Das ist vermissverstandener Naturschutz. Ältere Frauen der alpenländischen Bevölkerung findet man jetzt immer häufiger auf den Gipeln der Dreitausender, weil sie das Abschmelzen der Bergkappen verhindern wollen. Da sie nicht genau wissen, wie das geht, setzen sie sich oft auf den Hintern und überlegen erst einmal. Meistens kommt nichts dabei heraus, weil es dort oben sehr kalt ist. Um sich aufzuwärmen greift die Schützerin schließlich zum scheinbar wärmenden Getränk, etwa einer Flaschen Mariacron oder Wodka, der ja angeblich keine Fahne erzeugen soll. Dass der Natur und besonders den schmelzenden Gipfeln durch diesen Aktivismus in Verbindung mit Alkohol kein Gefallen getan wird, zeigt sich daran, dass die nicht unerhebliche Gesäßwärme der Bergdamen das Abschmelzen der Eiskappen eher beschleunigt. Bislang konnte das den betreffenden Frauen nicht klar gemacht werden, weil sie meistens breit waren wie ein Schwertransport.
Bodos Welt mischt sich ein. Für Minden und die ganze Welt. Bodos Welt bleibt stehen, wo andere weitergehen. Bodos Welt geht weiter, wo andere stehen bleiben. Parteiisch. Übernatürlich. Unablässig. Erscheint täglich. Unaufhörlich.Unhöflich.
"Ein altes Weiblein hatte sich auf dem Gipel breit gemacht"
Das ist vermissverstandener Naturschutz. Ältere Frauen der alpenländischen Bevölkerung findet man jetzt immer häufiger auf den Gipeln der Dreitausender, weil sie das Abschmelzen der Bergkappen verhindern wollen. Da sie nicht genau wissen, wie das geht, setzen sie sich oft auf den Hintern und überlegen erst einmal. Meistens kommt nichts dabei heraus, weil es dort oben sehr kalt ist. Um sich aufzuwärmen greift die Schützerin schließlich zum scheinbar wärmenden Getränk, etwa einer Flaschen Mariacron oder Wodka, der ja angeblich keine Fahne erzeugen soll. Dass der Natur und besonders den schmelzenden Gipfeln durch diesen Aktivismus in Verbindung mit Alkohol kein Gefallen getan wird, zeigt sich daran, dass die nicht unerhebliche Gesäßwärme der Bergdamen das Abschmelzen der Eiskappen eher beschleunigt. Bislang konnte das den betreffenden Frauen nicht klar gemacht werden, weil sie meistens breit waren wie ein Schwertransport.
Neues aus der Möhrenforschung
Untersuchungen haben festgestellt, dass schlecht geschälte Möhren häufiger und länger auf dem Teller liegen bleiben, als gut geschälte. Wer also als Gastronom nachlässig mit dem Sparschäler oder dem Kartoffelschälmesser - hier zum Schrappen der Möhren eingesetzt - umgeht, muss damit rechnen, dass der Kunde und Feinschmecker auf Tomaten aus dem toxiphilen Spanien oder auf Nektarinen aus dem maroden Griechenland ausweicht.
Jahrelang galt die Möhre als das Gemüse des Vertrauens, denn die fremdgeschälte Rohkost bot immer eine willige Ablagerungsfläche für Keime, je nach dem, ob der Schäler oder Schrapper sich vorher die Hände gewaschen hatte, oder nicht. Auch seine Tätigkeiten vor dem Bearbeitungsvorgang konnte der Mikrobiologe zwar feststellen, nicht aber der vertrauensselige Esser.
Im Zuge schlampiger Präsentation verliert das Gemüse weiter an Punkten und scheint in den Status der "Wurzel" zurückgedrängt zu werden.
Jahrelang galt die Möhre als das Gemüse des Vertrauens, denn die fremdgeschälte Rohkost bot immer eine willige Ablagerungsfläche für Keime, je nach dem, ob der Schäler oder Schrapper sich vorher die Hände gewaschen hatte, oder nicht. Auch seine Tätigkeiten vor dem Bearbeitungsvorgang konnte der Mikrobiologe zwar feststellen, nicht aber der vertrauensselige Esser.
Im Zuge schlampiger Präsentation verliert das Gemüse weiter an Punkten und scheint in den Status der "Wurzel" zurückgedrängt zu werden.
Oktoberfeste knallen das Land
Bayrisch. Launig. Fesch.
Gute Gespräche. Gute Getränke.
Gute Aussichten.
Wichtige Einsichten.
So soll es sein.
Und alle machen mit.
Hier stimmt die Frauenquote.
Man muss nicht alles per Gesetz beeinflussen.
Ziele setzen, Perspektiven liefern,
Spasss haben. Dann geht alles.
Schlecht sitzende Kleidung
Schlecht sitzende Kleidung erregt häufig den Unmut von Menschen, deren Kleidung immer korrekt sitzt, weil es der Beruf verlangt.
Auch wenn ihnen schlecht sitzende Kleidung, etwa ein in der Unterhose verklemmter Baumwollrock, nicht schadet, so sehen sie doch ein Risiko für die Öffentlichkeit, die vielleicht verschämt wegsieht, die Augen schließt und dann vor Laternenpfähle rennt, um sich dort eine Blessur zuzuziehen.
Deshalb schauen und deuten Bürger mit korrekter Kleidung sorgfältig auf kleinste Anzeichen von Nachlässigkeiten, die möglicherweise unter erhöhtem Anziehstress durch Verschlafen oder Erwischtwordensein entstanden sind.
Die öffentliche Sicherheit geht einfach vor.
Die Werbung nutzt in diesem Rahmen geschossenen Fotos, um für verschiedene Produkte die entsprechende Trommel zu rühren:
Für gute Bein- und Gesäßcremes, die jugendliche Straffheit erhalten.
Für Brüsseler Spitzen, die sich nicht nur an dunkelblauen und weißgepunkteten Unterhosen gut machen, sondern auch an Taschentüchern, Platzdeckchen und Tischdecken.
Für mehr Rot am Körper, weil das lustig aussieht.
Ziel der Bein- und Gesäßcreme-Industrie, der Unterhosen- und der Sitzenklöppelhersteller ist jedoch immer die Gewinnmaximierung.
Nur die Menschen mit korrekt sitzender Kleidung arbeiten uneigennützig und schauen genau hin, denn zu sehen gibt es immer was. Anfassen dürfen sie ja nicht.
Auch wenn ihnen schlecht sitzende Kleidung, etwa ein in der Unterhose verklemmter Baumwollrock, nicht schadet, so sehen sie doch ein Risiko für die Öffentlichkeit, die vielleicht verschämt wegsieht, die Augen schließt und dann vor Laternenpfähle rennt, um sich dort eine Blessur zuzuziehen.
Deshalb schauen und deuten Bürger mit korrekter Kleidung sorgfältig auf kleinste Anzeichen von Nachlässigkeiten, die möglicherweise unter erhöhtem Anziehstress durch Verschlafen oder Erwischtwordensein entstanden sind.
Die öffentliche Sicherheit geht einfach vor.
Die Werbung nutzt in diesem Rahmen geschossenen Fotos, um für verschiedene Produkte die entsprechende Trommel zu rühren:
Für gute Bein- und Gesäßcremes, die jugendliche Straffheit erhalten.
Für Brüsseler Spitzen, die sich nicht nur an dunkelblauen und weißgepunkteten Unterhosen gut machen, sondern auch an Taschentüchern, Platzdeckchen und Tischdecken.
Für mehr Rot am Körper, weil das lustig aussieht.
Ziel der Bein- und Gesäßcreme-Industrie, der Unterhosen- und der Sitzenklöppelhersteller ist jedoch immer die Gewinnmaximierung.
Nur die Menschen mit korrekt sitzender Kleidung arbeiten uneigennützig und schauen genau hin, denn zu sehen gibt es immer was. Anfassen dürfen sie ja nicht.
Frösche übernehmen die Weltherrschaft
Immer mehr Menschen träumen davon, dass ihnen ein Frosch auf dem Helm sitzt und sie unter Wasser drücken will, um anschließend die Weltherrschaft zu übernehmen.
Da reicht es dann nicht, ein freundliches Grinsen aufzusetzen, um den feindseligen Frosch zu besänftigen, denn jener ist der felsenfesten Meinung, dass es reicht einen Menschen zu ersäufen, um an die Macht zu kommen, gemeint ist aber, alle Menschen.
Glaubt doch wohl keiner, dass die Menschheit das Ruder an die glitschigen Grünlinge mit den Basedow-Augen abgeben, nur weil mal eben einer auf dem Grund des Teiches liegt!
Drum nicht grinsen, wenn ein Frosch auf dem Helm sitzt, sondern gelassen bleiben und ganz ruhig fragen, während man einen dieser kleinen spitzen Strohhalme zückt: Na, Meister, willst du mal doppelt so groß sein? Denkst du noch an damals, als Harald Makulakulski dich sogar auf dreifache Größe aufgepumpt hat? Du bist leider geplatzt.
Das hässliche Kinderspiel, das natürlich keiner je gespielt hat, verunsichert den Glotzäugigen und er lässt sofort ab von seinem überheblichen Wunsch, die Weltherrschaft zu erringen.
Häufig reicht es auch, einfach keinen Helm zu tragen.
Da reicht es dann nicht, ein freundliches Grinsen aufzusetzen, um den feindseligen Frosch zu besänftigen, denn jener ist der felsenfesten Meinung, dass es reicht einen Menschen zu ersäufen, um an die Macht zu kommen, gemeint ist aber, alle Menschen.
Glaubt doch wohl keiner, dass die Menschheit das Ruder an die glitschigen Grünlinge mit den Basedow-Augen abgeben, nur weil mal eben einer auf dem Grund des Teiches liegt!
Drum nicht grinsen, wenn ein Frosch auf dem Helm sitzt, sondern gelassen bleiben und ganz ruhig fragen, während man einen dieser kleinen spitzen Strohhalme zückt: Na, Meister, willst du mal doppelt so groß sein? Denkst du noch an damals, als Harald Makulakulski dich sogar auf dreifache Größe aufgepumpt hat? Du bist leider geplatzt.
