Bodos Welt mischt sich ein. Für Minden und die ganze Welt. Bodos Welt bleibt stehen, wo andere weitergehen. Bodos Welt geht weiter, wo andere stehen bleiben. Parteiisch. Übernatürlich. Unablässig. Erscheint täglich. Unaufhörlich.Unhöflich.
Wim Wendels - Sonntags um sieben
Die Wiederkehr des grünen Punktes. Oder war der rot? Kostenlose Mitfahrgelegenheit, heute auch mit dem E-Bike. Das Blaue Kreuz, der Gelbe Sacke, das Rosa Kaninchen und über alles die Braune Sauce gegossen. Die Welt ist bunt. Auch in Deutschland.
Wenn das Kind nicht trocken ist
Wenn das Kind nicht trocken ist, einfach mal auf die Heizung legen.
(Quelle: Tipps aus dem Quark-Net, 2020, 5.4.2020)
Gerade in der Virus-Krise eine Lebenhilfe.
(Quelle: Tipps aus dem Quark-Net, 2020, 5.4.2020)
Gerade in der Virus-Krise eine Lebenhilfe.
Georg Krakl - Gedicht(e) für Vegetarierwerdenwollende
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| Mindener Tageblatt-Foto vom 4.5.2020 |
Lecker! Wenn man's gebraten auf den Teller kriegt.
Georg Krakl - Gedichte aus der Sperrzone
Pilzgedicht 29
Nach Genuss vom Knollenblätterpilz:
Retter wollen Milz
und Magen, Nieren
Nebenhöhlen, Darm und Leber extrahieren.
Es sind die Gründe triftig:
Die Organe sind jetzt giftig.
Die müssten raus,
so säh' es aus.
Doch ohne diese Körperteile
kommt der Tod dem Esser auch in Eile,
was bedeutet: Hochgeschwind.
Weil die so lebenswichtig sind.
Statt Pilze aus dem Wald im Beutel lose,
iss lieber Champignons aus der Konservendose!
Pilzgedicht 30
Häufig schmeckt der Steinpilz
im Abgang dann nach Scheinfilz.
Pilzgedicht 31
Das ist kein Schifferding:
Der Pfifferling.
Der Schiffer isst doch lieber Hering oder Matjes,
eine schöne Tüte Katjes.
Labskaus und der Stab vom Fisch
kommen Schiffern auf den Mittagstisch.
Pfifferling?
Der ist kein Schifferding.
Nach Genuss vom Knollenblätterpilz:
Retter wollen Milz
und Magen, Nieren
Nebenhöhlen, Darm und Leber extrahieren.
Es sind die Gründe triftig:
Die Organe sind jetzt giftig.
Die müssten raus,
so säh' es aus.
Doch ohne diese Körperteile
kommt der Tod dem Esser auch in Eile,
was bedeutet: Hochgeschwind.
Weil die so lebenswichtig sind.
Statt Pilze aus dem Wald im Beutel lose,
iss lieber Champignons aus der Konservendose!
Pilzgedicht 30
Häufig schmeckt der Steinpilz
im Abgang dann nach Scheinfilz.
Pilzgedicht 31
Das ist kein Schifferding:
Der Pfifferling.
Der Schiffer isst doch lieber Hering oder Matjes,
eine schöne Tüte Katjes.
Labskaus und der Stab vom Fisch
kommen Schiffern auf den Mittagstisch.
Pfifferling?
Der ist kein Schifferding.
Rollo lebt. Noch. - Ein Film zum Thema aus Bodos Filmwelt 2020
Rollo. Immer in Bewegung. Nach vorne rennen, nach hinten blicken. In der Synthese heißt das, die Gegenwart zu leben.
Musik: Die Autopiloten 2019/2020
Guido Meyer - Kalimba, Geräusche
Gerdfried Henneking - Gesang, Shruti-Box und Synthesizer
MAMA KHANS WIEGENLIED FÜR DSCHINGHIS in C
Pressestimmen
Rolling Zone - Voll gut.
Laus.de - Tangerine Dream in der Mongolei. Und die liegt in Afrika. Kalimbalam.
Musikexpresso - Neue Musik mit alten Tönen und einem feuchtfingrigen Kalimbaspieler, der die Metallzungen in Vibration bringt. Sonor, einfach sonor.
JAZZoderNIE - Crossover. Kommt zu Ostern gut. Der Nagel dringt in die Hörzone. Frisst sich ein. Unlöschbar.
Jetzt aktuell: Spahnlaken und Gesundheitsschutz
Vor das Vermummungsgebot hat die Regierung das Mundtuch gesetzt. Wer kein überteuertes Angebot im Internet nutzen will, bestellt jetzt zum Selbstbastelpreis:
Spahnlaken Modell "Jens".
Wir sind doch alle ein bisschen Gesundheitsminister. Und wenn nicht: Selber schuld.
Und: Wer wollte nicht immer schon unten rum wie Jens Spahn aussehen?
Spahnlaken Modell "Jens".
Wir sind doch alle ein bisschen Gesundheitsminister. Und wenn nicht: Selber schuld.
Und: Wer wollte nicht immer schon unten rum wie Jens Spahn aussehen?
PEZZI-Ball-Bilder mit Lumbago
| Gustav Klemmt - Pezziballbil1 mit Lumbago |
Einfach 50,- € an die Welthungerhilfe und schon ist das Gewissen auf der richtigen Seite.
Klemmt hat, nachdem sein Nerv durch Bandscheibenvorrutschen eingeklemmt worden war und dauerhaft schmerzte, Platz auf seinem roten Pezziball genommen, dazu den Stift in die rechte Hand und sich einfach durch die Bewegungen von Körper, Schmerz und Ball führen lassen.
Falls einem das Bild nicht mehr gefällt, kann man es den Bambergern als neutrales Kirchenfenster anbieten und richtig Geld machen. Den Lüpertz wollen sie nicht, obwohl Ex-Kanzler Schröder gezahlt hat, weil da einige Fliegen drauf sind.
Gustav Klemmt - Pezziballbild 2
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| Gustav Klemmt - Pezziballbild 2 (2020) |
Man weiß nicht genau, wo man im Kirchenfenster hinbeten soll, mehr auf den Dornfortsatz oder mehr zum purpurnen Käppi hin?
Gustav Klemmt - Pezziballbild 3
Klemmts Nerv klemmt noch immer. Es schmerzt. Voller Demut widmet er sich den Gedanken, mit Kirchenfensterentwürfen die Portokasse aufzubessern. Eine Ausstellung ist momentan nicht denkbar, aber die Kirche geht immer.
Vielleicht mal in Köln was anbieten?, denkt Klemmt und erinnert sich: Gerhard Richtig, der alte Absahner, hatte ein Kirchenfenster zusammengepuzzelt, auf dem man nichts erkennen sollte, irgendwas Abstraktes und Computerrandommäßiggesteuertes. Die Gläubigen finden das nicht gut, weil sie einfach wissen wollen, was sie da anbeten. Ein paar Farben anbeten? Das wär was fürs Anstreichergewerbe, nicht für Kölner Erzkatholen. Klemmts Entwurf folgt dem gleichen Gedanken: Nichts erkennen können. Mit der Ergänzung: Heimlich aber doch, so quasi am Erzbischof vorbei, damit die Messe nicht so langweilig ist. Ein sattroter Mund und zwei blaue Augen, die süßer nicht strahlen können, wenn süß Strahlen überhaupt geht, regen die Phantasie an, wenn der Priester im Mittelteil der Predigt zum Sekundenschlaf motiviert. Rote Lippen soll man küssen - das drängt sich förmlich auf und in Rot ist ja auch immer eine Portion Satan drin, so wie der Spritzer Tabasco im harmlosen Cocktail.
Klemmt ist schmerzverzerrt, aber zuversichtlich. Im Quarantänetrubel rollt der Rubel, ist die Devise, im eigentlichen Sinn, obwohl ihm Euro lieber wäre. Aber Hauptsache, da kommt nicht nur ein Almosen aufs Konto. Es geht voran!
Vielleicht mal in Köln was anbieten?, denkt Klemmt und erinnert sich: Gerhard Richtig, der alte Absahner, hatte ein Kirchenfenster zusammengepuzzelt, auf dem man nichts erkennen sollte, irgendwas Abstraktes und Computerrandommäßiggesteuertes. Die Gläubigen finden das nicht gut, weil sie einfach wissen wollen, was sie da anbeten. Ein paar Farben anbeten? Das wär was fürs Anstreichergewerbe, nicht für Kölner Erzkatholen. Klemmts Entwurf folgt dem gleichen Gedanken: Nichts erkennen können. Mit der Ergänzung: Heimlich aber doch, so quasi am Erzbischof vorbei, damit die Messe nicht so langweilig ist. Ein sattroter Mund und zwei blaue Augen, die süßer nicht strahlen können, wenn süß Strahlen überhaupt geht, regen die Phantasie an, wenn der Priester im Mittelteil der Predigt zum Sekundenschlaf motiviert. Rote Lippen soll man küssen - das drängt sich förmlich auf und in Rot ist ja auch immer eine Portion Satan drin, so wie der Spritzer Tabasco im harmlosen Cocktail.
Klemmt ist schmerzverzerrt, aber zuversichtlich. Im Quarantänetrubel rollt der Rubel, ist die Devise, im eigentlichen Sinn, obwohl ihm Euro lieber wäre. Aber Hauptsache, da kommt nicht nur ein Almosen aufs Konto. Es geht voran!
Georg Krakl - Balzhand
Scheinbar schwerelos
schwebt er heran
und mit der Balzhand
fasst er ihr das gülden Halsband
an ein wenig später dann
war sie die Ehre los
schwebt er heran
und mit der Balzhand
fasst er ihr das gülden Halsband
an ein wenig später dann
war sie die Ehre los
Fake-News des Tages
Ivanka Trump häkelt einen Mundschutz gegen den Virus, Melanie hat endlich Verdauung und gesteht das dem American Fürst. Ursula von der Leyen hat ihre Handydaten zur Berater-Affäre wiederherstellen lassen. Andreas "das musst du andreas machen" Scheuer will das auch zur Mautaffäre, weiß aber nicht, wie es geht. Maut ist immer noch ein Geräusch, das eine Katze macht. Was soll daran Affäre sein? Friedrich Merz, erster immuner Politiker, will Imun von Deutschland werden; Imun soll der Titel für einen abwehrkräftigen Kanzler sein. 51 Kinder sollen aus den Lagern in Griechenland und Türkei ausgeflogen werden, eins mehr als geplant. Man weiß nicht welches. Auch die anderen 50 kenne man nicht. Alles schwierig und schmierig, wie das Geld, das der Gyros- und der Kümmelmann haben wollen. Guantanamo wird geschlossen. Erdogan dankt ab. Assad hat sich an Giftgas verhustet, den Griechen geht das Tränengas nicht aus. Continental liefert neue Gummigeschosse. Flüchtlinge sollen zu Hause bleiben. Das machen jetzt alle in Deutschland, Europa, sogar in China. Also: Alle sollen zu Hause bleiben. Bis alles vorbei ist. Alles heißt alles. Und alle alle. Mutti singt: Wir schaffen das. Was ist das Das? Das Das, was wir schaffen?Hauptsache schaffen. Abschaffen, ranschaffen, anschaffen, herschaffen, beschaffen, wegschaffen.
Wegschaffen. alles wegschaffen. Alle wegschaffen.
Aus den Augen aus dem Sinn.
Georg Krakl - Mein Goldpapier
Gib acht auf deine volle
Küchenrolle!
Sie ist wie Goldpapier in dieser Zeit,
sie macht dir deine kleine Welt ganz weit.
Denn ist das Klopapier zu Ende,
schützt sie deine Hände.
Küchenrolle!
Sie ist wie Goldpapier in dieser Zeit,
sie macht dir deine kleine Welt ganz weit.
Denn ist das Klopapier zu Ende,
schützt sie deine Hände.
Georg Krakl - Mein Hut ist weg
Mein Hut,
der flog so gut,
er ist entschwunden,
habe ihn gesucht und nicht gefunden,
weiß nicht, wo er ist.
Hatte ihn bis gestern nicht vermisst.
Jetzt ist er weg,
der hat sich einfach so verpisst
und liegt jetzt einsam auf dem Mist,
vielleicht im Dreck,
mag sein, auch unter tausend Rollen Klopapier.
Mein Hut, der ist nicht hier.
Und auch nicht da.
Erinner nicht, wo ich zum letzten Mal ihn sah.
Mein Hut ist nicht bei mir.
Mein Hut,
der tut mir doch so gut,
der gibt mir Mut,
beruhigt mich, hab ich mal Wut.
Mein Hut, der macht mich schön, der kleidet mich.
Und jetzt? Der meidet mich.
Ach Hut, ach Hut,
komm doch zurück!
Du bist mein Leben, bist mein Glück.
Ok. Das ist jetzt übertrieben.
Hut! Bei Fuß!
