Dahinten das Licht, das hab' ich so gern,
das ist mir Schnuppe, sagte der Stern.
Für Eddi
Bodos Welt mischt sich ein. Für Minden und die ganze Welt. Bodos Welt bleibt stehen, wo andere weitergehen. Bodos Welt geht weiter, wo andere stehen bleiben. Parteiisch. Übernatürlich. Unablässig. Erscheint täglich. Unaufhörlich.Unhöflich.
Diskriminierung der Woche: Alle Schweizer....
...sind Arschländer.
Aufgrund sprachlicher Unzulänglichkeiten und auch orthographischer Mängel kommt es immer wieder zu unnötigen Diskriminierungen.
Alle Schweizer sind Ausländer, bis auf die Inländer.
Das wäre eine politisch korrekte Aussage.
Aufgrund sprachlicher Unzulänglichkeiten und auch orthographischer Mängel kommt es immer wieder zu unnötigen Diskriminierungen.
Alle Schweizer sind Ausländer, bis auf die Inländer.
Das wäre eine politisch korrekte Aussage.
Schweizer bald in der ganzen Welt Ausländer
Die Eu will auf die Volksabstimmung in der Schweiz reagieren, in der sogar Deutsche zu Ausländern erklärt wurden.
Eine elegante Lösung könnte sein, den Schweizern europa- oder sogar weltweit den Status von Ausländern zuzuweisen. Das wäre kein großer Akt, denn in allen Staaten, bis auf die Schweiz nämlich, seien sie bereits Ausländern, da käme es ja auf ein Land mehr oder weniger nicht an.
Durch den Ausländerstatus im eigenen Land könnten die Schweizer überprüfen, inwieweit ihre Abstimmung einer Diskriminierung entspricht. Sollten alle Schweizer und alle restlichen Ausländer das Land verlassen, soll ein großer Naturpark entstehen, in dem lediglich einige umbunkerte Tresore stehen werden, die -schön begrünt- als Endlager für Schwarzgeld, bzw. als Wiederaufbereitungsanlage in Form eines Waschsalons dienen sollen.
Die Gewinne aus den Schwarzgeldern könnten für den Abbau der Skilifte in den Wintersportorten eingesetzt werden, bzw. in einen Fond, der sich gegen Ausländerfeindlichkeit wendet, fließen.
Die Schweizer denken momentan über den Vorschlag nach und bereiten eine weitere Volksbstimmung vor, die die Frage beantworten wird: Kann der Schweizer überhaupt Ausländer sein?
Man ist aber auf jeden Fall gewillt, mit Scharzgeld weiterhin Kasse zu machen. Hier werden momentan Vorschläge zur Begriffsänderung gesammelt, um den Vorgang zu entkriminalisieren. Favorit: Rotgeld mit weißem Kreuz drauf.
Eine elegante Lösung könnte sein, den Schweizern europa- oder sogar weltweit den Status von Ausländern zuzuweisen. Das wäre kein großer Akt, denn in allen Staaten, bis auf die Schweiz nämlich, seien sie bereits Ausländern, da käme es ja auf ein Land mehr oder weniger nicht an.
Durch den Ausländerstatus im eigenen Land könnten die Schweizer überprüfen, inwieweit ihre Abstimmung einer Diskriminierung entspricht. Sollten alle Schweizer und alle restlichen Ausländer das Land verlassen, soll ein großer Naturpark entstehen, in dem lediglich einige umbunkerte Tresore stehen werden, die -schön begrünt- als Endlager für Schwarzgeld, bzw. als Wiederaufbereitungsanlage in Form eines Waschsalons dienen sollen.
Die Gewinne aus den Schwarzgeldern könnten für den Abbau der Skilifte in den Wintersportorten eingesetzt werden, bzw. in einen Fond, der sich gegen Ausländerfeindlichkeit wendet, fließen.
Die Schweizer denken momentan über den Vorschlag nach und bereiten eine weitere Volksbstimmung vor, die die Frage beantworten wird: Kann der Schweizer überhaupt Ausländer sein?
Man ist aber auf jeden Fall gewillt, mit Scharzgeld weiterhin Kasse zu machen. Hier werden momentan Vorschläge zur Begriffsänderung gesammelt, um den Vorgang zu entkriminalisieren. Favorit: Rotgeld mit weißem Kreuz drauf.
Lyrikschule: Rainer Maria Rille - Lange Reime
Neulich hatte ich einen schönen Reimsatz gefunden, der lautete: Jo soff wie der Kant.
Der Name Kant ist bekannt; dass er Philosoph gesoffen hatte, war mir neu, der galt eher als trocken, vor allem das, was er so schrieb.
Wer dieser Jo war oder sein sollte, entzog sich meiner Kenntnis, aber vielleicht stand dieser Jo für alle möglichen männlichen Bürger, die eben manchmal einen heben, etwa wie Kant seinerzeit, denn der wird ja auch nicht immer den trocknen Philosophen gegeben haben.
Zugegeben, es gab einige Ungereimtheiten (hahaha!) und ein paar Unwägbarkeiten, aber was schwerer wog, war, dass ich das Ausgangswort, oder den Ausgangssatz vergessen hatte.
Jo soff wie der Kant.
Ich kam nicht drauf, aus welcher Vorlage dieser Satz entstanden war.
Und hier mein Tipp für alle, die mit dem Reimen und Dichten starten wollen: Nehmt euch einen Zettel, schreibt drauf, was ihr vergessen könntet und steckt es in die Hosentasche, oder an einen Ort, den ihr häufiger aufsucht. Wer gern allerlei vergisst, kann sich nämlich auch mit Sicherheit keinen Platz merken, an dem er plötzlich Reime und Gedichte lagert.
Ich selbst hatte mir Gottseidank einen Zettel geschrieben, auf dem mein schöner langer Reimsatz stand. Versehentlich hatte ich ihn unter die Scheckkarten gemischt, die ich am Wochenende nicht benutzt hatte. Heute fand ich ihn, als ich meine recht üppige Tankfüllung bezahlen wollte. Jo soff wie der Kant. Das Ausgangswort war: Rohstofflieferant. Oder heißt es "war gewesen"? Auf jeden Fall dachte ich: Schwachsinn. Großer Schwachsinn. Was hat denn ein Rohstofflieferant mit einem Jo zu tun, der soff wie der Kant?
Ich entscheid mich dann, vielleicht etwas unter der Rubrik Neodadaismus zu veröffentlichen.
Möglicherweise kann ich das dann kombinieren mit dem Reim auf Nationalversammlung.
Der heißt nämlich Rationalverstammlung. Vorab will ich aber klären, ob es das Verb verstammeln gibt, und ob das ein rationaler Vorgang ist, oder eher aus dem Bauch heraus geschieht.
Noch ein Hinweis:
Auf Komasaufen reimt sich "mit Oma raufen".
"Omaschnaufen" geht auch.
Der Name Kant ist bekannt; dass er Philosoph gesoffen hatte, war mir neu, der galt eher als trocken, vor allem das, was er so schrieb.
Wer dieser Jo war oder sein sollte, entzog sich meiner Kenntnis, aber vielleicht stand dieser Jo für alle möglichen männlichen Bürger, die eben manchmal einen heben, etwa wie Kant seinerzeit, denn der wird ja auch nicht immer den trocknen Philosophen gegeben haben.
Zugegeben, es gab einige Ungereimtheiten (hahaha!) und ein paar Unwägbarkeiten, aber was schwerer wog, war, dass ich das Ausgangswort, oder den Ausgangssatz vergessen hatte.
Jo soff wie der Kant.
Ich kam nicht drauf, aus welcher Vorlage dieser Satz entstanden war.
Und hier mein Tipp für alle, die mit dem Reimen und Dichten starten wollen: Nehmt euch einen Zettel, schreibt drauf, was ihr vergessen könntet und steckt es in die Hosentasche, oder an einen Ort, den ihr häufiger aufsucht. Wer gern allerlei vergisst, kann sich nämlich auch mit Sicherheit keinen Platz merken, an dem er plötzlich Reime und Gedichte lagert.
Ich selbst hatte mir Gottseidank einen Zettel geschrieben, auf dem mein schöner langer Reimsatz stand. Versehentlich hatte ich ihn unter die Scheckkarten gemischt, die ich am Wochenende nicht benutzt hatte. Heute fand ich ihn, als ich meine recht üppige Tankfüllung bezahlen wollte. Jo soff wie der Kant. Das Ausgangswort war: Rohstofflieferant. Oder heißt es "war gewesen"? Auf jeden Fall dachte ich: Schwachsinn. Großer Schwachsinn. Was hat denn ein Rohstofflieferant mit einem Jo zu tun, der soff wie der Kant?
Ich entscheid mich dann, vielleicht etwas unter der Rubrik Neodadaismus zu veröffentlichen.
Möglicherweise kann ich das dann kombinieren mit dem Reim auf Nationalversammlung.
Der heißt nämlich Rationalverstammlung. Vorab will ich aber klären, ob es das Verb verstammeln gibt, und ob das ein rationaler Vorgang ist, oder eher aus dem Bauch heraus geschieht.
Noch ein Hinweis:
Auf Komasaufen reimt sich "mit Oma raufen".
"Omaschnaufen" geht auch.
Georg Krakl: Schnecke und Karrierist (2014)
Der Schneckenkörper schleimt
dem Karrieristen gleich.
Er ist wie er so weich,
damit sich all das reimt
und in das Weltgefüge passt.
Dem nie etwas gelang, der hasst
der beiden glitschiges Sekret.
Und schreit: Den Sabber nicht für tausend Ocken,
ich mag es lieber trocken,
ich bin Ästhet!
dem Karrieristen gleich.
Er ist wie er so weich,
damit sich all das reimt
und in das Weltgefüge passt.
Dem nie etwas gelang, der hasst
der beiden glitschiges Sekret.
Und schreit: Den Sabber nicht für tausend Ocken,
ich mag es lieber trocken,
ich bin Ästhet!
Georg Krakl: Ode an Arjen Robben (2014)
Lass uns uns der Erde wieder nähern,
vom Fußballhimmel an die Scholle!
Das, Arjen, ist das Tolle:
Wir woll'n mit Robben robben, Robben!
vom Fußballhimmel an die Scholle!
Das, Arjen, ist das Tolle:
Wir woll'n mit Robben robben, Robben!
Frauenratgeber: Er muss nicht schön sein...
![]() |
| Hässlichkeit hilft beim Entlieben |
Ich nenne dich mal stellvertretend so für alle Frauen, die sich irgendwann einmal in einen konturlosen Politiker verliebt haben, weil der diesen Geruch von Macht an sich gehabt haben könnte.
Du hast dich in Norbert Röttgen verliebt. Nehmen wir einmal an.
Dann stellst du fest, dass das eine Plaudertasche ist, die mal so, mal anders quasselt, die aber keinesfalls festuzulegen ist, die dann letztlich auch noch von einer Frau abserviert wird. Mutti hat ihn in die Ecke gestellt. Dort soll sie warten, bis sie sie wiederbelebt.
Jetzt hasst du diesen Mann, denn du willst nicht, dass dein Geliebter je von einer Mutti so übel behandelt wird. Er tut dir sogar leid, was noch viel schlimmer ist, als ihn zu hassen. Schweine in Massentierhaltung tun dir auch leid. Das kann man aber nicht vergleichen.
Jetzt taucht er plötzlich wieder auf als Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses. Ausschuss, denkst du sofort.
Aber auch wenn der Posten nicht die Supersache ist, witterst du Morgenluft, Machtduft!
Du willst dich wieder in ihn verlieben, das fällt dir aber schwer.
Was tun?
Ganz einfach: Besorg dir eine Zeitung, in der dein Ex abgebildet ist, nimm einen Filzstift und mach ihn hässlich; dazu musst du noch nicht mal zeichnen können.
Schau ihn dir an und denke darüber nach, ob du ihn noch lieben könntest. Zehnmal täglich. Eine MInute lang.
Und dann!
Dann erscheint er so, wie er ist, so wie er einst geschaffen wurde und wie auch Mutti ihn geliebt hat, im Fernsehen oder in der Brigitte bzw. Freundin oder Donna. Ohne Filzstiftgekrakel. Da ist dein Held, dein Prinz, dein König des Herzens.
Er strahlt und seine Schönheit reißt dich um.
