Bodos Welt mischt sich ein. Für Minden und die ganze Welt. Bodos Welt bleibt stehen, wo andere weitergehen. Bodos Welt geht weiter, wo andere stehen bleiben. Parteiisch. Übernatürlich. Unablässig. Erscheint täglich. Unaufhörlich.Unhöflich.
"Weiser Mann" Olli Dallilahmer: Zuspätkommermeditation
Henri von Glucksrad-Karre: Aus meinem Tagebuch
Kostümfest-Nachlese: Junggesellenkompanie
"Weiser Mann" Olli Dallilahmer: Zeit
Die Zeit ist ein Fluss ohne Ufer; wer in ihm ertrinkt, ist nicht zu retten. Wohin sollte er auch gehen, da der Fluss keine Ufer hat. So bleibt ihm nur, mit dem Strom zu schwimmen oder zu ertrinken. Aber wohin schwimmen? Das Leben in der Zeit ist wie ein falsches Bild zu einem falschen Text. Wie das Bild von Pilzen nicht zu einem Fluss passt, so ist nicht jede Weiheit weis, aber jede Dummheit dumm. Wer weis.
Neuer Sport für Kinder: Geradeauslaufen
Vor Jahren ist schon von Sportmedizinern festgestellt worden, dass immer weniger Kinder und Jugendliche rückwärts laufen können. Die Konsequenz, die daraus gezogen wurde, war der Verbot des wettbewerbsmäßigen Rückwärtslaufens, was einen ganzen Wirtschaftszweig in der Sportbekleidungsindustrie an den Rand des Abgrunds bracht. Zwar hatte man versucht, durch Kleidung für das Seitwärtslaufen zu kompensieren; aber niemand war wirklich an Seitwärtslaufen interessiert. Nun pellt sich nach langem Hin und Her eine neue Sportart aus dem Ei und will vielleicht auch bald im Licht des olympischen Feuers erstrahlen: Das Geradeauslaufen. Häufig kann man beobachten, dass es jungen Menschen schwer fällt, 50 oder 100 Meter ohne Schlangenlinie zu laufen und da anzukommen, wo der Zeitnehmer steht. Selbst Läufe ohne Zeitnehmer führten zu unhaltbaren Zuständen: Kinder verliefen sich, liefen zu weit oder kamen überhaupt nirgends an.Die neue Sportart soll diese Orientierungslosigkeit beheben und zu einem geordneten Geradeauslaufen führen. Auf rotem Untergrund ist gefordert, in einer Bahn zu bleiben, die durch weiße Striche oder ein Stück Rasen begrenzt ist. Wer als Erster am Endpunkt der Bahn ankommt und dort stehenbleibt, hat gewonnen. Wenn zwei Bewerber gleich schnell sind, ist der schnellere Sieger. Kann man auch hier keine Entscheidung treffen, beginnt man von vorne. Das erinnere ihn stark an den 100m-Lauf, bemerkte Wettkampfteilnehmer Peter P., allerdings sei er dann immer andersrum gelaufen. Die Sportbekleidungsindustrie freut sich, wieder einen Batzen Geld mit überflüssiger Spezialsportbekleidung verdienen zu können.
Bildbetrachtung: Vincent van Eijnoor - Schnabel

Halt lieber den Schnabel, sonst geht's auf den Hauklotz. Mit gekürzter Rübe lässt sich schlecht Kritik üben.
(Zum Verhalten der Menschen im 21.Jahrhundert: Ich möchte meine Ruhe haben. Demonstranten? Gab es die nicht im letzten Jahrhundert? Sind die nicht verfolgt und ausgerottet worden?)
Können Fische Freunde sein?
Wenn es denn wirklich ein Fisch sein muss und eineFreundschaft entstehen soll, dann braucht das Zeit. Das muss sich alles entwickeln. Da hilft es nicht, den Fisch ständig aus dem Wasser zu holen, dann wieder reinzustecken, damit er nicht abnippelt, dann wieder rauszuholen, wieder reinzustecken, wieder rauszuholen.... Abhilfe kann ein Aquarium bringen. Der Fisch hat seine Ruhe und tut, als würde er zuhören. Und wenn sein Freund, der Mensch, einmal anschmiegen möchte, dann bietet das glatte Glas des Schwimmkastens eine angenehme, wenn auch kühle Fläche für den geprüften Kopf. Ein paar Spritzer Glasreiniger anschließend beseitigen lästige Fettspuren, die dem schuppigen Freund den Blick auf die 20.00 Uhr- Nachrichten versperren. Für unterwegs und den Urlaub tut es auch der Dosenfisch, etwa Hering in Tomatensauce, oder, wer das Tier etwas größer haben will, Thunfisch mit Erbsen in Öl.