Ich zähle jetzt bis 10 nach sieben!
Dann sitz du hier auf meinem Kopf,
behütest meinen vollen Schopf
und alle kahlen Stellen
und auch fahlen Dellen.
Achtung, bin jetzt schon bei kurz vor sieben!
Hut, Hut, Hut! Wo bist du geblieben?
Mein Hut hat nicht drei Ecken,
muss irgendwo -ich hoffe nicht- verrecken.
Schon vergessen oder Fake-News?
Wenn sich das Leben um den eigenen Leib dreht, weil an jedem Türgriff Virusschleim auf feindliche Übernahme lauert, vergisst man in der selbstbezogenen Betriebsamkeit das ein oder andere.
Da hat unser hohlraumversiegelte Verkehrtminister Scheuer seine Verbindungsdaten gelöscht, oder besser, löschen lassen, weil ihm ein neues Handysystem zugeteilt worden ist, und das, obwohl der Untersuchungsausschuss sehnsüchtig auf diese wartet, damit Licht in das Maut-Dunkle kommt.
Der Steuerzahler wird zum Scheuerzahler.
Er ist aber nicht der einzige. Auch die Daten von Mutti II, EU-Präsidentin von der Leyen, sind verloren gegangen, und das, obwohl ein Untersuchungsausschuss wartet, damit Licht in den Beraterdschungel des vetternverwirtschafteten Verteidigungsministeriums hineinleuchtet. So um die 200 Millionen stehen zur Debatte.
Aber sie will weiter Geld verteilen: 700 Millionen für die Griechen, um ihr MIgrationsmanagement in den Griff zu bekommen, denn immerhin sei die griechische auch die europäische Außengrenze. Mauer oder Zaun, das ist hier die Frage? Wenn den Hellenen das Tränengas ausgeht, könne die alte Dienststelle nachrüsten. Es müsse ja nicht immer Zyklon-B sein. Die Migranten bedaure sie, die seien durch falsche Versprechungen an die Grenze gelockt worden. Auch seien sie erst durch ihr Weggehen aus ihrer Heimat zu Migranten geworden, und das solle man sich vorher gut überlegen.
Was war noch mal mit den Flüchtlingen?
Da kann man in Seuchenzeiten nichts machen. Wir sind jetzt ja irgendwie alle auf der Flucht. Besonders hart ist, dass wir überhaupt nicht wegkommen. Irgendwie schizophren. Damit geht es uns ganz und gar nicht gut.
Man kann ja mittlerweile nicht mal mehr in Ruhe Gyros essen. Das könnte man ja in die Zone schicken, in das Niemandsland zwischen Griechenland und der Türkei.
Obwohl: Niemandsland? Dafür ist es eigentlich zu voll.
Man kann auch mal was vergessen dürfen müssen.
Wege aus der Krise: 1x4
Mein 1x4 hängt immer griffbereit
direkt an der Café-Maschine.
Jederzeit
gibt er mir Sicherheit.
Zu Fuß, im Auto, auf der Schiene -
ich bin gefeit.
Ich trag ihn hochkant oder breit
gespreizt vor Mund und Nase
in jeder Rausgehphase.
Hygienisch, praktisch, schlicht.
Vielleicht nicht wirklich dicht.
Doch hilft er dem Gemüt,
wenn mancher Mitmensch Viruströpfchen auf mich sprüht.
Das Klopapier zu Ende?
Nimm 1x4! Nicht deine Hände!
direkt an der Café-Maschine.
Jederzeit
gibt er mir Sicherheit.
Zu Fuß, im Auto, auf der Schiene -
ich bin gefeit.
Ich trag ihn hochkant oder breit
gespreizt vor Mund und Nase
in jeder Rausgehphase.
Hygienisch, praktisch, schlicht.
Vielleicht nicht wirklich dicht.
Doch hilft er dem Gemüt,
wenn mancher Mitmensch Viruströpfchen auf mich sprüht.
Das Klopapier zu Ende?
Nimm 1x4! Nicht deine Hände!
Günter Krass - Fille de Kilimanjaro
Der Berg hatte gekreißt und eine Maus geboren, seine Tochter ist da. Er wundert sich, ein Berg, eine Geburt, ein Kind, eine Tochter. Wo ist die Frau, die ihn begattet hat? Der Berg steht. Oder hockt.
Die Tochter spielt am Fuße, hat ein Körbchen, sucht nach Usambara-Veilchen, die die Großmutter so mag, denn sie verschenkt sie an alle Menschen, denen sie etwas Gutes tun will.
Ich mag keine Umsambara-Veilchen, denkt der Berg, ich mag auch meinen Namen nicht, Kiliman, Kiliman, klingt wie ein altes Kinderspiel, bei dem der, der lacht, verliert, und die, die kitzeln, hören nicht auf, ergötzen sich an der Qual, die wie Freude klingt, aber zu Tortur wird bis zur Erschöpfung.
Die Tochter sucht weiter und weiß nicht, wo sie die Blumen finden soll. Die Suche ist das Eigentliche, das Finden nebensächlich. Der Großmutter zurückgeben, was sie ihr mit ihrem Geschenk angetan hat.
Ich mag keine Usambara-Veilchen, denkt die Tochter des Berges. Ich mag keine Alpenveilchen, ich mag keine Vonaltenfrauenblumenzumgeburtstaggeschenktobwohljederweißdassdiekeinermag.
Wo oft soll ich es noch herausschreien.
Ich mag keine Mon Chérie, die werde ich in den Küchenschrank stellen, vergessen, dann wiederfinden und feststellen, dass der Alkohol verdunstet ist und die Schokolade beschlagen, verblasst, weißlich.
Hört endlich zu, ihr Usambaraveilchenschenker. Hört endlich zu und behaltet eure Geschenke.
Der Himmel ist blau oder grau oder nicht zu sehen, weil Wolken ihn verdecken.
Die Menschen verrecken, aber sind entspannt, was soll schon passieren?
Wir haben nicht mal ein Handy.
Der Berg ist eingenickt.Er ruht in sich. Wo auch sonst?
Miles Davis anhören: Filles Kilimanjaro 2
Die Tochter spielt am Fuße, hat ein Körbchen, sucht nach Usambara-Veilchen, die die Großmutter so mag, denn sie verschenkt sie an alle Menschen, denen sie etwas Gutes tun will.
Ich mag keine Umsambara-Veilchen, denkt der Berg, ich mag auch meinen Namen nicht, Kiliman, Kiliman, klingt wie ein altes Kinderspiel, bei dem der, der lacht, verliert, und die, die kitzeln, hören nicht auf, ergötzen sich an der Qual, die wie Freude klingt, aber zu Tortur wird bis zur Erschöpfung.
Die Tochter sucht weiter und weiß nicht, wo sie die Blumen finden soll. Die Suche ist das Eigentliche, das Finden nebensächlich. Der Großmutter zurückgeben, was sie ihr mit ihrem Geschenk angetan hat.
Ich mag keine Usambara-Veilchen, denkt die Tochter des Berges. Ich mag keine Alpenveilchen, ich mag keine Vonaltenfrauenblumenzumgeburtstaggeschenktobwohljederweißdassdiekeinermag.
Wo oft soll ich es noch herausschreien.
Ich mag keine Mon Chérie, die werde ich in den Küchenschrank stellen, vergessen, dann wiederfinden und feststellen, dass der Alkohol verdunstet ist und die Schokolade beschlagen, verblasst, weißlich.
Hört endlich zu, ihr Usambaraveilchenschenker. Hört endlich zu und behaltet eure Geschenke.
Der Himmel ist blau oder grau oder nicht zu sehen, weil Wolken ihn verdecken.
Die Menschen verrecken, aber sind entspannt, was soll schon passieren?
Wir haben nicht mal ein Handy.
Der Berg ist eingenickt.Er ruht in sich. Wo auch sonst?
Miles Davis anhören: Filles Kilimanjaro 2
Georg Krakl - Schwerelos
Scheinbar schwerelos
schwebt' er heran,
und mit der Balzhand
fasst er ihr güld'nes Halsband
an.
Ein wenig später dann,
war sie die Ehre los.
Sie weint.
Er fragt: Was hat sie bloß?
schwebt' er heran,
und mit der Balzhand
fasst er ihr güld'nes Halsband
an.
Ein wenig später dann,
war sie die Ehre los.
Sie weint.
Er fragt: Was hat sie bloß?
Österreich: Der 23.2. ist der Tag des Hundekuchens
Resi! Kann es sein, dass der Rührkuchen irgendwie nach Hund schmeckt?
Nee, Toni, wenn dann nach Marmor, ist ja ein Marmorkuchen.
Quatsch, Resi, im Zupfkuchen ist ja auch kein Zupf drin.
Was ist denn Zupf, Toni? Habe ich ja noch nie gehört!
Zupf? Das kennt doch ein jeder. Das Gegenteil von Schubs.
Und was ist Schubs?
Das ist die stärkere Form von Stups.
Ich versteh nichts mehr.
Das ist ja nicht neu.
Jetzt wirst du pampig. Das hatten wir ja schon.Ich backe extra einen Kuchen für dich und du wirst unverschämt.
Nur weil ich die Wahrheit sage. Der Kuchen schmeckt nach Hund. Eindeutig.
Vielleicht schmeckt er ja auch nach Beton, wenn da nicht mal Marmor drin ist...
Beton. Fest genug wäre er ja.
Du machst es nicht besser. Immer findest du irgendwas, und dann diese pampige Art. Ich könnte dich auf den Mond schießen.
Ich geh mit dem Hund.
Na endlich.
Hasso, komm Gassi gehen.Hasso! Wo ist denn der Hund?
Keine Ahnung.
Nee, Toni, wenn dann nach Marmor, ist ja ein Marmorkuchen.
Quatsch, Resi, im Zupfkuchen ist ja auch kein Zupf drin.
Was ist denn Zupf, Toni? Habe ich ja noch nie gehört!
Zupf? Das kennt doch ein jeder. Das Gegenteil von Schubs.
Und was ist Schubs?
Das ist die stärkere Form von Stups.
Ich versteh nichts mehr.
Das ist ja nicht neu.
Jetzt wirst du pampig. Das hatten wir ja schon.Ich backe extra einen Kuchen für dich und du wirst unverschämt.
Nur weil ich die Wahrheit sage. Der Kuchen schmeckt nach Hund. Eindeutig.
Vielleicht schmeckt er ja auch nach Beton, wenn da nicht mal Marmor drin ist...
Beton. Fest genug wäre er ja.
Du machst es nicht besser. Immer findest du irgendwas, und dann diese pampige Art. Ich könnte dich auf den Mond schießen.
Ich geh mit dem Hund.
Na endlich.
Hasso, komm Gassi gehen.Hasso! Wo ist denn der Hund?
Keine Ahnung.
Am Anfang war das Dorf - Kinderspiele (34)
Wer es sagt, der ist es auch. Mit dem dicken Gummibauch.
Einfache Weisheiten helfen bei Beleidigungen und überhaupt.
Wer?
Der dicke Bär mit dem Schwanz hinterher.
Einfache Spiele strukturieren das Ländliche:
Ich sehe was, was du nicht siehst.
Hinkelpiss.
Statt Kreide zerbrochene Dachpfannen.
Apfelwettessen vom eigenen Baum direkt in den Mund. Cox Orange schmeckt noch nach Apfel. Fest und saftig.
Tausend Nadeln. Man umfasst den Unterarm des Mitspielers mit beiden Händen und dreht diese dann mit der Haut des Gegriffenen in unterschiedliche Richtungen. Das erzeugt Schmerz wie von tausend Nadeln. Wer das aushät und nichts sagt, ist stark. Mädchen schreien schnell und heulen dann. Jungen weinen nicht.
Mädchen kratzen und kneifen, Jungen schlagen und treten. Mädchen wollen immer Vater, Mutter, Kind spielen. Die Mutter kümmert sich ums Kind und kocht, der Vater kommt ständig von der Arbeit nach Hause. Anschließend fährt er wieder zu Arbeit. Kreislauf des Dörflichen.
Willst du mal die Gänse sehen? Der stärkste Onkel fasst den Kopf des Jungen von hinten in Höhe der Ohren und zieht ihn hoch, dass er gerade noch stehen kann. Manchmal auch der laute Onkel.
Von den Gänsen ist nichts zu sehen. Erwachsene sagen nicht immer die Wahrheit. Dem Jungen tut der Hals weh, er ist zornig, sagt aber nichts. Das gehört zum guten Ton. Die Erwachsenen finden das lustig. Was sollen sie auch sonst machen. Man hat ja nie Streit gehabt und will auch jetzt keinen. Es hat noch kein falsches Wort gegeben, seit so vielen Jahren.
Mund halten. Gelernt ist gelernt.
Sprüche und Lobpreisungen aus den Jahren 1955 bis 1975 in Norddeutschland.
Georg Krakl - So schlimm doch nicht
Was tun,
das fragt die FDP, was ist denn opportun?
