor Freude musst’ ich weinen.
Es fehlte mir nicht eins.
Günther Krass: Erinnerungen - Meisterfleck
Die Lügen der Kuscheltiere
Wenn unser schlechtes Gewissen nicht spontan reagiert, täuschen sie die Folgen eines Organraubes vor, wobei jedes Kleinkind, das mal einen Teddy operiert hat, weiß, dass Kuscheltiere keine Organe besitzen, sondern nur Holzwolle oder Plastikkügelchen.
Ist das schlechte Gewissen da, setzt die Sorge um das Tier ein, das man wohl irgendwann unbeaufsichtigt gelassen hat und kassiert jetzt die Strafe. Man kann letztlich nur im Innenleben des Knuddelkerles prokeln und nach verschwundenem Material suchen, das aber keiner finden wird, da es ja verschwunden ist. Was bleibt, ist, eine Handvoll Basmatireis in den schlaffen Körper zu füllen und zu hoffen, dass dann wieder alles gut ist. Wenn das nichts bringt, sollte jeder Kuscheltierbesitzer deutlich zeigen, wer der Herr im Haus ist und mal „Kochbeutelreis“ spielen, da platzt dem Kleinen dann der Kragen.
Alter Zwist auch an Currywurst
Klimawandel und Vorratshaltung
Berlin bleibt Berlin?
Ach, waren das Zeiten, als Berlin noch Berlin war, eine schöne Mauer hatte, über die man nur an zwei Stellen gucken durften, um sich anzusehen, wie man auf keinen Fall leben wollte. Da galt noch der Spruch, wenn jemand an den bestehenden gesellschaftflichen Zuständen herumnörgelte: Geh doch in den Osten! Schon war der Nöseler stumm. Berlin zu erreichen war aufregend; die herrischen und kalten Grenzbeamten, die dich mit eiskaltem Blick musterten, dich weiterwinkten oder festhielten, da wusste jeder sofort, woher der Begriff "Kalter Krieg" kam. Heute werden an solchen Stellen Pommes frites gegessen oder gymnastische Übungen von ungelenkigen Autofahrern gemacht. Und überhaupt: Berlin hat sich verändert, es ist farbiger geworden, es ist größer geworden, sogar das Brandenburger Tor hat sich verändert, seit die Telecom sich dort breit gemacht hat. Die Quadrilla sieht nicht mehr aus wie früher, die Menschen laufen häufig hilferufend und Arme empostreckend durch die Gegend und suchen eine U-Bahn-Station, die sie nach Hause bringt. Andere wiederum schmeißen mit Bargeld um sich, in der Hoffnung den Hut eines Straßenmusiker zu treffen. Berlin ist Hauptstadt. Bonn war leichter zu schreiben.Bodos Landleben
www.bodoslandleben.blogspot.com
Mal reinschauen!
Günther Krass – Erinnerungen: Hühnerschlachten
Eine Tötung zweiter Klasse, also weniger laut, weniger dramatisch, weniger rührend, weil unser Herz nicht am Opfer hing, wie etwa einem Kaninchen, war das Hühnerschlachten. Der Tod begleitete die Jungen auf dem Dorf ständig, weil immer irgendein Tier zu Tode gebracht wurde, um der Familie oder den Nachbarn Nahrung zu sein. Gleichsam wurde der eigene Tod und der der lieb gewonnenen Verwandten vorbereitet und seine Verarbeitung trainiert.Der Großvater trug in der Linken das Huhn an den Füßen zum Hauklotz, auf den schon Generationen der Eierleger ihren Kopf hatten legen müssen. In der rechten Hand hatte er das Beil fest im Griff. Mein Cousin Walter und ich hielten uns auf Abstand. Eigentlich verabscheuten wir das Töten, und doch faszinierte es uns, fast heimlich beobachteten wir das mörderische Tun der Älteren, obwohl es uns nie verboten worden war.