Zum Heulen: Warum wir weinen
Also erst mal: Jungen und Männer weinen nicht, weil sie gar keinen Grund haben zu weinen. So schlimm kann das doch alles gar nicht sein, egal was es ist. Nicht mal aus Schmerz wird geweint, denn Schmerzen sind, wie der Indianer schon festgestellt hat, eine Illusion. Einbildung. Da gibt es also auch nichts zu heulen. Heulen ist sowieso der richtige Begriff. Heulsuse nannten wir Rollo damals in der Volksschule, wenn er bei jedem Donnerschlag des gerade aufgezogenen Gewitters in der zweiten Stunde aufschluchzte und ein Beben und Zittern durch seinen mageren Körper ging. Heulsuse war fast wie Mädchen. Du Mädchen, du Angsthase, du Schissbüchse. Dabei weiß heutzutage jeder, dass auch Mädchen und Frauen nicht weinen, denn es gibt nichts zu weinen. Vielleicht haben die auch nichts zu lachen, das ist dann wieder traurig, und darüber könnte man weinen. Tut aber keiner. Oder vielleicht gibt es doch eine einzige Ausnahme, warum ein halbnackter Junge mit einem Blechhelm auf dem Kopf weinen könnte: Die Familie sitzt vor dem Fernseher, die Eltern haben sich schön einen gekippt und ratzen jetzt friedlich auf der Couch. Das Kind ist noch wach und will Richterin Barbara Salesch gucken oder einen anderen Dreck im Privatfernsehen. Dumm ist, dass Tommi, Bubis Vater auf der Fernbedienung liegt. Bubi weiß, dass es ein paar saftige Maulschellen setzt, wenn er den erschöpften Erziehungsberechtigten aus dem Koma holt. Das ist zum Heulen. Und dann soll das auch ein Junge tun.
Rotkappen unterwegs
Kostümfest und Tierschutz
Kostümfest in Weserstadt: Platz 10
Nachdem man mit Luftgewehren auf einen Holzadler geschossen hat, präsentiert man sich in erster Linie in einem Umzug durch die beliebtesten Straßen. Alljährlich wird auch ein Kostümwettbewerb ausgeschrieben, an dem sich jeder, der in einer Verkleidungskompanie organisiert ist, beteiligen kann. 2008 gewinnt das Kostüm "Gute-Laune-Bär" den 10. Platz und hat sich aufgrund mangelnder kreativer Konkurrenz nach fünf Anläufen seit dem Jahr 2000 peu à peu vom 64. Platz hochgearbeitet. Die richtige Kombination schlichter Ideen haben hier zum Erfolg geführt: Ein Beerdigungsanzug wird mit einem Paar Sargträgerhandschuhen kombiniert, dazu wird ein schwarzer Zylinder auf den Kopf gesetzt, eine Sonnebrille, eine schwarze Fliege mit Klemmbügel dazugegeben, schwarze Schuhe und ein weißes Oberhemd angezogen. Ein Schneide- und Stechwerkzeug nebst Etui, das man sich an den Gürtel hängen kann, komplettiert das Ensemble. Das Wesentliche ist aber die gute Laune, die durch rhythmische Körperbewegung zum Hohenfriedbergermarsch des vorauseilenden Spielmannzuges stilvoll dem Publikum verdeutlicht wird. Ein gewisses Maß an Übergewicht ist wünschenswert, denn der Bär ist auch in der freien Natur nicht der Schlankste. Die Vorfreude auf ein paar kühle Bierchen tut das Übrige, damit der Wettbewerbsteilnehmer authentisch wirkt. "Der freut sich aber!", staunt Tante Wilma vor der Fischhalle. Und Recht hat sie.
Bodos Welt-Wörterbuch: Flächenbäcker
"Weiser Mann" Olli Dallilahmer: Gittermeditation
Geht es dir nicht auch manchmal wie dem Gefangenen in der Untersuchungshaft, dem Freigänger oder dem Ausgenüchterten in der Verwahrungszelle? Du fühlst dich beengt, dein Leben ist unfrei, du bist Gefangener deiner eigenen Zwänge. Warum muss der Löffel in der Löffelablage liegen, das Kartoffelschälmesser im Messerblock stecken und warum darf der Fernseher nicht auf standby stehen? Fragen, die dir niemand beantwortet.Wenn du deinen Carport immer schon einfriedigen wolltest, dann bietet sich die gute Gelegenheit, hier einen Meditationsraum zu gestalten. Wenn das Unfreie überwinden willst, dann musst du dich mit ihm konfrontieren.
Ein Eisengitter schützt deinen Carport einmal vor unerwünschten Eindringlingen und stellt andereseits eine gute Vorlage da, in die tiefe Entspannung zu kommen, um schließlich nach ein oder zwei Jahren regelmäßiger Übung den Weg in die Freiheit zu finden. Setze dich bequem hin und beginne links oben (Rechtshänder und Menschen, die falsch herum schreiben, beginnen rechts oben) bei dem ersten Gitterrechteck. Verharre einige Minuten und richte deinen Blick auf das nächste daneben. Nach und nach arbeite dich bis zum letzten Rechteck rechts unten vor. Du spürst die tiefe Entspannung, die dich erfüllt und weißt: Es hat sich gelohnt. Der erste Schritt auf einem weiten Weg in die Freiheit ist getan!