Dein Herz öffnet sich und summt eine leise Melodie, ein Liebeslied, flötet etwas in dein Ohr, in das Tor zu deiner Seele. Und du entflammst erneut.
Du verliebst dich neu. Die Glückshormone kreisen und du meldest dich spontan beim Zumba-Kurs im Fitness-Studio an, um deinen Winterspeck abzutrainieren. Denn du willst schön sein, du willst seine Prinzessin sein, seine Biggi, seine einzige Biggi!
Also, ran an die Stifte und los geht's!
Gedichte mit Tieren drin: Georg Krakl - Amsel, Drossel, Spatz und Sperling (2014)
Wer die Amsel
erdrosselt,
hat den Sperling
verspatzt.
erdrosselt,
hat den Sperling
verspatzt.
Kunst stinkt nicht,....
| Pawel Pikass: Exkrement auf Zement (2014) |
Pikass traut sich in die Tabuzonen der Gesellschaft.
Aber wirklich heldenhaft ist der Versuch nicht, einen deplatzierten Hundeschiss zu fotografieren, durch ein Bildbearbeitungsprogramm zu jagen und auf Leinwand zu drucken.
Da macht sich doch keiner die Hände schmutzig.
Was wäre denn, wenn das Objekt als Malgrund dienen könnte?
Da werden Hände beschmutzt, da werden Nasen gerümpft, da bleibt das Bare in der Tasche, denn so etwas will sich keiner in die gute Stube hängen. Das aber wäre mal eine richtige Aktion gegen die degenerierten Hundebesitzer, die keine Scheu haben, dass ihr Fifi auf jedweden Flächen ablädt, Hauptsache, nicht auf den eigenen.
Lebenserfsahrung und Instinkte
Liebe Lena Meyer-Landruth!
Du findest mit 22 Jahren, dass ein Justin Bieber dir mit
seinem 19 Jahren nicht philosophisch kommen muss in seinen Liedern, die du übrigens
merkwürdigerweise gut findest. Er könne dir auch nicht das Leben erklären, weil
er gar nicht die Erfahrung habe.
Du dagegen mit 22 Jahren kannst klar beurteilen, ob da
Substanz ist oder nicht. Wir als Nichthörer deiner Lieder und als Nichthörer
der bieberschen Lieder fragen uns: Was musst du erlebt haben in der kurzen Zeit
von 19 bis 22, dass du solch mächtige Urteilskraft besitzt? Drei Jahre können
lang sein. Um Blödsinn zu reden, braucht man allerdings keine Lebenserfahrung. Aber Frauen sind ja
immer schon weiter als Männer, und auch immer viel weiter als Männer, die wie
Jungen aussehen.
Aber da sind wir mit dir einig: Bieber ist kein Tier; also
fehlen ihm nicht nur Lebenserfahrung, sondern auch noch die Instinkte.
Was wollte ich eigentlich sagen. Ach, ja: Müssen wir wirklich in der Presse lesen, was
du so vor dich hindenkst und dann auch noch aussprichst?
Neulich stand auf einer Postkarte: Einfach mal die Kresse
halten!
Finden wir auch.
Postkarten aus Allerwärts: Südafrika
Ihr Lieben daheim!
Viele Grüße aus dem schönen Südafrika. Es ist warm und sonnig hier.
Es gibt viele schwarze Menschen hier, Neger darf man ja nicht mehr schreiben. Die laufen hier auch nicht ohne Kleider herum,das ist wohl noch ein tiefverwurzeltes Vorurteil. Ich habe schon viele Fotos gemacht. Darf man denn das Wort Negative sagen, oder ist das politisch nicht korrekt? Ich schreibe extra klein, damit mehr auf die Karte passt. Meistens steht hinten auf der Karte, woher die stammt. Aber das steht ja auf der Vorderseite. Deswegen ist mehr Platz da, den man für den eigenen Text ausnutzen kann. Jetzt ist die Karte aber voll. Viele Grüße noch mal.
Eure Elsie.
P.S.: Dass die Männer hier im unteren Bereich besonders gut gebaut sind, kann ich bisher nicht bestätigen, wie schon oben geschrieben, sind die alle bekleidet. Jetzt ist aber wirklich kein Platz mehr. Ich habe das Gefühl, dass Weiße nicht soooo besonders gut angesehen sind. Ist das Rassendiskriminierung? Ich hoffe, euch geht es gut.
Viele Grüße aus dem schönen Südafrika. Es ist warm und sonnig hier.
Es gibt viele schwarze Menschen hier, Neger darf man ja nicht mehr schreiben. Die laufen hier auch nicht ohne Kleider herum,das ist wohl noch ein tiefverwurzeltes Vorurteil. Ich habe schon viele Fotos gemacht. Darf man denn das Wort Negative sagen, oder ist das politisch nicht korrekt? Ich schreibe extra klein, damit mehr auf die Karte passt. Meistens steht hinten auf der Karte, woher die stammt. Aber das steht ja auf der Vorderseite. Deswegen ist mehr Platz da, den man für den eigenen Text ausnutzen kann. Jetzt ist die Karte aber voll. Viele Grüße noch mal.
Eure Elsie.
P.S.: Dass die Männer hier im unteren Bereich besonders gut gebaut sind, kann ich bisher nicht bestätigen, wie schon oben geschrieben, sind die alle bekleidet. Jetzt ist aber wirklich kein Platz mehr. Ich habe das Gefühl, dass Weiße nicht soooo besonders gut angesehen sind. Ist das Rassendiskriminierung? Ich hoffe, euch geht es gut.
Grenzen der Nouvelle Cuisine
Über Nouvelle Cuisine kann man geteilter Meinung sein; häufig schmeckt sie sogar.
Was in den Köpfen der Menschen bleibt: Große Teller, wenig drauf, starke Preise und das Gefühl, dass man als Esser nicht qualifiziert war.
Der gute Esser braucht richtig was auf die Schüppe, der will und muss satt werden.
Was nutzt mir der Reibekuchen, der durch die Finger eines Sternekochs gegangen ist, wenn Mama den zu Hause genauso hinkriegt? Beim Maitre gibt's dann einen, drapiert mit Undefinierbarem, daheim ist Essen satt angesagt, Futtern bei Muttern bis zum Umwinken, bis der Arzt kommt, bis zum Stillstand des Verdauungstraktes.
Die Neue Küche hat ihre Grenzen erreicht, wenn das Essen so weit auseinander liegt, dass man keinen Zusammenhang mehr erkennt, dass sich der Gedanke aufzwingt, es handele sich um einen bereits abgegessenen Teller, der versehentlich aus der Waschstraße des Nobelrestaurants zurück auf den Nebentisch geführt wurde, oder der einfach geflohen ist, weil er sich missbraucht fühlte.
Es ist nicht einfach, ein Gourmet zu sein. Esser oder Mitesser? Diese Frage stellt sich noch nicht einmal. Sich satt sehen, weil alles so schön auf dem großen Teller liegt, kommt der Sache schon näher.
Wer mal wieder ein richtiges Völlegefühl erleben möchte, bleibt bei Mutti.
Was in den Köpfen der Menschen bleibt: Große Teller, wenig drauf, starke Preise und das Gefühl, dass man als Esser nicht qualifiziert war.
Der gute Esser braucht richtig was auf die Schüppe, der will und muss satt werden.
Was nutzt mir der Reibekuchen, der durch die Finger eines Sternekochs gegangen ist, wenn Mama den zu Hause genauso hinkriegt? Beim Maitre gibt's dann einen, drapiert mit Undefinierbarem, daheim ist Essen satt angesagt, Futtern bei Muttern bis zum Umwinken, bis der Arzt kommt, bis zum Stillstand des Verdauungstraktes.
Die Neue Küche hat ihre Grenzen erreicht, wenn das Essen so weit auseinander liegt, dass man keinen Zusammenhang mehr erkennt, dass sich der Gedanke aufzwingt, es handele sich um einen bereits abgegessenen Teller, der versehentlich aus der Waschstraße des Nobelrestaurants zurück auf den Nebentisch geführt wurde, oder der einfach geflohen ist, weil er sich missbraucht fühlte.
Es ist nicht einfach, ein Gourmet zu sein. Esser oder Mitesser? Diese Frage stellt sich noch nicht einmal. Sich satt sehen, weil alles so schön auf dem großen Teller liegt, kommt der Sache schon näher.
Wer mal wieder ein richtiges Völlegefühl erleben möchte, bleibt bei Mutti.
Mit den Augen einer Frau
![]() |
| Wollmaus oder Erdnuss? |
Dies ist Jagen, das ist Sammeln.
Der Mann schaut nach Mammut oder anderem Wild, um für Nahrung zu sorgen und die Sippe zu ernähren. Er denkt ans Überleben. Die Frau schaut nach unten, sucht den Boden ab, die Büsche, die nahe Umgebung, aber immer in Hock- oder Duckstellung, denn sie ist die Schwächere der beiden; und sie macht sich auch Sorgen um das Überleben der Sippe. Sie sucht nach Beeren, essbaren Insekten oder anderem Getier, das in die Suppe kann.
Das war damals, als es noch Mammuts gab.
Was ist geblieben, was finden wir in der modernen Zeit?
Der Mann schaut in die Weite: Wie spielt der Verein, was passiert in der Welt, droht vielleicht eine Gefahr durch Krieg oder verlieren wir bei der EM? Das sind seine Fragen, die als Archetypen in ihm verankert sind. Die Weite des Fußballstadions mag das symbolisieren.
Die Frau sucht den Boden nicht mehr nach Essbaren ab, sondern hat im Laufe der Jahrtausende den Blick für das zu Entfernende entwickelt. Irgendwann, geschätzt in der Bronzezeit, hat sie den Staub entdeckt.
In der Neuzeit kommt die Wollmaus hinzu und die Socke von gestern Abend, die einsame Erdnuss, die beim 2:1 aus den Fingern des Gatten gerutscht ist.
Kannst du mal durchsaugen, Herbert?, ruft sie in die Tiefe des Raumes.
Der Mann zuckt zusammen: Verdammt!
Er kramt den Vampyr aus der Abstellkammer und flucht leise: Von wegen "die Schwächere"!
Sie hat eben den Blick! Den Blick dafür!, murmelt er und saugt und hofft, dass er sie hinterher noch liebt.
Tonnes Tagebuch: Vertrauen und Preiserhöhung bei Unbeweglichkeit
Liebes Tagebuch!
Wie viel Vertrauen haben die Menschen heutzutage überhaupt
noch?
Ein Mann schließt heute Mittag seinen hochglanzpolierten
dunkelblauen Opel ab, mittels Funk und Zentralverriegelung. Geht dann um den
Wagen herum und rüttelt an jeder Tür, ob die denn auch alle zu sind.
Wie viel Vertrauen hat so ein Mensch in seine Mitmenschen,
wenn er nicht mal einer Zentralverriegelung traut?
Das ist doch fast so, als wenn ich meiner Kaffeetasse nicht
traue und jedes Mal, wenn ich trinken will, diese vorsichtig anhebe, um zu
gucken, ob der Boden noch fest mit dem Rest zusammenpappt. Oder leicht am
Henkel ziehe, ob der nicht vielleicht abfällt, wenn ich den nächsten Schluck
nehmen will. Wie mühsam wäre ein Frühstück oder das sonntägliche Kuchenessen
mit Kaffee, das sowieso schon mühsam ist mit Oma!
Einen, der seiner Zentralverriegelung misstraut, würde ich
nicht einstellen, sagt Benno immer, und der ist Marktleiter und hat Kriterien.
Den würde ich sogar entlassen.
Wo ist nur das Vertrauen geblieben? Vor allem: Wie kann man
denn einen Opel kaufen, einen Wagen von General Motors? Seit Jahren ist klar,
dass die dicht machen werden.
Opel kaufen, aber der Zentralverriegelungen am gekauften
Opel misstrauen. Das ist doch paradox! Das ist doch ein unauflösbarer Konflikt.
Da stimmt doch was nicht in den Menschen. Da muss man doch
was austauschen. Die Frage ist: Welches Organ ist für das Vertrauen zuständig?
Ich wollte
einen Brief losschicken. Als ich ihn geschrieben habe, war das Porto 55 Cent.
Als ich ihn losschicken wollte, war das Porto erhöht worden
auf 58 Cent.
