Bodos Welt mischt sich ein. Für Minden und die ganze Welt. Bodos Welt bleibt stehen, wo andere weitergehen. Bodos Welt geht weiter, wo andere stehen bleiben. Parteiisch. Übernatürlich. Unablässig. Erscheint täglich. Unaufhörlich.Unhöflich.
Günter Krass - Wenn du da bist
Wenn du da bist und ich sehe die Teewurst im Kühlschrank, denke ich: Oh, eine Teewurst. Es ist nicht meine Teewurst. Ich bin Vegetarier und esse im Leben keine toten Tiere im Form einer Teewurst. Eine Teewurst hat etwas Glattes. Etwas Beruhigendes. Ob die wohl noch gut ist? Die liegt schon länger da. Heute hat sie eine Kappe aus Alufolie, damit sie sich nicht verfärbt oder an den Rändern hart wird. Wie lange hält wohl so eine Teewurst, wenn sie angeschnitten ist? Ach, da steht auch noch ein altes Glas Gurken, es ist fast leer, aber hat sich unbemerkt in die hintere Reihe geschoben. Auch nicht mein Glas, ah, aber du hast aber schon ein neues aufgemacht. Gurken halten sich auch geöffnet sehr lange. Länger als Teewurst auf jeden Fall.
Wenn du nicht da bist, denke ich: Ach, die Teewurst. Ach, du bist ja gar nicht da. Wann kommst du denn? Gut, dass die Teewurst noch im Kühlschrank liegt. Sie flüstert mich an: Sie kommt zurück. Ich, die alte Teewurst bin ja noch hier. Niemals würde sie ohne mich gehen. Es sei denn, sie hat mich vergessen.
Aus der Anfangszeit des Mobiltelefons: Schnurlos verschwunden
Früher war er auf Draht. Er stand auf der Leitung. Sie hatte ihn an der Strippe.
Ach, was für Zeiten, als Derrick noch zum Telefon gehen mußte, oder Harry schickte. Heute der schnelle Griff an die Hose, dass kurzantennige Sprechmittel herausgerissen und ans Ohr gepresst. Wie lieblich die Gäste, die nicht ihre Apparatur in das Sofakissen drücken, um jederzeit ein Gespräch führen zu können, wie man etwa einen Eimer Pflaumen pflückt, oder warum der Topfkuchen verdorben ist, bzw. wie Schalke gespielt hat. Da konnten noch Freundschaften entstehen. Heute wackelt jede Halbintelligenz, die ein Formular ausfüllen kann und deren Dispokredit nicht überzogen ist, mit der coltähnlichen Stusswaffe durch das Einkaufszentrum. John Wayne hätte seine Freude gehabt an solch Wichtigtuerei, wobei bedacht werden sollte, dass das Wort Wicht natürlich im Detail steckt. Drohgebärde, Imponiergehabe oder exhibitionistisches Outing? Ich ruf dich an! Ich bin wichtig! Ich kann überall telefonieren! Diese drei sollen Motivation sein, sich mit solchem Ballast zu behängen?
Ich gebe zu: Es gab Zeiten, da hat das Schnurtelefon auch genervt. Als der Wählkasten so leicht war und die Strippe so stramm, nämlich. Da hatte man nach dem Griff zum Hörer gleich auch die Restapparatur vor der Brust hängen, die sich an aufgedrehter Schnur langsam zurückkräuselte. Nicht schön, wahrlich. Aber was waren das für Dinger: Diese schwarzen, fetten Geräte, die schwer in der Hand lagen, und die jedem Sprecher den Mut gaben, das zu sagen, was er sagen wollte. Kein hektisches Gehechele, kein Business-Röcheln kurz vorm Verfall des Dow-Jones. Das satte Klacken, als fiele eine Mercedes-Tür ins Schloss, selbst nach schlechtem Gespräch, war eine sinnliche Erfahrung, die heute kaum noch jemand nachempfinden kann. Ach, wärn sie doch schnurlos verschwunden, diese Handys und Mobiles und was weiß ich samt ihren Usern. Telly Savalas gen. Kojak würde sich den finalen Schuss setzen, erführe er die unsägliche Schande, die seinem Namen widerfahren ist, nachdem die Telekom ihren werbewirksamen Esprit verspritzen wollte. Und Harry Belafonte rannte seinerzeit ahnunglos ins offene Messer: Hey, Mister Telliman, telli me Banana.... Und Onkel Tom hat in seiner Hütte noch nicht einmal Strom.
Damals vor ein paar Wochen: Trump tritt per Twitter zurück
Trittbrettfahrer seien gewarnt, die auf den Zug aufsprängen. Das Aufsprängen von Zügen sei noch ein ganz anderes Thema. Wer in einem Atemzug sitze, sollte den Mund nicht so weit aufreißen, der im Gegenzug den Kopf nicht aus dem Fenster halten. Klare Ansagen, die den politischen Gegner im Zaum halten.
Demnächst in einem Zug:
*Die Antizipation der Frau - Was bleibt von der Gleisstellung? Können Frauen Zugführer werden?
*Ist die Bestrafung von Schwarzfahrern rassistisch?
*Trump heißt jetzt Amerika-Fürst.
*Schwarze sollen zu Migranten erklärt werden, da sie seit dem 16.Jahrhundert millionenfach in die USA eingewandert seien. Afrika seit ein sicherer Herkunftskontinent. Das Gleiche gelte für die Indianer, die bereits seit der letzten Eiszeit aus Asien gekommen seien. Auch Asien gelte sicher als Herkunftskontinent.
Georg Krakl - Gedicht mit einer überlangen Zeile hintendran
Der Sturm dort, Schatz,
verkühlt dir deinen Wurmfortsatz.