Hässliche Kaufanreize
Du schlenderst locker die Einkaufsstraße hinunter und denkst: Lange nichts gekauft! Wird mal wieder Zeit! Ich weiß zwar nicht was, aber irgendetwas wird sich schon finden. Neue Teefilter bringen nicht den Kick, den du am Samstag brauchst, der dir das Wochenendgefühl vermittelt und dich zufrieden macht. Vielleicht ein Feuerzeug oder ein Paket Zahnseide, vielleicht eine neue Badehose oder einen Lenkdrachen. Die Auslagen der Geschäfte bringen keinen Anreiz, sie sind keine Hilfe, vielmehr bringen sie eine quälende Leere in deinen Schädel. Vielleicht könntest du deiner Frau mal was Neues mitbringen, einen klasse Dosenöffner, einen Glaskeramikschaber gegen eingebrannte Speisereste, oder ein neues Deo. Plötzlich siehst die Schaufensterpuppe: Lila Haare, grell überzeichnete Konturen, übertrieben geschminkt, ein riesiger, aufgerissener Mund, der bis in den Schlund blicken lässt, ein verächtliches Lachen, das dir das Gefühl gibt: Das kenn ich doch....
Du beschließt, ein Bierchen zu trinken; es ist Samstag und damit kann man nichts verkehrt machen.
Ausgefallene Sportarten im Sommer
"Es ist nicht das Fahrgefühl in der Gondel, das kann ich auch im Winter haben", sagt Walter "Schneekanone" Scheetofpehl, der in Badehose und Gummischuhen in seinem Hängefahrzeug sitzt, "es ist das Bewusstsein. Denn das Bewusstsein bestimmt das Sein. Ich fühl mich gut, wenn mir bewusst wird, was hier für eine Sau-Verschwendung betrieben wird. Super. Und: Ich habe das Geld. Das ist der Kick. Die Schneekatzen rotieren hier meinetwegen und vielleicht noch wegen Willy. Aber der hat auch das Geld." Kritiker monieren, es habe immer gegolten, dass das Sein das Bewusstsein bestimme, jedenfalls habe Marx das gesagt. Wer Marx denn sei, fragte Scheetofpehl, und ob der auch Geld habe. Ihm sei jedenfalls egal, wierum es im gut gehe.
Oberkrims, der beliebte Ski-Ort in Österreich, freut sich über den Sommerrummel, auch wenn den Bewohnern durch die ständige Schneeschmelze das Wasser allmählich bis zum Hals stehe.
Geheimnis gelüftet: Hydrant von innen
Dass der Hydrant in Wirklichbkeit ganz anders aussieht als man denkt, konnte jetzt durch eine notwendige Öffnung bewiesen werden. Da die Feuerwehr dringend Wasser benötigte, war es geboten, den roten Burschen zu zerlegen und man hatte damit einen Blick hinter die Signalfarbenkulisse.
Na, viel gab's da nicht zu entdecken. Nach einer knappen halben Stunde war dann auch der Feuerwehr, die vorher gemütlich bei einem Bierchen im Feuerwehrhaus gesessen hatte, klar, wie die Sache funktioniert. Vollkommen unspektakulär: Schlauch anschrauben, Hahn aufdrehen- Wasser marsch!
Trauer nur bei den Geheimniskrämern, denen wieder ein Mysterium entrissen wurde.
Günther Krass: Erinnerungen - Der Mann ohne Unterleib
Karl-Heinz Köppcke schenkte Vertrauen. Aus seinem Munde gesprochen wirkte jede Katastrophe so, dass sie uns nie betreffen konnte. Der wüsteste Wirbelsturm würde uns unter unseren Dächern unbeweht, unbestürmt und unverletzt lassen, so lange nur Karl-Heinz Köppcke sprach. Er war Meditation und Hypnose in einem. So deutsch. So gemütlich, so durchdringend beruhigend. Und die Erwartung von Hilde Nocker und Klaus Havenstein potenzierten dieses Gefühl, steigerten es ins Unermessliche, um uns in tiefe und angenehme Träume zu schaukeln.
Und dafür waren die Unterleibe der genannten vollkommen überflüssig.
Neues aus der Flächengemeinde: Schützenkönig nicht zurückgetreten
Neues aus dem Schulministerium: Kopfnoten
Unklar bleibt, ob die Ministerin die Ankündigung selbst öffentlich sagen durfte, oder ob sie von Tagesschausprecherin Petra Gerster synchronisiert wurde. Wie festgestellt wurde, nimmt man der Sprecherin sogar die unglaubwürdigtsen Nachrichten ab, weil sie so seriös wirke.
Lesehilfe für Ungeübte: Dieser Text ist eine Satire.
Tipp für Wenigleser: Der Text kann auch als Hörbuch bestellt werden.
Der Weg ist weg
Robbi ist grimmig, weil er keine Antwort weiß: „Sei mal ruhig!“, fährt er Freddi an, „irgendwo wird’s schon langgehen.“
Klaus denkt nach. „Wir sind von da gekommen und wollen nach dort, oder mehr nach links, nee, warte mal...“.
Sein Gemurmel geht im allgemeinen Gebrabbel der anderen unter. „Noch sind wir nicht da“, bemerkt Gustav schlau. „Super, du bist ein Schnellmerker!“, grunzt Freddi. „Wir sind nicht da, aber hier!“ „Genau!“, bestätigt Horst und schaut in die Luft. Robbi kratzt sich am Hintern, das macht er immer, wenn er nachdenkt.