So schlimm sind doch die Braunen nicht,
wenn sie uns nutzen.
Wenn sie uns, ja, zum Beispiel hier in Thüringen,
an Macht und Positionen bringen,
die uns doch jahrelang verwehrt,
ja, bitteschön, was ist daran verkehrt?
Ihr wisst doch wie wir sind:
Das Fähnlein in den Wind,
den Arsch geleckt, wenn es dem eig'nen nutzt.
Ja, guckt nicht so verdutzt!
Ein jeder kann sich ändern,
die haben doch schon lange keine Glatzen
mehr und ihre Fratzen
ähneln SPD und CDU,
im Nu
gehören sie dazu.
Die poltern nur, die wollen spielen, und dabei sein.
Und wir, wir wollen frei sein, Demokraten, FDP,
das Land gestalten und die Menschen formen,
geschissen auf die grundgesetzten Normen,
man muss sich doch erheben
und nach oben schweben,
auch durch das Heißluft-Gas der AfD.
Von oben schauen
und als gute Macht
den Linken und den Grünen mal den Tag versauen.
Deutschland, gute Nacht!
das fragt die FDP, was ist denn opportun?
So schlimm sind doch die Braunen nicht,
wenn sie uns nutzen.
Wenn sie uns, ja, zum Beispiel hier in Thüringen,
an Macht und Positionen bringen,
die uns doch jahrelang verwehrt,
ja, bitteschön, was ist daran verkehrt?
Ihr wisst doch wie wir sind:
Das Fähnlein in den Wind,
den Arsch geleckt, wenn es dem eig'nen nutzt.
Ja, guckt nicht so verdutzt!
Ein jeder kann sich ändern,
die haben doch schon lange keine Glatzen
mehr und ihre Fratzen
ähneln SPD und CDU,
im Nu
gehören sie dazu.
Die poltern nur, die wollen spielen, und dabei sein.
Und wir, wir wollen frei sein, Demokraten, FDP,
das Land gestalten und die Menschen formen,
geschissen auf die grundgesetzten Normen,
man muss sich doch erheben
und nach oben schweben,
auch durch das Heißluft-Gas der AfD.
Von oben schauen
und als gute Macht
den Linken und den Grünen mal den Tag versauen.
Deutschland, gute Nacht!
Bebilderte Berichterstattung: Junge Männer mit Faustschlägen und Tritten verletzt
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| Vassily Kannixky - "5" (2020) |
Man muss genau hinsehen, um zu erkennen, worum es geht. Natürlich, denkt jeder sofort, da sehe ich doch erst mal gar nichts! Doch in unserer schnelllebigen Welt übersieht man häufig die wichtigen Details.
Wo, bitteschön, soll ich das denn erkennen, denkt der übereifrige Leser, der durch den Morgenkaffee schon in wahrnehmerische Ekstase versetzt ist und es eilig hat, neue Erkenntnisse zu gewinnen.
Ein hochwertiges Handy ist verschwunden - Das kann jeder bestätigen, der das Foto genauer betrachtet. Nirgendwo ein Handy zu sehen, nicht einmal ein niedrigwertiges.
Im Vordergrund ein Blaulicht, wahrscheinlich einem Streifenwagen zugehörig, der vielleicht aufgrund eines Anrufes den Ort des Geschehens aufgesucht hat. Oft vergehen zwischen Anruf und Ausrücken der Streife wertvolle Minuten, aber in Zeiten des Klimawandels will jede motorisierte Fahrt überlegt sein. Auch die Entscheidung, doch mit dem Dienst-E-Bike zu fahren, dauert, vor allem wenn der Akku nicht aufgeladen ist und der Kollege nicht eimal einen Motor am Fahrrad hat.
Die fünf Kontrahenten sind verschwunden, die Täter längst, die Opfer auch, denn wer will schon gegenüber der Polizei gestehen müssen, dass er ein Opfer ist. Du Opfer!, heißt es dann bei der Vernehmung, obwohl vielleicht Sie Opfer! angemessener gewesen wäre.
Links auf dem Foto ist noch der durch junge Bäume begrünte Marktplatz zu sehen, daneben ein Gebäude und vielleicht ein Omnibus, der zur Flotte des neuen Nahverkehrsanbieters gehört.
Ermitteln fällt nicht leicht, wenn eigentlich alles verschwunden ist, was Hinweise geben könnte und wenn der Ort des Geschehen ganz woanders liegt.
Der hier war aber näher dran, ist die einleuchtende Erklärung der Polizei, und wir waren ohnehin schon spät dran, bis dann klar war, dass der Kollege mit dem Fahrrad ohne Motor auch noch einen Platten hatte. Aber besser schnell vor Ort sein, als zu spät kommen und alle sind schon weg. Wie soll das dann in der Presse hinterher aussehen? Schnell noch ein Foto gemacht, und der Bericht ist fertig. Also schön ist das Foto schon...
Am Anfang war das Dorf
1
Am Anfang war das Dorf.
Das Dorf ist mehr als die Summe seiner Einwohner.
Das Dorf lebt. Es denkt. Es denkt nach und denkt aus.
Das Dorf weiß alles, und was es nicht weiß, das folgert es, das leitete es ab, das denkt es sich aus. Das Dorf weiß alles.
Im Dorf leben Zugereiste und Angeheiratete. Sie werden geduldet und beäugt.
Heimat ist das Dorf den dort Geborenen.
Eingeborene sagt man nicht, das klingt nach Afrika und Kral und Schwarz und Hottentotten.
Die Dorfbewohner sind die eingeborenen Söhne und Töchter.
Dann gibt es die, die einfach da sind und nicht weggehen, aber nicht dazugehören.
Weil sie anders sind, auch wenn sie genau so sehen wie die Dorfbewohner.
Aber sie sind anders; genauso wie die Zugereisten und die Angeheirateten.
Das Dorf hat Regeln.
Samstags wird der Hof gefegt und sonntags ist Ruhe.
Wer feiern kann, kann auch arbeiten.
Was sollen die Leute denken? Das ist die Maßfrage, an der das Tun und das Sein gemessen werden.
2
Die Haare gehen bis zum Kragen, stehen nicht auf den Ohren und hängen nicht im Gesicht.
Damenbinden sind in Zeitungspapier eingedreht und werden nur von errötenden Frauen gekauft. Männer lassen die Finger davon.
Zu einem Bier gehörte auch ein Korn.
In den Beeten kein Unkraut. Das Kind adrett. Freundlich. Höflich. Es redet, wenn es gefragt wird, oder das Handtuch wackelt. Das Handtuch wackelt nie.
Kein Geschlechtsverkehr vor der Ehe. Und wenn, dann nur die Männer.
Arbeiter wählen SPD, Emporkömmlinge, Bauern und Neureiche CDU. Wer nicht weiß, wohin er gehört, wählt FDP. Mehr gibt es nicht.
Die Männer haben Bäuche, die Frauen große Busen und kräftige Oberarme. Man ist nicht dick. Wohlgenährt und vollschlank.
Gegessen wird, was auf den Tisch kommt.
Über allem wacht das Dorf. Über allem denkt das Dorf. Es weiß immer, was richtig ist. Was wichtig ist.
Was es nicht weiß, denkt es sich aus. Das Dorf ruht. Das Dorf ist sicher.
Alles soll bleiben. Wie es ist.
3
Dann kommt es anders.
Georg Krakl - Mittelloser Metallurg
Nicht jener mittellose Metallurg,
nein, der Chirurg,
hat Einsicht in das Du.
Ein schneller Schnitt, im Nu
liegt alles offen,
und ein jeder,
der so aufgeschnitten,
kann nur hoffen,
dass er zäh wie Leder
ist, den Blick ins Du,
der an den Eingeweiden langgeglitten,
überlebt.
Was auch die Stimmung des Chirurgen hebt.
Ein wenig hier und dort geschnitzt,
und kucken, dass die Leber wieder richtig sitzt
und auch der Magen,
sonst würde es dem Aufgeschlitzten auf denselben schlagen.
Dann hurtig zugetackert.
Schluss für heute,
weil genug geackert.
Morgen kommen neue Leute
auf den Tisch.
Schwester Doris, bitte wisch
die Reste weg,
der beste Dreck
hat hier im Saale nichts zu suchen.
Ich hatte heut' ein schönes Stück vom leckeren Gesundheitskuchen.
Vor Neid erblasst der Metallurg:
Er wäre gerne auch Chirurg.
nein, der Chirurg,
hat Einsicht in das Du.
Ein schneller Schnitt, im Nu
liegt alles offen,
und ein jeder,
der so aufgeschnitten,
kann nur hoffen,
dass er zäh wie Leder
ist, den Blick ins Du,
der an den Eingeweiden langgeglitten,
überlebt.
Was auch die Stimmung des Chirurgen hebt.
Ein wenig hier und dort geschnitzt,
und kucken, dass die Leber wieder richtig sitzt
und auch der Magen,
sonst würde es dem Aufgeschlitzten auf denselben schlagen.
Dann hurtig zugetackert.
Schluss für heute,
weil genug geackert.
Morgen kommen neue Leute
auf den Tisch.
Schwester Doris, bitte wisch
die Reste weg,
der beste Dreck
hat hier im Saale nichts zu suchen.
Ich hatte heut' ein schönes Stück vom leckeren Gesundheitskuchen.
Vor Neid erblasst der Metallurg:
Er wäre gerne auch Chirurg.
Neulich im Treukauf: Katzenbon
Katzenbon?, fragt die Kassiererin hinter dem Warentransportband und ich stutze einen Moment. Katzenbon? Was kann sie meinen? Sieht mit die Dame an, dass ich mit einigen Nachbarkatzen im Hader bin, weil diese zum Verrichten der Notdurft in meinen Garten gehen und den des Nachbarn, der Eigentümer der Tiere ist, meiden? Dass ich deshalb Katzen hasse und weil sie ihr eigentliches Nahrungsmittel, Mäuse nämlich, eher zum Spielen benutzen, sie anfressen, laufen lassen, durchlutschen, laufen lassen, anfressen, laufen lassen, und schließlich dem, der auf sie stolz sein soll, vor die Tür auf die Matte legen? Dass sie Vögeln ein Bein brechen und am Rasenrand liegen oder humpeln lassen, damit diese frisch bleiben, falls die Katzenmahlzeit aus der Dose ausbleibt.
Schmusekatzen. Katzen haben keinen Kühlschrank. Katzen haben sieben Leben, als ob nicht eins reicht. Wenn überhaupt. Katzen fehlt der Respekt. Denen geht es zu gut und sie kümmern sich einen Scheißdreck um das Tierwohl, wenn es nicht das eigene ist. Bevor ist jetzt eine Brücke schlage in die Welt der Hochfinanz und Politik, fällt mir ein, dass ich die Frage der Kassiererin nicht beantwortet habe: Katzenbon? Was soll das sein?
Zehn Einkäufe über 20 Euro und dann eine Katze gratis oder 19,90 € Zuzahlung?
Katzenbon?, wiederholt die Kassiererin und ich sage lieber: Nein, das ist nichts für mich.
Vielleicht meinte sie auch Kassenbon, denke ich später. Ab Januar gilt, dass jeder Einkauf mit der Aushändigung eines Kassenbons dokumentiert wird. Jaja, deutsche Bürokratie, soll aber gut fürs Finanzamt sein, erinnere ich mich vage. Ich manchen Ländern wird man bestraft, wenn man den Bon nicht annimmt. Gut, dass ich in Deutschland lebe, denke ich, auch wenn das Land voller kackender Katzen ist, für die ich keinen Bon möchte. Die sind doch alle nicht ganz bong, flüstert mein Hirn, und ich weiß gar nicht genau, wen es meint. Besser hinhören hilft. Oder deutlicher sprechen. Die Katze kann ja nichts dafür.
Schmusekatzen. Katzen haben keinen Kühlschrank. Katzen haben sieben Leben, als ob nicht eins reicht. Wenn überhaupt. Katzen fehlt der Respekt. Denen geht es zu gut und sie kümmern sich einen Scheißdreck um das Tierwohl, wenn es nicht das eigene ist. Bevor ist jetzt eine Brücke schlage in die Welt der Hochfinanz und Politik, fällt mir ein, dass ich die Frage der Kassiererin nicht beantwortet habe: Katzenbon? Was soll das sein?
Zehn Einkäufe über 20 Euro und dann eine Katze gratis oder 19,90 € Zuzahlung?
Katzenbon?, wiederholt die Kassiererin und ich sage lieber: Nein, das ist nichts für mich.
Vielleicht meinte sie auch Kassenbon, denke ich später. Ab Januar gilt, dass jeder Einkauf mit der Aushändigung eines Kassenbons dokumentiert wird. Jaja, deutsche Bürokratie, soll aber gut fürs Finanzamt sein, erinnere ich mich vage. Ich manchen Ländern wird man bestraft, wenn man den Bon nicht annimmt. Gut, dass ich in Deutschland lebe, denke ich, auch wenn das Land voller kackender Katzen ist, für die ich keinen Bon möchte. Die sind doch alle nicht ganz bong, flüstert mein Hirn, und ich weiß gar nicht genau, wen es meint. Besser hinhören hilft. Oder deutlicher sprechen. Die Katze kann ja nichts dafür.