Das hässliche Kinderspiel, das natürlich keiner je gespielt hat, verunsichert den Glotzäugigen und er lässt sofort ab von seinem überheblichen Wunsch, die Weltherrschaft zu erringen.
Häufig reicht es auch, einfach keinen Helm zu tragen.
Blindes Huhn - Political correct?
Es gab eine Zeit, da hatte niemand Skrupel, ein Tellergericht "Blindes Huhn" zu nennen, das hauptsächlich aus Brechbohnen, Möhren und Kartoffeln bestand. Nach einem Huhn musste man lange suchen, und vielleicht bedeutete "Blindes Huhn" nur, dass ein solches, träfe es auf ein Gericht dieses Genres, die Brechbohnen in die Tat umsetzte. Blindes Huhn war und ist nichts für Hühner, auch nicht für blinde.
Heute sind die Menschen sensibler geworden, sie wollen political correct sein, sie wollen sich nicht eines schleichenden Rassismus oder einer latenten Aggressivität gegen ihre Mitwesen überführen lassen.
Früher hat man in diesem Zusammenhang den Kartoffeln die Augen ausgestochen, heute lässt man sie drin, wohlwissend, dass die Erdfrucht den Esser beim Verschlingen anblickt, vielleicht traurig und fragend: Muss das jetzt sein? Hättest du mir nicht die Augen ausstechen können, dann hätte ich das alles nicht mitansehen müssen?
Dem Menschen der heutigen Zeit ist es aber insgesamt wichtiger, als political correct zu gelten, statt sich um die Leiden der Kreaturen, zu denen die Kartoffeln auch gerechnet werden muss, zu kümmern, und ein bisschen Empathie in Handlung umzusetzen.
Da ist der Vegetarier schon viel weiter, wenn er sagt: Ich esse nichts, was Augen hat.
Wie Zahlen wirken: 4711
4711 - Der Duft der Sechziger, wenn die Familie an die See fuhr und die Mutter dem Vater die schwitzende Stirn mit Erfrischungswasser aus Köln betupfte, damit ihm wohler sei und er konzentrierter auf das Verkehrsgeschehen blicken konnte. Der Vater aber hatte vielleicht eine unparfümierte Blondine im Auge, die auf dem Trottoir ihre Einkaufstüte herumschlenkerte, um auf sich aufmerksam zu machen.
Der Vater fuhr bei Rot und die Mutter rief: Was machst du da? Es ist Rot!
Dem Jungen war schlecht, auch wenn er vorne saß. Es saß ihm alles vor dem Hals.
Das kommt nur von dem 4711!, wetterte der Vater und behauptete, es sei ihm in die Augen gelaufen, es habe gebrannt, er habe die Augen kurz zugekniffen und dann die Ampelstellung übersehen.
Dem Jungen war sehr schlecht. Streit schlug ihm auf den Magen.
Viel später hielt der Vater bei Grün an; vielleicht sollte das ein Ausgleich sein. Die Mutter glaubte das nicht.
Der Junge aber verband mit der Zahl 4711 Übelkeit.
Später sagte er für sich, ohne dass es jemand hörte: Ein Geruch zum Kotzen.
Tonnes Tagebuch: Gartenschuhe
![]() |
| Helmuth Neuton: No Gartenschuh for you(2013) |
Ich habe im Baumarkt in der Gartenabteilung nach Gartenschuhen gesucht, meine Schuhgröße ist 46, und da war nichts.
Eigentlich wollte ich so crogartige mit verstärkter Sohle, damit man damit auch mal einen Spaten in die Erde treten kann. Nichts.
Ein Paar Gummilatschen in 46, die aber zu klein waren, hing verwaist in einer Höhe, die von 2,20-m-Menschen bequem zu erreichen sind; was ist los mit der Welt? Arbeiten im Garten nur Frauen und Kinder?
Fair-graben ist doch mittlerweile die Devise und Kinder machen mehr Arbeit, als sie selber leisten. Das muss man erst mal schlucken.
Dass Frauen arbeiten, sollte jeder Mann dankbar hinnehmen; dass man aber den Männern ihren Garteneinsatz vorenthält, ja sogar quasi ihren Unwillen anprangert im Regal des Anbieters, weil er Gartenschuhe angeblich nicht nachfragt und diese deshalb nicht im Regal hängen, höchstens ein symbolisches Einzelstück unerreichbar in luftiger Höhe, für Dirk Nowitzki nur zu ergattern, das ist Diskriminierung!
Angeblich soll Gartenarbeit entspannen. Das hier aber ist frustrierend und mündet in Depression oder Aggression.
Ich habe mich eine Viertelstunde vor die Sämereien gestellt und gewartet, bis der Anfall vorüber war. Ranunkel stand da. Ich habe Reimwörter gesucht, weil das beruhigt. Runkel. Dunkel. Furunkel.
Ein eigener Garten ist auch so eine Form von Eskapismus; da machen wir uns doch alle was vor, Pseudoidylle bürgerlicher Angepasstheit.
Da mache ich nicht mit und dann brauche ich auch keine dämlichen Gartenschuhe.
Tod, wo ist dein Stengel?
Mensch: Tod, wo ist dein Stengel?
Tod: Hä?
Mensch: Tod, wo ist dein Stengel?
Tod: Was soll das?
Mensch: Ich will es ja nur wissen.
Tod: Ich habe keinen Stengel.
Mensch: Aber man sagt doch so allgemein: Tod, wo ist dein Stengel?
Tod: Sagt man nicht.
Mensch: Ich denke schon.
Tod: Ich habe keinen Stengel.
Mensch: Doch.
Tod: Wenn du jetzt nicht aufhörst, dann hole ich dich.
Mensch: Warum denn das jetzt wieder? Nur weil ich gefragt habe?
Tod: Irgendwann bist du dran.
Mensch: Man wird doch mal fragen dürfen.
Tod: Ich habe einen Stachel.
Mensch: Aha.
Tod: Genau.
Mensch: Und wo ist der bitteschön?
Tod: Das geht dich gar nichts an.
Mensch: Man wird doch mal fragen dürfen.
Tod: Wenn man den Stachel sähe, müsste ja keiner fragen.
Mensch: Was denn jetzt? Stengel oder Stachel?
Tod: Kannst du nicht zuhören?
Mensch: Was bist du denn so empfindlich?
Tod: Ich bin der Tod. Der Tod ist nicht empfindlich.
Mensch: Hört sich aber genauso an.
Tod: Ok. Das war's. Jetzt kommst du mit.
Mensch: Das sehe ich gar nicht ein. Ich habe nur gefragt, weil es mich interessiert.
Tod: Dann halt endlich die Klappe.
Mensch: Ist ja gut. Dann frage ich eben nicht mehr.
Tod: Na, endlich.
Mensch: Dann denk ich mir meinen Teil.
Tod: Fang nicht schon wieder an.
Mensch: Man wird ja noch denken dürfen.
Tod: Das hast du dir gedacht.
Mensch: Genau.
Tod: Jetzt reicht's. Ich geh den Stachel holen.
Mensch: Na endlich. Und....bring auch den Stengel mit!
Tod: Ich krieg die Krise. Früher war das alles einfacher. Da wurde gestorben, wenn ich das wollte. Ich kann's nicht mehr hören, überall muss diskutiert werden. Ich hätte Bestatter werden sollen.
Tod: Hä?
Mensch: Tod, wo ist dein Stengel?
Tod: Was soll das?
Mensch: Ich will es ja nur wissen.
Tod: Ich habe keinen Stengel.
Mensch: Aber man sagt doch so allgemein: Tod, wo ist dein Stengel?
Tod: Sagt man nicht.
Mensch: Ich denke schon.
Tod: Ich habe keinen Stengel.
Mensch: Doch.
Tod: Wenn du jetzt nicht aufhörst, dann hole ich dich.
Mensch: Warum denn das jetzt wieder? Nur weil ich gefragt habe?
Tod: Irgendwann bist du dran.
Mensch: Man wird doch mal fragen dürfen.
Tod: Ich habe einen Stachel.
Mensch: Aha.
Tod: Genau.
Mensch: Und wo ist der bitteschön?
Tod: Das geht dich gar nichts an.
Mensch: Man wird doch mal fragen dürfen.
Tod: Wenn man den Stachel sähe, müsste ja keiner fragen.
Mensch: Was denn jetzt? Stengel oder Stachel?
Tod: Kannst du nicht zuhören?
Mensch: Was bist du denn so empfindlich?
Tod: Ich bin der Tod. Der Tod ist nicht empfindlich.
Mensch: Hört sich aber genauso an.
Tod: Ok. Das war's. Jetzt kommst du mit.
Mensch: Das sehe ich gar nicht ein. Ich habe nur gefragt, weil es mich interessiert.
Tod: Dann halt endlich die Klappe.
Mensch: Ist ja gut. Dann frage ich eben nicht mehr.
Tod: Na, endlich.
Mensch: Dann denk ich mir meinen Teil.
Tod: Fang nicht schon wieder an.
Mensch: Man wird ja noch denken dürfen.
Tod: Das hast du dir gedacht.
Mensch: Genau.
Tod: Jetzt reicht's. Ich geh den Stachel holen.
Mensch: Na endlich. Und....bring auch den Stengel mit!
Tod: Ich krieg die Krise. Früher war das alles einfacher. Da wurde gestorben, wenn ich das wollte. Ich kann's nicht mehr hören, überall muss diskutiert werden. Ich hätte Bestatter werden sollen.
Über die Liebe (1)
Bis zum Alter von sechs Jahren hatte Bodo die kräftigen, aber wohlriechenden Oberarme seiner Mutter geliebt. Es war eine reine Liebe gewesen, ohne Fehl und ohne Falsch, bedingungslos. Es war eine Liebe gewesen, fast so wie die eines kleinen Hundes, der sein Frauchen liebt, egal was es gerade getan hatte, egal ob es versagt hatte, ob es die Eltern enttäuscht hatte, ob es schlechter oder guter Mensch war, einfach so. Weil der kleine Hund kleiner Hund war und das Frauchen Frauchen.
Agape.
Diese reine Liebe hatte sich Bodo bewahrt, weil er sich strikt geweigert hatte in den Kindergarten zu gehen, und weil es ihm nicht vergönnt gewesen war, gleichaltrige, aber andersgeschlechtliche Menschen, Mädchen genannt, kenne zu lernen.