Du musst’ die Hülle zieh’n
darüber und der Gülle flieh’n,
die dein Immunsystem zerstört.
Ach, hört
die Stimme des Propheten,
die lieblicher als Blechtrompeten
klingt
und dir das Lied vom Fortsatzwurm
vorsingt,
der jedem Sturm
trotzt
und vor geballter Kraft
strotzt.
Halt deinen Wurmfortsatz
wohlweislich warm,
denn Menschen ohne Blinddarm
sind arm.
Drum fühl den Sturm dort, Schatz!
Er will den Wurmfortsatz
in jede Himmelsrichtung treiben
und sich an deiner drohenden Immunsysteminsuffizienz voll Schadenfreude reiben.
Dada Neo 2021
Georg Krakl - Zwischen Traum und Wirklichkeit (Amsterdam)
Von Amsterdam zu träumen,
weil die Hamster ham, die schäumen,
habe ich im Traum mir abgeschminkt,
weil jetzt vielleicht ein Geldpreis winkt,
ein Gutschein
und ich frage mich, kann denn ein Gutschein winken, und kann Geld denn wirklich stinken,
ach, wenn die Metaphern hinken,
dann ist Eiszeit in der Seele,
dann ist Klumpen in der Kehle,
hätte gern drei Kugeln,
Schoko, Schoko, Kroko!
Kroko hamse se nicht?
Dann nehme ich, ich schäme mich,
den Nerz, das war ein Scherz,
Schoko, Schoko,Rosenwurz,
was, das schmeckt nach Dosenfurz?
Ja, du Meister Kugelmacher!
Nehm ich Kleister, Schoko, Schoko,
Kleister und nicht Kroko,
auch nicht Antilope oder Loipe.
Wie schmeckt Loipe?
So nach Schnee und Skiabdruck,
nach Binnensee und nie nach Stuck,
vielleicht ein bisschen nach Tapete oder Tapirnase,
und nach frisch zerschlag’ner Deckelvase,
einem Hauch von Hamsterfell,
der ganz schnell ranzig wird,
ach, Danzig, Danzig,
ach, von dieser Stadt will ich jetzt träumen,
weil alle Wellen schäumen,
wo die braune Gischt auf meine weißen Turnschuh zischt und mir versaut.
Vor ranzig Danzig hat mir immer schon gegraut.
Amsterdam, ja, Amsterdam,
das will ich loben, das ich nicht verschroben,
Amsterdam! Weil die da Hamster ham.
Neue C-Masken für die Dame
Jetzt auch Ampelmädchen
Wo sie zum Einsatz kommen sollen, ist noch fraglich, Bedarf muss geschaffen werden, Stellenausschreibungen laufen.
An belebten Fußgängerüberwegen sollen sie nicht installiert werden, weil die Kombination Grün-Stehen-Lampenschirm auf dem Kopf-An der Halskette zupfen keine deutlichen Handlungsanweisungen gibt. Man ist aber guter Hoffnung, doch noch ein Plätzchen zu finden, wo die Ampelmädchen keinen Schaden anrichten können.
P.S.: Die Gleichstellungsbeauftragte betont noch einmal ausdrücklich, dass es Gleichstellung und nicht Gleisstellung heiße. Letztere falle in den Geschäftsbereich der Deutschen Bahn AG.
Günter Krass: Sonntagssachen
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| Grausame Helancasöckchen |
Winfried Hackeböller: Sonntagsspaziergang
Die Eltern eisenhart: Am Sonntag ist der Sonntagsspaziergang dran. Die guten Sachen angezogen, die so lange für sonntags geschont wurden, bis sie nicht mehr passten; die verhasste Popelinehose rüttelte an meinem Nervengerüst. Haken an den Fingernägeln blieben am Stoff hängen und hinterließen eine Gänsehaut, die nur bei ähnlichen Gelegenheiten mit Nylonstrümpfen entstand. Langeweile gepaart mit höchster Aufmerksamkeit: Mach dich nicht dreckig, wir fahren noch zu Tante Wilma! Mir zitterten die Knie: Tante Wilma war die Steigerung von Langeweile. Sonntag. Das Wort konditionierte nach ein paar Jahren einen Kloß im Magen, einen Brocken, der hinauswollte. Hoffentlich ging es nicht nach Espelkamp! (Aus: Winfried Hackeböller: Warum ich Künstler wurde und Eisenskulpturen aufstellte, S. 703, Wietersheim 2001)
Georg Krakl - Gedicht mit zwei Tieren drin
Mist, Käfer,
dass du nicht aus Gold, Käfer,
bist.
Dann wär ich
reich.
Jetzt gleich.
Mist, Käfer,
Dass du nur aus Mist
bist,
sprach der hochverschuldet-depressive Siebenschläfer.
Versprecher im Alltag: Aus der Kaffeekasse trinken
Wir alle wissen, dass Kaffeekassen nie stimmen. Obwohl jeder, und wir selbst natürlich besonders, immer etwas mehr hineinlegt, als er vertrunken hat, ist nie genug drin. Dieses Additions- und Subtraktionsdilemma können nicht einmal weise Mathematiker erklären.
Daher ist der Rat: Lege lieber etwas zu wenig in die Kaffeekasse. Wenn andere mehr rein tun, wird die Kasse schon stimmen. Der um Ausgleich Bemühte muss sich nicht so quälen, denn sein gutgemeintes Tun evoziert trotzdem schlechtes Gewissen. Da gilt es das Handeln zu rationalisieren. Das ist anstrengend.
Also: Der Tschibo-Onkel mit der Melone damals, der hätte einfach mal die Klappe halten sollen. Heute stünde er im Verdacht, Kinder verführt zu haben, die wir damals noch waren. Und danach fahndet der Staatsanwalt.