Dann ging es los, der Großvater wirbelte das wie starr hängende Tier durch die Luft, windemühlenflügelartig drehte der Arm Runde um Runde, mit ihm das verurteilte Huhn, das durch diese wilde Bewegung benommen werden sollte, um sich nicht den anschließenden Tötungsakt zu vergegenwärtigen und eher überraschend den Schlag mit kalten Eisen zu empfangen.
Nach der Schleuderbewegung zog der Hühnerschlächter das Tier über den Klotz, so, dass Kopf und Hals flach auf diesem zu liegen kamen und der Hals gleichzeitig ein wenig gestreckt wurde.
Mit der Rechten holte der Großvater aus und ließ das Beil auf die dargebotene Blöße sausen, um Kopf und Hals vom Rumpf zu trennen. Nicht immer traf der Großvater punktgenau, manchmal ging der Schlag völlig daneben, manchmal wurde nur ein Teil des Halses getroffen und in jedem solcher Fälle war ein zweiter Schlag notwendig. Der Kopf fiel nach erfolgreicher Tat zu Boden auf einen kleinen Haufen mit Sprickern, klein geschlagenen dünnen Zweigen, die beim Feuermachen benötigt wurden. Blut blieb auf dem Klotz zurück. Der Großvater hielt den zuckenden Rumpf fest in der Hand und wartete, bis der rote Saft aus dem verstümmelten Huhn geflossen war und es allmählich ruhiger wurde. Das sind nur die Nerven, beruhigte man uns Beobachter, wenn wir fragten, was das Huhn denn nach dem Beilschlag noch mitbekomme. Hühner, die ausgelegt hatten, waren zäh und landeten meistens in einer Suppe, die uns immer gut schmeckte. Sie wurde am Sonntag serviert, den Rest gab es montags. Nur das Fleisch wollte uns nicht recht munden, denn wir dachten darüber nach, wie lange ein Wesen Schmerz empfindet, wenn ihm der Kopf abgeschlagen worden war. Vielleicht war ihm jetzt sogar die Suppe zu heiß? Und- was machte, nein, dachte der Kopf wohl gerade?
(Foto: Wüste Träume verfolgten uns gelegentlich in den Nächten nach dem Schlachten.)
Bach oder Beethoven
Herr G: Nein, Beethoven.
Herr W: Klingt aber wie Bach.
Herr G: Bach war doch blind.
Herr W: Beethoven war taub.
Herr G: Nicht ganz; dafür konnte er noch gut sehen.
Herr W: Beethoven konnte sich nicht mal selber hören.
Herr G: Da gab's noch keine CD-Player.
Herr W: Aber Orchester.
Herr G: Die laufen aber nicht.
Herr W: Bach war jedenfalls blind, oder stark sehbehindert, weil er im Dunkeln Noten abegeschrieben hat.
Herr G: Wie das denn? Im Dunkeln?
Herr W : Vielleicht hatte er eine Kerze an, aber mehr nicht.
Herr G: Ich dachte, der sei blind gewesen.
Herr W: Hinterher. Deswegen ja.
Herr G: Könnte auch Schubert sein.
Herr W: Das da? Nicht im Leben.
Herr G: Schubert hatte Syphilis.
Herr W: Ach.
Herr G: Musiker sind oft nicht gesund.
Herr W: Da ist was dran.
Herr G: Vielleicht ist es ein früher Schubert, als er noch nach Bach klang.
Herr W: Wann soll das denn gewesen sein?
Herr G: Na, damals.
Herr W: Hast du auch was von Jethro Tull da?
Herr G: Heute nicht.
Endreimlyrik: Georg Krakl - Weiße Möwe
Weiße Möwe vor rosa Grund,im Landeanflug, die anderen nicht interessiert,
halten den Schnabel, wie wir unseren Mund,
sitzen auf Stahl exponiert.
Weiße Möwe vor rosa Grund,
ernährst dich von Müll, das ist nicht gesund.