Mit dem Eintritt in das Volksschulalter änderte sich alles.
Mit dem Eintritt in die Volksschule.
Da hatte er sich in Ruth-Vera aus der ersten Reihe verliebt.
Sie hatte schmächtige Oberarme und nie hatte es geklappt, dass er an diesen hatte riechen dürfen. Trotzdem hatte er sich in sie verliebt und beschloss, sein Leben mit ihr zu teilen.
Er wollte nicht Feuerwehrmann werden, nicht Astronaut oder Pilot, nicht einmal Finanzbeamter oder Lokomotivführer.
Er wollte Ruth-Vera heiraten.
(Fortsetzung folgt)
Agape.
Diese reine Liebe hatte sich Bodo bewahrt, weil er sich strikt geweigert hatte in den Kindergarten zu gehen, und weil es ihm nicht vergönnt gewesen war, gleichaltrige, aber andersgeschlechtliche Menschen, Mädchen genannt, kenne zu lernen.
Mit dem Eintritt in das Volksschulalter änderte sich alles.
Mit dem Eintritt in die Volksschule.
Da hatte er sich in Ruth-Vera aus der ersten Reihe verliebt.
Sie hatte schmächtige Oberarme und nie hatte es geklappt, dass er an diesen hatte riechen dürfen. Trotzdem hatte er sich in sie verliebt und beschloss, sein Leben mit ihr zu teilen.
Er wollte nicht Feuerwehrmann werden, nicht Astronaut oder Pilot, nicht einmal Finanzbeamter oder Lokomotivführer.
Er wollte Ruth-Vera heiraten.
(Fortsetzung folgt)
Auf die Tube drücken
Liebes Tagebuch!
Heute morgen im Bad dachte
ich darüber nach, was wohl eine Handcreme denkt, wenn man sie auf die Füße
reibt? Fühlt sie sich zweckentfremdet oder verschwendet?
Oder teilmissbraucht?
Fühlt sie sich geehrt, weil die Füße für die Handcreme in der Rangfolge der
Körperteile weiter oben angesiedelt sind? Ein Teil bleibt beim Einschmieren der
Füße ja auch an den Händen kleben. Allerdings sind die Füße ja ganz unten, und
die Hände sind wichtiger, weil man mit denen Verträge unterzeichnet und Menschen
begrüßt.
Dann musste ich plötzlich
an fußgemalte Weihnachtskarten
denken, die nicht schöner waren als handgemalte, aber die man früher aus
Mitleid kaufte. Vielleicht waren sie aber auch mundgemalt, das verwechsele ich
oft mit mundgeblasen, was ja im Grunde
doppelt gemoppelt ist, weil der Mund für den Menschen die einzige
Möglichkeit ist, zu blasen. Jedenfalls kontrolliert zu blasen, zum Beispiel eine
Trompete.
Niemand hat je von fußgeblasenen Weihnachtsliedern gehört.
Was die Handcreme nun
wirklich dachte, konnte ich nicht herausfinden; ich entschied mich dafür, dass
Handcremes nicht denken können und es ihnen deshalb egal sein muss, ob sie auf
einer Hand, einem Fuß oder einer unsichtbaren Stelle am Körper landen. Dem Kopf ist es vielleicht nicht egal, wenn
man an ihm Fußcreme aufträgt, denn ein Kopf kann denken.
Beim Zähneputzen musste
ich an Tanja denken, die manchmal sagte, wenn ich zu spät dran war, „ du musst
mal etwas auf die Tube drücken“.
Beim Betrachten der
Zahnpastatube fiel mir auf, dass man nicht „etwas auf die Tube“ drücken kann. Es muss schon so stark sein, dass
vorne die gewünschte Menge Paste hervorquillt. Das zärtliche
„Aufdietubedrücken“ führt oft gar nicht zum Erfolg, denn die gewünschte Masse
bleibt im Behälter. Wer etwas aus der Tube haben möchte, sollte kräftig
drücken, oder besser angemessen, und bloß nicht mit so einem
Ichwilldirnichtwehtun-Gefühl.
Die Tube bestätigt den
richtigen Druck immer durch das Ausscheiden der gewünschten Menge. Da gibt es
keine Missverständnisse. Manchmal wünscht man sich so ein klares Verhältnis
auch zwischen Menschen, besonders in partnerschaftlichen Beziehungen.
Wie lang können wohl
Nasenhaare werden?, dachte ich beim Rasieren. Aus dem Haupthaar kann man dicke
Zöpfe flechten, aus einem Bart, den man wachsen lässt auch, etwas weniger
dicke; aber aus Nasenhaaren? Bei der Ohrbehaarung bin ich mir auch nicht so
sicher; immer wenn meine guten In-Ear-Kopfhörer nicht mehr in den Gehörgang
passen, ist es Zeit, mit dem Trimmgerät, das dem Nasen- und Ohrenhaarbeschnitt dienen sollte, Platz zu schaffen.
Wie lang die Ohrenhaare
wirklich werden können, weiß ich nicht.
An anderen Stellen des
Körpers passiert gar nichts. Alles bleibt, wie es ist. Nur am Kopf, wieder mal am Kopf!, ist es
anders.
Früher war eine Glatze ein
Makel, besonders bei jungen Menschen.
Dann kam die Phase, wo man
beschämt beseite schaute und dachte: Chemotherapie! Mutig. Keine Mütze. Keine
Perücke.
Dann führte Telly Savalas
die Glatze und den Lolli ein. Ein gesellschaftlicher Widerspruch. Ein kahlköpfiger
Greis mit der Vorliebe für Kindernahrung.
Heute sind wir umzingelt
von Glatzen, oft von Ganzkörperglatzen. Wer in die Sauna geht, muss annehmen,
man habe die Pubertät abgeschafft.
Beim Entfernen des letzten
Rasierschaums, fragte ich mich: Warum rasieren wir uns?
Warum lassen wir nicht
einfach wachsen? Alles und immer?
Dann hörte ich Tanja
rufen: Du musst mal etwas auf die Tube drücken! Du bist spät dran.
Der Tag, hatte schon
nachdenklich begonnen. Was sollte wohl daraus werden?
Ich hatte natürlich keine
Fußcreme auf meinen Kopf gerieben, damit mal Pause war mit dem Nachdenken. Als ich überlegte, In
welchem Verhältnis mein Kopf wohl zu meinen Händen und meinen Füßen und überhaupt zum ganzen
Körper stünde, wobei er ja ein Teil des Ganzen war, hörte ich Tanja wieder
rufen: Du musst jetzt mal kräftig
auf die Tube drücken, wenn du
nicht zu spät kommen willst!
Kräftig auf die Tube
drücken, das klang gut.
Jepp, rief ich etwas zu
jovial für diesen Morgen voller Fragen, und stürzte mich in den neuen Tag.
Später mehr,
dein Tonne
P.S: Liebes Tagebuch!
Beim Möhrenschälen für die
Mittagspause dachte ich darüber nach, ob man Zeit spart, wenn man erst an allen Möhren die Enden abschneidet und
sie dann alle schält und dann alle kleinschneidet, anstatt jede Möhre einzeln
und nacheinander zu beschneiden, zu schälen und in Stück zu schneiden.
Und: Wie viel Zeit man bei
200 Arbeitstagen im Jahr sparen könnte, wenn man täglich effektiv vorbereitete
Möhren mitnähme,und wie schön es wäre, wenn man die Zeit im Stück und auf Wunsch, zum Beispiel heute, zur
Verfügung hätte.
Theodor Heuss im Theodor-Heuss-Park?
Da sitzt ein dicker, alter Mann aus Bronze auf einer Bank, den Kopf leicht gesenkt, nachdenklich-betrübt, Halbglatze, in schlichter Kleidung, die besonders in den Armbeugen Falten wirft, und stellt den interessierten Spaziergänger vor die Frage: Wer soll das denn sein?
Zu Hilfe kommt bei der Beantwortung der Frage die Tatsache, dass sich das Ungetüm, das direkt vor einem Spielplatz als Kinderschreck platziert wurde, in einem Park sitzt, der Theodor-Heuss-Park heißt.
Dann wird es wohl Theodor Heuss sein, vermutet eine Mutter, die gerade ihr laut schreiendes, verstörtes Kind einfängt, das sich partout nicht auf den Schoß des Metallkerles für ein Foto setzen will. Ja aber, wendet der scharfsinnige Tourist ein, war denn nicht Theodor Heuss so ein kleiner Mensch? Fast durchgehend weiß und vor allem unwahrscheinlich platt, also dünn, sodass er auf eine Briefmarke passte? Dieses Gußgeschöpf kriegt man doch noch nicht mal in einen Karton, in dem man ihn wegschicken könnte! Da ist ein Fall für den Schwertransporter. Da haben Sie wohl recht, ergänzt die Mutter, die ihren verheulten Rotzlöffel jetzt am Arm hält und einen zweiten Versuch startet, den Knirps auf das kalte Knie des Sitzenden zu pressen. Können Sie mal schnell ein Foto machen? Ich halte Kevin so lange fest....
Der Tourist schießt ein Bild, leider mit seiner eigenen Kamera; die gestresste Mutter merkt das nicht. Aber, denkt der Tourist, ich kann das Bild zu Hause ja wieder löschen.
Die Frage aber bleibt offen: Wer ist Theodor Heuss nun wirklich? Und wo sitzt er?
Funktionsfell
Das Ziel ist das Ziel
Das Ziel ist das Ziel, sagt der Pfeil zum Bogen, weshalb
sollte man sonst einen Pfeil benötigen?
Und übrigens, ergänzte der Pfeil, wir sollten den Bogen
nicht überspannen....
Du bist heute wieder ganz schön spitz, erwiderte der Bogen.
Wie es sich gehört, beendete der Pfeil die Unterhaltung und
machte sich auf den Weg, denn der Bogen war plötzlich so ungemein
tiefenentspannt.
Knapp vorbei ist auch daneben!, rief der Bogen noch
hinterher, aber da war der Pfeil schon nicht mehr zu sehen.
Abstrakte Kunst - Muss das sein?