Ich habe den Brief erst mal liegengelassen und 3 Cent-Marken
gekauft, die es plötzlich gab! Die hat es früher nicht gegeben, vielleicht ganz
früher, als die Briefmarken noch Pfennige kosteten. Aber jetzt, nach der
Preiserhöhung, nach der Preisanhebung! - das klingt wohliger- gibt es die!
Heute wollte ich den Brief losschicken; sagt doch Tanja,
dass ein Brief jetzt 60 Cent kostet. Also musste ich noch eine 2-Cent-Marke
kaufen. Auch die gibt es neuerdings. Ich habe den Brief dann gleich mitgenommen
und nachbeklebt. Wer weiß, was der Brief morgen kostet.
Das Anstehen für 2 Cent bin ich überhaupt nicht mehr
gewohnt.
Leider musste ich die Marke selber anlecken, damit sie
klebt. Heutzutage sind die Marken
ja selbstklebend. Nur die Nachklebemarken muss man selber anfeuchten.
Wahrscheinlich als Strafe, dass man so selten Briefe verschickt.
Vielleicht ist das Porto ja auch deshalb, wegen des
Selbstklebens, teurer geworden.
Abknibbeln ist allerdings nicht mit im Preis. Bin gespannt,
wann das kommt und wie das gehen soll. Selbstabknibbelnde Briefmarken! Toll.
Als ich aus der Post raus bin, steht da der selbe silbern
geschminkt Darsteller oder sich selber zur Schau-Steller und isst ein
Würstchen.
Bereits auf dem Weg in die Post stand er da und bewegte sich,
was er eigentlich gar nicht darf, denn wenn die Leute etwas bezahlen und in
seinen auf dem Boden stehenden Hut werfen, dann, weil sich der Schausteller nicht bewegt. Er wirkt dann wie ein silbern geschminkter Mensch,
der sich nicht bewegt. Und das ist für viele wohl ein Wunder, weil sie es
selber nicht schaffen, unbeweglich herumzustehen, oder keinen Sinn darin sehen,
weil sie einer geregelten Arbeit nachgehen.
Der Darsteller, der sich eigentlich nicht bewegen sollte, aß
ein Brötchen, als ich in die Poststelle ging. Ich dachte: Auch Darsteller, die
unbewegliche Menschen darstellen, machen mal eine Frühstückspause, denn man
kann ihr Rumstehen weitestgehend als Arbeit bezeichnen, und wer arbeitet, hat
auch ein Recht auf Pause.
Beim Hinausgehen isst der Mann immer noch und ich denke:
Vielleicht ist das eine neue Nummer, eine Erweiterung des unbeweglich
Herumstehens. Vielleicht heißt die neue Nummer: Ein Mann isst ein Brötchen und
später eine Wurst, obwohl er eigentlich unbeweglich herumstehen muss, denn sein
Gesicht ist silbern geschminkt.
Ich habe verzichtet, den Mann das zu fragen, weil er dann
hätte reden müssen, was seine neue Nummer möglicherweise verdorben hätte.
Ich habe auch nichts in seinen Hut getan, weil mir nicht
klar war, ob das wirklich eine neue Nummer war. Überhaupt: Ich gebe Leuten
nichts, die nur herumstehen und nichts tun. Das sind Nichtstuer und davon gibt
es genug.
So ein Tag kann spannend sein. Das alles habe ich in nur 90
Minuten erlebt, und der Tag ist noch nicht zu Ende. Ich höre hier aber auf,
weil ich jetzt mal eine Pause brauche.
Katz und Spatz und Maus und der Hund von Klaus
So schwarz die Schatten, die Pappeln sturmgebeugt, als sei ein frischer Wind von Osten gekommen und hätte die Welt neu geordnet.
Stumme Hecke schützt den heiligen Rasen, gebietet Einhalt dem Eindringling, weist dem verdauungsfreudigen Vierbeiner den Weg: Geh Hund, verrichte deine Geschäfte! Aber nicht hier.
Graues Hinterland. Bebauung. Menschen müssen hier leben. Wollen hier leben.
Ruhe.
Ruhe nach dem Sturm, dem die Pappeln getrotzt haben. Licht am Horizont.
Kein Tunnelblick.
Licht, das Angst macht, denn es wirft dunkle Schatten. Erschrecken vor uns selbst, die wir als riesige meterlange Gestalten den Boden berühren und darauf warten, dass sich etwas bewegt in der Starre des Hoffens und Bangens.
Stille. Niemand spricht. Nicht die Schatten, nicht wir.
Kein Plappern der Pappeln, kein Rauschen des Waldes.
Kein Ton aus der Bebauung.
Häuser blicken hohl den Besucher an, der auf der Suche nach Leben ist.
Dort spielt ein junger Spatz mit einer Maus, vielleicht ist es umgekehrt.
Besser der Spatz als die Katz', denkt die Maus.
Besser die Maus als der Hund von Klaus, denkt der Spatz.
Und so ist die Welt doch noch in den Fugen geblieben.
Es ist nicht immer der Mensch, der das bewirkt.
Drum achtet die Maus, die Katz, den Spatz und den Hund von Klaus!
Stumme Hecke schützt den heiligen Rasen, gebietet Einhalt dem Eindringling, weist dem verdauungsfreudigen Vierbeiner den Weg: Geh Hund, verrichte deine Geschäfte! Aber nicht hier.
Graues Hinterland. Bebauung. Menschen müssen hier leben. Wollen hier leben.
Ruhe.
Ruhe nach dem Sturm, dem die Pappeln getrotzt haben. Licht am Horizont.
Kein Tunnelblick.
Licht, das Angst macht, denn es wirft dunkle Schatten. Erschrecken vor uns selbst, die wir als riesige meterlange Gestalten den Boden berühren und darauf warten, dass sich etwas bewegt in der Starre des Hoffens und Bangens.
Stille. Niemand spricht. Nicht die Schatten, nicht wir.
Kein Plappern der Pappeln, kein Rauschen des Waldes.
Kein Ton aus der Bebauung.
Häuser blicken hohl den Besucher an, der auf der Suche nach Leben ist.
Dort spielt ein junger Spatz mit einer Maus, vielleicht ist es umgekehrt.
Besser der Spatz als die Katz', denkt die Maus.
Besser die Maus als der Hund von Klaus, denkt der Spatz.
Und so ist die Welt doch noch in den Fugen geblieben.
Es ist nicht immer der Mensch, der das bewirkt.
Drum achtet die Maus, die Katz, den Spatz und den Hund von Klaus!
Georg Krakl: Empathie (2014)
Oft fühle ich mit Dörfern und mit Städten,
dann, wenn ich darin spazierengeh'.
Ich bin dann so betreten.
dann, wenn ich darin spazierengeh'.
Ich bin dann so betreten.
Papst für einen Tag
Mal Papst für einen Tag sein, sich mal so richtig als Weltherrscher fühlen, der ganz genau sagen kann, wo es lang geht, damit man ins Himmelreich kommt.
Das ist nicht schwer: Aus einem (neuen) Mikrofaserbodenwischtuch basteln wir uns eine standfeste Haube, die der Papst auch manchmal trägt. Vielleicht ist die nicht so bunt wie das Exemplar von Rossmann, aber die Kappe strahlt Lebensfreude und Reformwillen aus, und das hat doch etwas.
Als Unterteil des Gesichtes nehmen wir unser Lieblingspapstfoto von Benedikt, weil wir das nicht mehr brauchen, und Benedikt braucht es ja auch nicht mehr.
Jetzt noch die ein oder andere Enzyklika rausgehauen und fertig ist ein schönes Papstgefühl. Wer noch einen draufsetzen will, geht auf den Balkon und begrüßt das Umland. Urbi et Obi! Falls ein Baumarkt in der Nähe ist.
Länger als einen Tag sollte man aber nicht Papst sein wollen, weil man schnell in die Rolle des Gegenpapstes gedrängt werden kann und dann in der Hölle landet.
Das ist nicht schwer: Aus einem (neuen) Mikrofaserbodenwischtuch basteln wir uns eine standfeste Haube, die der Papst auch manchmal trägt. Vielleicht ist die nicht so bunt wie das Exemplar von Rossmann, aber die Kappe strahlt Lebensfreude und Reformwillen aus, und das hat doch etwas.
Als Unterteil des Gesichtes nehmen wir unser Lieblingspapstfoto von Benedikt, weil wir das nicht mehr brauchen, und Benedikt braucht es ja auch nicht mehr.
Jetzt noch die ein oder andere Enzyklika rausgehauen und fertig ist ein schönes Papstgefühl. Wer noch einen draufsetzen will, geht auf den Balkon und begrüßt das Umland. Urbi et Obi! Falls ein Baumarkt in der Nähe ist.
Länger als einen Tag sollte man aber nicht Papst sein wollen, weil man schnell in die Rolle des Gegenpapstes gedrängt werden kann und dann in der Hölle landet.
Kein Sympathieträger
Das sollte sich jeder vor dem Schminken überlegen: Wie will ich auf andere Menschen wirken?
Wer eine labberige Nase hat, sollte nicht auch noch eine Schüppe ziehen, das wirkt unsympathisch, das wirkt absoßend unkommunikativ. Da kann auch mit bester Schminke nicht abgeholfen werden, es sei denn, man schreibt mit Kajalschrift fett auf die Stirn: Ich bin schön.
Das würde jedoch die Glaubwürdigkeit in Frage stellen.
Schminke sollte nur das natürliche Gesicht verstärken bzw. kleine Mängel kaschieren.
Wie man Parfüm nicht zum Überdecken von Körpergeruch benutzen sollte, oder um sein Gegenüber zu betäuben, so sollte auch Schminke dezent eingesetzt werden.
Wer weit auseinander stehende Augen hat und wem zusätzlich die Ohren fehlen, der kann mit dem Chemiemalkasten nicht viel ausrichten.
Mut zur Hässlichkeit ist manchmal geboten, man kann betonen, was man nicht unterdrücken kann und so stilprägend sein, wenn das Outfit dem Zeitgeist entspricht.
Muss aber nicht sein.
Wer eine labberige Nase hat, sollte nicht auch noch eine Schüppe ziehen, das wirkt unsympathisch, das wirkt absoßend unkommunikativ. Da kann auch mit bester Schminke nicht abgeholfen werden, es sei denn, man schreibt mit Kajalschrift fett auf die Stirn: Ich bin schön.
Das würde jedoch die Glaubwürdigkeit in Frage stellen.
Schminke sollte nur das natürliche Gesicht verstärken bzw. kleine Mängel kaschieren.
Wie man Parfüm nicht zum Überdecken von Körpergeruch benutzen sollte, oder um sein Gegenüber zu betäuben, so sollte auch Schminke dezent eingesetzt werden.
Wer weit auseinander stehende Augen hat und wem zusätzlich die Ohren fehlen, der kann mit dem Chemiemalkasten nicht viel ausrichten.
Mut zur Hässlichkeit ist manchmal geboten, man kann betonen, was man nicht unterdrücken kann und so stilprägend sein, wenn das Outfit dem Zeitgeist entspricht.
Muss aber nicht sein.
Wenn die Zeit läuft
Die Zeit läuft, dachte E.
Er hatte so viel schaffen wollen, er wollte noch so viel schaffen.
Wie viel Zeit blieb denn noch?
Es geht nicht immer nach der Reihenfolge, sagte die Tante immer, manchmal sind auch die Jungen dran.
E. war nicht mehr jung und die Zeit lief.
Die Zeit lief aber immer.
Sie war schon gelaufen, als er zwanzig gewesen war. Da hatte er ein Buch schreiben wollen.
Jetzt, Jahrzehnte später, hatte er es immer noch nicht geschrieben.
Er hatte immer so viel zu sagen gehabt.
Jetzt war es vielleicht schon zu spät.
Jetzt fehlten ihm die Worte; die Uhren tickten und das Geräusch schnürte ihm die Kehle zu.
Alles konnte morgen schon zu Ende sein.
Wenn er ein Buch geschrieben hätte, sollten die Menschen es auch gelesen haben.
Das wollte er erleben, er wollte ihre Antworten auf die Fragen in seinem Buch.
Es war zum Verzweifeln.
Morgen würde er anfangen.
Spätestens übermorgen.
Vielleicht war es ja nicht zu spät.