Gleich muss die Lösung kommen, denn die Kratzstelle am Hintern brennt schon. „Ach, wir gehen erst mal weiter; besser als hier nur rumzustehen“, hat sich Robbis Hintern überlegt.
„Was tun ist wichtig, nicht nur tatenlos rumstehen. Dann weiß man hinterher, was man getan hat! Auch wenn’s falsch war.“
Horst ist zufrieden. Die anderen hören gespannt zu. Gustav runzelt die Stirn. „Was tun“, murmeln sie, „was tun.“ Gustav dreht sich eine Zigarette und schweigt schlau.
„Und wenn wir ganz woanders ankommen?“, fragte Freddi.
„Egal“, antwortet Horst, „Hauptsache, wir kommen an.“
„Na, wenn du meinst“, gibt Freddi kleinlaut bei.
Alle trotten los. Endlich ankommen, darum ging es doch, egal wo.
Wer hatte bloß das Wandern erfunden?
Vorurteile aktuell: Angler
Da im Urlaub kein Bedarf an Computerunterstützung besteht, muss die Angel her, die das Nutzloseste in der heutigen Zeit nach dem Mozarella-Schneider ist, und alle Beobachter glauben macht, hier werde sinnvoll geschafft.
Nervös kümmert sich der Angler um ein Aussehen voller Ruhe; für den Betrachter, der längst weiß, dass Angeln nicht mehr zeitgemäß ist, sondern ein Zeitverplempern für Leute, die nicht lesen können oder kein Kreuzworträtsellexikon haben, soll es nach Kontemplation aussehen. Der Angler nennt das dann Abschalten. Der Zyniker behauptet, dass der Fischfeind sein Gehirn außer Betrieb setze und diesen Zustand durch das Halten eines Stockes mit Schnur und Angelhaken kaschiere. Es sei ihm letztlich egal, ob am Ende etwas dranhänge oder nicht. Der Vorgang sei wichtiger als das Ziel. Hiermit nähere er sich der östlichen Weisheit, die ja auch empfiehlt, das Hirn zu Ruhe zu bringen und die hohe Kunst des Nichtdenkens zu üben.
Camping und Seelennot
Wenn Schuhe mahnen
Da sitzt du erschöpft in der Regionalbahn, die Temperatur leicht erhöht, weil der Wagen überhitzt, schlecht belüftet und gefüllt ist, lässt deinen Blick umherschweifen, schaust durch lange nicht geputzte Fenster, die Landschaft rattert vorüber, denkst über den Nothammer an der Seitenverkleidung nach, nimmst den Mann mit dem Notebook in den Blick, und denkst, dass die Welt sich auflöst, aus den Fugen gerät, explodiert, schmilzt, wegfließt, sich nach außen krempelt, eckig wird, dreckig, morbide und nur Greenpeace die Rettung sein kann, Greenpeace und Sigmar Gabriel, der alte Doppelsitzpolitiker, dieser viel zu fette Mann, diese Kosmopolit-Kugel, verwirfst diesen Gedanken, stellst dir vor, wie der ein Bio-Schnitzel in den Mund schiebt, Fett glänzt in den Mundwinkeln, und verzweifelst an deiner Ohnmacht, an deiner Hilflosigkeit, Ratlosigkeit, Tatenlosigkeit, Gefangenheit in deinem langweiligen Alltag, der dieser Fahrt mit der Regionalbahn gleicht, in mittelmäßigem Tempo von Station zu Station zu rappeln, nichts passiert, Menschen steigen aus, Menschen steigen ein, niemanden lernst du kennen, niemanden verabschiedest du, nur der Zugbegleiter spricht mit dir: Die Fahrkarte, bitte! Iregndwann wirst du die Endstation erreicht haben. Dann wirst du gehen müssen. Plötztlich und endlich fällt dein Blick auf die Schuhe eines jungen Mädchens: Schwarze Turnschuhe mit Totenköpfen! Das soll dir Mahnung sein. Vergänglichkeit. Nutze den Tag, diese Fahrt, diese Station, die Möglichkeit, einen Blick auf deinen Nächsten zu werfen. Nutze das Leben. Ein Lächeln tastet sich vorsichtig auf deine Lippen. Der Mann mit dem Notebook lächelt zurück, das Mädchen mit den Totenkopfschuhen wippt fast übermütig mit dem Fuß. Der Nothammer hängt ruhig an der Seitenwand. Und du weißt: Es geht weiter. Trotz allem geht es weiter. Der Zugbegleiter fragt: Jemand zugestiegen? Du lächelst ihn an und fragst: Wo?
Warum Menschen in Zelten Urlaub machen
Fragt man den einen oder die andere, hört man: Die frische Luft! Im Freien sitzen (Klar, wer will schon unter einer minimalen Dunstglocke sein neues Deo ausprobieren?). Man kann jederzeit wieder abreisen (Wer baut denn sein Zelt noch mal irgendwo auf? Masochisten?Sonst: Ab nach Hause!) oder bleiben (Es sei denn, es hat drei Tage lang beregnet. Dann sind das Mobiliar und die Wäsche für 3 Wochen klamm oder nass. Das Brot schimmelt, gibt es aber täglich neu.). Es ist schön (Sehr subjektiv. Philosophischer Ansatz; kann nicht weiter diskutiert werden). Es ist naturnah, naturverbunden(Wo ist die Natur, fragt sich mancher, wenn er morgens aus seiner Schlafkabine kriecht und den wegen einer schlaffen Luftmatratze schmerzenden Rücken dehnt? Ringsherum Zelte. Natur? Ein Baum. Etwas Gras. Ein Stromkasten. Eine Nachtleuchte.) Man kann Menschen beobachten (Hautnah, das stimmt.) Nicht nur beobachten kann man sie, auch belauschen. Welche Körpergeräusche geben sie von sich außer einer, gelegentlich unverständlichen, Sprache? In welcher Lautstärke tun sie das? Kann man dadurch auf den Bildungsstand schließen? Spekulationen, spannender als Kreuzworträtsellösen.)