Salzkrusten-Orakel - Der Schwanz am Ende des Tieres
Bilder sind zu sehen, die mein Körper gemalt hat. Salzkrustenbilder.
Was will mir mein Schweißdrüsensystem mitteilen?
Ich gieße mir ein Glas Rotwein ein, denn es ist 18 Uhr. Ich trinke einen Schluck und beschließe, mit meinem Unterhemd Geld zu verdienen. Richtig Geld. Den Menschen zu zeigen, wo's langgeht. Karten zu entwerfen, die man kaufen kann; die man sich legen kann. Sich legen lassen kann. Legehilfe. Lebenshilfe.
Karte 1 etwa: Der Schwanz am Ende des Tieres.
Was kann es bedeuten, wenn man dieses Bild als Tageskarte gezogen hat? Ich lasse meine Gedanken schweifen, Brainstorming. Rotweinbeflügelt. Es sind immer noch 34 Grad.
"Das Bild: Du triffst ein Tier mit langem Schwanz, der am Arsch ist. Mit spitzem Kopf und dünnen Beinen. Das Tier demütigt ein Mitwesen, das du nicht bist. Das Mitwesen ist bereits blau angelaufen, weil es nicht die erste Demütigung ist, sondern ein alltäglicher Vorgang, den du nur beobachten kannst. Du hoffst nicht selbst in die Rolle des Mitwesens schlüpfen zu müssen, denn das Tier kennt keine Gnade. Du stehst gesichtslos daneben, dir fehlen die Arme, dir fehlt das Hirn, aber du hast ein paar prima Hirschhornknöpfe an deiner Jacke, die du auch zum nächsten Oktoberfest oder zur Wiese'n im Nachbarort anziehen kannst. Aus dem Himmel hängt etwas heraus. Das muss dich nicht interessieren, solange es dir nicht auf den Kopf fällt. Das Tier mit dem langen Schwanz hat dich noch nicht entdeckt und du hoffst, dass das so bleibt."
"Quintessenz: Vielleicht ist das Tier dein Chef. Überlege, was du über dessen Physiognomie weißt. Geh ihm heute aus dem Weg. Vielleicht meldest du dich krank und gehst zum Frühschoppen auf die Wies'n. Andern helfen bringt nichts, da läuft man vielleicht selber blau an. Wenn etwas aus dem Himmel raushängt, kuck einfach nicht hin! Freu dich über deine schicken Hirschhornknöpfe!"
Ich lese mir den Text durch. Sprachlich muss noch nachgebessert werden. Irgendwie muss alles noch diffuser und esoterischer klingen. Wenn der Chef eine Frau ist? Das passt das doch vorne und vor allem hinten nicht. Gut, Oktoberfeste gibt es mittlerweile überall und einen Himmel auch. Morgen ist auch noch ein Tag....Morgen ist auch noch ein Tag - Das ist doch auch ein schönes Thema für die Tageskarte!
Ich trinke einen Schluck Rotwein und freue mich, dass es mal wieder was zum Geldverdienen gibt.
Maulkorb oder Mundschutz?
Der Müll am Wegesrand hat sich verändert. Früher war es selten, dass man einen Mund- und Nasenschutz im Gras fand. Sah man einen dort liegen, glaubte man sofort, sie gehöre einem Oberarzt, der direkt vom OP-Tisch weg das Weite gesucht hatte, weil er keinen richtigen Schnitt machen konnte, weil der Patient trotz ausreichender Betäubungsmittel geschrien hatte oder einfach, weil ihm alles zu viel geworden war.
Das ist heute anders. Der Mundschutz gehört zum alltäglichen Erscheinungsbild der Menschen und liegt demzufolge auch am Wegesrand, weil ihn unbesorgte Bürger dort abgelegt haben.
Eine Woche tragen ist genug, der ist ja völlig durchgesifft, da ist aber auch keine Ecke mehr keimfrei, also weg damit! Soll sich die Natur drum kümmern, daher kommt ja auch das Virus, oder heißt es das Virus, ist ja auch egal. Ist ja noch nicht mal FFP2. Fünfklassengesellschaft. Vom einfachen Synthetik-Schal bis zur Darth-Vador-Luxushardcover-Maske mit Platinkatalysator - jedem das Seine, weil er es sich leisten kann, oder eben nicht, so denkt der Mensch, der seine Papiertüte am Gummiband an den Wegesrand wirft und glaubt, er habe jetzt mal richtig gegen die verlogenen Gesundheitswelt protestiert. War nur keiner da, um zuzugucken. Da muss man schon nach Washington vor das Capitol fahren, wen man auf interessierte Menschengruppen treffen will.
Zukünftige Altertumsforscher werden bei ihren Ausgrabungen nicht mehr zwischen Maulkorb und Mundschutz unterscheiden können; ist der erste eine Metapher, die sich auf ein Redeverbot bezieht, zum Beispiel, wenn einem Pfarrer untersagt wird, gegen den Verschleppungskünstler und Kirchenmann Wölki zu sprechen, weil der zu Missbrauchsfällen in der Kirche einiges verschweigt, meint der Mundschutz eine Art Barriere, die verhindern soll, dass jener Pfarrer den Oberhirten anspeichelt, bzw. ihm die Aerosole ins Gesicht hustet, weil der das vielleicht verdient hat. Alles natürlich rein sinnbildlich.