Traum von Politik - Was ist los im Heimatland? (2020)
Traum von Politik (2020) Was ist los im Heimatland?
Heimat hat offene Arme. Heimatminster*innen entwickeln und entwickeln. Es geht so ein Gefühl um in Deutschland. Integration statt Migration. Ministerium für Rückkehrpolitik. Flüchtlinge heißen jetzt Fliehkräfte, das zeigt ihr Potenzial. Es muss nicht immer Deutschland sein. Fachkräfte statt Flachkräfte. Wann wird Andi B. Scheuer ausgetauscht? Kippt mit seinen Roller um, weil er für einen Elektromotor noch nicht reif ist und das vergessen hat. Maut hält er für ein Geräusch, das Katzen machen. Die Geldkatze müssen Bürger öffnen, um die Schulden des Scheuerlings zu begleichen. Dem Volk eine gescheuert. 500 Seiten und 87 Milliarden für die Bahn. Hat der das gelesen? Weiß er wieviel Nullen die Zahl hat?
Der Katze ist nicht wohl.
Den Masttieren, die Kotelett und Schnitzel heißen, ist auch nicht gut. Ernährungsdienerin Klöckner von Notre Darm, die Ex-Heulsusen - bzw. Ex-Weinkönigin, nimmt sich jammernder Speisewesen an und klebt ihnen ein Label vors Maul. Wohlfühlen! Klappe zu, Tier tot. Ab auf den Tisch. Hähnchen haben Brüste. NRW hat jetzt die Schwarze Null: Christina Föcking Schulze, die Schwierigkeiten hat, den familiären Fernseher zu bedienen und Hacker für eine Art Metzger hält mit dem Schwerpunkt Mett. Wie weit noch bis Christel Mett? Jetzt ist sie für den Kinderschutz zuständig. Aufatmen bei den Teenagern. Mein Gott, gut dass ich kein Kind mehr bin.
Die Steigerung von Sodbrennen ist Söderbrennen. Braunkappenröhrling wird vom Landesverfassungsgericht MäckPomm als Schimpfwort eingestuft, wenn es gegen Politiker benutzt wird. Die Bedeutung und die Anwendung des Wortes Farbnegativs soll vom Duden geprüft werden. Ursula von der Leyen vermisst ihre Buddies aus dem Kriegsministerium oder wie das damls hieß.Verlierer Manfred Weber CSU schenkt ihr zur Machtergreifung in der EU eine Flasche Buddy-Lotion. Annette von Drohne-Patronenhülshoff, kurz AKK 62, bezeichnet ihr Verhältnis zu Markus Söder als Achse. Alles Achse. Läuft bei dir. Achsenschweiß. Zwei gegen Mutti, die ausdienen wird. Mutti übt die Raute, die Abschiedsraute. Eine Zitterpartie. Im Saal lauern die Erben. Mutti, in sich ruhend und schauend. Wenn Mutti auf dem Kreuzfahrtschiff Deutschland von der Reling stürzt, heißt das nicht: Wende! Die Wende war ja schon gewesen.
Im Wasser formt sie weiter die Raute. Niemand erwartet Schwimmbewegungen. Rettungsring? Hat sie doch unter der Kostümjacke, röhrt der Braunkappenröhrling. Alle sind dankbar, dass sie die Weiterfahrt nicht behindert. Vielleicht ist sie aber auch nur auf ein Zwischendeck gefallen. Peter Altmaier stürzt von der Bühne, er ist gepolstert und kommt ganz gut am Boden an. „Ich bin schwarz und grün im Gesicht, als hätte mich Muhammad Ali verprügelt“, scherzt er. Muhammad Ali ist lange tot. Das Landesverfassungsgericht in Mäckpomm prüft selbstbeauftragt, ob Muhammad Ali ein Neger war oder ein Afroamerikaner, und ob der Tatbestand der Selbstbeleidigung bei Minister Altmaier gegeben sei. Der Maas aller Deutschen Heiko antwortet ungefragt, das Landesverfassungsgericht soll sich einer der drei Kliniken für Forensische Psychiatrie angliedern. Minister Spahn, Erfinder der Spahnzange für die Zahnspange zur Selbstreparatur, will nicht, dass die Deutschen ohne Qualen sterben können. Pentobarbitural gibt es nicht, basta, weiterquälen. 102 Anträge ohne Prüfung abgelehnt. Selbstbestimmung? Drauf geschisssen. Die neu entwickelte Spahnplatte trägt der Jens zu Werbezwecken vor dem Kopf.
Wo ist Merz? Wo sind die Merzspezialdragees zur Rettung von Deutschland? Reicht die Rente nicht? Kauf Aktien. Egal wovon. Merz rockt den Blackrock. Blackrock ist kein Kleidungsstück. Schwarzgeld ist nicht rassistisch. Steuerflüchtlinge bleiben im Land, nur das Geld nicht. Diebstahl? Steuerflüchtlinge mit deutschem Migrationshintergrund brauchen kein Asyl. Die Gefängnisse sind schon voll.
Die Frage bleibt:Wer soll eigentlich integriert (intrigiert) werden, wenn kaum noch einer kommt? Die Bayern in Nordrhein-Westfalen? Wir haben doch schon Oktoberfeste, Mai-Wies’n, Ganzjahreskarneval mit Kostümzwang. Lederhosenfröhlichkeit mit Latz vorne fürs Geschäft. Heimat empfängt mit offenen Blusen. Busenschau.
Integration. Wer kann das denn wissen?
Regierungsprecher (das Wort seibern soll als Neologismus, als neues Wort in den Duden aufgenommen werden und bedeutet soviel wie schönschwätzen, glattreden) Steffen Seibert seibert: Wer das wissen kann? Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz. Ich wache schweißgebadet auf. Mauz? Aus die Mauz! Was für ein Kauz bin ich denn, dass ich Annette Widmann-Mauz gar nicht kenne, den Namen jetzt zum ersten Mal höre? Ich habe geträumt, denke ich, die Mauz gibt es doch gar nicht. Da halte ich es wie der Andi Scheuer: Mauz ist ein Geräusch, das Katzen machen. Und die haben es nicht so mit der Integration. Wenn die Mäuse vor denen flüchten, dann haben sie die zum Fressen gern und integrieren die in den Verdauungstrakt. Deutschland für die Katz! Das muss man erst mal schlucken.
Georg Krakl - Ihr Sterne
![]() |
| John Steinbrech - Straße der Ölsardinendosen (2019) |
Mag euch wohl, hab euch ganz gerne,
weil ihr Orientierung bietet in der Nacht,
weil ihr das Dunkle sicher macht.
Und dann (!) kann ich in fremdem Land euch auch am Himmel stehen
sehen
über Wüsten, Slums, Moscheen!
Nicht nur über uns, die Guten
hier mit BGB und Grundgesetz und Redefreiheit, Parlament.
Auch da, wo man in Plastikzelten pennt!
Ihr weist die Wege,
kennt nicht Völker, nennt nicht Namen,
die aus Not zusammenkamen.
Weist Menschen einfach Wege. Etwa nach Norden,
weg von Kriegen, weg vom Hungern, weg vom Morden.
Zeigt einen Weg, etwa zu uns in dieses Land,
das ich auch euretwegen sicher fand.
Ihr müsst doch diese bange Frage spüren:
Wohin soll das alles führen?
Ja- da habt ihr nichts zu sagen,
seid einfach still,
da können wir uns selber plagen
wenn jeder kommen kann, so wie er will.
So geht das nicht,
ihr dummes Licht!
Grenzenlos ist euer Himmelsstehen.
Ich will euch nicht im Ausland sehen!
Ihr seid die meinen, ich will euch nur Zuhause. Hier.
Ihr gehört doch mir.
Und dann die Sonne, auch ein Stern.
Eigentlich hab' ich den gern.
Die Sonne hat doch einen Knall!
Scheint überall!
Der Mond
scheint blass dazu, mit Sonnenhilfe, wie gewohnt.
Auch für die Schlechten
und die Rechten,
für die Rächer und die Ungerächten,
für die Täter und Verräter,
für die Schächer
und die Kriegsverbrecher.
Und alles blickt zum Himmel, strömt zu uns in unser Land, das ihr so sicher machtet.
Die Grenzen ignorierend,
und einfach so verschmierend,
als gäbe es nur eine Welt,
die ohne Grenzen nicht in Stücke fliegt, sondern zusammenhält.
Ihr Sterne! Wo ist euer stiller Blick, und wo die treue Wacht?
Das war doch einzig für uns ausgedacht!
Und jetzt die Menschen, ganze Scharen,
sind bald da, wo wir doch glücklich waren,
und es bleiben wollen.
Und jetzt zusammenrücken sollen.
Nicht schmollen.
Ihr Sonne, Mond und Stern, ach, wie ungehemmt,
scheint ihr uns euch Wohlbekannten und für Fremd!
Ich bin enttäuscht, ein wenig auch beleidigt,
dass ihr die Heimat nicht verteidigt.
Georg Krakl - 2020
Georg Krakl - 2020
Zwanzigzwanzig.
Ach, am Ersten
wiegen Vorsätze am schwersten.
Tanze Rumba,
mach' im Fitnesscenter Zumba.
Wenig essen, wenig rauchen, wenig trinken.
Auch mal Fremden winken.
Laufe Marathon.
Schon am Zweiten
weiß ich nix davon.
Georg Krakl - Was will der Mann da?
Kommend einst aus Hahlen,
wo dies Strahlen,
dieses Brummen
und der Bienen frohes Summen
den Ackermann von großen Qualen
seiner Landbestellung
nicht erlöst,
doch ihn benommen macht, dass er in Frieden döst,
Erquickung findet im Sekundenschlaf auf seinem Trecker,
wo der Fasan ein wenig kecker
wird, den angestierten
Schweinehirten
anlacht,
der so still in Andacht will versinken,
wo indes die Tiere stinken
und das Milchvieh muht,
dass bloß der Städter sich da nicht vertut
in seiner Sicht der Menschen, die uns Brot
und Milch und Fleisch und Wurst
bescheren, und den Durst
aufgrund von zu viel Pökelsalz,
darüber noch den steifen Hals,
vielleicht ist insgesamt
die Landidylle angeschrammt
und aufgekratzt,
derweil der Städter friedlich ratzt,
den Kampf um Existenzen nicht versteht,
sogar erträumt
die Milch sei in der Kuh schon aufgeschäumt,
das Kalb im Mutterleib
bereits das Cordon bleu und Wiener Schnitzel,
fragt man so nicht
nach Wesentlichem schlicht:
Was will der Mann, der hier gezeugt, geboren,
und auf dunkle Scholle eingeschworen,
und gesäugt, gefüttert, aufgezogen,
belehrt und niemals angelogen,
nur in Dinslaken?
wo dies Strahlen,
dieses Brummen
und der Bienen frohes Summen
den Ackermann von großen Qualen
seiner Landbestellung
nicht erlöst,
doch ihn benommen macht, dass er in Frieden döst,
Erquickung findet im Sekundenschlaf auf seinem Trecker,
wo der Fasan ein wenig kecker
wird, den angestierten
Schweinehirten
anlacht,
der so still in Andacht will versinken,
wo indes die Tiere stinken
und das Milchvieh muht,
dass bloß der Städter sich da nicht vertut
in seiner Sicht der Menschen, die uns Brot
und Milch und Fleisch und Wurst
bescheren, und den Durst
aufgrund von zu viel Pökelsalz,
darüber noch den steifen Hals,
vielleicht ist insgesamt
die Landidylle angeschrammt
und aufgekratzt,
derweil der Städter friedlich ratzt,
den Kampf um Existenzen nicht versteht,
sogar erträumt
die Milch sei in der Kuh schon aufgeschäumt,
das Kalb im Mutterleib
bereits das Cordon bleu und Wiener Schnitzel,
fragt man so nicht
nach Wesentlichem schlicht:
Was will der Mann, der hier gezeugt, geboren,
und auf dunkle Scholle eingeschworen,
und gesäugt, gefüttert, aufgezogen,
belehrt und niemals angelogen,
nur in Dinslaken?
Georg Krakl - Heimatgedicht "Stadt und Land"
Was der tiefen Wunde Schorf,
ist der Stadt das Dorf.
(aus "Statt Land Fluss", Dützen 2019, S.3)
ist der Stadt das Dorf.
(aus "Statt Land Fluss", Dützen 2019, S.3)
Georg Krakl - Gedichte für die Heimat
Wo das Korn den guten Boden, Glyphosat und einen Keim hat,
da ist seine Heimat.