Ach, spricht der erfahrene und weise Camper, es ist wie ein Film. Und du machst selber mit. Welches Genre kann das sein? Abenteuer? Familienfilm? Natur-Doku? Daily Soap? Ein Stoff für Lars von Trier und seine Handkamera: Jeden Tag dasselbe Spiel. Minimale Veränderungen und ab und zu mit der Kamera wackeln. Auf 95 Minuten zusammenschneiden. Fertig. Titel: Small World. Oder: Himmelszelte. Oder: Geschlossene Gesellschaft. Musik von Tom Waitts: In the neighbourhood. Besetzung: Nicole Kidman (Rezeption), Tom Hanks (Elektrokarrenfahrer, Platzanweiser), Die Fußbroichs (Dauercamper), Martina Gedeck (Macht zum ersten Mal mit ihren vier Kindern alleinerziehend Urlaub), Sascha Hehn (Bademeister am Platzpool), Mick Jagger (Animationsprogramm am Abend: Lieder zu Gitarre und Playback), Udo Lindenberg (Thekendauergast), Johannes Heesters (Hat das Campen vor 103 Jahren erfunden). 1000 Laiendarsteller für die Massenszenen. Ein typischer DOGMA-Film. Das Schöne: Man muss ihn nicht verstehen!
Schönes Geschenk: Hässliche Puppen
Shortbook: Karl May - Durch die Wüste
Halef: Ist das hier warm...Karl: Heiß, echt heißt.
Halef: Sag ich doch. Richtig warm.
Sigurd: Du bist ja auch ein Eingeborener.
Halef: Was soll das denn heißen?
Karl: Ist das noch weit?
Sigurd: Ich habe Durst.
Halef: Was soll das heißen, Eingeborener?
Sigurd: Na, dass du das warm findest.
Karl: Da hinten! Das sind, glaube ich, Fellachen.
Sigurd: Mit wieviel l wird Fellachen eigentlich geschrieben?
Karl: Kommt drauf an wie viele es sind.
Sigurd: Ach. Neue Rechtschreibung, oder?
Karl: Alles klar?
Sigurd: Jep.
Karl: Warum haben wir eigentlich diese roten Klamotten an?
Sigurd: Na, weil es so heiß ist.
Halef: Warm.
Sigurd: Ja, du als Eingeborener, du könntest auch Schwarz tragen.
Halef: Was soll das jetzt wieder? Das ist diskriminierend!
Karl: Hört auf! Dahinten kommen die Fellachen!
Halef: Ich seh nix.
Sigurd: Wie viele sind es denn?
Karl: Kommt drauf an, mit wieviel l sie sich schreiben.
Sigurd: Na, dann mal lso.
Halef: Wird ja auch Zeit.
Karl: Genau.
(Die drei bewegen sich langsam weiter. Falls Pferde dabei sind: Scheritt, Zügel aus der Hand kauen lassen.)
Neues aus der Flächengemeinde: Schwarze Liste
Mensch und Hund
Korrektur: Flächengemeinde
Die Standortbeschreibung passt zu den Dingen, dir dort passieren. Keiner weiß genau, an welcher Stelle er sich befindet, vor allem weiß keiner, welchen Standpunkt der Bürgermeister genau hat, wenngleich er gestern bei einer Ehrung von Sportler händeschüttelnd gesichtet worden ist. Wo er sich befunden haben mag, als es um eine öffentliche Stellungnahme zum Tatbestand der Untreue ging, ist bis heute unklar. Die Flächengemeinde atmet auf, dass der dringlich Vermisste doch noch den Weg zu einer öffentlichkeitswirksamen Veranstaltung gefunden hat. Weg ist eben doch nicht ganz weg.
Ergänzt werden muss, dass die Annahme, das Oberhaupt einer Flächengemeinde sei der Schützenkönig, falsch ist. Leser vermuteten, dass letzterer völlig daneben geschossen und so sein Amt verloren hätte. Richtig ist aber: Wenn der Bürgermeister über das Ziel hinausschießt, hat er sich auf keinen Fall selbst abgeschossen. In diesem Fall gelten nur Rücktritt oder Abwahl. Lediglich der Schützenkönig wird durch einen neuen ersetzt, wenn er nicht ins Schwarze trifft.
Schützenkönige haben darüber hinaus keinen Anspruch auf eine Pension, da sie in der Regel nur ein Jahr im Amt bleiben. Dafür können sie aber von den Freibierkontingenten des neuen Königs profitieren und erhalten blitzende Orden und Plaketten, die sie auch öffentlich tragen dürfen.