Nehmen wir an, dem Maler fällt nichts ein. Hach ja, denkt er, ich weiß gar nicht, was ich so malen könnte, meinen Pudel habe ich gestern erst und die Oma ist auch nicht das Modell, das man sich wünscht, weil die ja immer am Kramen ist und nicht Stillsitzen kann.
Dann fängt der Maler so an, vor sich hinzuklecksen und zu kleckern, ein bisschen Rot,ein bisschen Gelb, da noch etwas rumtüpfeln. Das kann schon das Kind im Kindergarten, nur will das damit nicht seinen Lebensunterhalt bestreiten oder in Saus und Braus leben, sondern macht es, weil es Spaß daran hat. Anders der Maler, der ist von Langeweile geplagt, von Unkreativität und Einfallslosigkeit. Ihm ist die Phantasie ausgegangen und er erinnert sich noch an Einstein: Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.
Mag ja sein, Einstein, denkt der Maler, aber noch schlimmer ist, wenn die Phantasie ausgegangen ist und man das weiß. Da kann Wissen richtig wehtun, auch wenn es nicht soooo wichtig zu sein scheint. Einstein war ja auch Physiker, und da hat man feste Formeln, nach denen man sich verhalten kann, da muss man nicht jeden Tag ein Bild malen.
Was tun, wenn die Motive ausgehen? Wenn alles schon gemalt worden ist?
Dann malt man eben, was gar nicht gibt.
Das nennt man abstrakt. Und exakt finden das manche Leute toll, die lieber Fotos von ihrem Pudel mögen, als ein expressiv gespachteltes Ölgemälde, das dem Wuwu oder Fifi gar nicht ähnlich sieht.
Abstrakte Malerei schadet niemandem. Das ist erst mal gut.
Und sie hilft dem Maler über die Sinnkrise hinweg.
Was der Betrachter aber mit dem Bild anfangen soll, weiß keiner.
Freies Assoziieren vielleicht; aber da ist man schnell auf die Psychoschiene gerutscht.
Guck mal, das dahinten sieht aus wie Mutter!
Das ist Oma!
Naja, für mich ist es Mutter, für dich Oma, Kindchen.
Und dann kann es auch schon losgehen mit der Psychokacke.
Da bleibt man lieber bei neutralen Assoziationen: Blume, Haus, Maus, Brustwarze.
Abstrakte Kunst ist gar nicht abstrakt, wenn man genauer hinsieht.
Dann fängt der Maler so an, vor sich hinzuklecksen und zu kleckern, ein bisschen Rot,ein bisschen Gelb, da noch etwas rumtüpfeln. Das kann schon das Kind im Kindergarten, nur will das damit nicht seinen Lebensunterhalt bestreiten oder in Saus und Braus leben, sondern macht es, weil es Spaß daran hat. Anders der Maler, der ist von Langeweile geplagt, von Unkreativität und Einfallslosigkeit. Ihm ist die Phantasie ausgegangen und er erinnert sich noch an Einstein: Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.
Mag ja sein, Einstein, denkt der Maler, aber noch schlimmer ist, wenn die Phantasie ausgegangen ist und man das weiß. Da kann Wissen richtig wehtun, auch wenn es nicht soooo wichtig zu sein scheint. Einstein war ja auch Physiker, und da hat man feste Formeln, nach denen man sich verhalten kann, da muss man nicht jeden Tag ein Bild malen.
Was tun, wenn die Motive ausgehen? Wenn alles schon gemalt worden ist?
Dann malt man eben, was gar nicht gibt.
Das nennt man abstrakt. Und exakt finden das manche Leute toll, die lieber Fotos von ihrem Pudel mögen, als ein expressiv gespachteltes Ölgemälde, das dem Wuwu oder Fifi gar nicht ähnlich sieht.
Abstrakte Malerei schadet niemandem. Das ist erst mal gut.
Und sie hilft dem Maler über die Sinnkrise hinweg.
Was der Betrachter aber mit dem Bild anfangen soll, weiß keiner.
Freies Assoziieren vielleicht; aber da ist man schnell auf die Psychoschiene gerutscht.
Guck mal, das dahinten sieht aus wie Mutter!
Das ist Oma!
Naja, für mich ist es Mutter, für dich Oma, Kindchen.
Und dann kann es auch schon losgehen mit der Psychokacke.
Da bleibt man lieber bei neutralen Assoziationen: Blume, Haus, Maus, Brustwarze.
Abstrakte Kunst ist gar nicht abstrakt, wenn man genauer hinsieht.
Be what you want
Tante Trude war immer schon schräg gewesen.
Be what you want, das war Englisch, dabei sprach Tante Trude
wenig Englisch, aber sie liebte es, in fremden Sprachen ein paar Brocken auf
den Tisch zu werfen und dann zu schauen, was die Leute damit anfingen.
Be what you want, grunzte Tante Trude erneut und klang fast
wie ein Gangsterrapper.
Ich wär’ gern ein Meerschweinchen, antwortete Piet.
Tante Trude guckte erstaunt, so als habe sie nicht erwartet,
dass jemand auf ihre Auslandsfloskeln antwortete.
Das ist schräg, sagte Tante Trude, ein Meerschweinchen. Wie
kommst du denn darauf, Piet?
Hast du doch gesagt, Tante Trude, be what you want!, antwortete Piet.
Hast du doch gesagt, Tante Trude, be what you want!, antwortete Piet.
Jaja, erwiderte Tante Trude, da magst du recht haben. Aber,
was heißt das denn?
Dass ich gern ein Meerschweinchen wär, wiederholte Piet.
Na, dann, vamos! Muchacho!
Tante Trude flüchtete vor dem Meerschweinchen Piet, das
seine Verwandlung noch nicht vollzogen hatte, nach Mexiko.
Be what you want, wiederholte Piet.
Naselang
Wer alle naselang krank ist, häufig knapp bei Kasse ist und wem alle naselang die Frau wegläuft, und wem das nicht gefällt, der sollte sich eine lange Nase, eine überlange Nase wünschen.
Wer alle naselang im Lotto gewinnt, wer häufig eine gut gefüllte Börse hat und wem es gefällt, wenn ihm alle naselang eine Frau zuläuft, der sollte sich eine kurzekurze Nase wünschen, auch wenn es der zugelaufenen Frau komisch erscheinen wird, denn anhand der Nase des Mannes will der Volksmund auf dessen Johannes schließen. Wer auch immer das sein mag, die Frau, die sich wundert oder das komisch findet und deshalb lacht, wird es ja wohl wissen. Zu viel sollte man aber von zugelaufenen Frauen nicht verlangen, denn irgendwo werden diese ja wohl weggelaufen sein. Und da kommen die Langnasen wieder ins Spiel.
Wer alle naselang im Lotto gewinnt, wer häufig eine gut gefüllte Börse hat und wem es gefällt, wenn ihm alle naselang eine Frau zuläuft, der sollte sich eine kurzekurze Nase wünschen, auch wenn es der zugelaufenen Frau komisch erscheinen wird, denn anhand der Nase des Mannes will der Volksmund auf dessen Johannes schließen. Wer auch immer das sein mag, die Frau, die sich wundert oder das komisch findet und deshalb lacht, wird es ja wohl wissen. Zu viel sollte man aber von zugelaufenen Frauen nicht verlangen, denn irgendwo werden diese ja wohl weggelaufen sein. Und da kommen die Langnasen wieder ins Spiel.
Missverständnis im Baumarkt
Es habe irgendwas mit dem Arsch zu tun, rätselt der Kunde vor dem schon leicht genervten Verkäufer, und hinten, also das Wort hinten habe ein „nal“ dran hängen. Was es denn genau sei, will der Verkäufer wissen. Irgendwas für zum Holz Verarbeiten, sagt der Kunde, er habe das nur besorgen sollen, aber vergessen, wie das heiße. Ihm falle nur hinternational ein, schlägt der Baumarktangestellte vor, da seien Hintern und „nal“ beide drin. Na gut, nun der Kunde, dann nehme ich das. Das haben wir nicht und das gibt es auch überhaupt nicht, erwidert der Verkäufer und trommelt leise mit den Fingern auf der Theke des Informationsstandes herum. Anal vielleicht, kommt dem Kunden eine Fast-Erleuchtung. Aber wo denn da der Hintern sei, wundert sich der Baumarktmensch. Keine Ahnung, der Kunde, vielleicht hinten. Wofür man denn das Produkt brauche, hakt der Fachmann nach. Zum Kleben, glaube ich, der Kunde. Ach – der Verkäufer erlebt eine Spontan-Dämmerung – Ponal, ja sicher, Po-nal, Ponal Holzleim. Jetzt ist es raus. Erleichterung bei beiden. Genau, nun der Kunde, Ponal, habe ich mir doch extra aufgeschrieben, weil, wegen blödem Wort und so. Ach, hier ist ja auch der Zettel. Na also, sagen Sie das doch gleich! Der Verkäufer: 4 Euro 79 für 120 g. Der Kunde: Nicht billig.
Genau, Kasse drei dann, antwortet der Verkäufer und zischt leise „Du Arsch!“ hinterher.
Genau, Kasse drei dann, antwortet der Verkäufer und zischt leise „Du Arsch!“ hinterher.
Einen Scherz machen will gelernt sein
Hast du was ausgefressen?, fragt Pedro. Nee, wie kommst du darauf? Weil du so dastehst, als hättest du was ausgefressen. Was ist denn ausfressen? Oder ausgefressen haben? Na, du hast wem einen Streich gespielt, zum Beispiel hast du an der Tür geklingelt und bist abgehauen. Dann ist der Klingelbesitzer zu Tür gelaufen, hat aufgemacht, aber keiner war da.
Naja, das ist doch gar nichts, das ist doch nur ein Scherz.
Robert steht immer noch da, als habe er etwas ausgefressen. Auf keinen Fall steht er so da, als habe er einen Scherz, über den alle lachen konnten, gemacht.
Der Klingelbesitzer, fährt Pedro fort, ist dann die Treppe wieder hochgelaufen, also, er wollte hochlaufen, ist auf der dritten Stufe ausgerutscht, hatte die Hände in den Hosentaschen und ist deshalb aufs Gesicht gefallen. Marmorstufen hat der im Haus. Mit den Zähnen wollte er sich wohl in der Stufe festbeißen. Zwei Zähne fehlen jetzt vorn, das bedeutet Zahnarzt. Das Gesicht ist blau und der Oberkörper geprellt. Und alles nur, weil einer aus Langeweile die Klingel gedrückt hat und abgehauen ist. Wär' vielleicht auch so passiert, sagt Robert. Pedro schüttelt den Kopf.