Da sollten wir uns lieber um den flüchtigen Oberarzt kümmern. Der Wölki kümmert sich derweil um unser Seelenheil, um die Kunstfehler des Schnitters im Himmel zu korrigieren oder zu kompensieren. Und das soll uns alle auffordern, nicht einfach unsere Masken abzuwerfen, sondern die Bewahrung der Schöpfung aktiv mitzugestalten, in der ja auch der Missbrauch vorkommen kann, sonst hätte der liebe Gott ihn nicht gemacht.
Mann, Mann, wo kann man landen, wenn man eine vollgesiffte Alltagsmaske am Wegesrand findet!
Schön hässlich
Krauses Haar ist dir gegeben
Wie gern hätte Bob die Haare glatt gehabt, damals, als lange Haare modern waren. Wie lang seine Haare, die sich in wüsten Locken kräuselten, letztendlich waren, konnte man nur im Hallenbad sehen, wenn sie richtig nass waren. Aber auch dann gaben sie nicht richtig nach und standen quer vom Kopf ab.
Bob ließ die Haare wachsen und wachsen, bis er Mühe hatte, ein Zimmer zu betreten, weil sein Kopf zusammen mit dem Bewuchs einen zu großen Durchmesser hatte und nicht durch den Türrahmen passte.
Zwar wurde der Afrolook kurz darauf erfunden, aber nicht nach Bob benannt.
Lang waren die Haare aber doch nicht, höchstens sperrig oder breit.
Langhaariger! Das klang revolutionär! Aber Breithaariger? Das war, als ob Frisur und Frisör zusammen einen gesoffen hätten. Querkopf ging gerade noch so, aber die gab's schon; vor allem hatten die oft kurze Haare und waren um die 50, hatte weder Frau noch Familie. Die lebten auf dem Land und wählten noch nicht mal CDU, was ja schlimm genug gewesen wäre.
Wozu Locken wirklich da waren, konnte der traurige Möchtegernlanghaarige erst mit der Erfindung der Minipli-Frisur erkennen, dem Vorläufer des Mikrofaser-Wischmops, den vorsätzlich Volksmusikanten und abgehalfterte Schlagersänger trugen. Zumindest wurde nach Bob ein bekanntes Sportgerät benannt. Den Einer-Bob benutzte man, wenn einem schlecht war. Er hatte zwei Griffe und ein großes Loch zum Reinkotzen. In alten Kneipen, die seit 100 Jahren nicht renoviert haben, findet man den noch. Bob ist auch ein halber Hund, weil dem der Schwanz fehlt. Mit Schwanz hieße er Bobtail. Hätte Bob damals die Haare gleich glatt gehabt, wäre das alles nicht geschrieben worden. Und gelesen schon gar nicht.
Georg Krakl - Silvester im Lockdown (Doch nicht ganz allein)
sektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektinsektimsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsektsekt
Auf dem Weg sein. Ankommen.
Frauenfeindlichkeit in Gebrauchslyrik
Die gute Aussprache, so hat Bruno Neckermann sein ECON-Praxisbuch genannt und mit allerlei Trivialgedichten bestückt, die dem Lispler und Nuschler helfen sollen, sich nicht nur in der Öffentlichkeit verständlich zu machen, sondern auch in einem Vorstellungsgespräch zu bestehen, ohne dass der Adressat seiner Botschaften in Lachen ausbricht. Ein kleines Übungsstück in Gestalt eines Vierzeilers, der mit S-Lauten gespickt ist, liest sich so:
Auch 2020 aktuell
Weihnachten 3004
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| Pawel Pikass: W-Baum (2013) |
„Opa,Opa!“, schrien die Kinder, „erzähl uns eine Geschichte! Wie war das mit den Weihnachtsbäumen?“ Sie blickten in die Ecke des Wohnzimmers, das gleichzeitig Küche und Schlaf- und Kinderzimmer, Elternschlafzimmer, Badezimmer und Hundezimmer für Hasso war. Da stand ein Gestell aus Kunststoff-Stäben, Latten und Brettern, auf das ein paar selbstglühende Kerzen, eine Erfindung aus dem Jahr 2750, montiert waren.
„Damals hat es wohl noch Bäume gegeben“, fing Opa an. „Im Jahr 2004 wahrscheinlich, oder später oder früher, auf jeden Fall gab es damals noch grüne Bäume mit richtigen Ästen und Blättern oder Nadeln, die von selbst kleben blieben. Die Blätter fielen einmal im Jahr von den Laubbäumen und einmal im Jahr gab es neue Blätter, die aus den Ästen sprossen. Aber als Weihnachtsschmuck nahm man Bäume mit Nadeln. Die waren sehr schön, man schmückte sie mit Kugeln und Kerzen, die richtig brannten. Das war damals noch nicht verboten, denn es gab genügend Sauerstoff. Den stellten die Bäume nämlich her, und den brauchten die Kerzen, um zu brennen.“ „Und dann?“, die Kinder ruckelten vor Aufregung an ihren Atemmasken. „Was passierte dann? Warum verschwanden die Bäume?“
Opa gähnte: „Das erzähle ich euch ein andermal. Jetzt bin ich müde. Ich glaube, mein Sauerstoffsack ist undicht. Oder, ich bin einfach erschöpft.“ „Morgen?“, fragten die Kinder. „Morgen“, sagte Opa und ging in die Schlafzimmerecke.
Georg Krakl - Gedichte mit unbekannten Orten drin (Schweicheln-B.)
Schweicheln-Barmbeck.
Da haben die Männer den Charme weg.
Sie schmeicheln
den Frauen mit Eicheln
im Herbst direkt von den Bäumen.
Den Rest, den kann man sich denken
The Washing - Invasion der Orangeoiden
FreeMusic No 2 für Klospülung und modifizierte Gitarren
Georg Krakl - Die gute Stute
Stute,
ihr sei schon länger nicht mehr wohl zumute,
im Kopfe ständiges Gebläse und Getute.