Modetrend: Paarhüte aus Frankreich
"Weiser Mann" Olli Dallilahmer: Luftmatratzenmeditation
Ein Schattenplatz für die Übung ist anzuraten. Vorab miss deinen Puls. Liegt dein Ruhepuls höchstens bei 80, so kannst du die Zahl 4 als Maßeinheit benutzen. Liegt er höher, musst du auf 6 oder 8 umsteigen. Sollte er über 130 liegen, ist ein Arztbesuch vorzuschalten. Suche dir eine bequeme Sitz- oder Stehposition. Konzentriere dich auf das, was du tun willst: Einen schlaffen Gummisack bis kurz vor dem Platzen aufblasen. Rhythmisch.
Vier (oder 6 oder 8) Herzschläge einatmen, vier Schläge die Luft anhalten, dann vier Schläge in das Ventil der Matratze ausatmen, vier Schläge abwarten und die leere Lunge genießen. Das Ganze beginnt von vorn. Ziel ist das prall gefüllte Luftbett, also nicht vorher aufgeben! Wenn dem Meditierenden schwarz vor Augen wird, so ist das lediglich ein Trugbild, von dem sich der Ruhesuchende sofort distanzieren sollte. Laufen lassen, vorbeigleiten lassen, es ist unwichtig. Es wird auch wieder hell. Weiteratmen.
Für den Anfänger bieten sich am Anfang leichte Badematratzen an, der Fortgeschrittene und Meister darf sich an einer Doppelliege mit einer Höhe von 40 cm der Ruhe hingeben. In der Regel kommt es nicht zu Hyperventilationssyndromen; vielmehr schreitet man mit zunehmender Luftansammlung im Gummibett auf höhere Bewusstseinsebenen.
Mögen die Nachbarn am Zeltplatz grinsen; das Ergebnis spricht für sich: Entspannung total und am Ende des Urlaubs eine völlig neue Weltsicht.
Bildkommentar
Kartoffelnase: Neues aus der Flächengemeinde
Das Gekrähe ist doch nur Neid.
Lebensweisheiten:
Unwahres wird durch Wiederholen nicht wahr.
Wahres bleibt wahr.
Farbenlehre: Rot (Dienstag, 8.7.08)
Wer mit kräftigen Farben arbeiten will, dem sei Rot ans Herz gelegt. Einfach eintunken und auf die Leinwand, Pappe oder an das Garagentor des Nachbarn! Rot macht was her, zeugt von Energie, Erotik(im Wort sogar enthalten), Feuer und Verboten im Straßenverkehr. In der Malen-nach-Zahlen-Rangordnung erhält Rot die Nummer 1.Tipp: Wer sich teure Malen-nach Zahlen-Unterlagen nicht kaufen will, nimmt einfach ein Blatt Papier, schreibt eine 1 drauf und malt so lange, bis die 1 und alles Weiße nicht mehr zu sehen sind. Das Schöne: Es ist ein eigenes Bild entstanden, dass nicht den Kunstklischees der Hersteller von Massenware entspricht.
Vincent van Eijnoor: Kind im Schatten (Sonntag, 6.7.08)
Kind: Warum hat Großmutter so große Ohren?Vater: Sowas fragt man nicht!
Kind: Wieso nicht?
Vater: Oma hat keine großen Ohren.
Kind: Ich finde schon.
Vater: Das ist relativ.
Kind: Was ist denn relativ?
Vater: Im Verhältnis.
Kind: Das verstehe ich nicht.
Vater: Im Verhältnis zum Elefanten hat Oma kleine Ohren.
Kind: Oma ist kein Elefant.
Vater: Eben.
Kind: Warum sagt man das nicht mit den großen Ohren?
Vater: Weil Oma kein Elefant ist.
Kind: Weiß ich doch.
Vater: Na, siehste.
Kind: Und Rotkäppchen?
Vater: Kenn ich nicht.
Zurücktreten oder zurück treten? (Samstag, 5.7.08)
Zeitgenossen: Der Angeber (Freitag, 4.7.08)
Den kennen wir doch alle: Den Angeber. Bei dem ist alles besser, ist alles größer, länger, weicher, härter,überlegter, unüberlegter, gesetzter, gestandener, wertvoller, wertloser, roter, grüner, gelber, blauer und farbiger. Farbloser. Schlimmer. Noch schlimmer. Am schlimmsten. Am erfolgreichsten. Wir versinken im Boden oder grübeln: Was haben wir verkehrt gemacht? Was ist schief gelaufen? Was können wir tun, um uns aus diesem Schlamassel herauszuholen? Am liebsten würden wir den Angeber fragen, denn der muss ja die Antworten parat haben. Er könnte uns sagen, wie er es gemacht hat. Wie er der Größte, der Längste, der Weichste, der Härteste geworden ist. Wie er der Überlegteste (?) und gleichzeitig der Unüberlegteste (?) werden konnte. Wie er alles geschafft hat! Wie er noch farbiger werden konnte als ein Farbiger. Noch Schwarzer als Alice Schwarzer. Es ist zum Heulen. Aber auch das wird er besser können. Trost bleibt uns nur in der Erkenntnis, dass der Angeber auch der Allerentbehrlichste ist. Danke, lieber Superlativ!
