Die Mathematik hat herausgefunden, dass es nicht nur kürzer ist, auf einer Brücke geradeaus zu gehen, statt über einen darübergelagerten Brückenbogen, sondern auch ungefährlicher. Die Absturzhöhe steigt bis zur Mitte des Bogens und entfernt sich damit von der Absturzhöhe der Brücke selber. Erst ab der Hälfte wird die Gefahr weniger und nähert sich der auf der Brückenoberfläche.
Außerdem haben die Brücken oft ein Geländer, was den Bögen meistens fehlt.
Des weiteren ist es auch beschwerlicher, einen Brückenbogen zu besteigen, als einfach geradeaus zu schlendern. Wenn es berab geht, muss man aufpassen, dass man keine rutschigen Schuhe anhat, denn es geht ja ganz schön abwärts, das darf man dann nicht unterschätzen.
Ein Dank an die Mathematik, die endlich bewiesen hat, dass sie zu irgendetwas taugt, was man im Alltag verwerten kann.
Bodos Welt mischt sich ein. Für Minden und die ganze Welt. Bodos Welt bleibt stehen, wo andere weitergehen. Bodos Welt geht weiter, wo andere stehen bleiben. Parteiisch. Übernatürlich. Unablässig. Erscheint täglich. Unaufhörlich.Unhöflich.
Was bleibt, das bleibt
![]() |
| Permafrust: Wetter |
Was bleibt, hat Bestand: Die Permafrustzonen sind geblieben, die Bauchansätze und echten Bäuche, die Fetthüften und Schwarten, die Apfelsinenhäute und Hühneraugen, die offen stehenden Schubladen, die Waschbecken mit einem Haar drin und die leere Klopapierrolle, die zu lange unbemerkt geblieben ist und überrschend für geschäftlichen Frust sorgt.
Was bleibt, schafft auch Sicherheit. Es ändert sich nicht alles in der Welt. Manches, wenn auch Nervendes, bleibt, und ich weiß: Morgen ist das auch noch so, da brauche ich mir gar keine Sorgen zu machen.
Deshalb, nicht nur gejammert: Das Schlechte hat auch etwas Gutes. Was paradox klingt, kann auch so sein, muss aber nicht.
Schöner hätte es der Asiate auch nicht ausdrücken können.
Günter Krass: Schreibblockade (2)
![]() |
| Schreibblockade: Da bleibt die Seite leer. |
Im Grunde ist es aber nur das Zwanghafte des Schreibens, das Geldverdienen mit dem Wort und die bange Frage: Kann ich auch morgen noch meine Schale Pommes im Biergarten an der Hufschmiede bezahlen, oder muss ich in der Bäckerstraße Musik machen und mich in Konkurrenz setzen zu osteuropäischen Profimusikern, die als Cymbel-Spieler im Westen kein Engagement bekommen haben, weil es nämlich keine umfangreichen klassische Literatur für Cymbeln gibt.
Wer hat schon von Beethovens Konzert in Es-Dur für Cymbel (eine!) und großes Orchester gehört? Niemand. Die Antwort lag wohl jedem auf der Hand.
Der Schreibzwängler mit einer Schreibblockade kann doch auch über Gummiproppen in Abwaschbecken schreiben, und dass man in die siffige Suppe packen muss, wenn der Proppen nicht raus will und die Kette abgerissen ist, weil sie dem brachialen Zug nicht gewachsen war. Das ist nicht appetitlich. Aber wenn jemand seine 120 Wörter am Tag schreiben muss, um zu überleben, dann ist das opportun.
Schöne Alliteration: Siffige Suppe. Schreibt man siffig eigentlich siffig?
Wo Bayern auch ist
Da werben sie wieder für Dirndl und Lederhosen, und das in Norddeutschland, wo der Bayer verrufen ist als tumber Gesell, der kaum die Backen auseinanderkriegt und niemand ein Wort seiner merkwürdig-ungehobelten Sprache versteht.
Wies'n! In Rüffeln, in Minden und in Frille ist bald wieder Wies'n. Und da braucht man ein Dirndl, eine Lederhose und ein kariertes Hemd.
Der Bayer ist sinnlich. Er denkt nicht viel, sondern poltert, säuft Bier und tanzt auf den Tischen in einem Riesenzelt zu hausgemachter Blasmusik. Unter den Tischen stapeln sich die Gebeine der toten Hähnchen, die zwischen den Bieren sorgfältig abgenagt und entsorgt worden sind.
So will der grüblerische Norddeutsche auch sein: Sinnlich. Wenig denken, viel saufen, tanzen und die hähnchenfetttriefenden Finger an der Lederhose abstreifen.