Maskenpflicht
Georg Krakl - Abhang
Wer am Abhang
abhing,
weiß, wie es beim Abgang
abging.
Wenn man Abtritt
abtritt,
ist das shit.
Der Bühnenkünstler denkt - Wenn der Kollege nicht motiviert ist
Man kann nicht den Mann durch eine Frau ersetzen. Nehmen wir mal an, der Geschäftspartner und Kollege ist unpässlich oder schlimmer noch, unwillig, sich in Seuchenzeiten auf der Bühne zu präsentieren, weil er auf seine gewohnte Publikumsbeschimpfung verzichten muss, liegt der Gedanke ja nahe, einen Austausch vorzunehmen, um weiterarbeiten zu können. Eine Frau kommt da, auch wenn sie sich gerade anbietet oder gelegen kommt, nicht ernsthaft in Frage.
Die Frau ist anders gestrickt als der Mann. Wenn du fragst: Na, wie siehst du denn heute aus, hast du wieder geweint?, ist sie sofort beleidigt oder spritzt Gift, dass du erblindest. Einen Herrenwitz kannst du logischerweise auf der Bühne nicht erzählen, weil die Frau nicht darüber lachen kann. Vielleicht lacht das Publikum, weil die Frau nicht lacht und dabei ein Gesicht macht. Muss aber nicht sein. Am besten hat man dann eine Kamera am Bühnenrand, als ob man das Publikum aufzeichnet, für einen Live-Stream oder eine Fernsehsendung etwa, dann lacht das über alles. Das kann man im Fernsehen immer wieder sehen. Eine Art Gruppenzwang, damit es nicht so aussieht, als habe man nicht mal den schlechten oder schlichten Witz nicht verstanden.
Frauen sind anders. Eine Frau fragt dann vor anderen Leuten, ob dein Bügeleisen kaputt ist. Während du gedanklich in den Taschenspiegel schaust, um dein Gesicht zu kontrollieren, zeigt sie auf dein Oberhemd, das ein paar Falten aufweist. Frauen kokettieren mit ihren Zahnklammern und suggerieren, sie hätten ein Problem beim Aussprechen von S-Lauten. Schnell gesellt sich eine zweite Frau dazu, die das gerade gehört hat und auch Brackets im Mund beherbergt. Da hat der Mann verloren. Das ist schlimmer als zwei gegen einen. Das ist: Zwei Frauen gegen einen Mann. Das ist Krieg, bei dem gelächelt wird und wo der Verlierer schon feststeht.
Deswegen: Ein Kollege sollte immer ein Mann sein, auch bei gleicher Qualifikation.
Das Auto muss zurücktreten im WDR
Ich höre meinen Lieblingssender WDR 5. 75 Prozent Textbeiträge. Keine Werbung. Musik nebensächlich.
In Paris werden Fahrradwege gebaut. Paris! Hauptstadt Frankreichs, dieser Fahrradnation, die erst ganz spät gemerkt hat, dass es auch Fahrradwege geben könnte. Die dann anfängt, grüne Linien zu ziehen und Fahrradsymbole zu kleistern. An unbefestigten Randstreifen. Jetzt geht es los! Paris soll Fahrradstadt werden. Vorzeigestadt.
Das Auto muss ein Stück weit zurücktreten.
Mit sträuben sich die Haare in den Ohren. Wie kann in einem schlichten Aussagesatz so viel Doofes stehen? Ein Stück weit - ja was ist das denn? Zurücktreten - das können Minister, wenn sie nicht resistent sind wie der Scheuer. Dessen Thema ist das ja auch. Der größte Radfahrer der Nation (Metapher!) hat's mit den Fettautosfahrern und den Bikern. Der Minister mit Kutte. Motorenlärm ist keine Belästigung. Tempolimits tun weh. Er möchte keinem wehtun. Ich verfahre mich in Nebensächlichkeiten.
Das Auto muss ein Stück weit zurücktreten. Weit und zurück - das klingt paradox. Ein Stück - was ist das? Ein Meter? Ein Kilometer? Ein Stück weit. Ab wo fängt weit an?
Das Auto muss ein Stück zurücksetzen.
Ein Auto kann nicht treten. Auch kein Stück weit. Wie weit sind wir, dass man den eingespeichelten Sprachbrei auch wieder durch die Zähne pressen und den Zuhörerohren anbieten darf. Ach, ich nörgele schon wieder. Jaja, mach's doch besser. Unsoweiterundsofort.
Man wird's ja mal sagen dürfen. Ich weiß, will keiner hören. Aber: Radio ist zum ZUHÖREN da. Radio ist nicht Fernsehen für Blinde, weil Fernsehen nicht Radio für Taube ist.
Schreibt doch mal dem Scheuer: Das Auto muss ein Stück weit zurücktreten. Der versteht das vielleicht. Der will das aber nicht.
Georg Krakl - Die Hussen kommen
Die Hussen kommen!
Alle Stühle, alle Tische,
über die ich wische,
beziehungsweise wischen will,
sind weg, verschwunden.
Diese frommen!
Weil sie wohl katholisch,
auch der kleine Ecktisch,
der sich richtig hektisch
auf den Weg gemacht.
Die hab’n gedacht, dass die Hussiten kommen,
diese bösen Protestanten
mit den schlimmen Onkeln,
die an Riesenquanten faulen.
Tische und auch Stühle müssen jaulen,
wenn sie dieses hören,
und sie können schwören:
Die Hussiten sind die Frauen von den Hussen.
Und die kommen. Nichts wie weg!
Die kommen in den Flexibussen
fern aus Hussland.
Werfen gern mit Flusssand.