Wo die Schnecke Haus und Schleim,
der Vogelfänger an der Rute richtig Leim,
wo rustikale Lyrik für die Menschen einen Reim hat,...
...da ist uns're Heimat.
da ist seine Heimat.
Wo die Schnecke Haus und Schleim,
der Vogelfänger an der Rute richtig Leim,
wo rustikale Lyrik für die Menschen einen Reim hat,...
...da ist uns're Heimat.
Deutsche Texte für französische Lieder mit inhaltlich ambivalentem Migrationshintergrund (1)
Nach dem Lied "Frère Jacques":
Schwere Jacke, schwere Jacke,
vorne zu, vorne zu,
und noch nicht ganz trocken, und noch nicht ganz trocken.
Hing beim Don.
Hing beim Don.
1. Wir alle kennen die Don-Kosaken, diese Männer mit tiefen Stimmen, Pluderhosen und folkloristischen Hemden, wie sie die deutschen Ehefrauen beim Selbstfindungskurs oder in der Töpferwerkstatt tragen und sich manchmal an ihnen den Lehm von den Fingern streichen. Mutige Männer, die reiten können, wenn sie ein Pferd haben, verwegen sind und furchtlos für den Zaren kämpfen.
Der Zar ist tot.
Der Kosake ist still, der Don-Kosake, der am stillen Fluss steht, besonders still.
Vielleicht wollte er sich aus Verzweiflung über das Dahinscheiden des Dienstherren in den Fluss stürzen, ist ausgerutscht und nun ist die Jacke nass und schwer. Der Kosake hat sie am Don aufgehängt, denn sie ist seine einzige und teure Jacke, die ihn in jedem Kampf beschützt hat. Die Jacke ist vorne zu, damit sie nicht vom Bügel rutscht. Aber - sie ist noch nicht ganz trocken; der Kosake kann warten. Leise summt er sein Lied: Schwere Jacke, schwere Jacke, ....
2. Die Jacke hing beim Paten. Eigentum der Cosa Nostra. Sie ist schwer, vielleicht schwer von Blei, das man in sie und vielleicht auch ihren Träger gepumpt hat. Vorne ist sie zu, damit sie nicht vom Bügel rutscht. Sie hängt beim Paten, dort wird sie keiner nehmen, denn der hätte sein Leben verwirkt. Vielleicht würde man den, der es doch wagte, zwingen, die Jacke anzuziehen, die sich angesichts des nahen Endes wie Beton anfühlte. Sie ist nicht kugelsicher, das weiß jeder.
Noch hängt sie beim Don. Bis der Erste seine vor Aufregung feuchten Finger nach ihr ausstreckt. Dann wird vollstreckt. Der Don summt das alte Lied: Hing beim Don, hing beim Don,....
"Ein einfaches Lied, und doch voll inhaltlich ambinvalentem Migrationshindergrund."( Sattdeutsche Zeitung, 39/2019, Feuilleton, S.17)
Schwere Jacke, schwere Jacke,
vorne zu, vorne zu,
und noch nicht ganz trocken, und noch nicht ganz trocken.
Hing beim Don.
Hing beim Don.
1. Wir alle kennen die Don-Kosaken, diese Männer mit tiefen Stimmen, Pluderhosen und folkloristischen Hemden, wie sie die deutschen Ehefrauen beim Selbstfindungskurs oder in der Töpferwerkstatt tragen und sich manchmal an ihnen den Lehm von den Fingern streichen. Mutige Männer, die reiten können, wenn sie ein Pferd haben, verwegen sind und furchtlos für den Zaren kämpfen.
Der Zar ist tot.
Der Kosake ist still, der Don-Kosake, der am stillen Fluss steht, besonders still.
Vielleicht wollte er sich aus Verzweiflung über das Dahinscheiden des Dienstherren in den Fluss stürzen, ist ausgerutscht und nun ist die Jacke nass und schwer. Der Kosake hat sie am Don aufgehängt, denn sie ist seine einzige und teure Jacke, die ihn in jedem Kampf beschützt hat. Die Jacke ist vorne zu, damit sie nicht vom Bügel rutscht. Aber - sie ist noch nicht ganz trocken; der Kosake kann warten. Leise summt er sein Lied: Schwere Jacke, schwere Jacke, ....
2. Die Jacke hing beim Paten. Eigentum der Cosa Nostra. Sie ist schwer, vielleicht schwer von Blei, das man in sie und vielleicht auch ihren Träger gepumpt hat. Vorne ist sie zu, damit sie nicht vom Bügel rutscht. Sie hängt beim Paten, dort wird sie keiner nehmen, denn der hätte sein Leben verwirkt. Vielleicht würde man den, der es doch wagte, zwingen, die Jacke anzuziehen, die sich angesichts des nahen Endes wie Beton anfühlte. Sie ist nicht kugelsicher, das weiß jeder.
Noch hängt sie beim Don. Bis der Erste seine vor Aufregung feuchten Finger nach ihr ausstreckt. Dann wird vollstreckt. Der Don summt das alte Lied: Hing beim Don, hing beim Don,....
"Ein einfaches Lied, und doch voll inhaltlich ambinvalentem Migrationshindergrund."( Sattdeutsche Zeitung, 39/2019, Feuilleton, S.17)
Der Ausländer auf dem Dorf
Der Ausländer ist auf dem Lande kein Problem. Es gibt ihn eigentlich nicht, denn jeder, der nicht im Dorfe geboren ist und einen lückenlosen Stammbaum von Hiergeborenen vorweisen kann, ist ein Zugereister. Der Schmalsener ist nur ein Schmalsener, wenn er weiß, woher er stammt. Die eigene Scholle muss quasi Generation um Generation hervorgebracht haben; vielleicht hat sich der eine oder andere einmal eine Frau aus dem Nachbardorf genommen, um frisches Blut in die Familie zu bringen, aber insgesamt bleibt der Schmalsener unter sich. Da kann auch eine von oben her diktierte Gebietsreform nichts bewirken. Die künstlich entstandenen Gemeinden haben gar nichts mit den gewachsenen gemeinsam. Wenn Schmalsen damals der Gemeinde Hüllhausen zugeschlagen worden ist, so bleibt es im Inneren, im Blute, in der innerörtlichen Verwandtschaft doch Schmalsensisch. Da achtet jeder fein auf die Einhaltung der ungeschriebenen Gesetze und die unsichtbaren, aber seit Jahrhunderten gezogenen Grenzen. Es gibt nur den Schmalsener und den Nichtschmalsener. Der Zugereiste glaubt sich eine Eintrittskarte in die Gemeinschaft zu erschwindeln, indem er einem Verein beitritt oder der stärksten Partei im Dorfe. Das macht ihn aber eher verdächtigt, denn wenn der Zugereiste schon durch seinen Neubau den kostbaren Mutterboden versiegelt und damit einer Umweltkatastrophe Vorschub leistet, dann soll er doch bescheiden auf seiner spärlich begrünten Terrasse sitzen bleiben und hoffen, dass sich der Alteingesessene an sein Gesicht gewöhnt. Wenn Letzterer dann eines Tages den Gruß an den Neubürger richtet, erwartet er demütiges Nicken, aber auf keinen Fall überschwängliches Zurufen eines Guten Tages oder aktive Teilnahme am Dorfleben. Der Zugereiste mit Eigentum wird toleriert. Der Chinese, der ein Restaurant betreibt, kommt zwar in den Verdacht der Geldwäscherei, genau wie der Italiener mit dem Pizzabringedienst in den der Steuerhinterziehung, gilt aber zusammen mit jenem Südländer, nicht als Ausländer oder Zugereister, weil er ja doch eines Tages wieder in seine Heimat zurückkehren wird, da seine Machenschaften ans Tageslicht gekommen sind. Es gibt ihn eigentlich gar nicht, oder nur temporär. Er ist eine vorübergehende Erscheinung, an der niemand sich reiben muss.
Neger gibt es so gut wie gar nicht auf dem Lande. Allein die Tatsache, dass Neger nicht Neger sondern Farbige genannt werden, bestätigt dem Landmann, dass hier ein gestörtes Verhältnis zum Nichteingesessenen vorliegt. Dabei gebietet ihm die Christenpflicht, den Farbigen liebend in sein Gebet zu schließen; vielleicht wäre der oder die ja auf dem schwarzen Kontinent verhungert. Die Ehe einer, natürlich protestantischen Afrikanerin mit einem Bäckergesellen wiegt da doppelt schwer in ihrer Mitmenschlich- und Barmherzigkeit. Kinder aus solchen Verbindungen sind besonders süß, solange sie nicht erwachsen sind und Ansprüche wie jeder andere stellen. Ihre Tragik ist, dass sie als doppelt, vielleicht sogar dreifach zugereist gelten, weil Afrika sehr weit weg ist und der Bäckerbursche aus Altwede stammt und nicht aus Schmalsen.
Wehmütig erinnern sich die Menschen vom Lande an die Erzählungen der Eltern und Großeltern und bleiben hilflos und handlungsunfähig: Sie müssen der stetigen und unaufhaltsamen Durchdringung ihrer Heimat durch Zugereiste tatenlos zuschauen, denn die Rechtsprechung gewährt, unabhängig jeder Tradition, der Freizügigkeit Schutz. Ein Scheck für ein verkauftes Baugrundstück spendet hin und wieder den notwendigen Trost.
Georg Karkl - Werzalith (Werkstoff der 70er)
Werzalith
hat immer meine Welt umzäunt:
Wo sich die Adelheide bräunt
und wo der grüne Rasen wächst
Klein-Peter mit der Plakafarbe kleckst
und wo der Grill die Bratwurst brät
der Nachbar durch die Büsche späht
Werzalith,
niemals ohne, immer mit.
Werzalith
hat immer meine Welt umzäunt:
Wo sich die Adelheide bräunt
und wo der grüne Rasen wächst
Klein-Peter mit der Plakafarbe kleckst
und wo der Grill die Bratwurst brät
der Nachbar durch die Büsche späht
Werzalith,
niemals ohne, immer mit.
Werzalith
Georg Krakl - Resopal (Werkstoff der 60er)
Resopal!
Das Bier, von dir geleckt,
das schmeckte schal.
Der rote Wein,
sein Prädikat: Lass lieber sein!
Das Schnitzel, das ich auf dir gegessen,
das musste ich schnell vergessen,
schnell verdauen,
nicht den Tag versauen
lassen. Resopal!
Ich hatte damals keine Wahl
Das Bier, von dir geleckt,
das schmeckte schal.
Der rote Wein,
sein Prädikat: Lass lieber sein!
Das Schnitzel, das ich auf dir gegessen,
das musste ich schnell vergessen,
schnell verdauen,
nicht den Tag versauen
lassen. Resopal!
Ich hatte damals keine Wahl
Beziehungen in der kommunikativen Krise (2)
Das Kind kann nichts dafür.
Es ist ja auch dein Kind.
Ach, deins nicht?
Was weiß ich, wir waren damals in der Krise.
Ich weiß es aber.
Woher willst du das wissen.
Weil ich eine Frau bin.
Ich bin ein Mann.
Und das ist nur ein Kind. Das kann nichts dafür.
Jajaja. Die alte Leier. Immer wenn du nicht weiterweißt, kann das Kind nichts dafür.
Du bist ungerecht.
Es gibt keine Gerechtigkeit.
Aber dass ich den ganzen Haushalt mache, das ist in Ordnung?
Dein Kind könnte ja mithelfen.
Es ist ein Kind.
In Pakistan nähen Kinder 12 Stunden am Tag Fußbälle zusammen. Dann kann der Freddi auch mal den Müll rausbringen.
Wir sind hier in Deutschland, einem der reichsten Industrieländer der Welt, da haben wir es nicht nötig, Kinder arbeiten zu lassen.
Weil es dein Kind ist. Ich sage nur: Glacé-Handschuhe.
Stimmt doch überhaupt nicht.
Na, wenn das meiner wäre.
Es ist unser Kind, also auch deins.
Unser ist nicht gleich meins.
Meins und deins ist unser.
Das sind dann zwei.
Du bist so blöd.
Freddi, komm lass uns Fußball spielen! Mal sehen was die kleinen Pakistani-Finger da zusammengeprokelt haben. Teuer genug war die Pille ja.
Dann könnt ihr auf einem Weg den Müll runterbringen!
Gar nicht....
Es ist ja auch dein Kind.
Ach, deins nicht?
Was weiß ich, wir waren damals in der Krise.
Ich weiß es aber.
Woher willst du das wissen.
Weil ich eine Frau bin.
Ich bin ein Mann.
Und das ist nur ein Kind. Das kann nichts dafür.
Jajaja. Die alte Leier. Immer wenn du nicht weiterweißt, kann das Kind nichts dafür.
Du bist ungerecht.
Es gibt keine Gerechtigkeit.
Aber dass ich den ganzen Haushalt mache, das ist in Ordnung?
Dein Kind könnte ja mithelfen.
Es ist ein Kind.