Wenn’s nicht klingelt, geht doch keiner runter. Ich mein ja auch, wenn ich nicht abgehauen wäre. Was hätte ich denn sagen sollen, etwa: Ich wollte nur mal klingeln und kucken, ob einer kommt? Das wär' für den kein Scherz gewesen. Du kennst den doch, der schreit doch gern mal los. Naja, das mit den Zähnen, das wollte ich nicht, und mit dem blauen Gesicht.
Bleib ruhig so stehen, sagt Pedro, hast ja doch keinen Scherz gemacht. Ich habe jedenfalls keinen lachen gehört.
Ich auch nicht, sagt Robert.
Offene Fragen:
Wieso hatte das Unfallopfer die Hände in den Hosentaschen? Zum Öffnen der Tür hätte er eine herausnehmen müssen. Warum steckt er sie dann gleich wieder hinein?
Warum läuft er die Treppe hoch? Er hätte ruhig gehen können. Hat er vielleicht einen Kessel Buntes auf dem Herd, der überzukochen drohte? Buntwäsche wird aber nur bei 60° gewaschen? Hat er vielleicht nicht mal eine Frau, die seine Wäsche wäscht? Ist er durch den Klingler sogar noch diskriminiert worden als alleinstehender, lebensunpraktischer Mann, der keine Frau hat, die ihm sagt, dass man Buntwäsche nicht kocht?
Naja, das ist doch gar nichts, das ist doch nur ein Scherz.
Robert steht immer noch da, als habe er etwas ausgefressen. Auf keinen Fall steht er so da, als habe er einen Scherz, über den alle lachen konnten, gemacht.
Der Klingelbesitzer, fährt Pedro fort, ist dann die Treppe wieder hochgelaufen, also, er wollte hochlaufen, ist auf der dritten Stufe ausgerutscht, hatte die Hände in den Hosentaschen und ist deshalb aufs Gesicht gefallen. Marmorstufen hat der im Haus. Mit den Zähnen wollte er sich wohl in der Stufe festbeißen. Zwei Zähne fehlen jetzt vorn, das bedeutet Zahnarzt. Das Gesicht ist blau und der Oberkörper geprellt. Und alles nur, weil einer aus Langeweile die Klingel gedrückt hat und abgehauen ist. Wär' vielleicht auch so passiert, sagt Robert. Pedro schüttelt den Kopf.
Wenn’s nicht klingelt, geht doch keiner runter. Ich mein ja auch, wenn ich nicht abgehauen wäre. Was hätte ich denn sagen sollen, etwa: Ich wollte nur mal klingeln und kucken, ob einer kommt? Das wär' für den kein Scherz gewesen. Du kennst den doch, der schreit doch gern mal los. Naja, das mit den Zähnen, das wollte ich nicht, und mit dem blauen Gesicht.
Bleib ruhig so stehen, sagt Pedro, hast ja doch keinen Scherz gemacht. Ich habe jedenfalls keinen lachen gehört.
Ich auch nicht, sagt Robert.
Offene Fragen:
Wieso hatte das Unfallopfer die Hände in den Hosentaschen? Zum Öffnen der Tür hätte er eine herausnehmen müssen. Warum steckt er sie dann gleich wieder hinein?
Warum läuft er die Treppe hoch? Er hätte ruhig gehen können. Hat er vielleicht einen Kessel Buntes auf dem Herd, der überzukochen drohte? Buntwäsche wird aber nur bei 60° gewaschen? Hat er vielleicht nicht mal eine Frau, die seine Wäsche wäscht? Ist er durch den Klingler sogar noch diskriminiert worden als alleinstehender, lebensunpraktischer Mann, der keine Frau hat, die ihm sagt, dass man Buntwäsche nicht kocht?
Camping und Hunde
Hunde auf Campingplätzen sind häufig dumm: Sie sehen aus wie eine Mischung aus Osterlamm und Schildkröte oder wie langhaarige Bonsairehe. Da gibt es den Typ Fledermausohrenhund, der nicht fliegen kann, aber ständig den Rücken krumm macht, als wolle er jeden Moment eine Wurst aus dem Kreuz drücken. Diese Hunde laufen in ihrer animalischen Beschränktheit vor ein im Schritttempo fahrendes Auto, worauf der Hundebesitzer den Tollpatsch leibevoll streichelt und sein Fehlverhalten auch noch verstärkt, den Autofahrer aber beschimpft er, als sei Schritttempofahren eine Art Erbschuld oder Ur-Sünde. Dafür scheißen diese Hunde aber mit unglaublichem Spürsinn an die Stelle , die der unbedarfte Erholungssuchende mit seinem Liegestuhl besetzen will und gelegentlich, zu seinem größten Schrecken, auch besetzt. Nachdem sich der Geruch der hündlichen Hinterlassenschaft voll entwickelt hat, kann der Liegestuhlinhaber ermessen, wie groß die Liebe des Hundebesitzers sein muss, mit einem Geschöpf, dass solchen Dreck hinterlässt, in Urlaub zu fahren.
Ganzheitliches Wahrnehmen: Verkehrssicheres Fahrrad
Bei näherem Betrachten wird der eine oder andere schon unruhig und sagt: Ok, es ist eine Art Verkehrsschild mit einem Fahrrad drauf, das sagen will: Fahrradfahren verboten! Nicht über dieses Schild fahren! Dann zweifeln die Menschen weiter und ergänzen: Es ist gar kein Schild, sondern nur auf den Boden gemalt und ein Fahrrad ist es schon lange nicht, sondern nur ein Bild davon. Schwaz-rot-weiß....vielleicht eine geheime Botschaft von Neo-Nazis? Die Pedalen ander Tretachse sind stilisierte Hakenkreuze, die beiden Räder sind eine liegende Acht, was bedeutet: 8.Buchstabe im Alphabet, H, steht für Hitler, liegende acht also: Hitler schläft oder leigt herum.
Möglicherweise ist es aber wirklich ein Verbotshinweis für wild umherfahrende Radfahrer, die vor nichts halt machen.
Im Grunde sind es schwarze Striche und Punkte, die nicht einmal eine Verbindung miteinander haben. Erst die Tasache, dass wir ganzheitlich wahrnehmen wollen, lässt uns aus ein paar lässig dahingeworfenen Einzelteilen ein Fahrrad im Hirn basteln. Was die Farben des Deutschen Reiches dort dann anstellen, ist noch nicht erforscht. Klar ist allerdings, dass das Fahrrad, das wir zusammengesetzt haben, überhaupt nicht den Sicherheitsanforderungen für den Starßenverkehr entspricht. Es hat nicht einmal eine Beleuchtungsanlage, die vor allem, allen Akku-Freaks zum Trotz, aus einem guten deutschen Dynamo besteht, sozusagen als Kernstück des Ganzen, damit man nicht nur sieht, sondern vor allem gesehen wird. Eine Lampe mit Birne ohne Dynamo bringt nichts!
Da Fahrradfahren, wie das Schild sagen will, hier verboten ist, ist das allerdings sowieso egal, denn man darf ein Fahrrad, auch ein verkehrssicheres, nicht mit sich führen. Auch Neonazis dürfen das nicht, und so hat die Behörde mal wieder zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, allein durch kreative Farb- und Symbolgestaltung auf einem gepflasterten Untergrund. Saubere Arbeit der Großen Koalition!
Schopftintlinge wollen in die Stadt
Drei Schopftintlinge wollten in die Stadt, doch ängstigten sie sich, ob sie nicht fälscherlicherweise für Stinkmorchel gehalten würden.
Aber wir stinken doch gar nicht, meinte der eine. Schon wand der zweite ein, dass sie wohl doch röchen, wenn sie sich zwei Wochen nicht gewaschen hätten. Und die Form ist auch ähnlich, meinte der dritte.
Was soll uns denn passieren, als dass man uns fälschlicherweise für Stinkmorchel hielte?, fragte nun der eine Tintling.
Die Frauen werden schreiend vor uns davonlaufen, wusste der dritte Tintling, und der erst fragte: Wegen des Gestanks?
Nein, wohl eher wegen der Form, antwortete der Gefragte.
Ja, was ist denn an der Form, als dass sie schlimmer sein könnte, als der Gestank nach zwei Wochen nicht gewaschenem Tintling?, wollte jener genauer wissen.
Das könne er auch nicht sagen, aber es habe wohl etwas mit den Menschenmännern zu tun, wusste der dritte Tintling zu berichten.
Ja, was denn?, schoss es wie aus einem Mund aus den anderen beiden heraus.
Die Männer zertreten die Tintlinge gern und brüllen dabei immer: Das ist doch demütigend! Das ist doch demütigend!
Und, ergänzte der kluge Tintling, es liege nicht am Geruch, denn man habe auch schon wohlriechende Tintlinge am Straßenrand zertreten liegen gesehen.
Die drei Tintlinge wussten allerdings nicht, was das Wort demütigend bedeutete.
Schreiende Frauen, die wegliefen, sei das eine, aber um sich tretende und brüllende Männer seien keine Einladung, einen Gang in die Stadt zu machen.
Lasst uns hierbleiben, schlug der erste Tintling vor, und die anderen nickten. Was war denn in der Stadt außer Shoppengehen schon los? Geld hatten sie ja auch keins.
Stadtluft macht eben nicht immer frei; auch wenn man gut reicht.
Aber wir stinken doch gar nicht, meinte der eine. Schon wand der zweite ein, dass sie wohl doch röchen, wenn sie sich zwei Wochen nicht gewaschen hätten. Und die Form ist auch ähnlich, meinte der dritte.
Was soll uns denn passieren, als dass man uns fälschlicherweise für Stinkmorchel hielte?, fragte nun der eine Tintling.
Die Frauen werden schreiend vor uns davonlaufen, wusste der dritte Tintling, und der erst fragte: Wegen des Gestanks?
Nein, wohl eher wegen der Form, antwortete der Gefragte.
Ja, was ist denn an der Form, als dass sie schlimmer sein könnte, als der Gestank nach zwei Wochen nicht gewaschenem Tintling?, wollte jener genauer wissen.