Ach, ihr Tische, ach, ihr Stühle,
ach, ich fühle,
was ihr fühlt.
Alle Räume bleiben unbetischt und unbestühlt.
Da lasst sie kommen, lasst sie rein.
Denn auch Hussiten trügt der Schein.
Was auch immer das bedeuten mag.
Der dunklen Nacht folgt auch ein heller Tag.
Was ist noch mal Kunst?
Was ist eigentlich Kunst? Mein Kunstlehrer schrie damals immer, wenn es zu laut war: Kunst kommt von können! Wer nichts kann, kann also keine Kunst können. Keine Kunst ist es, eine Flasche Scriptol, damals noch aus Glas, auf die Fliesen fallen zu lassen und alles schwarz zu bespritzen. Dann war der Ärger groß! Wer dann den Wischlappen nicht richtig entfaltete, der hatte verspielt. Du kannst (von: können) nicht mal richtig wischen!, brüllte er. Eigentlich hasste der Kunstlehrer Kinder, besonders wenn sie noch keine Bärte hatten. Das waren keine Menschen. So prägte das Bonmot über Kunst meine Generation, beziehungsweise 40 Kinder ohne Bärte. Wir bemühten uns, keinen Dreck zu machen, um dann nicht falsch aufzuwischen und als Nichtskönner dazuknien.
Wir wurden eine saubere Generation; so, wie man sie sich heute eigentlich wünscht. Im Grunde ist das keine Kunst, so zu werden.
Sch-sch-Mütter auf dem "Vormarsch"
Sch-sch!, sagt die junge Mutter.
Die jungen Mütter schieben ihre Kinderwagen durch die Gegend, damit das Kind an die frische Luft kommt und die Mütter vielleicht etwas Bewegung. In der einen Hand halten sie ein Handy, in der anderen die brennende Zigarette. Mit dem Handballen drücken Sie gegen den Wagen und zwischendurch ziehen sie an der Zigarette. Dann blicken sie auf ihr Handy, um zu kontrollieren, ob vielleicht eine WhatsApp oder eine Nachricht aus anderen sozialen Netzwerken eingegangen ist. Auch junge Mütter wollen nicht abgeschnitten von der Welt sein, sondern das Gefühl haben, Immer noch dazuzugehören. Das Kind schlummert derweil im Kinderwagen, denn die Mutter raunt ständig ein Sch-sch in den Wagen, damit das Kind nicht aufwacht und vielleicht beim Saugen an der Zigarette oder beim Blicken auf das Handy stören könnte, vor allem, wenn die Mutter eine WhatsApp oder eine andere Nachricht aus den anderen sozialen Netzwerken beantworten muss, damit niemand denkt, sie sei nicht mehr in der Welt. Das Saugen an der Zigarette soll beim Kind auf keinen Fall den Wunsch nach dem Saugen an der Mutterbrust wecken. Sch-sch!, sagt die Mutter. Schlaf weiter, Dornröschen, oder wie das bei Jungs heißt.
Alle 3 Sekunden säuselt sie ihr Sch-sch und niemand weiß, was das Kind wahrnimmt und für seine Zukunft und Entwicklung behält, bewahrt und später einmal weitergibt.
Sch-sch macht die Mutter und das Kind schläft. Wir alle wissen, dass unterbewusst
Du-Botschaften besonders tief gehen und hängen bleiben. Vielleicht ist es auch so, dass das Kind später einmal verstärkt Worte, die mit sch beginnen, von sich gibt, ohne zu wissen, wieso.
Mag sein, dass Jugendliche, die besonders häufig die Wörter Scheiße, Schnauze, Schlampe oder Schabracke benutzen, eine Mutter hatten, die vier Dinge gleichzeitig machen konnte: den Kinderwagen schieben, eine Zigarette rauchen, ein Handy bedienen und ständig Laute von sich geben wie Sch-sch.
Es wundert nicht, dass unsere Sprechkultur immer mehr in einem Sprachbrei mit vielen Sch-Wörtern verschwindet.
Wer hat schon den Mut, einer jungen Mutter das Handy wegzunehmen, die Zigarette auszudrücken und den Mund zuzuhalten, weil sie das Wohl ihres Kindes gefährdet?
Niemand. Denn wer solches tut, macht sich an fremdem Eigentum zu schaffen, denn die Frau, mit oder ohne Migrations-Hintergrund, gehört dem Mann, der sie mit dem schlafenden Kind auf die Straße geschickt hat.
Da bleibt uns nichts anderes, als ein Scheiße! mit Kacke! zu kontern, und ein Schnauze! mit Klappe!. Schade um die schöne deutsche Sprache. Aber: "Mit Kacke kontern" ist wenigstens eine Alliteration. Das wissen aber die Sch-sch-Mütter nicht.
Zugreisende - Was ist das denn? Lesefehler des Tages
Da kommt mir heute morgen im Weserboten, den ich um halb sieben jeden Morgen studiere, dazu eine Tasse Kaffee für Körper und Hirn trinkend, das Wort ZUGREISENDE vor die Augen.
Im ersten Moment verarbeitet das noch verschlafene Hirn etwas von Zugereisten oder Zugreisten, also Menschen, die nicht dahin gehören, wo sie eben Zugereiste sind, die aber nicht gleichzusetzen sind mit Flüchtlingen oder geflohenen Menschen. Zugereiste sind deutsche Staatsbürger, die freiwillig ihren Heimatort verlassen, um sich an einem ihnen unbekannten Ort niederzulassen. Ohne die neue Nachbarschaft vorher um Akzeptanz gebeten zu haben! Was den Verwandlungsprozess vom Zugereisten zum Einheimischen erheblich erschwert.