Lehrerschicksal/Morgendrama: Keine Lust auf Schule? (Donnerstag, 3.7.08)
Also hoch, die Schlaffalten weggebügelt! Die Neuerwerbungen der Lebensfurchen aus der gestrigen 6.Stunde bleiben leider, da hilft auch keine Massage mit Penatenbabypopocreme. Da hilft einfach Entspannung. Gestern bist du vorm Fernseher eingenickt, und das verspannt noch mehr. Dein Gefühl stammt aus dem Mittelalter: Aufs Rad geflochten und mit Eisenstangen malträtiert. Die Zahl deiner Knochen hat sich verdoppelt. Adrenalin schießt in deine Blutbahn: Heute Bio in der 8z! Du gießt dir heißen Kaffee in den Hals und bringst deinen Kreislauf auf Trab. Du weißt genau, morgen wirst du es anders machen! Das erste Weckerläuten wird das Startsignal sein. Du wirst mehr Zeit haben und dich in Ruhe darauf vorbereiten, Schullust zu empfinden! Die Hektik, die hat schuld. Alles muss jetzt so schnell gehen. Und die Falten, die das Gesicht in Millimeterpapier verwandeln! Also, ab morgen! Wenn nur diese Südseeinsel nicht kurz vorm Aufwachen wär!
Verdorbene Maissilage (Mittwoch, 2.7.08)
Kecht: He, Bauer, wie ist die Lage?Bauer: Maissilage!
Knecht: Wie jetzt?
Bauer: Verdorben, Knecht.
Knecht: Nenn mich nicht Knecht, das ist diskriminierend.
Bauer: Früher konnten Knechte das Wort nicht mal aussprechen, geschweige denn schreiben.
Knecht: Knecht?
Bauer: Nee, diskriminierend.
Knecht: Ist es ja auch....
Bauer: Was jetzt?
Knecht: Ich bin landwirtschaftlich-technischer Assistent.
Bauer: Schreib das mal auf.
Knecht: Nö, mach ich nicht. Ich bin ja nicht dein Sklave.
Bauer: Dann nennst du mich nicht mehr Bauer.
Knecht: Wie denn dann?
Bauer: Weiß nicht.
Knecht: Mal was anderes. Wie schreibt man eigentlich Maissilage?
Bauer: Wie man's spricht....hinten Lage...und vorne Maissi
Knecht: Sind Maissi nicht diese langen, schwarzen Krieger, die ständig auf dem Boden herumhüpfen?
Bauer: Massai.
Knecht: Wusst ich's doch!
Bauer: Die Maissilage ist verdorben.
Knecht: Hab ich noch gar nicht gehört, dass es denen so schlecht geht....
Bauer: Knecht, du bist doof!
Knecht: Nenn mich nicht Knecht!
Bauer: Landwirschaftlich-technischer Assistent, du bist doof!
Knecht: Das hört sich schon anders an.
Bauer: Wenn du meinst.
Knecht: Ja, meine ich.
Plattenbesprechung: Yes - Drama - Song No. 4 (Dienstag, 1.7.08)
Man muss dieses Stück nicht hören. Das steht auf jeder CD, die heute auf den Markt gebracht wird. Urheberrechte sind geschützt, aber hören muss man das nicht. So auch den Song No. 4 von Yes. Anfangs mag der geneigte und der Gruppe Yes gewogene, weil an pompösen Rock orientierte Hörer denken, es handele sich um eine Workshop-Übungs-CD für talentierte Nachwuchsbands ohne Keyboarder. Am Ende, wenn er denn dahin gelangt, mag er denken: Stimmt. Was geht ihm zwischendurch durch den Kopf?
Ich muss meine Bratkartoffeln noch brutzeln. Lecker. Das nervt jetzt aber. Wird hier noch gesungen? Ist Jon Anderson schon gestorben? Ich habe schon lange nicht mehr Gitarre gespielt, da könnte ich jetzt prima mitspielen, ist wie ein Karaoke_Stück, dessen Titel man nicht kennt, der Alptraum jedes Amateursängers, steht auf der Bühne und der PC-Schirm gibt keinen Text raus. Ha! Instrumental-Stück. Kann ich nur Luftgitarre spielen. Ok. Dumdieldumdiedeldumdididdadödeldidududmdudmdudmdu….verspielt. Mist. Selbst die einfachen Dinge sind manchmal schwer. Ah, jetzt irgendwie anders, aber immer noch kein Thema. Fomdididididaafom. Das ist kein Thema. Hier fehlt ein Lied. Was ist eigentlich mit Rick Wakeman? Ist der tot? Jon Anderson immer noch nicht zu hören. Hör Zu abbestellen, wenn ich in den Urlaub fahre. Ian Anderson, nee, das ist Jethro Tull. Uii, das Schlagzeug, jetzt so straight, so durchwirkt, so gleichmäßig, Rock eben, überschaubar. Schon wieder ein Wechsel. Was kann ich denn hinterher nachsingen, wenn ich im Bett liege und mich langweile? Nicht einschlafen kann? Was soll ich da summen? Stille, nein, Stille, Hackhackhackda. Nichts zum Behalten. Gleich ist die Zeit rum und ich könnte hinterher nicht sagen, was ich da gehört habe. Flageoletts. Interessant. Steve Howe eigentlich? Oder mehr die „Tribute to Yes“-Band, die ein eigenes Stück aufgenommen hat? Ich weiß jetzt, warum ich Yes schon so lange nicht mehr höre. Überholt. Überhört. Überhölt. Voll höl eben.