Das könne er auch nicht sagen, aber es habe wohl etwas mit den Menschenmännern zu tun, wusste der dritte Tintling zu berichten.
Ja, was denn?, schoss es wie aus einem Mund aus den anderen beiden heraus.
Die Männer zertreten die Tintlinge gern und brüllen dabei immer: Das ist doch demütigend! Das ist doch demütigend!
Und, ergänzte der kluge Tintling, es liege nicht am Geruch, denn man habe auch schon wohlriechende Tintlinge am Straßenrand zertreten liegen gesehen.
Die drei Tintlinge wussten allerdings nicht, was das Wort demütigend bedeutete.
Schreiende Frauen, die wegliefen, sei das eine, aber um sich tretende und brüllende Männer seien keine Einladung, einen Gang in die Stadt zu machen.
Lasst uns hierbleiben, schlug der erste Tintling vor, und die anderen nickten. Was war denn in der Stadt außer Shoppengehen schon los? Geld hatten sie ja auch keins.
Stadtluft macht eben nicht immer frei; auch wenn man gut reicht.
Das nackt Knie in der Kunst: Roy Leichtenstin - Das nackte Knie (2013)
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| Roy Leichtenstin: Nacktes Knie (2013) |
Eines Tages saß ich im Bad und betrachtete mein Knie. O, dachte ich, welch schönes Knie, aber welch verletzliches Knie auch!
Wenn jetzt jemand käme und haute mit einem Hammer davor, dann wäre das sehr schmerzhaft. Das Knie wäre vielleicht kaputt und ich läge am Boden und krümmte mich vor Schmerzen.
Ich dachte weiter, dass mein ein so schönes Knie doch bewahren müsste für die Nachwelt und beschloss, daraus ein Kunstwerk zu machen.
Ich knipste mein Knie mit meiner Taschenkamera und haute es dann auf meinem Laptop in die Vorschau, unter der man auch Bilder verbessern kann. Sechsmal schob ich Schärfe bis zum Anschlag rein, dann wurde das Bild so krusselig. Dann die Sättigung volles Rohr, auch ein paar mal, bis die Farben so richtig schön grell sind, das wollen die Leute, das passt zum Wohnzimmer der Neureichen.
Schließlich unter PAINTBRUSH mit dem Farbeimer noch ein bisschen was zugespachelt, möglichst unechte Füllstoffe natürlich, künstliche Stoffe natürlich, hahaha, was für ein Widerspruch, klasse!, und fertig! Unten noch ein bisschen was abgeschnitten, da wo es dunkel wird und das wars's auch schon.
Bloß nicht nachmachen! Das ist schließlich Kunst, und dann kann das eben auch nicht jeder. Und es muss auch immer ein paar geben, die das Ding kaufen.
(Aus: Roy Leichtenstin - Ich und meine BIlder. Wie ich's mache, aber bloß nicht nachmachen!, Berlin 2013)
Tonnes Tagebuch: Hummels denkt an Haartransplantation
Liebes Tagebuch!
Da hat doch eine Kollegin gewagt, eine zweite Kaffeemaschine aufzubauen. Ein Aufschrei ging durch den Raum; seit Jahren unterstützen wir die Dritte Welt durch das Abtrinken von fair gehandeltem Kaffee. Fair, aber hart! So ist das Gütesiegel, und mancher kämpft gegen das Aufbrechen seines Magengeschwürs, nimmt das aber in Kauf, weil es um eine gute Sache geht! Ist das nicht purer Eigennutz, eine zweite Maschine zu betreiben und dann Tschibo Milde Sorte einzufüllen? Ist Tschibo nicht eine dieser Ausbeuter-Konsortien, die kleine dunkle Kinder unter 10 schon Kaffeebohnen sortieren lassen?
Sind die Teetrinker besser?
Gut, es gibt auch fair gehandelten Tee, aber der schmeckt irgendwie komisch, vor allem der grüne, da muss man schon seine Geschmacksknospen vorher betäuben, damit der runtergeht. Vielleicht ist es aber auch nur die falsche Sorte.
Ich werde heute mal ein Schlückchen Tschibo probieren. Vielleicht schmeckt der ja gar nicht.
Hummels will sich Haare transplantieren lassen, stand heute in der Zeitung.
Der soll lieber Fußball spielen, da ist mir doch egal, wie der auf dem Kopf aussieht. Es wird zu viel Platz in Tageszeitungen verschwendet für überflüssige Nachrichten; hochgerechnet ist das wieder ein Quadratkilometer Regenwald, der da abgeholzt wird, damit dieser Blödsinn verbreitet werden kann. Hochgerechnet, wie gesagt, also über einen gewissen Zeitraum, wenn man allen Blödsinn zusammenfasst.
Im Mauerhohlraum nach Osten nisten Hummeln. Die sehen nicht mehr so aus wie früher, sie sind dunkler und haben kaum Farbe am Leib. Wahrscheinlich sind es amerikanische, die irgendwer eingeschleppt hat, wie damals den Kartoffelkäfer.
Sie werden nervös, wenn man sich vor den Einfluglöchern aufhält.
Wie bin ich jetzt auf Hummeln gekommen?
Da hat doch eine Kollegin gewagt, eine zweite Kaffeemaschine aufzubauen. Ein Aufschrei ging durch den Raum; seit Jahren unterstützen wir die Dritte Welt durch das Abtrinken von fair gehandeltem Kaffee. Fair, aber hart! So ist das Gütesiegel, und mancher kämpft gegen das Aufbrechen seines Magengeschwürs, nimmt das aber in Kauf, weil es um eine gute Sache geht! Ist das nicht purer Eigennutz, eine zweite Maschine zu betreiben und dann Tschibo Milde Sorte einzufüllen? Ist Tschibo nicht eine dieser Ausbeuter-Konsortien, die kleine dunkle Kinder unter 10 schon Kaffeebohnen sortieren lassen?
Sind die Teetrinker besser?
Gut, es gibt auch fair gehandelten Tee, aber der schmeckt irgendwie komisch, vor allem der grüne, da muss man schon seine Geschmacksknospen vorher betäuben, damit der runtergeht. Vielleicht ist es aber auch nur die falsche Sorte.
Ich werde heute mal ein Schlückchen Tschibo probieren. Vielleicht schmeckt der ja gar nicht.
Hummels will sich Haare transplantieren lassen, stand heute in der Zeitung.
Der soll lieber Fußball spielen, da ist mir doch egal, wie der auf dem Kopf aussieht. Es wird zu viel Platz in Tageszeitungen verschwendet für überflüssige Nachrichten; hochgerechnet ist das wieder ein Quadratkilometer Regenwald, der da abgeholzt wird, damit dieser Blödsinn verbreitet werden kann. Hochgerechnet, wie gesagt, also über einen gewissen Zeitraum, wenn man allen Blödsinn zusammenfasst.
Im Mauerhohlraum nach Osten nisten Hummeln. Die sehen nicht mehr so aus wie früher, sie sind dunkler und haben kaum Farbe am Leib. Wahrscheinlich sind es amerikanische, die irgendwer eingeschleppt hat, wie damals den Kartoffelkäfer.
Sie werden nervös, wenn man sich vor den Einfluglöchern aufhält.
Wie bin ich jetzt auf Hummeln gekommen?
Aufgeräumtheit zur Jahresmitte
Es ist immer ein gutes Gefühl, aufgeräumt zu haben, und natürlich auch zu sein.Das Äußere kehrt sich ins Innere. Wer seinen Schreibtisch aufräumt, wird innen auch übersichtlicher, er gewinnt Struktur, auch wenn diese schlicht ist.
Besser schlicht strukturiert, als chaotisch unorganisiert.
Der Kuddelmuddelmensch läuft in das offene Messer der durchorganisierten Bürokratie, die sich immer mehr unseres Alltags bemächtigt und verselbständigt. Sie gewinnt Obrigkeit, Herrschaft und Diktatur.
Wer ein Formular ausfüllen soll, will oder muss, kann sich nur dieser Struktur unterordnen, sonst hat er verloren; sonst verliert er sich im Dschungel der Paragraphen und Vorschriften. Und dann kommt der Sachbearbeiter oder Strukturbeamte mit seinem sauber gefeilten Zeigefinger und winkt sein Dududu! Mach das mal ordentlich! in unser Leben.
Deshalb der gutgemeinte Ratschlag: Aufräumen!
Das räumt nicht nur mit Vorurteilen auf, sondern auch sonstwie irgendwie oder so.
Hochnäsige in Gefahr
Der erleuchtete Himmel, besonders am Abend, zeigt uns seine Botschaften, wenn wir sie denn verstehen wollen.
Wolkenformationen fügen sich zu Ratschlägen und Warnungen zusammen, die erkannt werden wollen.
Die Sonne beleuchtet das Ganze von hinten und schafft eine düster-mystische Stimmung, die dem Ängstlichen die Haut auf den Unterarmen zusammenzieht.
Spitzgereckte Finger zeigen in die Zukunft, deuten in die Vergangenheit oder warnen vor Fehlverhalten in der Gegenwart.
Immer dort, wo sich ein länglicher Wolkenteil schräg in die Höhe streckt, wird Hochnäsigen gezeigt:
Vorsicht vor Hochnäsigkeit!
Der, der den Blick demütig nach unten richtet, kann das Zeichen weder sehen, noch deuten.
Der Demütige ist in der Regel nicht hochnäsig und kann beruhigt weiter den Boden nach Zeichen und Wundern absuchen, ohne in Gefahr zu sein.
Der Hochnäsige aber, welcher zwar die Botschaft lesen kann, rennt vielleicht just in dem Moment in einen Absperrpümpel aus Gusseisen und beschädigt seinen Unterleib. Das hätte er vermeiden können, wenn er nicht dem Irrglauben erlegen gewesen wäre, man könne am Himmel eindeutige Botschaften erkennen, denn diese, so erkennt er jetzt, sind zwei- bis mehrdeutig, je nach dem, was im Anschluss an das Lesen folgt.
Es ist einfach so, dass sich auch der Himmel manchmal einen Scherz erlaubt, dessen Opfer gern der Hochnäsige ist, denn der hat den Blick dafür.