In Pakistan nähen Kinder 12 Stunden am Tag Fußbälle zusammen. Dann kann der Freddi auch mal den Müll rausbringen.
Wir sind hier in Deutschland, einem der reichsten Industrieländer der Welt, da haben wir es nicht nötig, Kinder arbeiten zu lassen.
Weil es dein Kind ist. Ich sage nur: Glacé-Handschuhe.
Stimmt doch überhaupt nicht.
Na, wenn das meiner wäre.
Es ist unser Kind, also auch deins.
Unser ist nicht gleich meins.
Meins und deins ist unser.
Das sind dann zwei.
Du bist so blöd.
Freddi, komm lass uns Fußball spielen! Mal sehen was die kleinen Pakistani-Finger da zusammengeprokelt haben. Teuer genug war die Pille ja.
Dann könnt ihr auf einem Weg den Müll runterbringen!
Gar nicht....
Beziehungen in der kommunikativen Krise (1)
Herta: Thomas, ich liebe dich nicht mehr.
Thomas: Du mich auch.
Herta: Thomas, so geht das nicht. Du hörst mir nicht zu. Früher sagte man: Ich liebe dich. Dann sagte der Mann: Ich mich auch. Dann hat man gelacht.
Ich habe aber gesagt: Ich liebe dich nicht mehr.
Thomas: Du mich auch.
Herta: Du kannst mich mal.
Thomas: Sag ich doch.
Thomas: Du mich auch.
Herta: Thomas, so geht das nicht. Du hörst mir nicht zu. Früher sagte man: Ich liebe dich. Dann sagte der Mann: Ich mich auch. Dann hat man gelacht.
Ich habe aber gesagt: Ich liebe dich nicht mehr.
Thomas: Du mich auch.
Herta: Du kannst mich mal.
Thomas: Sag ich doch.
Ganz NRW erleichtert
![]() |
| Mutti! Mach den Fernseher aus! Die Hacker machen sonst Hackfleisch aus dir! |
Politik im Spiegel
| Wer seine Nase in fremde Konflikte steckt, muss sich nicht wundern, wenn sie dick wird. (Jahrbuch 2019:Da lacht die Rüstungsindustrie Berlin 2019) |
Wenn dein Spiegelbild dich nicht mehr mag, dann wird es Zeit, zum Fratzenschneider zu gehen.
(Eine Anzeige der Verbandes deutscher Korrekturchirurgen e.D.V. 2019)
Auge zudrücken hilft
CO2?
Die Leute sollen froh sein, dass wir das zweite O eingeführt haben. Sonst wären doch schon alle tot.
Viele glauben, es handelt sich um die schwarze Null. Die schwarze Null, das ist der Altmeier.
Endlich mal wieder richtig durchatmen können.
Ansonsten Klappe halten, dann kann man auch keinen Blödsinn erzählen, und gelegentlich mal ein Auge zudrücken.
Euer Teuer-Scheuer.
Die Leute sollen froh sein, dass wir das zweite O eingeführt haben. Sonst wären doch schon alle tot.
Viele glauben, es handelt sich um die schwarze Null. Die schwarze Null, das ist der Altmeier.
Endlich mal wieder richtig durchatmen können.
Ansonsten Klappe halten, dann kann man auch keinen Blödsinn erzählen, und gelegentlich mal ein Auge zudrücken.
Euer Teuer-Scheuer.
Georg Krakl - 3 Gedichte vom Krakllager
ich habe in mich reingeschaut,
ich hatt' mich einfach aufgeklappt.
es war sehr hell und auch sehr laut,
dort war was lose, da nur angepappt,
da war geschraubt und hier geschmiert,
ein wunder, dass das funktioniert!
es gab auch blut und 12 gefäße,
zweitausend knochen und ein hirn,
zwei beine und auch mehrere gesäße,
zwei ohren, eine stirn.
ich hab' dann nicht mehr hingeguckt,
nur in die hände reingespuckt,
mich zugeklappt.
ist alles wieder eingeschnappt.
jetzt weiß ich, wie es innen ist.
im grunde hab' ich nichts vermisst.
sein kaffee war stürmisch gerührt
er hatte den ostwind gespürt
sein blick schweifte übers einsame land
nichts weiter als weißer und feiner sand
er dachte in diesem stillen moment
was wohl wasser und reichlich zement
hier bewirken würden?
jenseits behördlicher hürden!
der ostwind war merklich berührt
er hatte die große idee in den wolken gespürt.
es war kurz vor dem ende des gefechts:
die salatschüssel kippte nach rechts.
der general hielt's für günstiges zeichen:
der feind wird weichen, ja, muss weichen!
die schlacht war ein dekabel.
so vergaß man das salatschüsselorakel
alle gedichte Herrn Win gewidmet 2009
ich hatt' mich einfach aufgeklappt.
es war sehr hell und auch sehr laut,
dort war was lose, da nur angepappt,
da war geschraubt und hier geschmiert,
ein wunder, dass das funktioniert!
es gab auch blut und 12 gefäße,
zweitausend knochen und ein hirn,
zwei beine und auch mehrere gesäße,
zwei ohren, eine stirn.
ich hab' dann nicht mehr hingeguckt,
nur in die hände reingespuckt,
mich zugeklappt.
ist alles wieder eingeschnappt.
jetzt weiß ich, wie es innen ist.
im grunde hab' ich nichts vermisst.
sein kaffee war stürmisch gerührt
er hatte den ostwind gespürt
sein blick schweifte übers einsame land
nichts weiter als weißer und feiner sand
er dachte in diesem stillen moment
was wohl wasser und reichlich zement
hier bewirken würden?
jenseits behördlicher hürden!
der ostwind war merklich berührt
er hatte die große idee in den wolken gespürt.
es war kurz vor dem ende des gefechts:
die salatschüssel kippte nach rechts.
der general hielt's für günstiges zeichen:
der feind wird weichen, ja, muss weichen!
die schlacht war ein dekabel.
so vergaß man das salatschüsselorakel
alle gedichte Herrn Win gewidmet 2009
Georg Krakl und Günter Krass - MENSCH
Das Fundamensch
allen Übels steckt im
Wort.
Günter Krass
Die Erde ist nicht leer,
wenn der Mensch nicht wär.
Georg Krakl
allen Übels steckt im
Wort.
Günter Krass
Die Erde ist nicht leer,
wenn der Mensch nicht wär.
Georg Krakl
Peter Alexander - Die kleine Kneipe
Nicht veröffentlichte Textzeilen:
Die kleine Kneipe an unserer Ecke,
wo ich am Alkohol langsam verrecke,....
Moppe saß an der Theke, Bolle hatte sein Portemonnaie zerrissen, mittendurch, ein Zwanziger war dabei draufgegangen, den konnte man kleben, Pils und Korn von vorn, kippen nicht nippen, schlucken nicht gucken, das war die Aufgabe, warum hätte Moppe sonst hier sein sollen, Erna hinter der Theke sah verlebt aus, hatte aber immer noch einen schönen Körper, von dem träumte Moppe, wenn er kotzte, und dass Erna ihm den Kopf hielt, sie schob jetzt das nächste Pils rüber und ließ die Pulle Klaren noch mal durch den Ausgießer gluckern, so als erwarte sie von ihm, dass er sich sternhabgelvoll soff, damit sie ihm endlich beim Kotzen später den Kopf halten könnte. Bolle war auf dem Klo, und kam nicht wieder. Der erledigte seine Körperreinigung scheinbar vor Ort, fuhr mal wieder Einerbob. Bolle würde zahlen heute Abend, denn er hatte Moppes letzten Zwanziger zerrissen, den würde man vielleicht kleben können, oder zur Kasse bringen, vielleicht nahm ihn Erna auch so und würde ihn selber kleben. Erna, was für ein Scheißnahme für eine junge Frau, die verlebt aussah, aber so schön war, dass man sich wünschte, sie würde beim Kotzen den Kopf halten, wie damals die Mutter, wenn er sich den Magen verdorben hatte. Erna. Er würde in ihre Bluse schielen, wenn er den Kopf hob. Erna schob noch ein Pils rüber, Moppe musste sich dranhalten, das letzte war noch nicht ganz leer, da kam Bolle und wischte sich den Mund. Die kleine Kneipe. Das war Heimat. Hier konnte man sich besaufen ohne Reue, weil man dafür zahlte. Aber man zahlte schließlich für alles im Leben. Hahaha, nicht mal der Tod ist umsonst, hatte Tante Trude immer gesagt, der kostet nämlich das Leben. Und dann hatte sie gelacht.
Die kleine Kneipe an unserer Ecke,
wo ich am Alkohol langsam verrecke,....
Moppe saß an der Theke, Bolle hatte sein Portemonnaie zerrissen, mittendurch, ein Zwanziger war dabei draufgegangen, den konnte man kleben, Pils und Korn von vorn, kippen nicht nippen, schlucken nicht gucken, das war die Aufgabe, warum hätte Moppe sonst hier sein sollen, Erna hinter der Theke sah verlebt aus, hatte aber immer noch einen schönen Körper, von dem träumte Moppe, wenn er kotzte, und dass Erna ihm den Kopf hielt, sie schob jetzt das nächste Pils rüber und ließ die Pulle Klaren noch mal durch den Ausgießer gluckern, so als erwarte sie von ihm, dass er sich sternhabgelvoll soff, damit sie ihm endlich beim Kotzen später den Kopf halten könnte. Bolle war auf dem Klo, und kam nicht wieder. Der erledigte seine Körperreinigung scheinbar vor Ort, fuhr mal wieder Einerbob. Bolle würde zahlen heute Abend, denn er hatte Moppes letzten Zwanziger zerrissen, den würde man vielleicht kleben können, oder zur Kasse bringen, vielleicht nahm ihn Erna auch so und würde ihn selber kleben. Erna, was für ein Scheißnahme für eine junge Frau, die verlebt aussah, aber so schön war, dass man sich wünschte, sie würde beim Kotzen den Kopf halten, wie damals die Mutter, wenn er sich den Magen verdorben hatte. Erna. Er würde in ihre Bluse schielen, wenn er den Kopf hob. Erna schob noch ein Pils rüber, Moppe musste sich dranhalten, das letzte war noch nicht ganz leer, da kam Bolle und wischte sich den Mund. Die kleine Kneipe. Das war Heimat. Hier konnte man sich besaufen ohne Reue, weil man dafür zahlte. Aber man zahlte schließlich für alles im Leben. Hahaha, nicht mal der Tod ist umsonst, hatte Tante Trude immer gesagt, der kostet nämlich das Leben. Und dann hatte sie gelacht.
Sprechschule
Nach der letzten Übung "Ist denn dann der doofe (alternativ: dicke, dünne, dolle, daffe) Dieter da?" heute eine Frage, die jedermann (-frau, -mensch) nützlich sein kann:
Wenn denn dann, dann wann denn und dann wo?
In der Regel darf man keine Antwort erwarten, weil die Frage laut afrikanischen Studien von 90% der nicht deutschsprechenden Bevölkerung ohne Migrationshintergrund nicht verstanden wird.
Wenn denn dann, dann wann denn und dann wo?
In der Regel darf man keine Antwort erwarten, weil die Frage laut afrikanischen Studien von 90% der nicht deutschsprechenden Bevölkerung ohne Migrationshintergrund nicht verstanden wird.
Notaufnahme
Gestern mal wieder in der Notaufnahme, als Angehöriger. Wir drücken den grün-leuchtenden Türöffner, um die von zwei Damen besetzte Anmeldekabine zu betreten. Die Tür öffnet sich nicht. Abstand halten! steht auf einem Schild und Warten, bis sie hereingebeten werden! Oder so ähnlich.
Ich überlege, wie ich deutlich mache, dass ich eintreten möchte, und ziehe mein Ich-möchte-eintreten-aber die Tür-geht-nicht-auf-Gesicht auf. Innen wird ein Knopf gedrückt und das Sesam öffnet sich. Mein Gesicht hat gewirkt.
Wir wollten fragen, wo sich Frau nennen wir sie Henningmeier befindet.
Ich schaue mal, setzen Sie sich ruhig.
Wir setzen uns vor die Glasschiebetür und warten. Die Dame kehrt zurück, ist betriebsam und hat scheinbar Schichtwechsel, packt ihre Sachen und verschwindet in der Raucherzone oder im Sozialraum, kehrt kurz darauf mit einem Rucksack zurück, geht an uns vorbei. Sagt aber nichts. Aha. Sie hat geschaut, aber nicht versprochen etwas zu sagen.
Vorher hatte sie die Anmeldung an die Kollegin übergeben, die nach eigener Aussage "pünktlich" war und auf ihre Armbanduhr deutete. Wir starren auf den grün-leuchtenden Türöffner, und welche Funktion er hat. Vielleicht die, den Insassen in der Anmeldekabine die Gelegenheit zu geben: Warten Sie bitte, bis Sie hereingebeten werden! zu sagen.
Die neue Kollegin kramt etwas in den Unterlagen herum. Schiebt etwas von links nach rechts und auf die Bank.