Es geht nicht immer nach der Reihenfolge, sagte seine Tante immer.
Manchmal aber schon, dachte E.
Übermorgen.
Er hatte so viel schaffen wollen, er wollte noch so viel schaffen.
Wie viel Zeit blieb denn noch?
Es geht nicht immer nach der Reihenfolge, sagte die Tante immer, manchmal sind auch die Jungen dran.
E. war nicht mehr jung und die Zeit lief.
Die Zeit lief aber immer.
Sie war schon gelaufen, als er zwanzig gewesen war. Da hatte er ein Buch schreiben wollen.
Jetzt, Jahrzehnte später, hatte er es immer noch nicht geschrieben.
Er hatte immer so viel zu sagen gehabt.
Jetzt war es vielleicht schon zu spät.
Jetzt fehlten ihm die Worte; die Uhren tickten und das Geräusch schnürte ihm die Kehle zu.
Alles konnte morgen schon zu Ende sein.
Wenn er ein Buch geschrieben hätte, sollten die Menschen es auch gelesen haben.
Das wollte er erleben, er wollte ihre Antworten auf die Fragen in seinem Buch.
Es war zum Verzweifeln.
Morgen würde er anfangen.
Spätestens übermorgen.
Vielleicht war es ja nicht zu spät.
Es geht nicht immer nach der Reihenfolge, sagte seine Tante immer.
Manchmal aber schon, dachte E.
Übermorgen.
NSA gelingt Durchbruch bei Körnerbrötchen
Die NSA hat in enger Zusammenarbeit mit Pentagon und CIA - alle haben ihre Computerkapazitäten zusammengeschmissen - endlich einen Durchbruch bei der Dekodierung von Körnerbrötchen erreicht.
Jahrzehntelang, im Grunde seit Erfindung des Körnerbrötchen, hat man gerätselt, wie die Verschlüsselung geheimer Botschaften auf Lebensmitteln aussehen könnte. Man hat blinde Agenten mit ihrem ausgeprägten Tastsinn eingesetzt - ohne Ergebnis. Jahrelang wurden Körnerbrötchenesser, Vegetarier, Veganer und Vollwertköstler als terroristische Gruppe eingestuft und abgehört.
Außer Rezepten und Umweltblabla war aber dabei nichts Wichtiges herausgekommen.
Jetzt endlich ist ein Code gefunden worden, der die Brötchen - vorerst nur von der Unterseite her - lesbar macht.
Auf einem besonders schönen Exemplar fand man die Backanleitung und eine Liste der Inhaltstoffe, die aber allesamt als unbedenklich eingestuft werden konnten. Weiterhin lasen sich Tipps zum Genuss der kleinen Brote, besonders der Hinweis, mindestens dreißigmal zu kauen und erst dann zu schlucken.
Die Nationale Sicherheit scheint nicht gefährdet zu sein, es sei denn, die eher harmlos wirkenden Texte wären doppelt kodiert, und die eigentlichen Mitteilungen versteckten sich hinter bestimmten Wörtern. Dinkel könnte für Anthrax stehen, der Urweizen Kamut für Rainer Calmund und Sonnenblumenkerne für das bei der Kernspaltung entstehende Plutonium.
Es werde weiter gesucht, so die NSA, da man jetzt bei eingeschränkter Telefonüberwachung Kapazitäten frei habe. Pentagon und CIA hätten auch Spaß an der Sache, vor allem weil man die leckeren Objekte nach dem Lesen mit feiner T-Wurst bestrichen - vorzeitg liquidierte Veganer müssten sich im Grabe umdrehen! - essen könne.
Jahrzehntelang, im Grunde seit Erfindung des Körnerbrötchen, hat man gerätselt, wie die Verschlüsselung geheimer Botschaften auf Lebensmitteln aussehen könnte. Man hat blinde Agenten mit ihrem ausgeprägten Tastsinn eingesetzt - ohne Ergebnis. Jahrelang wurden Körnerbrötchenesser, Vegetarier, Veganer und Vollwertköstler als terroristische Gruppe eingestuft und abgehört.
Außer Rezepten und Umweltblabla war aber dabei nichts Wichtiges herausgekommen.
Jetzt endlich ist ein Code gefunden worden, der die Brötchen - vorerst nur von der Unterseite her - lesbar macht.
Auf einem besonders schönen Exemplar fand man die Backanleitung und eine Liste der Inhaltstoffe, die aber allesamt als unbedenklich eingestuft werden konnten. Weiterhin lasen sich Tipps zum Genuss der kleinen Brote, besonders der Hinweis, mindestens dreißigmal zu kauen und erst dann zu schlucken.
Die Nationale Sicherheit scheint nicht gefährdet zu sein, es sei denn, die eher harmlos wirkenden Texte wären doppelt kodiert, und die eigentlichen Mitteilungen versteckten sich hinter bestimmten Wörtern. Dinkel könnte für Anthrax stehen, der Urweizen Kamut für Rainer Calmund und Sonnenblumenkerne für das bei der Kernspaltung entstehende Plutonium.
Es werde weiter gesucht, so die NSA, da man jetzt bei eingeschränkter Telefonüberwachung Kapazitäten frei habe. Pentagon und CIA hätten auch Spaß an der Sache, vor allem weil man die leckeren Objekte nach dem Lesen mit feiner T-Wurst bestrichen - vorzeitg liquidierte Veganer müssten sich im Grabe umdrehen! - essen könne.
Georg Krakl - Die Welt
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| Dieses Bild passt nicht zum Gedicht. |
wenn sie gar nicht bunt wär,
wär' sie vielleicht eckig
und vom Farbton dreckig.
Beruf und Anforderung
Heute: Vollzugsbeamte
Der Anwärter auf den Beruf des Vollzugsbeamten sollte über einen kräftigen Schließmuskel verfügen.
Der Anwärter auf den Beruf des Vollzugsbeamten sollte über einen kräftigen Schließmuskel verfügen.
Zum Namenstag: Georg Krakl - Eugen (2014)
Eugen
will sich nicht beugen,
möcht' gern bezeugen,
dass Günther Verheugen
mit ihm nicht verwandt,
und nicht mal bekannt.
Wir sollten ihn lassen,
den Eugen,
so mag er bezeugen,
was auf allen Straßen
schon längst ist bekannt:
Er ist nicht verwandt!
Der Eugen
mit Roth
-das wär' was, doch der ist schon tot -
geschweige Verheugen.
will sich nicht beugen,
möcht' gern bezeugen,
dass Günther Verheugen
mit ihm nicht verwandt,
und nicht mal bekannt.
Wir sollten ihn lassen,
den Eugen,
so mag er bezeugen,
was auf allen Straßen
schon längst ist bekannt:
Er ist nicht verwandt!
Der Eugen
mit Roth
-das wär' was, doch der ist schon tot -
geschweige Verheugen.
Aus dem Land aus Knete
Nichts los in der schönen neuen Welt.
Also: Leben in die Bude!
Frau gemacht.
Ging ein paar Tage gut, dann wird genörgelt. Will zu zweit aufs Klo und braucht wen zum Quatschen. Auch will sie nicht immer alleine putzen.
Mann gemacht aus Rippe der Frau.
Mann stutzt. Fragt gleich, ob es eine Konferenzschaltung gibt und was überhaupt die Frau da macht.
Ob noch Bier im Kühlschrank ist.
Frau stutzt: In welchem Kühlschrank?
Nörgelt. Mann ist zu nichts zu gebrauchen. Kann nicht mal Kohlen aus dem Keller holen, weil kein Keller da ist.
Zweite Frau gemacht.
Mann stutzt. Was soll das denn jetzt? Hätte lieber eine Konferenzschaltung besorgen sollen.
Und einen Flachbildschirmfernseher.
Frau 1 guckt grimmig. Was soll denn Frau 2 hier?
Das mit dem Klogehen hätte sich jetzt ja auch überholt. Wenn kein zweiter Mann da ist, dann darf da auch keine zweite Frau sein.
Verzweifelt.
Alles noch mal zu einem dicken Klumpen Lehm zusammengedrückt und von vorne angefangen.
Golden Retriever geknetet. Feiner Hund. Der freut sich immer. Egal was ich mache.
Endlich wieder Ruhe in der schönen neuen Welt.
Es muss nicht immer was los sein....
Also: Leben in die Bude!
Frau gemacht.
Ging ein paar Tage gut, dann wird genörgelt. Will zu zweit aufs Klo und braucht wen zum Quatschen. Auch will sie nicht immer alleine putzen.
Mann gemacht aus Rippe der Frau.
Mann stutzt. Fragt gleich, ob es eine Konferenzschaltung gibt und was überhaupt die Frau da macht.
Ob noch Bier im Kühlschrank ist.
Frau stutzt: In welchem Kühlschrank?
Nörgelt. Mann ist zu nichts zu gebrauchen. Kann nicht mal Kohlen aus dem Keller holen, weil kein Keller da ist.
Zweite Frau gemacht.
Mann stutzt. Was soll das denn jetzt? Hätte lieber eine Konferenzschaltung besorgen sollen.
Und einen Flachbildschirmfernseher.
Frau 1 guckt grimmig. Was soll denn Frau 2 hier?
Das mit dem Klogehen hätte sich jetzt ja auch überholt. Wenn kein zweiter Mann da ist, dann darf da auch keine zweite Frau sein.
Verzweifelt.
Alles noch mal zu einem dicken Klumpen Lehm zusammengedrückt und von vorne angefangen.
Golden Retriever geknetet. Feiner Hund. Der freut sich immer. Egal was ich mache.
Endlich wieder Ruhe in der schönen neuen Welt.
Es muss nicht immer was los sein....
"Weiser Mann" Olli Dallilahmer: Siebzigerjahrekachel-Meditation
Da sitzt man an einem Ort, dem man das Attribut still zugewiesen hat, und der Geist kommt nicht zur Ruhe; der ganze Körper, die Seele und der Verstand, Überich, Unterich und mittendrin das echte Ich, warten, dass etwas passiert, dass der selbstreinigende Prozess beginnt; aber nichts passiert und nun setzt das große Rattern im Kopf ein, weil sich der Sitzende vor nichts mehr fürchtet als vor der Langeweile. Die Suche beginnt nach zerfledderten Zeitschriften, nach einem Lexikon der Heilkräuter, nach einem Pilzbestimmungsbuch oder einem Ratgeber für Mieter, nach irgendetwas, das jetzt interessant genug ist, vom inhaltsleeren Warten abzulenken, und sei es auch noch so zerfleddert und noch so hässlich, nach etwas, was der hoffend Sitzende im Wohnzimmerbereich nicht anfassen, geschweige denn lesen würde.
Und dann fällt der Blick auf die Wand vor ihm. Auf die grün-schimmernde Wand, auf die gekachelte Wand, auf die mit Siebzigerjahrekacheln verflieste Wand in Siebzigerjahregrün.
Vier Nieren zieren jedes Objekt, das in seiner Anordnung und der Reihung der Fliesen jeden unruhigen Geist in glückliche Trance versetzen kann.
Aber selbst das einzelne Objekt kann in die tiefe Entspannung führen.
Vier Nieren. Eine links, eine rechts, eine oben, eine unten. Super!, sagt das Hirn. Der ideale Organspender, der kann sich sogar selber zwei Nieren spendieren!
Ruhigwerden.
Vier grüne Nieren.
Saure Nieren habe ich nie gemocht, denkt der Sitzende. Ekelhaft, überhaupt, Innereien. Gut, Stippgrütze, das ging, da war ja auch alles drin, schön geschreddert, dass man nicht auf erkennbaren Teilen herumkauen musste, ordentlich gewürzt und scharf angebraten ging das. Und dann hatte man das Cholesterin erfunden. Da war das Essen nicht nur fettig, sondern auch noch ungesund. Zugunsten der Ärzte und der Pharmaindustrie.
Ruhigwerden. Konzentrieren. Fließen lassen.
Hahaha, Fliesen lassen! fällt mir ein. Genau, diese Sanitärstube müsste mal neu gefliest werden. Wer kann denn hier entspannt eine Sitzung halten, wenn er ständig diese mandala-artigen Gebilde in Rauswurf-Grün vor Augen hat.
Auf die Symmetrie konzentrieren. Auf die Wohlgestalt, das Ästhetische.