Wolkenformationen fügen sich zu Ratschlägen und Warnungen zusammen, die erkannt werden wollen.
Die Sonne beleuchtet das Ganze von hinten und schafft eine düster-mystische Stimmung, die dem Ängstlichen die Haut auf den Unterarmen zusammenzieht.
Spitzgereckte Finger zeigen in die Zukunft, deuten in die Vergangenheit oder warnen vor Fehlverhalten in der Gegenwart.
Immer dort, wo sich ein länglicher Wolkenteil schräg in die Höhe streckt, wird Hochnäsigen gezeigt:
Vorsicht vor Hochnäsigkeit!
Der, der den Blick demütig nach unten richtet, kann das Zeichen weder sehen, noch deuten.
Der Demütige ist in der Regel nicht hochnäsig und kann beruhigt weiter den Boden nach Zeichen und Wundern absuchen, ohne in Gefahr zu sein.
Der Hochnäsige aber, welcher zwar die Botschaft lesen kann, rennt vielleicht just in dem Moment in einen Absperrpümpel aus Gusseisen und beschädigt seinen Unterleib. Das hätte er vermeiden können, wenn er nicht dem Irrglauben erlegen gewesen wäre, man könne am Himmel eindeutige Botschaften erkennen, denn diese, so erkennt er jetzt, sind zwei- bis mehrdeutig, je nach dem, was im Anschluss an das Lesen folgt.
Es ist einfach so, dass sich auch der Himmel manchmal einen Scherz erlaubt, dessen Opfer gern der Hochnäsige ist, denn der hat den Blick dafür.
Schneeelefanten essen Eis

Dieter: Nee, was habe ich schon lange kein Eis mehr gegessen.
Rolf: Das ist Schnee.
Dieter: Schmeckt aber wie Eis.
Rolf: Jetzt sag nicht, dass das Eis mit Schneegeschmack ist.
Dieter: Genau.
Rolf: Das ist gefrorenes Wasser.
Dieter: Na also, eine Art Wassereis eben, wie beim Italiener oder....
Rolf: So'n Quatsch.
Dieter: ....früher Capri, das war auch ein Wassereis.
Rolf: Du solltest dich auf deine Wurzeln besinnen.
Dieter: Man kann nicht immer Wurzeln essen, man muss sich auch mal was gönnen, ein Wassereis mit Schneegeschmack.
Rolf: Wohl eher Schnee mit Wassereisgeschmack.
Dieter: Du kannst nichts genießen.
Rolf: Ich mag kein Eis.
Dieter: Ich schon.
Rolf: Jetzt weiß ich's ja.
Dazugehören
Galionsfigur mit Denkfalten und zu tiefem Ausschnitt
Das hast du jetzt davon.
In Ritas Kopf wirbelten typische, verhasste, fünfzig mal zu oft gehörte Elternsätze durcheinander. Die immer dann besonders trafen, wenn die Eltern auch noch Recht hatten.
Aus Schaden wird man klug. Wer nicht hören will, muss fühlen.
Rita war nun ein bisschen klüger. Und sie fühlte. Was sie alles fühlte, wollte sie gar nicht in Worte kleiden. Aber sie wusste, dass sie nächstes Mal eine andere Mitfahrgelegenheit suchen würde. Einen anderen Typen fragen würde. Auch wenn die Tätowierungen noch so cool waren. Klar, ich mach auch nen Umweg durch den Ärmelkanal, ich muss da sowieso meine Mutter besuchen, ich nehm dich mit, hatte er gesagt. Umsonst, na sicher. Kannst dich ja an Bord ein bisschen nützlich machen. Und dann das.
Rita hatte frei sein und nicht mehr auf ihre Eltern hören wollen. Hätte sie doch.
Was ist Freiheit?, dachte Rita.
Komplementärkontraste
Danke für dein liebes Brief. Ich bekomm noch viel liebes Brief in Jahr, aber ich will dir selbst entgegnen oder heißt es begegnen? Ja, ich war ein echte dröm man früher, aber du sollst glauben, das ich das heute noch bin. Echt! Ich bin erst 55 und das ist kein Alter für eine dröm man. So wie du träumen noch viel svensk und tysk Mädchen von mich und ich tu was ich kann für sie. Ich schick ein schöne Styck aus meine neue Collection, vielleicht passt die Farbe zu dein Augen? Leider wusste ich nicht deine Konfektion. Ich tippe Größe A, das ist mini. Es gibt auch midi und maxi. Mini ist Tischtennisball, midi Tennisball und maxi Medicineball. Haha, das war Witz von einem Blonden. Haha, stimmt natürlich nicht. Also, ein mini Kleidungsstück, hab ich aber nicht selbst getragen. Und nicht selbst unterschrieben, dafür klebt eine schöne Etikett mit meine schöne Namen drin, hinten, an dem Haken. Schön, oder? Soll ich dein syster auch ein schicken? Tischtennis oder Tennis? Privat wart ich ja immer noch auf Medicineball, war aber noch nicht da. Kommt vielleicht noch. Wer ist Michael Holm? Hat sie Davis-Cup gespielt? Dein syster ist ein bisschen flatterhaft, nicht wahr? Flexibel sagen wir auf svensk. Und hat viel fernsehen. Aber gute Geschmack! Du natürlich auch. Ich errate dir noch eine Geheimnis: Ich will nun eine Krimi schreiben. Ja. Svensk Krimis sind beliebt in Deutschland. Ich hab Ideen für drei Krimis. Ich hoffe, du kaufst bald alle. Vielleicht komm ich auch mit Buch nach Deutschland und lese vor, in echt. Dann sehen wir uns, bring deine syster auch mit, ich trink dann noch was mit euch.
Der svensk dröm man
Ted Willjems: Im Land der Plastikfrauen (6)
Frepp, du alte Spannschachtel, wo gehobelt wird, da fallen Spanner! Hahaha!
Ich habe dir ja geschrieben, dass das Land der Plastikfrauen antiantiantiseptisch ist, nichts liegt hier rum, was eklig aussieht oder an dem Bakterien anhaften und dir die nächste Seuche an den Hals hetzen.
Ich war jetzt in der Hauptstadt und du glaubst es nicht, die Bürgersteige!
Klar, dass hier jeder mit vollautomatisch gereinigtem Schuhwerk rumläuft, damit sich nichts, aber auch gar nicht festsetzen kann. Die Hunde sind hinten zugenäht und werden alle 5 Stunden oral abgepumpt, damit hier nichts auf den Boden kommt. Nichts, in das man treten kann! Frepp! Erinnerst du dich noch, wie oft haben wir geflucht: Verdammte Kacke! Verdammte Hunde, wollt ihr ewig leben?
Kein Gestank an der Hacke und auch nichts, das sich darauf reimt.
Dienstag, der heißt hier PVZeh, bin ich gestolpert. Als ich mich aufgerichtet hatte, sah ich die Ursache. Ein Plastiknippel auf dem Bürgersteig, der hier übrigens Bürgerinnensteig heißt, so in etwa übersetzt eben.
Erst dachte ich, es sei ein Gulli-Deckel mit Griff, aber dann wurden in mir Erinnerungen wach an die Kindheit und überhaupt an damals, als alles noch weich und rund und schön war und der Bedürfnisbefriedigung diente, also, dass ich oder man satt wurde.
Es war zum Niederknien, was ich auch tat.
Frepp, ich hatte ja geschrieben, dass man Plastikfrauen nicht zwingend küssen muss, weil ihre Lippen hart sind, Plastik eben.
Ich kniete also nieder und wollte das Weiche und Warme und Schöne fühlen, und, Frepp, es war wirklich ein Gullideckel mit Plastikgriff.
Ich habe vor Enttäuschung geheult, was ich ja normalerweise nie tue. Aber das hier war nicht normalerweise; das war Psycho-Folter, wenn das irgendeine Plastikfrau bewusst arrangiert hatte.
Frepp, sonst geht es mir gut, alles etwas steril hier; die Bratwurst ist steif, weil eben auch aus den Kunstmaterialien und das Pils schmeckt, als hätte man es durch einen dieser vorzeitlichen Airbags(du erinnerst dich?) laufen lassen.
Ich war am Anfang dieser Post gut drauf; jetzt bin ich traurig. Scheiß-Gullideckel! Ein Klumpen Hundescheiße ist eigentlich ehrlicher, da spürt man etwas, auch wenn es nur Wut und Ekel sind.
Faszinierende Bergwelt (2): Dem Himmel nah sein
Er ging auf den Berg, um dem Himmel nah zu sein.
Beim Abstieg stürzte er in eine Schlucht. Dort war er dem Himmel noch näher.
Welttag der Jogginghose
Für was es nicht alles Welttage gibt! Sogar für die verpönte Jogginghose, die irgendwann, als die lange Turnhose, innen angeraut, ausgedient hatte und etwas Neues kommen musste, auf den Wühltischen lag.
Turnhose war ein deutsches Wort, Jogginghose klang ausländisch und konnte von Menschen, die des Englischen nicht mächtig waren, nicht näher zugeordnet werden.
Der ältere Mensch in den Achtzigern sprach auch gern mal von einer Goggi-Hose, weil das J, was eigentlich als schlabberiges Dsch ausgesprochen werden sollte, als unvornehm galt.
Jürgen wurde manchmal zu Gürgen, und aus Komm jetzt her! ein Komm getz her!
Das J als solches, wenn auch am richtigen Platz, galt als unsauber ausgesprochener Konsonant. Unsauberes wollte nicht geduldet werden.
Die Jogginghose brachte sprachlich eine Menge durcheinander, setzte sich aber dann doch in die Köpfe und auf die Körper der Bevölkerung, weil sie so bequem war.
Die Steigerung der Jogginghose waren zwei Jogginghosen im Partnerlook.
Deren Steigerung die Partnerlookjogginghosen, zu denen helle Tennissocken und Straßenschuhe, gern auch in Braun, getragen wurden. Wer noch eins draufsetzen wollte, führte als Beiwerk einen Dackel an der mittellangen Leine.
Dass man heute einen Welttag begeht, liegt wohl daran, dass die Jogginghose von der strammen Funktionsbike- oder Runninghose abgelöst wurde, die aber nicht angenehm zu tragen ist, sondern auch noch die ungewünschten Dellen im Körper betont, sodass sich diese Kleidung lediglich für Leute eignet, die entweder gut aussehen, oder aber schnell wegfahren oder -laufen.