Wir warten, aber es passiert nichts. Der leuchtend-grüne Türöffner leuchtet immer noch grün.Vielleicht hat sie die Notiz nicht entdeckt, auf der steht: Nach Frau Henningmeier schauen.
Ich gehe doch auf Nummer Sicher, man weiß nie, wie qualifiziert Menschen an der Anmeldung sind und wie sie die Botschaft auf dem möglicherweise vorhandenen Notizzettel interpretieren. Ich frage noch einmal: Wir würden gern wissen, wo sich Frau Henningmeier befindet.
Bleiben Sie ruhig sitzen, ich habe Sie im Blick.
Aha, sie weiß schon, dass wir warten. Allerdings warten hier alle. Worin unterscheiden wir uns von den anderen?
Wir sitzen genau gegenüber der Anmeldekabine, da hat sie uns gut im Blick. Zwischendurch fixiere ich sie, damit sie Blickkontakt aufnehmen kann. Ihr Blick schweift umher.
Plötzlich tritt eine Dame aus dem Raum neben der Anmeldekabine heraus: Gehen Sie bitte hinter die Glaswand, damit der Platz für die Anmeldung frei bleibt.
Die Glaswand ist mit Streifen blickdicht gemacht worden.
Wie will uns Dame 1 im Blick behalten, wenn sie uns nicht sieht?
Bevor wir in den Warteglaskasten gehen, äußert sich Dame 1: Wie war noch mal der Name? Hülsmann? Hülsenfrucht wollen wir antworten, aber der Ernst der Lage lässt das nicht zu. Henningmeier. Frau. Ah, genau. Die ist noch in der Diagnostik. Sie werden aufgerufen. Ich habe das im Blick.
Wir setzen uns. Hier gibt es Wasser und Becher. Hier kann man in alten Prospekten und Zeitungen wie Bunte, Gala und OK blättern. Das kann man nicht lange aushalten.
Ich stehen auf und wandere auf und ab, den Gang entlang zurück, blicke in die Anmeldekabine, um im Blick zu bleiben. Wir warten. Nach drei Stunden dreißig wiederhole ich die Im-Blick-bleiben-Aktion.
Es kommt etwas Leben in Dame 1: Ah, Sie habe ich doch schon mal gesehen. Etwas mit Hülse. Sie warten hier? Nein, will ich lieber antworten, ich blättere hier täglich in den abgelegten Zeitungen, besonders die aufgespritzten Frauen in OK und Gala und in der Bunten interessieren mich. Haben Sie einen Spiegel da? Ich lasse es lieber.
Dame 1 blättert in den Unterlagen und schreibt einen Zettel: K02. Wissen Sie wo das ist? Sie bringt mich in die lange Gasse. Immer gerade aus, dann rechts, dann links, dann sind die da, melden Sie sich an der Anmeldung. Wie lange ist Fraiu Henningmeier schon dort?, frage ich, um heruaszuhören, wie lange ich grundlos gewartet habe. Dame 1 überhört diese Frage auffällig, aber ich frage nicht noch mal nach.
Ich denke ein letztes Mal über den leuchtend-grünen Türöffner nach, der keiner ist, der aber auch rot kann. Und dann ist die Tür richtig zu. Vielleicht gibt es an der nächsten Anmeldung keine Tür und auch keinen grün-leuchtenden Knopf. Und: Hoffentlich vergesse ich bei der nächsten Bahnfahrt nicht, den grün-leuchtenden Knopf zu drücken, um auszusteigen.
Auf dem Weg durch die lange Gasse denke ich: Es könnte lustig sein, wenn es nicht traurig wäre.
Ich überlege, wie ich deutlich mache, dass ich eintreten möchte, und ziehe mein Ich-möchte-eintreten-aber die Tür-geht-nicht-auf-Gesicht auf. Innen wird ein Knopf gedrückt und das Sesam öffnet sich. Mein Gesicht hat gewirkt.
Wir wollten fragen, wo sich Frau nennen wir sie Henningmeier befindet.
Ich schaue mal, setzen Sie sich ruhig.
Wir setzen uns vor die Glasschiebetür und warten. Die Dame kehrt zurück, ist betriebsam und hat scheinbar Schichtwechsel, packt ihre Sachen und verschwindet in der Raucherzone oder im Sozialraum, kehrt kurz darauf mit einem Rucksack zurück, geht an uns vorbei. Sagt aber nichts. Aha. Sie hat geschaut, aber nicht versprochen etwas zu sagen.
Vorher hatte sie die Anmeldung an die Kollegin übergeben, die nach eigener Aussage "pünktlich" war und auf ihre Armbanduhr deutete. Wir starren auf den grün-leuchtenden Türöffner, und welche Funktion er hat. Vielleicht die, den Insassen in der Anmeldekabine die Gelegenheit zu geben: Warten Sie bitte, bis Sie hereingebeten werden! zu sagen.
Die neue Kollegin kramt etwas in den Unterlagen herum. Schiebt etwas von links nach rechts und auf die Bank.
Wir warten, aber es passiert nichts. Der leuchtend-grüne Türöffner leuchtet immer noch grün.Vielleicht hat sie die Notiz nicht entdeckt, auf der steht: Nach Frau Henningmeier schauen.
Ich gehe doch auf Nummer Sicher, man weiß nie, wie qualifiziert Menschen an der Anmeldung sind und wie sie die Botschaft auf dem möglicherweise vorhandenen Notizzettel interpretieren. Ich frage noch einmal: Wir würden gern wissen, wo sich Frau Henningmeier befindet.
Bleiben Sie ruhig sitzen, ich habe Sie im Blick.
Aha, sie weiß schon, dass wir warten. Allerdings warten hier alle. Worin unterscheiden wir uns von den anderen?
Wir sitzen genau gegenüber der Anmeldekabine, da hat sie uns gut im Blick. Zwischendurch fixiere ich sie, damit sie Blickkontakt aufnehmen kann. Ihr Blick schweift umher.
Plötzlich tritt eine Dame aus dem Raum neben der Anmeldekabine heraus: Gehen Sie bitte hinter die Glaswand, damit der Platz für die Anmeldung frei bleibt.
Die Glaswand ist mit Streifen blickdicht gemacht worden.
Wie will uns Dame 1 im Blick behalten, wenn sie uns nicht sieht?
Bevor wir in den Warteglaskasten gehen, äußert sich Dame 1: Wie war noch mal der Name? Hülsmann? Hülsenfrucht wollen wir antworten, aber der Ernst der Lage lässt das nicht zu. Henningmeier. Frau. Ah, genau. Die ist noch in der Diagnostik. Sie werden aufgerufen. Ich habe das im Blick.
Wir setzen uns. Hier gibt es Wasser und Becher. Hier kann man in alten Prospekten und Zeitungen wie Bunte, Gala und OK blättern. Das kann man nicht lange aushalten.
Ich stehen auf und wandere auf und ab, den Gang entlang zurück, blicke in die Anmeldekabine, um im Blick zu bleiben. Wir warten. Nach drei Stunden dreißig wiederhole ich die Im-Blick-bleiben-Aktion.
Es kommt etwas Leben in Dame 1: Ah, Sie habe ich doch schon mal gesehen. Etwas mit Hülse. Sie warten hier? Nein, will ich lieber antworten, ich blättere hier täglich in den abgelegten Zeitungen, besonders die aufgespritzten Frauen in OK und Gala und in der Bunten interessieren mich. Haben Sie einen Spiegel da? Ich lasse es lieber.
Dame 1 blättert in den Unterlagen und schreibt einen Zettel: K02. Wissen Sie wo das ist? Sie bringt mich in die lange Gasse. Immer gerade aus, dann rechts, dann links, dann sind die da, melden Sie sich an der Anmeldung. Wie lange ist Fraiu Henningmeier schon dort?, frage ich, um heruaszuhören, wie lange ich grundlos gewartet habe. Dame 1 überhört diese Frage auffällig, aber ich frage nicht noch mal nach.
Ich denke ein letztes Mal über den leuchtend-grünen Türöffner nach, der keiner ist, der aber auch rot kann. Und dann ist die Tür richtig zu. Vielleicht gibt es an der nächsten Anmeldung keine Tür und auch keinen grün-leuchtenden Knopf. Und: Hoffentlich vergesse ich bei der nächsten Bahnfahrt nicht, den grün-leuchtenden Knopf zu drücken, um auszusteigen.
Auf dem Weg durch die lange Gasse denke ich: Es könnte lustig sein, wenn es nicht traurig wäre.
Georg Krakl - Gedicht mit Schleim drin
Wenn die Schnecke unterm Körper reichlich Schleim hat,
entwickelt sie ein Wohlgefühl von Heimat.
Auch der Vers, der einen Reim,
und das Korn, das einen Keim,
und der Alte, der ein Heim,
ja, der Populist, der seinen Leim hat,
alles Heimat.
entwickelt sie ein Wohlgefühl von Heimat.
Auch der Vers, der einen Reim,
und das Korn, das einen Keim,
und der Alte, der ein Heim,
ja, der Populist, der seinen Leim hat,
alles Heimat.
Kinder-Andi macht
Bundesverkehrtminister Andreas Scheuer, genannt Andi B.Scheuert, moniert, dass der Titel "Kinder-Andi macht..." von Herbert Gröhlemeyer nicht ihn meine, sondern Kinder gemeint seien, die die Regierung, weil ihr IQ höher anzusetzen sei, die Macht übernehmen sollten. Kinder-Andi macht - das sei absurd, denn er mache ja nichts. Und Kinder an die Macht! zu grölen sei eine Provokation.
So ist alles wieder im Lot. Andreas Scheuer macht nichts, was ja besser ist, als wenn er etwas macht. Und Kinder an die Macht zu singen, ist nach wie vor eine Provokation. Macht ja nix.
Anmerkung der Redaktion: Der Konjunktiv I war dem Minister nicht bekannt. Seine irgendwie direkte Rede("Ich bin doch nicht B.Scheuert!") wurde aus redaktionellen Gründen in den Konjunktiv I, also die indirekte Rede übertragen.
So ist alles wieder im Lot. Andreas Scheuer macht nichts, was ja besser ist, als wenn er etwas macht. Und Kinder an die Macht zu singen, ist nach wie vor eine Provokation. Macht ja nix.
Anmerkung der Redaktion: Der Konjunktiv I war dem Minister nicht bekannt. Seine irgendwie direkte Rede("Ich bin doch nicht B.Scheuert!") wurde aus redaktionellen Gründen in den Konjunktiv I, also die indirekte Rede übertragen.
Hunde und Windelsäcke
Liebes Tagebuch!
Heute morgen bin ich mit dem Auto unterwegs gewesen und an einer recht belebten Straße sehe ich einen mittelgroßen, braunen Hund und sein Herrchen, das diesen an der Leine herumführt, bzw. versucht, sich von seinem Hund nicht herumführen oder -zerren zu lassen.
Zwischen den beiden, die wohl zu einer Runde Gassigehen aufgebrochen sind und die dem Hund die Möglichkeit zur Blasen- und Darmentleerung geben soll und dem Herrchen wohl als Bewegungsprogramm zur Erhaltung der Lebensqualität dient, gemäß dem Motto "Gegen Morbidität und Mortalität", liegt ein rosafarbener Sack, in dem sich normalerweise, wie auch an diesem Vormittag, Kinderwindeln befinden, den die Müllabfuhr mit einem Sonderkommando später zusammen mit allen anderen rosa Säcken am Wegesrand beseitigen wird.
Der Hund nun springt und hüpft förmlich um den Sack herum, wedelt mit dem Schwanz und versucht, die Nase in das Plastikzeug zu stecken, vielleicht weil der den Geruch von Bübchen Kinderhinterncreme und den plattgewalzten oder -gesessenen Verdauungsergebnissen liebt, vielleicht aber auch in den Hinterlassenschaften seinen geliebten oder verhassten Spielkameraden wiederkennt, der nicht einmal ein Spiel richtig beherrscht, sondern ihm ständig in die feuchte Nase greift, weil er das lustig findet.
Scheiße, denke ich, was ist mit Deutschlands Hunden los? Und mir fällt sofort dieser altbekannte Filmtitel "Hunde wollt ihr ewig bellen?"ein, der so oder so ähnlich lautete, denn der Hund hüpft nicht nur, sondern bellt auch noch. Der Hund ist aus dem Häuschen, im übertragenen Sinn, realiter sowieso, denn er wird ja Gassi gegangen.
Was mag ein Tier an Kinderkacke finden?
Da ich mit etwa 60 Stundenkilometern unterwegs bin, liegt die Szene schnell hinter mir. Als ich zu Hause ankomme, rufe ich über die Tagesschau-App die neusten Meldungen auf und ich werde informiert, dass Björn Höcke per Gerichtsentscheid "Faschist" genannt werden darf. Mich wundert kurz, dass solche ein Frage überhaupt im Raum gestanden hat. Jemand, der sich faschistische Ziele zueigen gemacht hat, wird wohl Faschist genannt werden dürfen, genau wie jemand, der demokratische Ziele hat, Demokrat genannt werden kann, ohne dass er sich gleich beleidigt fühlt.