Die Norddeutsche will auch einmal ausladend Dekolleté zeigen und der Lederhosenträger soll hineinschielen.
In der Arbeit und im Privaten wäre das schon sexuelle Belästigung, mittlerweile in zwei Richtungen. Wer zeigt, rechnet immer mit einem Gucker.
Tanzen. Grölen und lustig sein, und endlich die norddeutsche Schwermut ablegen!Sein wie die geistigen Nachkommen eines irren Königs, der das Volk geplündert, aber die Ästhetik für Mickey Mouse vorbereitet hat.
Nicht immer nur denkendenkendenken, wie dämlich das Ganze ist.
Sau rauslassen.
Finger abwischen.
Herzeigen.
Hinfassen.
Burschikos und bajuwarisch.
O'zapft ist demnächst.
Der Franz Josef Strauß wächst im Kopf.
Jetzt deutsche Marssonde
Motiviert durch die Marslandung der Amerikaner und durch schöne, aber nichtssagende Fotos in Rot und Braun haben jetzt deutsche Wissenschaftler das Modell einer eigenen Marsfähre konstruiert, vielleicht sogar einer Venusfähre, denn man wolle ja etwas anderes bringen und auch mal sehen, ob auf der Venus das berühmte Delta zu finden sei.
Modelltischler haben bereits eine verkleinerte Version angefertigt.
Ein wenig erinnert das Gefährt an einen Katamaran. Das sei aber zufällig.
Revolutionär sei, so die Wissenschaftler und Modelltischler Krause, der Flügelschraubenantrieb. Vier unabhängige Flügelschrauben hielten das Ding in der Luft, einige Plastikschlappohren stabilisierten das Ganze, auch wenn es eher einer abgehalfterten Käseglocke auf einem angestrichenen Frühstücksbrettchen gliche.
Seit dem kleinen Einmaleins haben die Deutschen nicht mehr viel erfunden. Aber ohne das kleine Einmaleins hätte eine Marslandung niemals stattfinden können.
Richard Gier und die Börsen-Onkels: Du, gib mir dein Geld
Richard Gier und die Börsen-Onkels: Du, gib mir dein Geld
Jetzt endlich der komplette Text zum Mitsingen und Selberergänzen des Dark-Doome-Deathmetal-Hits. Melodie und Akkorde ebenfalls zum Selberbasteln, auch ohne Vorkenntnisse. Verzerrer empfohlen.
Du, gib mir dein Geld
Du, gib mir dein Geld
Du, gib mir dein Geld
Du, gib mir dein Geld
Du, gib mir dein Geld
Du, gib mir dein Geld
Du, gib mir dein Geld
Du, gib mir dein Geld
Du, gib mir dein Geld
Du, gib mir dein Geld
Du, gib mir dein Geld
Du, gib mir dein Geld
Du, gib mir dein Geld
Du, gib mir dein Geld
Du, gib mir dein Geld
Du, gib mir dein Geld
Du, gib mir dein Geld
Du, gib mir dein Geld
Du, gib mir dein Geld
Du, gib mir dein Geld
Du, gib mir dein Geld
… (ab hier selber ergänzen)
Was tun mit einem Loch?
Kann man ein Loch ausschneiden?
Auf diese Frage haben weder Philosophen noch Soziopathologen eine Antwort geliefert.
Wer kann helfen?
Auf diese Frage haben weder Philosophen noch Soziopathologen eine Antwort geliefert.
Wer kann helfen?
Jetzt entdeckt: Das Tor zur Welt
Ab dem späten MIttelalter, nachdem man entdeckt hatte dass es eine Weite Welt gibt, glaubte man, das Tor zur Weiten Welt sei ein mächtiges steinernes Monstrum, in der Nähe von Hamburg oder Ruffeln oder sonstwo, durch das man unbedingt stapfen musste, um in die sagenumwobene Weite Welt zu gelangen.
Nachdem die Physik festgestellt hat, dass die meisten Naturgesetze nicht so funktionieren wie sie sollten, wenn man es mit Nullen zu tun hat, hat der Mensch sich wieder auf Makrokosmos und das Selbst konzentriert.
Das Tor zur Weiten Welt kann überall sein. Es kann dein Ohr sein oder ein handgetöpfertes lackiertes Tondings aus dem VHS-Kurs "Erst Makramee, dann mal sehen II/ Töpfern ohne Ton für Taube", alles geht. Und das beruhigt. Nicht mehr weit ausschreiten, sondern bei sich bleiben. Still hinsetzen und denken: Wo habe ich denn mein Tor zur Weiten Welt hingetan? Und siehe da, es tut sich auf. Ob es dann aber wirklich lohnt, hinauszugehen, muss jeder für sich entscheiden. Da bleibt wenigstens alles beim Alten.