Das Hirn wehrt sich, aber es hat bereits verloren.
Die Augen werden starr und der Körper übernimmt dieses Verharren, wird schwerer und schwerer. Der Sitzende ist nicht mehr ganz da. Sein Geist schwebt in Höhe des Spülkastens, der kurz unter der Decke angebracht ist. Dreißiger Jahre, flackert ein kurzer Gedanke auf. Dann wieder Ruhe.
Erst der Gedanke, dass die grünen Nieren auch verschimmelte Champignons sein könnten, weckt aus der Versenkung.
Der Sitzende stellt fest, dass alles erledigt ist, das es zu einem Geschäftsabschluss gekommen ist, dass der Prozess der Ausscheidung vollendet ist.
Die grünen Siebzigerjahrekacheln scheinen freundlich zu lächeln. Der Sitzende lächelt zurück. Alles ist gut. Was vorher noch Gegner war, ist jetzt Freund. Frieden kehrt ein.
Wer solches probiert hat, weiß, dass jede noch so unsinnige Tätigkeit, jeder noch so hässliche Raum in ein sinnvolles Ritual eingebunden werden kann, wenn das Tun mit Andacht geschieht, wenn wir uns versenken in das Belanglose und es dadurch schön machen.
Und dann fällt der Blick auf die Wand vor ihm. Auf die grün-schimmernde Wand, auf die gekachelte Wand, auf die mit Siebzigerjahrekacheln verflieste Wand in Siebzigerjahregrün.
Vier Nieren zieren jedes Objekt, das in seiner Anordnung und der Reihung der Fliesen jeden unruhigen Geist in glückliche Trance versetzen kann.
Aber selbst das einzelne Objekt kann in die tiefe Entspannung führen.
Vier Nieren. Eine links, eine rechts, eine oben, eine unten. Super!, sagt das Hirn. Der ideale Organspender, der kann sich sogar selber zwei Nieren spendieren!
Ruhigwerden.
Vier grüne Nieren.
Saure Nieren habe ich nie gemocht, denkt der Sitzende. Ekelhaft, überhaupt, Innereien. Gut, Stippgrütze, das ging, da war ja auch alles drin, schön geschreddert, dass man nicht auf erkennbaren Teilen herumkauen musste, ordentlich gewürzt und scharf angebraten ging das. Und dann hatte man das Cholesterin erfunden. Da war das Essen nicht nur fettig, sondern auch noch ungesund. Zugunsten der Ärzte und der Pharmaindustrie.
Ruhigwerden. Konzentrieren. Fließen lassen.
Hahaha, Fliesen lassen! fällt mir ein. Genau, diese Sanitärstube müsste mal neu gefliest werden. Wer kann denn hier entspannt eine Sitzung halten, wenn er ständig diese mandala-artigen Gebilde in Rauswurf-Grün vor Augen hat.
Auf die Symmetrie konzentrieren. Auf die Wohlgestalt, das Ästhetische.
Das Hirn wehrt sich, aber es hat bereits verloren.
Die Augen werden starr und der Körper übernimmt dieses Verharren, wird schwerer und schwerer. Der Sitzende ist nicht mehr ganz da. Sein Geist schwebt in Höhe des Spülkastens, der kurz unter der Decke angebracht ist. Dreißiger Jahre, flackert ein kurzer Gedanke auf. Dann wieder Ruhe.
Erst der Gedanke, dass die grünen Nieren auch verschimmelte Champignons sein könnten, weckt aus der Versenkung.
Der Sitzende stellt fest, dass alles erledigt ist, das es zu einem Geschäftsabschluss gekommen ist, dass der Prozess der Ausscheidung vollendet ist.
Die grünen Siebzigerjahrekacheln scheinen freundlich zu lächeln. Der Sitzende lächelt zurück. Alles ist gut. Was vorher noch Gegner war, ist jetzt Freund. Frieden kehrt ein.
Wer solches probiert hat, weiß, dass jede noch so unsinnige Tätigkeit, jeder noch so hässliche Raum in ein sinnvolles Ritual eingebunden werden kann, wenn das Tun mit Andacht geschieht, wenn wir uns versenken in das Belanglose und es dadurch schön machen.
Georg Krakl: Den Winter angenehm machen (2014)
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| Pawel Pikass: Winternhintern (2014) |
Unter deinem Hintern
wollen wir, die Füße, überwintern.
Denn wo,
wenn nicht am Po,
ist es so:
warm
wie unterm Arm
so fein
wie hier am Überbein
so angenehm und ruhig irgendwie
wie dort am linken Knie
so seicht und so sonor
wie da im linken Mittelohr?
Alles, alles, alles unter deinem Hintern.
Da woll'n wir, die Füße, überwintern.
Am Bauch der Welt
Wo war sie nicht überall gewesen?
Am Kopf der Welt, am Arm der Welt.
Sogar am Bein der Welt.
An Ohr, Oberlippe, rechter Hand, Schulterblatt, Fuß, Knie und Nabel der Welt.
Jetzt war sie hier angekommen und alle hatten sie gewarnt.
So schlimm war das doch gar nicht und alles so schön rosa.
Gitti seufzte.
Sie war allein, denn niemand wollte an diesem Ort sein.
Vorurteil!, schrie es in Gitti. Mangelnde Informationen!, schrie es in Gitti weiter. Stereotypes Gelabere!, rasselte Gitti ihr stichwortartiges Plädoyer herunter.
Olfaktorisch, ok, war das eine Herausforderung. Es kam in Schüben, und das war ganz harter Toback.
Aber Gitti hatte das entschieden. Sie hatte entschieden hier zu sein. Und Entscheidungen mussten umgesetzt werden, so war das eben. Da musste Gitti jetzt durch.
Am Kropf der Welt, genau, da war Gitti noch nicht gewesen. Vielleicht würde sie nächste Woche dorthin gehen.
Am Kopf der Welt, am Arm der Welt.
Sogar am Bein der Welt.
An Ohr, Oberlippe, rechter Hand, Schulterblatt, Fuß, Knie und Nabel der Welt.
Jetzt war sie hier angekommen und alle hatten sie gewarnt.
So schlimm war das doch gar nicht und alles so schön rosa.
Gitti seufzte.
Sie war allein, denn niemand wollte an diesem Ort sein.
Vorurteil!, schrie es in Gitti. Mangelnde Informationen!, schrie es in Gitti weiter. Stereotypes Gelabere!, rasselte Gitti ihr stichwortartiges Plädoyer herunter.
Olfaktorisch, ok, war das eine Herausforderung. Es kam in Schüben, und das war ganz harter Toback.
Aber Gitti hatte das entschieden. Sie hatte entschieden hier zu sein. Und Entscheidungen mussten umgesetzt werden, so war das eben. Da musste Gitti jetzt durch.
Am Kropf der Welt, genau, da war Gitti noch nicht gewesen. Vielleicht würde sie nächste Woche dorthin gehen.
Wenn alles so verschwommen ist...
Was kann es bedeuten, wenn wir vor einem Schrank stehen und nur Schloss, Knauf und Holz der Schranktür erscheinen uns deutlich und klar abgegrenzt?
Alles andere ist verschwommen, unklar und bleibt unserer Wahrnehmung verborgen.
Da etwas Blau, dort etwas Schwarz, ein Stück Fleischfarbenes, vielleicht eine Schulter oder ein schlichter Nacken; im Hintergrund schimmert Verborgenes hervor, mag sein, ein alter Kerzenständer oder ein Bücherregal.
Das verschließt sich uns und wir werden wieder auf das klar umrissene Schloss zurückgeführt, nicht das, in dem die unerzogene Rotzlöffelin Dornrosa, genannt Dörnröschen, vor sich hin schlummert und deren Unterbewsstsein darauf wartet, dass die hundert Jahre rum sind, sondern das, das uns ein- oder sogar ausschließt.
Hier treffen wir auf unsere ureigenen Ängsten des Nichtdazugehörens, des Außenvorbleibens und der Einsamkeit.
Dabei ist es so einfach, die Botschaft zu verstehen:
Wenn du vor einem Schrank stehst und dir Fragen stellst, auf die du keine Antwort weißt, dann bist du einfach beschränkt.
Hahaha, lacht der Wortspieler, und ergänzt: Lieber beschränkt mit Schrank als mit Stollenwand. Denn die ist 80er Jahre. Und wer will das denn?
Alles andere ist verschwommen, unklar und bleibt unserer Wahrnehmung verborgen.
Da etwas Blau, dort etwas Schwarz, ein Stück Fleischfarbenes, vielleicht eine Schulter oder ein schlichter Nacken; im Hintergrund schimmert Verborgenes hervor, mag sein, ein alter Kerzenständer oder ein Bücherregal.
Das verschließt sich uns und wir werden wieder auf das klar umrissene Schloss zurückgeführt, nicht das, in dem die unerzogene Rotzlöffelin Dornrosa, genannt Dörnröschen, vor sich hin schlummert und deren Unterbewsstsein darauf wartet, dass die hundert Jahre rum sind, sondern das, das uns ein- oder sogar ausschließt.
Hier treffen wir auf unsere ureigenen Ängsten des Nichtdazugehörens, des Außenvorbleibens und der Einsamkeit.
Dabei ist es so einfach, die Botschaft zu verstehen:
Wenn du vor einem Schrank stehst und dir Fragen stellst, auf die du keine Antwort weißt, dann bist du einfach beschränkt.
Hahaha, lacht der Wortspieler, und ergänzt: Lieber beschränkt mit Schrank als mit Stollenwand. Denn die ist 80er Jahre. Und wer will das denn?
Georg Krakl: Mikrophon (1998)
Am guten Mikrophon
da hatte schon
Kollegin X geschleckt.
Es hatte nicht geschmeckt.
Kollege Z dagegen
fand den Geschmack verwegen.
Der eine mag's, die and're nicht.
Die Weisheit ist sehr schlicht.
Ein Mikrophon
gehört - lebt man mit Strom verstärkt - zum guten Ton.
da hatte schon
Kollegin X geschleckt.
Es hatte nicht geschmeckt.
Kollege Z dagegen
fand den Geschmack verwegen.
Der eine mag's, die and're nicht.
Die Weisheit ist sehr schlicht.
Ein Mikrophon
gehört - lebt man mit Strom verstärkt - zum guten Ton.
Das Triptychon in der brotlosen Kunst: Schlendrian und Battermann
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| Piet Schlendrian: Triptychon vom Großmaul (2014) |
der schreie den ersten Schrei.
Ansonsten halte er sich.
Bruno Battermann 1.24, Vers 2
Das Großmaul in Kunst und Lyrik
![]() |
| Piet Schlendrian: Großmaul (2014) |
Großes Maul, große Zähne.
Kleine Augen, keine Träne.
Kann nicht hören,
fehlen Öhren.
Kann nicht riechen,
höchstens stinken.
Kann nicht grüßen,
höchstens winken.
Einem Kellner, einem Taxi und Lakaien.
Kommt dann keiner, muss es schreien.
Hauen
wir dem Großmaul auf das Selbige.
Schauen,
was passiert:
Großmaul nimmt die Nahrung gern passiert.
Mutierende Weihnachtsmänner
Jetzt, wo es in Riesenschritten auf Ostern zugeht, kommt es zu einer merkwürdigen Veränderungen der Weihnachtsmänner, vornehmlich derer aus Schokolade mit Silberpapierummantelung.
Ihr Gesichtsausdruck mutiert von der auoritär-freundlichen Mimik in eine ängstlich-selbstzweiflerische, so als verzehre sich der Rotmantel selbst, so als fresse er sich von innen auf und schrumpfe mit jedem Tag.
Aus dem beruhigenden Äußeren wird eine bemitleidenswerte Kreatur, die man nur zum Fressen gern haben kann, den mehr gibt sie nicht her.
Wer sie länger an sein Herz drückt, um sie zu trösten, muss mit bräunlichen Hautverfärbungen rechnen, die insgesamt nicht schön aussehen und erst nach Geruchs- oder Geschmacksprobe den verborgenen Reiz offenbaren.
Mit der Kleinschädeligkeit geht aber auch eine zunehmende Kalorienarmut einher, die den überfressenen nachweihnachtlichen Menschen zugute kommt.
Bereiten wir uns seelisch auf die Osterhasenparade vor, die Regal warten bereits.