Beim Wort Faschist muss ich unwillkürlich an die Kinderkacke in den rosa Beuteln denken, vor der ein mittelgroßer, brauner, deutscher Hund aus dem Häuschen ist und sein Herrchen ihn nicht korrigierend an die Leine nimmt. Wie lange willst du bellen, Hund?, variiere ich den Filmtitel und erkenne, dass alles zusammenhängt: braun, deutsch, Kinderkacke, Faschist, bellen, nicht korrigiert werden, Höcke, Sonderkommando der Müllabfuhr. Nur das Rosa passt nicht in die Reihe.
Der Hund ist ein Herrentier, denn er hat ein Herrchen. Das Herrchen ist umweltbewusst und benutzt einen schwarzen Kotbeutel, um die Hinterlassenschaft des Hundes, der durch die Aufregung, die der rosa Sack verursacht hat, forciert verdaut. Schwarz ist die Farbe der Faschisten. Schwarz ist keine Farbe. Schwarz gibt es nicht in der Natur, wie unser Kunstlehrer immer zu sagen geruhte. Geglaubt habe ich ihm das damals schon nicht.
Ich entscheide, mich noch einmal aufs Ohr zu legen und das Erlebte ganz kurz zu überschlafen.
Melde mich morgen wieder!
Bis dahin,
dein Tonne
Heute morgen bin ich mit dem Auto unterwegs gewesen und an einer recht belebten Straße sehe ich einen mittelgroßen, braunen Hund und sein Herrchen, das diesen an der Leine herumführt, bzw. versucht, sich von seinem Hund nicht herumführen oder -zerren zu lassen.
Zwischen den beiden, die wohl zu einer Runde Gassigehen aufgebrochen sind und die dem Hund die Möglichkeit zur Blasen- und Darmentleerung geben soll und dem Herrchen wohl als Bewegungsprogramm zur Erhaltung der Lebensqualität dient, gemäß dem Motto "Gegen Morbidität und Mortalität", liegt ein rosafarbener Sack, in dem sich normalerweise, wie auch an diesem Vormittag, Kinderwindeln befinden, den die Müllabfuhr mit einem Sonderkommando später zusammen mit allen anderen rosa Säcken am Wegesrand beseitigen wird.
Der Hund nun springt und hüpft förmlich um den Sack herum, wedelt mit dem Schwanz und versucht, die Nase in das Plastikzeug zu stecken, vielleicht weil der den Geruch von Bübchen Kinderhinterncreme und den plattgewalzten oder -gesessenen Verdauungsergebnissen liebt, vielleicht aber auch in den Hinterlassenschaften seinen geliebten oder verhassten Spielkameraden wiederkennt, der nicht einmal ein Spiel richtig beherrscht, sondern ihm ständig in die feuchte Nase greift, weil er das lustig findet.
Scheiße, denke ich, was ist mit Deutschlands Hunden los? Und mir fällt sofort dieser altbekannte Filmtitel "Hunde wollt ihr ewig bellen?"ein, der so oder so ähnlich lautete, denn der Hund hüpft nicht nur, sondern bellt auch noch. Der Hund ist aus dem Häuschen, im übertragenen Sinn, realiter sowieso, denn er wird ja Gassi gegangen.
Was mag ein Tier an Kinderkacke finden?
Da ich mit etwa 60 Stundenkilometern unterwegs bin, liegt die Szene schnell hinter mir. Als ich zu Hause ankomme, rufe ich über die Tagesschau-App die neusten Meldungen auf und ich werde informiert, dass Björn Höcke per Gerichtsentscheid "Faschist" genannt werden darf. Mich wundert kurz, dass solche ein Frage überhaupt im Raum gestanden hat. Jemand, der sich faschistische Ziele zueigen gemacht hat, wird wohl Faschist genannt werden dürfen, genau wie jemand, der demokratische Ziele hat, Demokrat genannt werden kann, ohne dass er sich gleich beleidigt fühlt.
Beim Wort Faschist muss ich unwillkürlich an die Kinderkacke in den rosa Beuteln denken, vor der ein mittelgroßer, brauner, deutscher Hund aus dem Häuschen ist und sein Herrchen ihn nicht korrigierend an die Leine nimmt. Wie lange willst du bellen, Hund?, variiere ich den Filmtitel und erkenne, dass alles zusammenhängt: braun, deutsch, Kinderkacke, Faschist, bellen, nicht korrigiert werden, Höcke, Sonderkommando der Müllabfuhr. Nur das Rosa passt nicht in die Reihe.
Der Hund ist ein Herrentier, denn er hat ein Herrchen. Das Herrchen ist umweltbewusst und benutzt einen schwarzen Kotbeutel, um die Hinterlassenschaft des Hundes, der durch die Aufregung, die der rosa Sack verursacht hat, forciert verdaut. Schwarz ist die Farbe der Faschisten. Schwarz ist keine Farbe. Schwarz gibt es nicht in der Natur, wie unser Kunstlehrer immer zu sagen geruhte. Geglaubt habe ich ihm das damals schon nicht.
Ich entscheide, mich noch einmal aufs Ohr zu legen und das Erlebte ganz kurz zu überschlafen.
Melde mich morgen wieder!
Bis dahin,
dein Tonne
Rückblick Oktober 2016: Oktoberfest in Weserstadt
Verkleidet hatte man sich so, dass alles irgendwie Negativ wirkte, also wie die Vorlage für das Farbfoto damals, als es noch richtige Filme gab, die man unterbelichten konnte.
Trotz allem wurden in diesem Jahr wieder Preise vergeben: Mandy erhielt den ersten Preis für "Diemaßlangefestandasholzvorderhüttendrückenbisnichtmehrgeht", Nancy für "AuchmitBrilletrotzdemdoofkuckenkönnen", Mary für "MitoffenerBluseeinfachdummherumstehenundnichtsmachern", Natalie für "BeidiesenPreisenblödeübereinemmaßkruggrinsenundsichauchnochanfassenlassen". Die Preise für "DanebenstehenundaufFraumachenobwohleineLederhosetragend" gingen an Brett und Pit von der Selbsthilfegruppe für Unantastbare.
Der weise Mann sagt: Werde der du bist!
Werde, der du bist! Was für ein Unsinn, denkt der hungrige Mensch an der Imbissbude und schiebt sich dabei eine gebratene Wurst in Mund. Mit vollem Mund denkt man nicht, denkt der Esser und will der unbequemen Aufforderung entkommen, schafft aber ein weiteres Pradoxon, denn wenn man denkt, dass man nichts denkt, denkt man ja schon, und das muss auch der Wurstfreund verstehen.
Wie soll ich werden, was ich schon bin? Diese Frage drängt sich auf, denn ein Paradoxon, ein Satz mit widersprüchlichen Aussagen, sprengt den Schädel, der unter dem wurstzermalmenden Kiefergeräusch nicht zur Ruhe kommen kann.
Der Mensch ist, was er isst.
Das hat der Philosoph Feuerbach formuliert und wir alle wissen, dass Philosophen recht haben, auch wenn man nicht immer versteht, was sie damit meinen. Helmut Kohl wird wohl reichlich Kohl gegessen haben, denn er hat viel Kappes erzählt. Entscheidend ist - ein Satz von Kohl - was hinten rauskommt. Damit wären wir wieder bei der Wurst.
Du Hanswurst!, hatte Tilde immer zu Görg gesagt, und der hatte sich beleidigt gefühlt, gedemütigt und auf alle Emanzen geschimpft. Alle Emanzen sind Schranzen!, hatte er gelauthalst, ohne zu wissen, was denn Schranzen wirklich sind.
Die Wurst konnte er sich vorstellen, die innere Wurst, die, mit der er immer im Clinch lag.
Es fiel ihm ein Buch in die Hand, das Hilfe sein wollte: Die Versöhnung mit der Inneren Wurst, und Görg wusste: Ich bin nicht allein. Und wenn die Welt auch unterginge, und wenn ich auch der letzte Mensch wäre, so hätte ich immer noch meine Innere Wurst, die, von der Tilde wohl gesprochen haben musste.
Wenn denn im Inneren die Wurst saß, dann galt es endlich als erwachsener Mensch, der sich ent-wickelt hat, diese Wurst nicht nur herauszuholen, sondern vielmehr das zu werden, was Görg immer schon war, eine Wurst nämlich.
Lass die Wurst heraus! Dieser Appell reicht nicht, um das Problem zu lösen, um in Harmonie mit dem Universum zu leben. Werde Wurst, werde die Wurst, werde deine Wurst, sei Wurst! Dieser Vier-Schritt zur Glückseligt, zur Erfüllung war ein Muss, so wie sich der Schmetterling von der Puppe befreit, um zu vollkommener Schönheit und Anmut zu gelangen.
Görg hatte den Schritt gewagt. Tilde saß heulend im Sofa, weil sie die Welt nicht mehr verstand. Görg hatte plötzlich Widerworte gesagt, es sei ihm Wurscht, hatte seinen Rucksack gepackt und war gegangen. Zu Willis Imbiss!, hatte er in den Flur gerufen. Da nimmt man mich ernst!
Wer ist denn jetzt Ernst?, hatte Tilde gerufen, aber da war Görg schon außer Hörweite.
Und heute steht Görg vor Willis Imbissbude, hat einen Job, in dem endlich Mindestlohn gezahlt wird, und betrachtet die Welt aus dem zarten Eigendarm heraus. Sein Gesichtsausdruck verrät, dass Görg glücklich ist.
Ob du Wurst bist oder Huhn, oder Ziege oder Schwein, Kuchen oder Sahneschnitte, Hahn oder Mist, aif dem er kräht: lass es raus und werde, was du bist!
Wie soll ich werden, was ich schon bin? Diese Frage drängt sich auf, denn ein Paradoxon, ein Satz mit widersprüchlichen Aussagen, sprengt den Schädel, der unter dem wurstzermalmenden Kiefergeräusch nicht zur Ruhe kommen kann.
Der Mensch ist, was er isst.
Das hat der Philosoph Feuerbach formuliert und wir alle wissen, dass Philosophen recht haben, auch wenn man nicht immer versteht, was sie damit meinen. Helmut Kohl wird wohl reichlich Kohl gegessen haben, denn er hat viel Kappes erzählt. Entscheidend ist - ein Satz von Kohl - was hinten rauskommt. Damit wären wir wieder bei der Wurst.
Du Hanswurst!, hatte Tilde immer zu Görg gesagt, und der hatte sich beleidigt gefühlt, gedemütigt und auf alle Emanzen geschimpft. Alle Emanzen sind Schranzen!, hatte er gelauthalst, ohne zu wissen, was denn Schranzen wirklich sind.
Die Wurst konnte er sich vorstellen, die innere Wurst, die, mit der er immer im Clinch lag.
Es fiel ihm ein Buch in die Hand, das Hilfe sein wollte: Die Versöhnung mit der Inneren Wurst, und Görg wusste: Ich bin nicht allein. Und wenn die Welt auch unterginge, und wenn ich auch der letzte Mensch wäre, so hätte ich immer noch meine Innere Wurst, die, von der Tilde wohl gesprochen haben musste.
Wenn denn im Inneren die Wurst saß, dann galt es endlich als erwachsener Mensch, der sich ent-wickelt hat, diese Wurst nicht nur herauszuholen, sondern vielmehr das zu werden, was Görg immer schon war, eine Wurst nämlich.
Lass die Wurst heraus! Dieser Appell reicht nicht, um das Problem zu lösen, um in Harmonie mit dem Universum zu leben. Werde Wurst, werde die Wurst, werde deine Wurst, sei Wurst! Dieser Vier-Schritt zur Glückseligt, zur Erfüllung war ein Muss, so wie sich der Schmetterling von der Puppe befreit, um zu vollkommener Schönheit und Anmut zu gelangen.
Görg hatte den Schritt gewagt. Tilde saß heulend im Sofa, weil sie die Welt nicht mehr verstand. Görg hatte plötzlich Widerworte gesagt, es sei ihm Wurscht, hatte seinen Rucksack gepackt und war gegangen. Zu Willis Imbiss!, hatte er in den Flur gerufen. Da nimmt man mich ernst!
Wer ist denn jetzt Ernst?, hatte Tilde gerufen, aber da war Görg schon außer Hörweite.
Und heute steht Görg vor Willis Imbissbude, hat einen Job, in dem endlich Mindestlohn gezahlt wird, und betrachtet die Welt aus dem zarten Eigendarm heraus. Sein Gesichtsausdruck verrät, dass Görg glücklich ist.
Ob du Wurst bist oder Huhn, oder Ziege oder Schwein, Kuchen oder Sahneschnitte, Hahn oder Mist, aif dem er kräht: lass es raus und werde, was du bist!
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