Nachdem die Physik festgestellt hat, dass die meisten Naturgesetze nicht so funktionieren wie sie sollten, wenn man es mit Nullen zu tun hat, hat der Mensch sich wieder auf Makrokosmos und das Selbst konzentriert.
Das Tor zur Weiten Welt kann überall sein. Es kann dein Ohr sein oder ein handgetöpfertes lackiertes Tondings aus dem VHS-Kurs "Erst Makramee, dann mal sehen II/ Töpfern ohne Ton für Taube", alles geht. Und das beruhigt. Nicht mehr weit ausschreiten, sondern bei sich bleiben. Still hinsetzen und denken: Wo habe ich denn mein Tor zur Weiten Welt hingetan? Und siehe da, es tut sich auf. Ob es dann aber wirklich lohnt, hinauszugehen, muss jeder für sich entscheiden. Da bleibt wenigstens alles beim Alten.
Freizeittipp: Höhenwandern üben
Und plötzlich ist es soweit. Es wird höhengewandert. Steile Berge warten, Eisenleitern, Abgründe, die in Alpträumen der Kindheit nicht hätten schlimmer sein können.
Aber: Gesagt, getan. Die Mitreisenden erwarten die Teilnahme, es gibt kein Zurück. Versprochen ist versprochen; wer sich versprochen hat mit seiner eiligen Zusage vor 3 Monaten ist selber schuld.
Bange Fragen tauchen auf: Bin ich schwindelfrei? Habe ich eine Eisenleiterallergie? Was ist eigentlich ein Karabinerhaken, kann man damit schießen? Sollte ich Müsliriegel mitnehmen, falls ich eine Woche in einer Gletscherspalte verbringen muss?
Fragen ohne Antworten, die erst am Berg ihre Berechtigung erfahren.
Um ein bisschen Sicherheit in das Unternehmen zu bringen, heißt es üben.
Neben dem Aufessen von Müsliriegeln kann man etwa seine mangelhafte Schwindelfreiheit verbessern.
Besonders zukünftigen Bergtouristen, die im zweiten Stock eines Altbaues mit Hochparterre wohnen, kann man raten, einfach das Balkongeländer abzumontieren und ein paar Stunden pro Tag auf dem ungesicherten Terrain zu verbringen. Öfter mal an den Rand gehen und nach unten schauen, um ein Gefühl von Tiefe und von drohender Verunfallung zu bekommen. Vielleicht sind 10m nicht zu vergleichen mit Bergwänden, die einige hundert Meter abfallen. Ein Sturz vom Balkon wird aber auch nicht ohne tiefschürfende Blessuren ausgehen. Es gilt, die Angst zu besiegen. Darum auch einmal nachts auf die Planken treten und dabei visualisieren, wie es wäre, wenn man ungeschickt über einen Gummisschuh stolpert und versucht, sich an einer weiteren Person, die dieselbe Übung macht, festzuhalten.
Desensibilisierung ist garantiert.
Ansonsten: Bergheil!
Autoren unter Druck: Peter Hanswurstke - Sonne, Mond und Kuchen
Da oben war der Mond, hier unten der Kuchen.
Ich begann zu suchen, die Sonne war da, aber was zur Tonne hatte ich vergessen? Einfach nur den Kuchen essen? Wenn etwas fehlt, kann man es nicht verdauen.
Ich wollte meinem Bauch vertrauen, der aß ja alles, aber bei Galles zu Hause wäre der Teufel los, bloß weil ich Kuchen äße, aber ein Element zum Sack Zement noch mal ganz einfach fehlen ließe. Stehlen hieße andern etwas nehmen. Aber was? Müsst mich schämen, grämen, wäre wütend, früher, ja, wohl immer überbehütend, aber jetzt wütend, zornig, wie Rosen dornig anderen gegenüber und ich kam nicht drauf: Was fehlte hier? Butterbrotpapier oder Butter, Mutter oder vielleicht Cousine Dita, welch ein Name, welch ein Wort, vielleicht fehlte der rechte Ort: Bielefeld oder Wagendorf, ein kleines Stück Schorf, eine Nadel, eine Frau von Adel oder ein Pastor, ein Kunststoffohr, ein Bein vom Huhn, vom Stuhl, vom Tisch, vom Fisch, ach, nein, Fische haben keine Beine, das sind die Lügen.
Ich schweife ab.
Ich weiß nicht, was fehlt.
Irgendetwas muss doch fehlen. Sonne, Mond und Kuchen.
Das ergab doch keinen Sinn.
Das war ein doofer Kinderabzählreim gewesen. Damals.
Sonne, Mond und Kuchen.