Ach, introvertiert
wirkt der Rest und etwas geziert.
Weiße Möwe vor rosa Grund,
zurück an die Nordsee!
Von Fisch und Touristen, so sollst du dich nähr'n,
Zurück an die Nordsee, da(nn) hab'n wir dich gern!
Die Parabel vom Brückengeländer
Die Brücke war darüber traurig und auch gekränkt; sie fragte: "Habe ich dir nicht auch immer Halt gegeben? Ohne mich lägst du im Fluss, müsstest vielleicht um dein Leben kämpfen oder wärst längst ertrunken und würdest im Schlamm des Flussbettes verrosten?"
Das Brückengeländer sprach: "Brücke, das habe ich nicht bedacht, aber ich will es auch nicht mehr bedenken, ich will schon heute losgehen, denn jede Minute des Wartens ohne Handeln ist eine verlorene Minute."
Die Brücke versuchte das Geländer umzustimmen, denn sie hatte Angst, allein zu sein, Angst, dass die Menschen sie nicht mehr überqueren würden, wenn sie ganz ohne Geländer dastünde: "Bedenke, wie viele Jahre wir gemeinsam Verbracht haben, wie gut es uns immer gegangen ist und wie viele Jahre wir noch gemeinsam in Harmonie, ja in Symbiose, verbringen könnten! Bleib und sei mit deinem Leben zufrieden!"
Das Geländer aber ließ sich nicht umstimmen: "Ich weiß nicht was Harmonie und Symbiose sind, das hat mir niemand gesagt, weil ich immer nur hier an diesem Ort, auf dieser Brücke gewesen bin. Ich will aber losgehen und es lernen, so, wie ich auch andere Dinge erfahren und lernen möchte. Mein Entschluss ist gefasst!"
Die Brücke schwieg und Tränen standen ihr in Ritzen,Fugen und an den Nieten.
"Ich habe beschlossen, mir einen schönen Wagen zu suchen, mich mit diesem zusammen zu tun und ein Geländerwagen zu werden. Da werde ich endlich einmal am Anfang eines zusammengesetzten Substantivs stehen!"
Die Brücke wusste nicht genau, was zusammengesetzte Substantive sind, aber sie wollte sich nicht die Blöße geben, danach zu fragen. Eines aber wusste sie: Es gab keine Geländerwagen. Vielleicht meinte das Geländer, das nun seine Sachen packte, einen Geländewagen. Die Brücke schwieg aber weiter, denn sie war gekränkt und sie wusste, dass es keinen Zweck haben würde, diesen Irrtum aufzuklären, zu entschlossen war das Geländer, diesen Ort zu verlassen. Eines Tages würde es aber den fatalen Irrtum erkennen und vielleicht zurückkehren. "Die bitterste Form des Lernens", murmelte die Brücke, "ist die durch Erfahrung." Das Geländer sagte: "Tschüss, Brücke, mach's gut, alte Stahlbetonplatte!""Bis denn", sagte die Brücke, sah dem Geländer nach, bis es hinter den Bäumen verschwand und dachte: "Warum hat es mich 'alte Stahlbetonplatte' genannt?"
Rembrandt: Der Mann mit dem Synthetikhelm
Berühmt geworden ist nur das Bild Rembrandts "Der Mann mit dem Goldhelm". Dabei ist sein Pendant "Der Mann mit dem Synthetikhelm" zu Unrecht in den Abstellkammern der Kunstgeschichte gelandet, verstaubt und nicht beachtet.Das Bild, das während des 30jährigen Krieges entstand, ist Sinnbild für die aufschreiende Kreatur, für das sinnlose Sterben in mörderischer Zeit. Und alles im Namen der Religion!
Was mögen diese blinden Augen gesehen haben, was hat die spitze Nase gerochen, was der zahnlose Mund geschmeckt?