Vielleicht könnte man auch einen Welttag des Minipli, der jeden Mann wie seine eigene Großtante aussehen ließ, einführen, wenn es den nicht schon gibt.
Turnhose war ein deutsches Wort, Jogginghose klang ausländisch und konnte von Menschen, die des Englischen nicht mächtig waren, nicht näher zugeordnet werden.
Der ältere Mensch in den Achtzigern sprach auch gern mal von einer Goggi-Hose, weil das J, was eigentlich als schlabberiges Dsch ausgesprochen werden sollte, als unvornehm galt.
Jürgen wurde manchmal zu Gürgen, und aus Komm jetzt her! ein Komm getz her!
Das J als solches, wenn auch am richtigen Platz, galt als unsauber ausgesprochener Konsonant. Unsauberes wollte nicht geduldet werden.
Die Jogginghose brachte sprachlich eine Menge durcheinander, setzte sich aber dann doch in die Köpfe und auf die Körper der Bevölkerung, weil sie so bequem war.
Die Steigerung der Jogginghose waren zwei Jogginghosen im Partnerlook.
Deren Steigerung die Partnerlookjogginghosen, zu denen helle Tennissocken und Straßenschuhe, gern auch in Braun, getragen wurden. Wer noch eins draufsetzen wollte, führte als Beiwerk einen Dackel an der mittellangen Leine.
Dass man heute einen Welttag begeht, liegt wohl daran, dass die Jogginghose von der strammen Funktionsbike- oder Runninghose abgelöst wurde, die aber nicht angenehm zu tragen ist, sondern auch noch die ungewünschten Dellen im Körper betont, sodass sich diese Kleidung lediglich für Leute eignet, die entweder gut aussehen, oder aber schnell wegfahren oder -laufen.
Vielleicht könnte man auch einen Welttag des Minipli, der jeden Mann wie seine eigene Großtante aussehen ließ, einführen, wenn es den nicht schon gibt.
Mode und Käse
Wer sich den Modetrends entziehen und auf Trendsetting setzen will, sollte diese neue und schöne Schmuck- und Bastelidee genauer betrachten: Selbstgemachte Käseanhänger zieren den Oberkörper des Trägers und bieten gleichzeitig eine Zwischenmahlzeit für Notsituationen.
Gern verwendet man gelöcherten Käse, etwa Emmentaler oder Leerdamer. Um das Loch herumschneiden, an die Kette hängen und ferig ist der Schmuck!
Das Schöne darüber hinaus: Der Anhänger verändert jeden Tag seine Form und Konsistenz und erweckt den Eindruck, man wechsele täglich das Geschmeide.
Ach wenn manche das Ganze mit einem platten "Alles Käse!" abtun wollen, so wird sich der Modebeflissenen der Magie des Selbstgebastelten nicht entziehen können.
Olfaktorisch bieten Esrom und Havarti die größten Chancen, wahrgenommen zu werden.
Und darum geht es doch überhaupt in der Mode: Nicht gut aussehen, sondern auffallen.
Gern verwendet man gelöcherten Käse, etwa Emmentaler oder Leerdamer. Um das Loch herumschneiden, an die Kette hängen und ferig ist der Schmuck!
Das Schöne darüber hinaus: Der Anhänger verändert jeden Tag seine Form und Konsistenz und erweckt den Eindruck, man wechsele täglich das Geschmeide.
Ach wenn manche das Ganze mit einem platten "Alles Käse!" abtun wollen, so wird sich der Modebeflissenen der Magie des Selbstgebastelten nicht entziehen können.
Olfaktorisch bieten Esrom und Havarti die größten Chancen, wahrgenommen zu werden.
Und darum geht es doch überhaupt in der Mode: Nicht gut aussehen, sondern auffallen.
Wenn es mal zu bunt wird
Unsere Wahrnehmung ist immer themenorientiert:
Wenn wir Hunger haben, suchen wir ein Bild nach einem Butterbrot ab oder fahnden nach einer anderen Nahrungsquelle, so, wie wir es als Säuglinge gelernt haben.
Ist uns so trüb und sieht die Welt schwarzweiß aus, lechzen wir nach Farbe.
Wenn wir wieder Lust auf geometrische Figuren haben, dann fällt uns an einer Dame ohne Oberkörperbekleidung vielleicht ein rechter Winkel auf, der aus der Frau wächst und sich zum Himmel emporreckt.
Ist die eine Gesichtshälfte der Person rot, dann vermuten wir, wenn wir unseren selbstgerechten Tag haben, einen schlagenden Ehemann und absolvieren schnell ein paar Klimmzüge, um uns zu stählen. Der Ehemann könnte uns begegnen und wir wollen natürlich der Stärkere sein und dem Ungeheuer ein paar verpassen.
Wenn uns nach Leerstellen ist, weil sowieso alles viel zu voll ist, dann achten wir auf die Lücken in unserem Gegenüber. Wo ist ein Loch, eine Kerbe, ein Fenster, das blass und unbedeutend herumsitzt, -steht oder -liegt?
Dass aber letztlich die Gesamtperson das Wichtige und Entscheidende ist, erkennen wir, wenn der Mensch vor uns verschwunden ist, wahrscheinlich mit einer schnippischen Geste.
Der Rat bleibt: Männer, nicht auf Ziegen starren! Wir sind hier ja nicht im NSA-Trainingscamp!
Wenn wir Hunger haben, suchen wir ein Bild nach einem Butterbrot ab oder fahnden nach einer anderen Nahrungsquelle, so, wie wir es als Säuglinge gelernt haben.
Ist uns so trüb und sieht die Welt schwarzweiß aus, lechzen wir nach Farbe.
Wenn wir wieder Lust auf geometrische Figuren haben, dann fällt uns an einer Dame ohne Oberkörperbekleidung vielleicht ein rechter Winkel auf, der aus der Frau wächst und sich zum Himmel emporreckt.
Ist die eine Gesichtshälfte der Person rot, dann vermuten wir, wenn wir unseren selbstgerechten Tag haben, einen schlagenden Ehemann und absolvieren schnell ein paar Klimmzüge, um uns zu stählen. Der Ehemann könnte uns begegnen und wir wollen natürlich der Stärkere sein und dem Ungeheuer ein paar verpassen.
Wenn uns nach Leerstellen ist, weil sowieso alles viel zu voll ist, dann achten wir auf die Lücken in unserem Gegenüber. Wo ist ein Loch, eine Kerbe, ein Fenster, das blass und unbedeutend herumsitzt, -steht oder -liegt?
Dass aber letztlich die Gesamtperson das Wichtige und Entscheidende ist, erkennen wir, wenn der Mensch vor uns verschwunden ist, wahrscheinlich mit einer schnippischen Geste.
Der Rat bleibt: Männer, nicht auf Ziegen starren! Wir sind hier ja nicht im NSA-Trainingscamp!
Gedichte mit Gebäudeteilen drin: Garagendach
Georg Krakl - Mein Garagendach (2014)
Mein Garagendach
ist flach
und wenn es regnet,
steht das Wasser drauf,
als sei es durch den Himmel selbst gesegnet.
Darum nehm' ich diesen Mangel gern in Kauf.
Denn gesegnete Garagendächer
werden niemals flächer, niemals schwächer.
Ja, man sagt ja gern: Der Regen,
der bringt Segen
auch den Teilen an Gebäuden.
Einen Segen soll man nicht vergeuden.
Darum bleibt das Dach
weiter flach,
dass der Segen, wenn es gießt,
nicht am Rande runterfließt.
Mein Garagendach
ist flach
und wenn es regnet,
steht das Wasser drauf,
als sei es durch den Himmel selbst gesegnet.
Darum nehm' ich diesen Mangel gern in Kauf.
Denn gesegnete Garagendächer
werden niemals flächer, niemals schwächer.
Ja, man sagt ja gern: Der Regen,
der bringt Segen
auch den Teilen an Gebäuden.
Einen Segen soll man nicht vergeuden.
Darum bleibt das Dach
weiter flach,
dass der Segen, wenn es gießt,
nicht am Rande runterfließt.
Günter Krass: Paul
Dahinter die Mutter auf zähem Esel. Das muss Vater sein,
denkt Paul.
Wenn ich Sporen hätte, gäbe ich die jetzt, weißer Gaul!,
denkt Paul das Pferd an.
Das Pferd rennt, was das Zeug hält. Zaumzeug fehlt, man
galoppiert einfach so; Paul klemmt die Beine zusammen, die Aduktoren brennen
bereits.
Die Mutter ruft das Übliche hinterher:
Kämm dir die Haare, Paul!
In der Hose gehst du nicht ins Dorf!
Hast du saubere Fingernägel?
Was ist mit der Unterwäsche? Falls du ins Krankenhaus
kommst.
Es ist zum Krankwerden, denkt Paul.
Dem Gaul hängt die Zunge raus. Aber er hält durch, weiß,
dass es um alles geht.
Oder um nichts, denkt der Esel, der zäh bleibt, die Mutter
erträgt, die zetert und keift.
Der Hals, hast du dir den Hals gewaschen?
Was sollen die Leute denken?
Was sollen die Leute denken?
Welche Leute?, denkt Paul, das hier ist ein Stoppelfeld, da
sind keine Leute.
Falls Leute vorbeikommen, ruft die Mutter.
Da stürzt der Gaul und ist tot.
Blödes Pferd, denkt Paul.
Blöder Reiter, denkt der Gaul im Pferdehimmel.
Der zähe Esel trottet mit seiner Bürde heran.
Geschwindigkeit ist nicht alles, schnaubt er.
Ich hab’s dir doch gesagt, sagt die Mutter.
Was?, fragt Paul.
Vorhin, antwortet die Mutter.
Das Pferd im Himmel denkt: Gut, dass alles ein Ende hat.
Sogar die Wurst.
Das Pferd kommt in die Wurst, sagt die Mutter und Paul
wischt sich den Staub von der Hose.
Wo ist das nächste Krankenhaus, wo er seine Socken vorzeigen
kann, oder die Unterhose? Alles frisch. Fingernägel blitzsauber.
Der Esel kaut lässig auf ein paar Grashalmen herum.
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