Im zweiten Moment erkennt das langsam erwachende Hirn das Wort Zugreisende. Das sind wohl Menschen, die mit dem Zug oder der Deutschen Bahn reisen, wenn diese denn fährt. Zugreisende trotzen aller Erfahrung und gehen immer wieder das Risiko ein, später als geplant zu fahren und gar nicht dort anzukommen, wo sie hinwollten. Zugreisende sind mutig. Zugreisende schonen die Umwelt und bereiten der Automobilindustrie Sorge, worüber sich jeder freut, weil dieser korrupten profitgeilen und subventionserschleichenden Sparte mal so richtig die Sorgenfalten wachsen sollen, inklusive dem sympathisierenden und vorteilsverschaffenden Minister Scheuer. Scheuerlappen!, rutscht es meinem Denkapparat heraus. Politisch nicht korrekt aber vollkommen richtig. Wisch und weg damit! Das wäre was.
Bevor sich mein Hirn weiter in einen abgrundtiefen Hass gegenüber der CSU-Krampe hineinsteigern kann, lenke ich das Denken in einem dritten Moment auf die Lesart: Zu-greisende. Dabei muss es sich um Personen handeln, die schon betagter sind und nicht nur vergreisen, sondern sogar zu-greisen. Während das Vergreisen einigermaßen mit Inhalt gefüllt werden kann - als fortschreitender Alterungsprozess mit all seinen nachteiligen Nebenwirkungen - bleibt der Sinn des Worts zu-greisen nur hypothetischer Natur.
Ist Zugreisen ein sich nach innen kehrender Prozess, der aufgrund verschrumpelnder Hautlappen ein nicht nur mentales, sondern auch körperliches Nach-Innen Schrumpfen bedeutet?
Oder ist es vielmehr das degenerative Überwuchern mit Alterserscheinungen wie Flecken und zusätzlichen Flachwarzen und Hautläppchen, einhergehend mit einer Haarentfärbung auf der gesamten Körperoberfläche?
Oder kann es ein Vorgang sein, den man mit dem Zuschmieren, Zusauen und Zusabbern vergleichen kann, und den man mit etwas Disziplin und Übung rückgängig machen könnte, mindestens aber in seiner Entwicklung aufhalten?
Im vierten Moment verlasse ich das Feld der Spekulation und erinnere mich, dass ich letzte Woche im Eingangsbereich des TreuKaufs ein Schild gesehen hatte, auf dem "Liebe Kurden!" gestanden hatte, was wiederum falsch und ein Lesefehler war. Richtig war "Liebe Kunden!" Bis ich das erkannt hatte, war schon geraume Zeit verstrichen, die ich mit der Ergründung der besonderen Ansprache der Kurden in einem Dorfladen verbracht hatte.
Insgesamt betrachtet sind Lesefehler Vergeudung von Lebenszeit. Vielleicht sollte ich mal wieder mit dem Zug reisen, um nicht zuzugreisen.
Unzufriedene Comicfiguren
Man gibt sich Mühe, bringt mit flotter Hand einen Typen aufs Papier, den vorher noch nie jemand zu Augen bekommen hat, gibt ihm etwas Nachdenklich-Griesgrämiges, um den Betrachter zu überzeugen, dass es anderen noch viel schlechter gehen kann, als ihm selbst, und dann beginnt dieser unzufriedene Geselle sich zu beschweren. Meine Sprechblase ist leer! Wenn andere eine volle Blase haben, dann müssen sie pinkeln. Oder sie pappen ein Blasenpflaster drauf und fertig! Das macht man so, da wird nicht gejammert.
Meine Sprechblase ist schon wieder leer, Herr Zeichner, grunzt es aus dem Off.
Wenn die leer wäre, hättest du nichts zu sagen! Du hast aber was gesagt. Und deswegen ist sie jetzt schon wieder leer. So ist das!
Verstehe ich nicht....
Siehste, jetzt hast du schon wieder was gesagt.
Muss das nicht "hörste" heißen?
Auch noch klugscheißern, oder was? Nichts in der Blase haben, aber ständig was zu kammellen! Das ist ja wie in der Politik.
Da fehlen mir die Worte.
Hast du ja schon gesagt. Und kann man genau sehen: Deine Sprechblase ist leer.
Sag ich doch.
Günter Krass - Wie Island erstmal nicht zu seinem Namen kam
Lesefehler der Woche: Daumenrasierer
Heute war wieder so ein Tag. Ich studierte am frühen Morgen die anliegenden Prospekte der Tageszeitung, Daumenrasierer. Ein Angebot im Prospekt, das den dünnen Blättern des Nachrichtenblattes beilag.
Daumenrasierer. Ich musste kurz nachdenken und zählt intuitiv die Haare auf meinem Daumen. Nein, auf meinen Daumen. Ich kam auf 11. Links war nur eins, gestern hatte ich mir den Finger in einer Tür geklemmt und hatte versucht ihn rauszuziehen, da schien wohl etwas abgegangen zu sein. Auf dem rechten Daumen dann etwa 10.
Das ist nicht viel. Es gibt ja diese Gorillamännchen und diese archaischen Typen, die nach erdigem Schweiß riechen und Frauen mit Neigung zu Vulkanismus inspirieren, dazu schien ich nicht zu gehören. Aber warum sollte ich einen Daumenrasierer anschaffen, um die spärliche Daumenbehaarung zu entfernen?
Welche Ästhetik lässt sich denn durch solche Angebote ermitteln? Alles nackt, besonders der Daumen? Aber warum gerade der Daumen, oder sollte alles ab sein, vor allem die Behaarung des Daumens aber auch, vielleicht des vernachlässigten Fingers, der gewöhnlich nur bei der Zustimmung zu fragwürdigen Entscheidungen erhoben wird?