Kriegskost ist dem Mann Speise gewesen, der Tod hat ihm seine Beute auf den Tisch gelegt; ob dessen ist er wahnsinnig geworden. Was mögen seine Ohren gehört haben? Tief hat er sich den Helm heruntergezogen, um nicht das Jammern und Wehklagen zu hören. Verzweifelt an seinem eigenen Tun, nur noch Maske, entäußert seiner Menschlichkeit, Fassade das Gesicht, als könnte der Betrachter hinter die Leinwand schauen, hinter diesen Schuldigen im ewigen Treiben der Kriegsherren, so mahnt uns das Bild zur Umkehr. Das rote Bänzel am Helm ist die Hoffnung; es hängt da, wo das Hirn sitzen sollte, als Erinnerung daran, das wir als Menschen denken können und uns des Tuns gewahr werden: Kein Tier führt Krieg, wir aber sagen: Der hat sich tierisch daneben benommen. Dabei meinen wir menschlich.
"Der Mann mit dem Synthetikhelm" gehört in die größten Galerien, damit ein jeder sich mit dem eigenen Ego konfrontieren kann, um aus dieser Provokation geläutert und als neuer Mensch hervorzugehen.
Da lacht der Leser: Hoch zu Ross
Der Leser ist verwirrt am frühen Morgen. Hoffentlich kann er darüber wenigstens lachen.
Dogma-Film: Das Leben ist ein langer, brauner Fluss
Hier der Film: Das Leben ist ein langer, brauner Fluss
Fliesentisch für Moderatorenteam
Ein begeisterter Zuschauer des WDR-Fernsehens, der aber nicht genannt werden will, der aber besonders gern Aktuelle Stunde guckt, hat uns ein Foto mit diesem Anschreiben geschickt:"Ich bin völlig begeistert von den Moderatoren Thomas und seiner Assistentin Susanne, die immer so locker und mit viel Witz durch die Aktuelle Stunde führen, einfach amüsant, wie sie sich gegenseitig die Wurst vom Brot zu nehmen versuchen, Thomas immer auf der Suche nach einer witzigen Formulierung, und dabei fasst er schon mal in die Klamottenkiste oder auf den Grabbeltisch, das ist dann besonders lustig, Susanne immer auf lockiges Haar bedacht und ein Dekolleté, das ihre Jugendlichkeit unterstreicht, dabei merkt doch jede Halbintelligenz, dass ihr das Altern unheimlich schwer fällt, da wird schon mal zur Tusche gefasst und die Falte links, die neu ist, genauso übertüncht wie die anderen, die schon gestern oder seit mehreren Jahren da sind. Um meine Freude über die beiden, die so gut zusammenpassen, auszudrücken, habe ich einen Fliesentisch gebastelt. Es zeigt die beiden bis zum Bauch, Thomas hält seinen Ansagentext gerollt lässig in der Hand. Susanne ist gut drauf wie immer, vielleicht ein Spritzer Migräne zu viel im linken Auge.Thomas hat sein Hemd mit dem Muster an, das aussieht wie verquirlter Taubenkot, und Susanne ist perfekt gestylt.
Das Schöne an Fliesentischen ist, dass sie Ausdruck höchster Popeligkeit sind. Sie sehen nicht nur hässlich aus, sie sind auch unpraktisch, weil man an keiner Stelle sein Glas abstellen kann, ohne dass es wackelt. Meistens kippt es sogar um, wenn man es weiter zur Tischmitte schieben will. Das Allerschönste am Fliesentisch aber ist, dass man Thomas' schlechte Witze nicht hört und dass Susannes Falten geglättet werden, ganz ohne Messer und Betäubung. Ich weiß jetzt nur nicht, was ich mit dem Tisch machen soll, denn in mein Wohnzimmer passt der nicht. Das Motiv finde ich sehr schön, könnte auch als Kirchenfenster dienen, wenn die Fliesen durchsichtig wären. Wenn jemand Rat weiß, bitte melden! "
Wer das Taubenkot-Muster sehen will: Hässliches Hemd