Ihr Gesichtsausdruck mutiert von der auoritär-freundlichen Mimik in eine ängstlich-selbstzweiflerische, so als verzehre sich der Rotmantel selbst, so als fresse er sich von innen auf und schrumpfe mit jedem Tag.
Aus dem beruhigenden Äußeren wird eine bemitleidenswerte Kreatur, die man nur zum Fressen gern haben kann, den mehr gibt sie nicht her.
Wer sie länger an sein Herz drückt, um sie zu trösten, muss mit bräunlichen Hautverfärbungen rechnen, die insgesamt nicht schön aussehen und erst nach Geruchs- oder Geschmacksprobe den verborgenen Reiz offenbaren.
Mit der Kleinschädeligkeit geht aber auch eine zunehmende Kalorienarmut einher, die den überfressenen nachweihnachtlichen Menschen zugute kommt.
Bereiten wir uns seelisch auf die Osterhasenparade vor, die Regal warten bereits.
Eine Fliege macht noch keinen Sommer
Junge: Schau mal, Oma! Eine Fliege. Eine Fliege macht noch keinen Sommer; sagt man doch so.
Oma: Schwalbe, Junge, Schwalbe. Was lernt ihr eigentlich in der Schule?
Junge: Oma, das ist doch eine Fliege.
Oma: Es heißt aber Schwalbe.
Junge: Versteh ich nicht. Eine Fliege ist eine Fliege und eine Schwalbe eine Schwalbe.
Oma: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.
Junge: Das hier ist aber eine Fliege. Eine tote Fliege.
Oma: Das ist ein bildhafter Ausdruck. Es müssen schon zwei Fliegen sein, damit es ein Sommer wird.
Junge: Jetzt hast du auch Fliege gesagt.
Oma: Diese Jugend von heute, Junge, da bist du keine Ausnahme. Weiß nichts, aber rotzfrech. Dumm und stark, das wäre eine schöne Kombination, dumm, stark und gehorsam, daraus hat man früher Soldaten gemacht, aber heutzutage. Die stehen ja nicht mal im Bus auf, wenn eine alte Frau hereinkommt.
Junge: Oma, du fährst du gar nicht Bus. Du lässt dich doch überall hinkutschieren.
Oma: Aber wenn ich Bus führe! Konjunktiv zwei! Den kennt ihr doch überhaupt nicht mehr, weil euch die Phantasie fehlt! Ihr wollt alles haben; aber Wünsche kann man das nicht nennen, das sind Absichten. Die Möglichkeit euch die Möglichkeit vorzustellen, etwas könnte sein oder nicht sein, das fehlt euch doch völlig.
Junge: Oma, jetzt hast du Hamlet zitiert.
Oma: Wohl eher Shakespeare.
Junge: Oma, du bist eine echte Klugscheißerin.
Oma: Das hätte ich mal zu meiner Großmutter sagen sollen, die hätte mich versohlt, nach Strich und Faden.
Junge: Besser nicht, ich mache doch Tae-Kwon-Do, Oma, und rutscht einem schon mal der Fuß, ein Bein, die Faust oder die Stirn aus, also so als Reflex, da kann man gar nichts machen, so wie den Großen früher immer die Hand ausgerutscht ist.
Oma: Armes Deutschland! Wohin soll das alles noch führen.
Junge: Warum ist die Fliege wohl so groß? Unser Dackel ist da ja kleiner.
Oma: Die Schwalben werden ja auch immer größer.
Junge: Seit wann das denn?
Oma: Vielleicht solltet ihre jungen Leute auch mal Zeitung lesen.
Junge: Du liest doch nur die Todesanzeigen.
Oma: Ich interessiere mich eben für meine Mitmenschen.
Junge: Wenn sie tot sind! Oma, lass uns doch wieder lieb sein.
Oma: Sprich mir nach! Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.
Junge: Oma!
Oma: Mach schon!
Junge: Nur Fliegen sind schöner.
Oma: Keine Widerworte mehr.
Junge: Null problemo.
Oma: Und sprich gefälligst deutsch!
Junge: Hast du noch Eis im Kühlfach?
Oma: Schwalbe, Junge, Schwalbe. Was lernt ihr eigentlich in der Schule?
Junge: Oma, das ist doch eine Fliege.
Oma: Es heißt aber Schwalbe.
Junge: Versteh ich nicht. Eine Fliege ist eine Fliege und eine Schwalbe eine Schwalbe.
Oma: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.
Junge: Das hier ist aber eine Fliege. Eine tote Fliege.
Oma: Das ist ein bildhafter Ausdruck. Es müssen schon zwei Fliegen sein, damit es ein Sommer wird.
Junge: Jetzt hast du auch Fliege gesagt.
Oma: Diese Jugend von heute, Junge, da bist du keine Ausnahme. Weiß nichts, aber rotzfrech. Dumm und stark, das wäre eine schöne Kombination, dumm, stark und gehorsam, daraus hat man früher Soldaten gemacht, aber heutzutage. Die stehen ja nicht mal im Bus auf, wenn eine alte Frau hereinkommt.
Junge: Oma, du fährst du gar nicht Bus. Du lässt dich doch überall hinkutschieren.
Oma: Aber wenn ich Bus führe! Konjunktiv zwei! Den kennt ihr doch überhaupt nicht mehr, weil euch die Phantasie fehlt! Ihr wollt alles haben; aber Wünsche kann man das nicht nennen, das sind Absichten. Die Möglichkeit euch die Möglichkeit vorzustellen, etwas könnte sein oder nicht sein, das fehlt euch doch völlig.
Junge: Oma, jetzt hast du Hamlet zitiert.
Oma: Wohl eher Shakespeare.
Junge: Oma, du bist eine echte Klugscheißerin.
Oma: Das hätte ich mal zu meiner Großmutter sagen sollen, die hätte mich versohlt, nach Strich und Faden.
Junge: Besser nicht, ich mache doch Tae-Kwon-Do, Oma, und rutscht einem schon mal der Fuß, ein Bein, die Faust oder die Stirn aus, also so als Reflex, da kann man gar nichts machen, so wie den Großen früher immer die Hand ausgerutscht ist.
Oma: Armes Deutschland! Wohin soll das alles noch führen.
Junge: Warum ist die Fliege wohl so groß? Unser Dackel ist da ja kleiner.
Oma: Die Schwalben werden ja auch immer größer.
Junge: Seit wann das denn?
Oma: Vielleicht solltet ihre jungen Leute auch mal Zeitung lesen.
Junge: Du liest doch nur die Todesanzeigen.
Oma: Ich interessiere mich eben für meine Mitmenschen.
Junge: Wenn sie tot sind! Oma, lass uns doch wieder lieb sein.
Oma: Sprich mir nach! Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.
Junge: Oma!
Oma: Mach schon!
Junge: Nur Fliegen sind schöner.
Oma: Keine Widerworte mehr.
Junge: Null problemo.
Oma: Und sprich gefälligst deutsch!
Junge: Hast du noch Eis im Kühlfach?
Neues aus Allerwärts: Lobeshymne
Singmehr Gabriel, Bundesministerium für Leibesübungen, will, dass der Song "Turn!Turn!Turn!" von den Byrds neue Lobeshymne seines Ministeriums wird.
Für Leute, die nicht singen können, gehe auch die Originalversion von Pete Seger, der manchmal in eine Arte Sprechgesang falle, was besonders Menschen mit vollem Mund entgegenkomme. Also, ihm, dem Gabriel, auf jeden Fall.
Reinhören und mitsingen (hier klicken)
Für Leute, die nicht singen können, gehe auch die Originalversion von Pete Seger, der manchmal in eine Arte Sprechgesang falle, was besonders Menschen mit vollem Mund entgegenkomme. Also, ihm, dem Gabriel, auf jeden Fall.
Reinhören und mitsingen (hier klicken)
Paraneujahr - Wenn man sich verfolgt fühlt
Frau: Herr Polizist, ich fühle mich von einem riesigen Füller verfolgt.
Polizist: Hauptwachtmeister.
Frau: Nein, von einem Füller.
Polizist: Also, mein Titel ist Hauptwachtmeister.
Frau: Ich habe mir vier Tüten Briefpapier gekauft. Vielleicht kann ich ihn damit ablenken?
Polizist: Wen jetzt?
Frau: Den Riesenfüller.
Polizist: Es gibt keine Riesenfüller.
Frau: Doch, doch, zum Beispiel einen von Pelikan.
Polizist: Das sind doch Vögel, die ihren Sack am Schnabel haben, um Fisch zu transportieren.
Frau: Das ist eine Firma, die Füller herstellt.
Polizist: Aber sich nicht Riesenfüller. Dann müsste es ja Riesenhände geben, die damit schreiben können.
Frau: Der Riesenfüller verfolgt mich aber.
Polizist: Das sind doch Hirngespinste. Was es nicht gibt, kann einen auch nicht verfolgen.
Frau: Doch.
Polizist: Also, das wäre jetzt ein Fall für die Klappse. Rein theoretisch ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen.
Frau: Sind vier Tüten Briefpapier genug, um den Riesenfüller abzulenken.
Polizist: Wie groß ist denn der Füller?
Frau: Ja, riesig.
Polizist: Etwas genauer muss es schon sein.
Frau: Drehen Sie sich doch mal um!
Polizist. (dreht sich um) Verdammte Hacke, der ist ja riesig.
Frau: Sag ich doch.
Polizist: Da würde ich aber noch mal vier Tüten nachordern.
Frau: Ich will aber gar nicht verfolgt werden.
Polizist: Fünf Tüten; sicher ist sicher.
Frau: Ich kann doch nicht ständig Briefpapier nachkaufen.
Polizist: Nicht ständig, nur bis der Vorgang erledigt ist.
Frau: Können Sie den nicht verhaften?
Polizist: Für Riesenfüller haben wir keine Handschellen.
Frau: Mal wieder typisch. Kann ich jetzt noch mal in den Schreibwarenladen dackeln!
Polizist: Briefpapier gibt es auch günstig im Internet!
Frau: Wo ist das denn?
Polizist: Ist auch egal.
Polizist: Hauptwachtmeister.
Frau: Nein, von einem Füller.
Polizist: Also, mein Titel ist Hauptwachtmeister.
Frau: Ich habe mir vier Tüten Briefpapier gekauft. Vielleicht kann ich ihn damit ablenken?
Polizist: Wen jetzt?
Frau: Den Riesenfüller.
Polizist: Es gibt keine Riesenfüller.
Frau: Doch, doch, zum Beispiel einen von Pelikan.
Polizist: Das sind doch Vögel, die ihren Sack am Schnabel haben, um Fisch zu transportieren.
Frau: Das ist eine Firma, die Füller herstellt.
Polizist: Aber sich nicht Riesenfüller. Dann müsste es ja Riesenhände geben, die damit schreiben können.
Frau: Der Riesenfüller verfolgt mich aber.
Polizist: Das sind doch Hirngespinste. Was es nicht gibt, kann einen auch nicht verfolgen.
Frau: Doch.
Polizist: Also, das wäre jetzt ein Fall für die Klappse. Rein theoretisch ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen.
Frau: Sind vier Tüten Briefpapier genug, um den Riesenfüller abzulenken.
Polizist: Wie groß ist denn der Füller?
Frau: Ja, riesig.
Polizist: Etwas genauer muss es schon sein.
Frau: Drehen Sie sich doch mal um!
Polizist. (dreht sich um) Verdammte Hacke, der ist ja riesig.
Frau: Sag ich doch.
Polizist: Da würde ich aber noch mal vier Tüten nachordern.
Frau: Ich will aber gar nicht verfolgt werden.
Polizist: Fünf Tüten; sicher ist sicher.
Frau: Ich kann doch nicht ständig Briefpapier nachkaufen.
Polizist: Nicht ständig, nur bis der Vorgang erledigt ist.
Frau: Können Sie den nicht verhaften?
Polizist: Für Riesenfüller haben wir keine Handschellen.
Frau: Mal wieder typisch. Kann ich jetzt noch mal in den Schreibwarenladen dackeln!
Polizist: Briefpapier gibt es auch günstig im Internet!
Frau: Wo ist das denn?
Polizist: Ist auch egal.
Kurzgeschrieben: Lücken
Die
Lücken in ihrem Leben füllt sie mit Alkohol, auf dass es ganz werde.