Genforschung: Weiterentwickelter Hund (Montag, 30.6.08)

Frauenschicksale: Allein im Schrank (Sonntag, 29.6.08)
Einsam hing sie im Schrank. Eingereiht zwischen Unterröcken, Blusen, Kleidern und Wintermänteln. Lange schon war sie nicht hervorgeholt worden. Wen hätte sie kleiden sollen in ihrer Nacktheit? An den Geruch von Mottenkugeln hatte sie sich längst gewöhnt. Manchmal schmerzte die Stelle an ihrem Kopf, in die der Kleiderhaken gedreht war. Hin und wieder ging die Schranktür auf. Hin und wieder zu.
Im Fernsehen aufgeschnappt: Tankstellendeutsch?
Wohl unter Schock kam dieser Satz zustande, dessen Inhalt nun entschlüsselt werden soll. Fragen die offen geblieben sind: Mit welcher Flüssigkeit hat der Räuber sein Vorhaben umgeschwemmt? Ist es überhaupt möglich, einen Plan in der Form zu beseitigen? Hat er dazu den Inhalt seiner Waffe benutzt, die möglicherweise eine Wasserpistole war? Was ist Maskade? Falsch ausgesprochen für Maskara? Hatte er sich in Windeseile abgeschminkt? Meinte der Mitarbeiter vielleicht Kaskade, die beim Umschwemmen entstanden war? Hat diese Kaskade die Maske umgeschwemmt und führte damit zum Neologismus „Maskade“? Die Ermittlungen laufen nun auch gegen den Mitarbeiter und sollen dem Deutschen Institut für Sprachforschung zur Verfügung gestellt werden.
Zeit des Unrats: Urlaub
US-Studie: Schlagsahne macht dick
In einem Selbstversuch konnte festgestellt werden, dass vier Flaschen Sprühsahne, selbst wenn es sich um H-Milch handelt, dicker machen als zwei Flaschen Apfelschorle bzw. eine Flasche Mineralwasser. Die Flasche Mineralwasser muss nicht einmal ausgetrunken sein, um diese deutliche Erkenntnis zu ermöglichen. Welche Konsequenzen aus der Studie gezogen werden, ist noch unklar. Fest steht aber, dass man sich etwas unbeschwerter dem Konsum der fleischgefüllten Weißmehlbrötchen oder der gummiartigen Zuckermasse widmen kann. Der tägliche Blick in den Cholesterinspiegel macht vielleicht nach dem Verlassen der Personenwaage etwas unruhig; aber alle sind gespannt, was die Wissenschaft in diesem Zusammenhang Neues herausfindet.
Vegetarier übertreiben maßlos
Schon vergessen? Tamagotchi (Dienstag, 24.6.08)
peanuts....
Das Tamagotchi (jap. たまごっち, Wortschöpfung aus tamago (dt. „Ei“) und wotchi (von engl. watch, dt. „Uhr“)) ist ein aus Japan stammendes Elektronikspielzeug, das in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre weltweit überaus populär war und im Jahr 2004 wieder neu aufgelegt wurde. www.wikipedia.org
Mode für Männer: Die Gürteltasche
Die Gürteltasche unterstreicht vielleicht, was nicht zu verbergen ist. Wo der Bauch über den Gürtel quillt, kann ihn die Gürteltasche neutralisieren oder sogar betonen, so dass beide zum Stil werden.Das ist doch das Geheimnis der Haute Couture. Wenn nichts mehr zu zeigen bleibt, weil alles offen ist, verdeckt man was, um es hinterher wieder ent-decken zu können. Das Lüften des Geheimnisses, das Ent-Blättern, das Gefühl, der Einzige zu sein, der das Entblößte sehen darf, ist die Erotik der Kleidungsindustrie. Wenn Rita, statt über den frisch geölten Schmerbauch zu streichen, an der robusten Gürteltasche hängen bleibt und sich mit dieser ausgiebig beschäftigt, wenn sie Reißverschlüsse öffnet, in Fächer fasst, in kleinen, aufgesetzten Taschen tastet, dann entbehrt der Bauchträger nichts.
Schwierige Sätze; aber Berufsschneider und Erfinder von Schnittvorlagen sind komplizierte Berufe. Bei Männern gibt es nicht viel zu erfinden. Der Anzug wird zum Kleid. Das wäre Revolution. Die Gürteltasche ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Schöner Wohnen

Flagge zeigen
schreit es in mir
Tor, Tor
immer lauter
Tor
Ihr Toren
die Welt gerät aus den Fugen
schmilzt dahin und verhungert
Der Fußballfan lungert
vorm Stadion, säuft, grölt, feiert
Alles verschleiert
Flagge zeigen
Fahne
erste Sahne
Schweini Poldi Frings
Dings
Dongs
Didel
dudödadumm
Dummdumm
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