Was für ein Tag! Was sollte noch folgen. Ich war verstört.
Reduzierte Kommunikation im Alltag des kritschen Mitbürgers
| Banky - Wie aufgespreet (2020) |
Hast du eben BANG! gesagt?
Nö, wie kommst du darauf?
Ich habe das doch gehört...
Könnte auch geknallt haben.
Dann macht das eher KNALL! Bang ist englisch. Du sprichst doch Englisch.
Ein wenig.
BANG wir ja wohl dabei sein...
So könnte das noch Stunden weitergehen. Der kritische Mitbürger vermutet, er vermutet vor allem Negatives, der kritische Mitbürger unterstellt, er braucht ein Objekt seiner Unzufriedenheit, derer er sich nicht einmal eindeutig bewusst ist; es ist eine eher frei flottierende Unzufriedenheit, die ihn antreibt und mit der er seine Mitmenschen in die Verzweiflung treiben kann.
...BANG sagen kann jeder.
Vielleicht heißt es ja auch bang, wie "mir ist so bang ums Herz"?
BANG! Das war eindeutig BANG! Komm, gib es doch einfach zu!
Ich habe nicht BANG! gesagt. Allerdings hat es BANG gemacht. Du hast da auch ein Loch in der Stirn. Da läuft ein etwas Rotes aus dem Loch. Vielleicht Blut. Was weiß ich.
Mir geht deine popelige Kleinkariertheit so was von auf den Senkeln.
Hier mein Taschentuch. Drück das mal auf das Loch.
Wim Wendels - Sonntags um sieben
Die Wiederkehr des grünen Punktes. Oder war der rot? Kostenlose Mitfahrgelegenheit, heute auch mit dem E-Bike. Das Blaue Kreuz, der Gelbe Sacke, das Rosa Kaninchen und über alles die Braune Sauce gegossen. Die Welt ist bunt. Auch in Deutschland.
Wenn das Kind nicht trocken ist
(Quelle: Tipps aus dem Quark-Net, 2020, 5.4.2020)
Gerade in der Virus-Krise eine Lebenhilfe.
Georg Krakl - Gedicht(e) für Vegetarierwerdenwollende
![]() |
| Mindener Tageblatt-Foto vom 4.5.2020 |
Lecker! Wenn man's gebraten auf den Teller kriegt.
Georg Krakl - Gedichte aus der Sperrzone
Nach Genuss vom Knollenblätterpilz:
Retter wollen Milz
und Magen, Nieren
Nebenhöhlen, Darm und Leber extrahieren.
Es sind die Gründe triftig:
Die Organe sind jetzt giftig.
Die müssten raus,
so säh' es aus.
Doch ohne diese Körperteile
kommt der Tod dem Esser auch in Eile,
was bedeutet: Hochgeschwind.
Weil die so lebenswichtig sind.
Statt Pilze aus dem Wald im Beutel lose,
iss lieber Champignons aus der Konservendose!
Pilzgedicht 30
Häufig schmeckt der Steinpilz
im Abgang dann nach Scheinfilz.
Pilzgedicht 31
Das ist kein Schifferding:
Der Pfifferling.
Der Schiffer isst doch lieber Hering oder Matjes,
eine schöne Tüte Katjes.
Labskaus und der Stab vom Fisch
kommen Schiffern auf den Mittagstisch.
Pfifferling?
Der ist kein Schifferding.
Rollo lebt. Noch. - Ein Film zum Thema aus Bodos Filmwelt 2020
Rollo. Immer in Bewegung. Nach vorne rennen, nach hinten blicken. In der Synthese heißt das, die Gegenwart zu leben.
Musik: Die Autopiloten 2019/2020
Guido Meyer - Kalimba, Geräusche
Gerdfried Henneking - Gesang, Shruti-Box und Synthesizer
MAMA KHANS WIEGENLIED FÜR DSCHINGHIS in C
Pressestimmen
Rolling Zone - Voll gut.
Laus.de - Tangerine Dream in der Mongolei. Und die liegt in Afrika. Kalimbalam.
Musikexpresso - Neue Musik mit alten Tönen und einem feuchtfingrigen Kalimbaspieler, der die Metallzungen in Vibration bringt. Sonor, einfach sonor.
JAZZoderNIE - Crossover. Kommt zu Ostern gut. Der Nagel dringt in die Hörzone. Frisst sich ein. Unlöschbar.
Jetzt aktuell: Spahnlaken und Gesundheitsschutz
Spahnlaken Modell "Jens".
Wir sind doch alle ein bisschen Gesundheitsminister. Und wenn nicht: Selber schuld.
Und: Wer wollte nicht immer schon unten rum wie Jens Spahn aussehen?
PEZZI-Ball-Bilder mit Lumbago
| Gustav Klemmt - Pezziballbil1 mit Lumbago |
Einfach 50,- € an die Welthungerhilfe und schon ist das Gewissen auf der richtigen Seite.
Klemmt hat, nachdem sein Nerv durch Bandscheibenvorrutschen eingeklemmt worden war und dauerhaft schmerzte, Platz auf seinem roten Pezziball genommen, dazu den Stift in die rechte Hand und sich einfach durch die Bewegungen von Körper, Schmerz und Ball führen lassen.
Falls einem das Bild nicht mehr gefällt, kann man es den Bambergern als neutrales Kirchenfenster anbieten und richtig Geld machen. Den Lüpertz wollen sie nicht, obwohl Ex-Kanzler Schröder gezahlt hat, weil da einige Fliegen drauf sind.





