Steter
Tropfen höhlte es noch mehr.
Fleisch doch Fleisch
Es gibt Tage, da fällt einem alles runter, Tage, da rennt man ständig vor einen Türrahmen, und dann Tage, da beißt man sich auf die Zunge oder ins Gewebe neben den Backenzähnen.
Kommt Letzteres zusammen mit dem Status eines Vegetariers, dann stellt sich die dringende Frage: Ist die Sache mit dem Fleisch noch nicht gegessen?
Auch wenn das irgendwie sprachlich zusammengetackert klingt, als habe hier das Unter-Ich wieder mal die Wörter generiert, so ist doch die Seinsfrage im Raum. Kann sich der Vegetarier als Allesfresser von seinem alten Sein lösen? Kann er vom Frikadellen-Schlucker, vom Schnitzel-Schlotzer, vom Grill-Gustl mutieren in die echte Lebenswirklichkeit, die von Gemüse und Obst bestimmt ist?
Oder stellt er sich an der Frischetheke mit handgeschnitzten Ananas-Schnitten die Frage, ob eine Bratwurst und eine Tube Senf nicht doch die Alternative sind?
Kommt Letzteres zusammen mit dem Status eines Vegetariers, dann stellt sich die dringende Frage: Ist die Sache mit dem Fleisch noch nicht gegessen?
Auch wenn das irgendwie sprachlich zusammengetackert klingt, als habe hier das Unter-Ich wieder mal die Wörter generiert, so ist doch die Seinsfrage im Raum. Kann sich der Vegetarier als Allesfresser von seinem alten Sein lösen? Kann er vom Frikadellen-Schlucker, vom Schnitzel-Schlotzer, vom Grill-Gustl mutieren in die echte Lebenswirklichkeit, die von Gemüse und Obst bestimmt ist?
Oder stellt er sich an der Frischetheke mit handgeschnitzten Ananas-Schnitten die Frage, ob eine Bratwurst und eine Tube Senf nicht doch die Alternative sind?
Die Macht der Farben: Violett
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| Piet Schlendrian: Lila ist keine Farbe, sondern ein Zustand (2014) |
Das ganze letzte Jahr hatte sich die Frage immer und immer wieder gestellt: Warum tragen Menschen Lila? Ist das nicht die Farbe der kirchlichen Sexualmatadore?
Und: Ist Violett Lila, oder umgekehrt?
Eine ganze, wenn auch erfolglose Partei, hat sich so benannt, die nur von Frauen und deren Bewunderern gewählt wird. Dabei wählen nicht mal alle Frauen diese Partei, sondern CDU.
Taucht man ins Unterbewusste der Pulloverträger und Parteimitglieder ein, dann kann die Zuordnung von Charaktereigenschaften gemäß der künstlerischen Farbensymbolik weiterhelfen.
Introvertiertheit und Statik werden attestiert - Bischof Verschwenderling von Limburg bestätigt als Ausnahme die Regel - , gleichzeitig aber auch eine Extravaganz - hier fallen uns Frauen mit großen Hüten ein - und eine Traurigkeit, wie sie im Buche steht. Wir blicken sofort auf das Geschlecht, die bei jedem rührseligen Film die Packung Tempos zückt und den Kinosaal vollschnieft. Sehnsucht paart sich mit Melancholie; die gefährliche Kombination hat schon Kriege verlieren lassen, wenn der Feldherr von einer extravaganten Mätresse abgelenkt wurde, die ihm ständig was vorheulte, von wegen keine Zeit und denkt immer nur an das Eine, nämlich, wie man den Feind schlagen kann und hat keine Augen für meinen großen Hut. Die Folge dieses Verhaltens sind schließlich Unnatürlichkeit - hier kommt wieder der violette Verschwenderling aus Limburg ins Spiel - und ein gerütteltes Maß an Niedergedrückheit.
Darum sei allen Jahresanfängern geraten: Trag keinen lila Pullover, auch wenn Mama ihn gestrickt hat. Trag keine lila Roben, nur um Messdiener zu beeindrucken. Es geht um das Ganze und nicht um den Einzelnen. Und: Achte mal auf Menschen mit Lila!
Das muss gut werden
Wie war mir so komisch; die Blätter so bunt, so stückelig, die Welt ingesamt rund und der Himmel so blau, endlich so blau, wie er genau vor tausend Jahren vielleicht gewesen sein mag, als noch MIttelalter war und die Menschen gar nicht wussten, dass sie im Mittelalter lebten, weil es ihnen keiner gesagt hatte. Und ich denke wieder nach über "keiner hat etwas gesagt"....wie soll das gehen, wenn keiner da ist, aber etwas sagt, zum Beispiel: Ihr lebt gar nicht im Mittelalter?
Am Himmel der Imperativ: Ein gutes Jahr 2014! Plötzlich fällt mir ein: Kann Ursula von der Leyen überhaupt schießen? Hat sie gedient? Was soll aus der Bundeswehr werden, wenn sich jeder Gefreite bei Mama ausheulen kann? Und überhaupt: Kann denn jeder alles? Wo bleibt die Kompetenz? Christina Schröder, die hat es allen gezeigt. Erst Familienministerin ohne Kinder. Zack, jetzt kommt das zweite. Erkenntnis erzwingt Handlung, wenn sie sinnvoll sein will. Da muss der Schwarzgeldfahnder auch mal selber Schwarzgeld verstecken. Damit er mitreden kann. Es ist ein Jammer. Schießen reicht doch auch nicht mehr als Schlüsselkompetenz für die Bundeswehr.
Warum sind die Blätter so bunt, wo doch Winter ist?
Ich sehe es positiv: Das muss ein gutes Jahr werden. Alles so schön bunt hier.
Am Himmel der Imperativ: Ein gutes Jahr 2014! Plötzlich fällt mir ein: Kann Ursula von der Leyen überhaupt schießen? Hat sie gedient? Was soll aus der Bundeswehr werden, wenn sich jeder Gefreite bei Mama ausheulen kann? Und überhaupt: Kann denn jeder alles? Wo bleibt die Kompetenz? Christina Schröder, die hat es allen gezeigt. Erst Familienministerin ohne Kinder. Zack, jetzt kommt das zweite. Erkenntnis erzwingt Handlung, wenn sie sinnvoll sein will. Da muss der Schwarzgeldfahnder auch mal selber Schwarzgeld verstecken. Damit er mitreden kann. Es ist ein Jammer. Schießen reicht doch auch nicht mehr als Schlüsselkompetenz für die Bundeswehr.
Warum sind die Blätter so bunt, wo doch Winter ist?
Ich sehe es positiv: Das muss ein gutes Jahr werden. Alles so schön bunt hier.
Fotokurs: Langweilige Bilder interessant machen
Langeweilige Zeit, langweilige Bilder.
Das Wetter betrübt, die Gegend öde, ein Denkmal am
Horizont touristisch, aber tausendmal gesehen.
Was tun, wenn das einzig Interessante ein bronzener
Monarch ist, der seine nachlässige Hand über das Land hält, nicht um zu schützen,
sondern weil ihn sein Schulter-Nacken-Syndrom schmerzt und er erkunden will, wo
es nun wirklich herkommt.
Da wird es Zeit, selbst Hand anzulegen, um aus
Knipsaufnahmen echte Fotos zu machen.
Die Trübness mit etwas Blau in eine schöne Melancholie
gespritzt und immer wieder die Schärfe nachjustiert, sodass Verdecktes sichtbar
wird. Immer und immer wieder den HDR-Schalter betätigt, und was auch immer das
heißt - (Halt den Rand?) plötzlich erscheinen da die Wesen, die unseren Alltag so
quälend und so beängstigend machen.
Flattergeister, die die Hundebesitzer umschwirren, wenn
ihre kleinen Kacker an der falschen Stelle ihr Häufchen machen.
Flattergeister, die nichts bewirken, außer einem diffusen
Gefühl der Schuld oder der Schadenfreude.
Dem einen geht es so: Huch, da habe ich aber schuld an
einer Verunreinigung.
Dem andere so: Scheiße, dem habe ich’s gegeben. Geschisssen
drauf!
Zwischen Schuld und Fäkalphantasie schwankt das
Gefühlsrepertoire der Nebulösen, die den lieben langen Tag nichts anderes zu
tun haben, als auf Menschen mit sozialen Defiziten zu warten. Und wer ist schon
vollkommen?
Flattergeister. Auch wenn sie zu den nutzlosesten
Nutzwesen gehören, sie sind doch Geschöpfe, die eine Funktion haben. Wir, die
Halbblinden, können diese nicht erkennen. Das ist aber nicht die Schuld der
Flattergeister, sondern unsere eigene.
Ohne ein Fotobearbeitungsprogramm wüsste wir gar nicht,
dass es sie gibt.
Aber immerhin machen sie aus einem langweiligen Foto einen
richtigen Hingucker.
Also: Nicht alles löschen, was doof aussieht. Mehr hinter
den Vorhang schauen. Da gibt es immer was zu entdecken. Und wenn es nur
Flattergeister sind.
Georg Krakl: Dass man auch versteht (2013)
Wenn die Kerzen nicht mehr zünden,
wünscht man, dieses zu ergünden,
dass man auch versteht,
was das Weltrad dreht.
Wenn die Schüsse nicht mehr schrecken
oder starten oder fangen,
wenn die Nüsse nicht mehr wälen
oder köpfen oder haseln,
gilt es Neugier aufzuwecken,
und Entdeckergeist zu quälen,
an Erkenntnis grob zu schlecken,
nicht mehr ahnungslos herumzubaseln.
Dass man auch versteht,
Was, vielleicht auch wer, das Weltrad dreht.
wünscht man, dieses zu ergünden,
dass man auch versteht,
was das Weltrad dreht.
Wenn die Schüsse nicht mehr schrecken
oder starten oder fangen,
wenn die Nüsse nicht mehr wälen
oder köpfen oder haseln,
gilt es Neugier aufzuwecken,
und Entdeckergeist zu quälen,
an Erkenntnis grob zu schlecken,
nicht mehr ahnungslos herumzubaseln.
Dass man auch versteht,
Was, vielleicht auch wer, das Weltrad dreht.
Wolf Wunderschreck: Begreifen (2013)
Begrabbeln
und Begreifen
sind zwei Paar Schuhe.
Nicht anfassen,
nur gucken.
Begrapschen
und Begrabbeln.
Da passt zusammen, was zusammengehört.
Begreifen.
Begreifen.
Schuster,
bleib bei deinem Rappen!
und Begreifen
sind zwei Paar Schuhe.
Nicht anfassen,
nur gucken.
Begrapschen
und Begrabbeln.
Da passt zusammen, was zusammengehört.
Begreifen.
Begreifen.
Schuster,
bleib bei deinem Rappen!
Fatale Hörfehler: Kurzarmigkeit
Wie hatte er seinen Arzt bekniet, wie hatte er ihm seine Sorgen und seine Beschwerden vorgepredigt!
Aber der Doktor hatte wieder nicht zugehört. Hektisch, wie er immer war, wenn der Laden brummte, hatte er sich etwas in den Rezeptblock gemurmelt, bzw. seit ein paar Jahren in die Tastatur seines Computers, hatte gegrummelt und gebrummelt, geschnieft und geseufzt,geknatscht und geknarzte, dass es ein Freude gewesen wäre, wenn es nicht um die eigene Befindlichkeit gegangen wäre.
Kurzarmigkeit! Sein Leben lang hatte er darunter gelitten; wenn er an eine Tasse wollte, reichten die Arme nicht hin. Tritt doch einen Schritt näher!, war der fromme Rat. Aber darum ging es ja nicht. Endlich einmal normal zugreifen, ednlich einmal drankommen, wie der Durchschnittsbürger das auch machte, darum ging es.
Sei Hausarzt, sein feiner Hausarzt aber hörte nicht hin und nicht zu.
Kurzatmigkeit!, zischte es durch die Backen, als hätten sie kleine Löcher, damit der Dampf austreten konnte, unter dem der Mediziner stand. Das Rezept war schnell ausgedruckt.
Kurzarmigkeit, nicht Kurzatmigkeit!
Er verließ enttäuscht die Praxis, das Rezeptblatt flog vor der Tür ins Rosenbeet. Gegen Kurzarmigkeit gab es wohl kein Mittel. Traurig. Aber einfach mal zuhören, das war doch nicht zu viel verlangt!
Hausarzt, dachte er, Hausarzt! Als ob Häuser einen Arzt bräuchten!
Aber der Doktor hatte wieder nicht zugehört. Hektisch, wie er immer war, wenn der Laden brummte, hatte er sich etwas in den Rezeptblock gemurmelt, bzw. seit ein paar Jahren in die Tastatur seines Computers, hatte gegrummelt und gebrummelt, geschnieft und geseufzt,geknatscht und geknarzte, dass es ein Freude gewesen wäre, wenn es nicht um die eigene Befindlichkeit gegangen wäre.
Kurzarmigkeit! Sein Leben lang hatte er darunter gelitten; wenn er an eine Tasse wollte, reichten die Arme nicht hin. Tritt doch einen Schritt näher!, war der fromme Rat. Aber darum ging es ja nicht. Endlich einmal normal zugreifen, ednlich einmal drankommen, wie der Durchschnittsbürger das auch machte, darum ging es.
Sei Hausarzt, sein feiner Hausarzt aber hörte nicht hin und nicht zu.
Kurzatmigkeit!, zischte es durch die Backen, als hätten sie kleine Löcher, damit der Dampf austreten konnte, unter dem der Mediziner stand. Das Rezept war schnell ausgedruckt.
Kurzarmigkeit, nicht Kurzatmigkeit!
Er verließ enttäuscht die Praxis, das Rezeptblatt flog vor der Tür ins Rosenbeet. Gegen Kurzarmigkeit gab es wohl kein Mittel. Traurig. Aber einfach mal zuhören, das war doch nicht zu viel verlangt!
Hausarzt, dachte er, Hausarzt! Als ob Häuser einen Arzt bräuchten!
Februar, wer bist du?
Eine alte Bauernregel besagt: Gleicht der Februar einem abgerollten Knäuel, wird das das Jahr ein rechtes Gräuel.
Damit ist schon zusammengefasst, um was es geht.
Den Februar hätte jeder gern aus dem Kalender gestrichen.
Die Tage werden länger, aber es ist kalt. Die Heizung brummt und das Geld fließt vom Konto förmlich in die Taschen der Ölmultis.
Dabei ist der Monat noch viel mehr als ein lästiger Energiefresser.
Denn das Gräuel kommt ja nicht von allein, bzw. nur vom Ölbrenner im Dauerbetrieb.
Das wahre Gesicht liegt zwischen Blau und Grün und Grau. Er hat so seine Kreise und einen wackeligen Horizont.
Was als Eisberg begann, ist nur eine doofe Karnevalsmütze. Ein Herz hat er nur halb und ist daher der Monat der Unentschlossen und Halbherzigen. Auch die Hartherzigen mit Hörfehler finden sich hier zurecht und repräsentiert.
Insgesamt aber lässt sich sagen: Wenn der Monat nicht so kurz wäre, gehörte er abgeschafft. Aber heutzutage hat man es eher mit den Minderheiten, und zu denen gehört der 28-Täger auf jeden Fall.
Vielleicht wird nächstes Jahr ja alles anders.
Damit ist schon zusammengefasst, um was es geht.
Den Februar hätte jeder gern aus dem Kalender gestrichen.
Die Tage werden länger, aber es ist kalt. Die Heizung brummt und das Geld fließt vom Konto förmlich in die Taschen der Ölmultis.
Dabei ist der Monat noch viel mehr als ein lästiger Energiefresser.
Denn das Gräuel kommt ja nicht von allein, bzw. nur vom Ölbrenner im Dauerbetrieb.
Das wahre Gesicht liegt zwischen Blau und Grün und Grau. Er hat so seine Kreise und einen wackeligen Horizont.
Was als Eisberg begann, ist nur eine doofe Karnevalsmütze. Ein Herz hat er nur halb und ist daher der Monat der Unentschlossen und Halbherzigen. Auch die Hartherzigen mit Hörfehler finden sich hier zurecht und repräsentiert.
Insgesamt aber lässt sich sagen: Wenn der Monat nicht so kurz wäre, gehörte er abgeschafft. Aber heutzutage hat man es eher mit den Minderheiten, und zu denen gehört der 28-Täger auf jeden Fall.
Vielleicht wird nächstes Jahr ja alles anders.
Amazonamazon
Amazonamazon,
ich krieg so viele Pakete und Päcken, ich frage mich woher?
Ich hab sie bestellt, das geht fast automatisch,
Amazonamazon,
ich bin Prime-Mitglied, das ist prima, das ist oberprima, Primus, ja ich wäre gern mal Primus gewesen, das deutsche Wort heißt Streber, das hat aber nie geklappt, Primaten wären gerne Prime-Mitglied, wenn sie könnten, wie sie wollten,
Amazonamazon, schon wieder ein Paket, ein neuer Zusteller, der hat sich geirrt, ist umhergeirrt, jetzt hab ich das Paket von Anja von zwei Häusern weiter, mal sehen, was bei Anja liegt von mir, ich bin so froh, dass es Pakete gibt, Bescherung jeden Tag und ich bestimme, wie die aussieht,
Amazonamazon
in nachhaltigen Kartons, keine Monokulturkartonagen, nicht gespritzt und genetisch nicht modifiziert, infiltriert, nicht kupiert und nicht zensiert, richtige Pappe, handgepappte Wellen, wellgepappte Hände von richtigen Erwachsenen, keine Kinderarbeit, vielleicht Inderarbeit, aber die wollen ja auch leben,
Amamzonamazon,
wie heißt mein Zusteller?, er spricht gebrochenes Deutsch, der ist nicht von hier, er sieht nicht nach Amazonien aus, vielleicht ein Pole, ein Kasache oder ein Gebrochen-Deutscher, Amazonamazon,
korrekt und ganz genau, das klingt nach Amazonasgebiet, nach Umwelt und Regenwald, nach Lunge der Welt, das ist da, wo die Luft herkommt, die wir atmen, die Lungenflügel die Welt, wo hunderttausend Indios stehen und die Kolben von selbstgeschnitzten Luftpumpen rein und raus stoßen, pfeifende Töne der Pumpe abpressen, einen Gesang erzeugen, der uns wissen lässt: Es ist noch Luft da. Immer und immer wieder treiben die muskulösen Arme die Kolben rein und raus, rein und raus, rein und raus, die sehnigen Oberkörper glänzen vor Schweiß.
Amazonamazon,
es weihnachtet sehr, die Paketzusteller geben sich die Klinke in die Hand und ich bin froh, dass ich für neue Arbeitsplätze gesorgt habe, für Warenausdemregalsucher, für Wareneinpacker, Zukleber, Etikettierer, Wegschieber und Zulieferer, ich bin ein guter Mensch, auch die Indios haben etwas zu lachen, wenn ihre Luftpumpen quietschen.
Amazonamazon,
es weihnachtet sehr und ich bin dabei.
ich krieg so viele Pakete und Päcken, ich frage mich woher?
Ich hab sie bestellt, das geht fast automatisch,
Amazonamazon,
ich bin Prime-Mitglied, das ist prima, das ist oberprima, Primus, ja ich wäre gern mal Primus gewesen, das deutsche Wort heißt Streber, das hat aber nie geklappt, Primaten wären gerne Prime-Mitglied, wenn sie könnten, wie sie wollten,
Amazonamazon, schon wieder ein Paket, ein neuer Zusteller, der hat sich geirrt, ist umhergeirrt, jetzt hab ich das Paket von Anja von zwei Häusern weiter, mal sehen, was bei Anja liegt von mir, ich bin so froh, dass es Pakete gibt, Bescherung jeden Tag und ich bestimme, wie die aussieht,
Amazonamazon
in nachhaltigen Kartons, keine Monokulturkartonagen, nicht gespritzt und genetisch nicht modifiziert, infiltriert, nicht kupiert und nicht zensiert, richtige Pappe, handgepappte Wellen, wellgepappte Hände von richtigen Erwachsenen, keine Kinderarbeit, vielleicht Inderarbeit, aber die wollen ja auch leben,
Amamzonamazon,
wie heißt mein Zusteller?, er spricht gebrochenes Deutsch, der ist nicht von hier, er sieht nicht nach Amazonien aus, vielleicht ein Pole, ein Kasache oder ein Gebrochen-Deutscher, Amazonamazon,
korrekt und ganz genau, das klingt nach Amazonasgebiet, nach Umwelt und Regenwald, nach Lunge der Welt, das ist da, wo die Luft herkommt, die wir atmen, die Lungenflügel die Welt, wo hunderttausend Indios stehen und die Kolben von selbstgeschnitzten Luftpumpen rein und raus stoßen, pfeifende Töne der Pumpe abpressen, einen Gesang erzeugen, der uns wissen lässt: Es ist noch Luft da. Immer und immer wieder treiben die muskulösen Arme die Kolben rein und raus, rein und raus, rein und raus, die sehnigen Oberkörper glänzen vor Schweiß.
Amazonamazon,
es weihnachtet sehr, die Paketzusteller geben sich die Klinke in die Hand und ich bin froh, dass ich für neue Arbeitsplätze gesorgt habe, für Warenausdemregalsucher, für Wareneinpacker, Zukleber, Etikettierer, Wegschieber und Zulieferer, ich bin ein guter Mensch, auch die Indios haben etwas zu lachen, wenn ihre Luftpumpen quietschen.
Amazonamazon,
es weihnachtet sehr und ich bin dabei.
Wer bist du, Januar?
Da gibt es Menschen, die behaupten, dass Zahlen farbig sind und nach etwas schmecken, die 6 etwa ist rot und schmeckt nach Allzweckreiniger.
Oder ähnlich.
Jetzt tauchen Hypersensitive auf und wollen dem tumben Volk weismachen, dass Monate nicht nur farbig sind, komisch schmecken und auch aufdringlich riechen, sondern sogar ein Aussehen haben, das menschlichen Wesen ähnelt.
Der Januar soll ein buckliges Männlein sein, das gern kleine Frauen mit kurzen Haaren auf dem Kopf und einem knallroten Kirschmund anspricht. Es trägt ein hellblaues Schlabberlätzchen und eine orangefarbene Kappe. Die Ohren sind klein und der Haarwuchs spärlich, was durch die Mütze hindurch aber nicht zu erkennen ist. Ein paar Härchen lediglich haben sich durch die lose gestrickten Maschen gedrängt und stehen wirr ab. So weit so gut und wer es glaubt, der isses auch, spricht der wahrheitsbekundende Kindermund.
Des tumben Volkes einer hält dagegen:
Der Januar ist so ein Schlackriger, Dreckiger, manchmal gelbgestreifter Weißer, aber immer Nasskalter, Ungemütlicher, manchmal so was von voll daneben, dass einem Hören und Sehen und Riechen vergeht. Mal ganz klar zusammengefasst. Von wegen "Riecht nach Allzweckreiniger mit einem Spritzer Moschus und Patschuli"! Geschenkt, Januar. Voll geschenkt!
Oder ähnlich.
Jetzt tauchen Hypersensitive auf und wollen dem tumben Volk weismachen, dass Monate nicht nur farbig sind, komisch schmecken und auch aufdringlich riechen, sondern sogar ein Aussehen haben, das menschlichen Wesen ähnelt.
Der Januar soll ein buckliges Männlein sein, das gern kleine Frauen mit kurzen Haaren auf dem Kopf und einem knallroten Kirschmund anspricht. Es trägt ein hellblaues Schlabberlätzchen und eine orangefarbene Kappe. Die Ohren sind klein und der Haarwuchs spärlich, was durch die Mütze hindurch aber nicht zu erkennen ist. Ein paar Härchen lediglich haben sich durch die lose gestrickten Maschen gedrängt und stehen wirr ab. So weit so gut und wer es glaubt, der isses auch, spricht der wahrheitsbekundende Kindermund.
Des tumben Volkes einer hält dagegen:
Der Januar ist so ein Schlackriger, Dreckiger, manchmal gelbgestreifter Weißer, aber immer Nasskalter, Ungemütlicher, manchmal so was von voll daneben, dass einem Hören und Sehen und Riechen vergeht. Mal ganz klar zusammengefasst. Von wegen "Riecht nach Allzweckreiniger mit einem Spritzer Moschus und Patschuli"! Geschenkt, Januar. Voll geschenkt!
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