Na, klingt aber nicht schlecht. Muss man erst was Besseres suchen!
Und finden!
Ich begann zu suchen, die Sonne war da, aber was zur Tonne hatte ich vergessen? Einfach nur den Kuchen essen? Wenn etwas fehlt, kann man es nicht verdauen.
Ich wollte meinem Bauch vertrauen, der aß ja alles, aber bei Galles zu Hause wäre der Teufel los, bloß weil ich Kuchen äße, aber ein Element zum Sack Zement noch mal ganz einfach fehlen ließe. Stehlen hieße andern etwas nehmen. Aber was? Müsst mich schämen, grämen, wäre wütend, früher, ja, wohl immer überbehütend, aber jetzt wütend, zornig, wie Rosen dornig anderen gegenüber und ich kam nicht drauf: Was fehlte hier? Butterbrotpapier oder Butter, Mutter oder vielleicht Cousine Dita, welch ein Name, welch ein Wort, vielleicht fehlte der rechte Ort: Bielefeld oder Wagendorf, ein kleines Stück Schorf, eine Nadel, eine Frau von Adel oder ein Pastor, ein Kunststoffohr, ein Bein vom Huhn, vom Stuhl, vom Tisch, vom Fisch, ach, nein, Fische haben keine Beine, das sind die Lügen.
Ich schweife ab.
Ich weiß nicht, was fehlt.
Irgendetwas muss doch fehlen. Sonne, Mond und Kuchen.
Das ergab doch keinen Sinn.
Das war ein doofer Kinderabzählreim gewesen. Damals.
Sonne, Mond und Kuchen.
Na, klingt aber nicht schlecht. Muss man erst was Besseres suchen!
Und finden!
Alltagsvergesslichkeit: Kaffee
![]() |
| Wo Kaffee draufsteht, ist auch Kaffee drin. |
Georg nahm einen Schluck.
Hm, summte er, Kaffee, komisch, allerdings.Aber steht ja drauf: KAFFEE. Gut, dass es das gibt, wenn man etwas vergesslich wird, denkt Georg weiter nach, dann weiß man, was man hat.
Schmeckt irgendwie nach Cola.
Vielleicht fairhandelter Kaffee? Oder was biologisch Angebautes?
Georg nimmt noch einen Schluck, es fehlt ihm dieses Strömen durch die Energiekanäle des Körpers am frühen Morgen.
Irgendwie auch kalt, der Kaffee, kalter Kaffee. Kalter Kaffee! War das nicht ein Schimpfwort für unbequeme Gedanken eines Kollegen?
Das ist doch kalter Kaffee, was du da vorschlägst!
Süß war der Kaffee auch. Süß und kalt. Eine fatale Kombination.
Ramona damals wann auch immer war süß und kalt gewesen. Kalter Kaffee eben, nur gesüßt.
Der Kaffe hatte auch irgendwie Kohlensäure drin, spürte Georg. Seit wann war denn Kohlensäure im Kaffee erlaubt? Würde er gleich bei Wikipedia nachschauen.
Aber es steht ja Kaffee drauf, dachte Georg, und wo Kaffee draufsteht, ist auch Kaffee drin. Das war immer so gewesen. Daran sollte niemand rütteln. Auch Georg nicht, dachte Georg.
Haiku des Tages: Kirschblüten-Harakiri
Die Mutter macht im
Winter ein Glas Kirschen auf.
Die sind so köstlich.
Du hingst an Baumes
Blatt und ließest dich fallen.
Danke, Kirschblüte!
Den gelben Pudding
esse ich gern mit Kirschen.
Das schmeckt so lecker.
(Was ist ein Haiku, Mutter?
Kind, das ist ein Gedicht aus Japan mit 5 Silben in der ersten, 7 in der zweiten und 5 in der dritten Zeile.
Was sind Silben Mutter?
Kind, das erzähle ich das nächste Mal.)
Winter ein Glas Kirschen auf.
Die sind so köstlich.
Du hingst an Baumes
Blatt und ließest dich fallen.
Danke, Kirschblüte!
Den gelben Pudding
esse ich gern mit Kirschen.
Das schmeckt so lecker.
(Was ist ein Haiku, Mutter?
Kind, das ist ein Gedicht aus Japan mit 5 Silben in der ersten, 7 in der zweiten und 5 in der dritten Zeile.
Was sind Silben Mutter?
Kind, das erzähle ich das nächste Mal.)
van Doeskopp: Schräger Akt (2012)
Erst fängt Mondrian an, mit seinen drei Lieblingsfarben Blau, Rot und Pepita rumzustreichen, immer im rechten Winkel, denn das ist seine vierte Farbe, der rechte Winkel, und damit man ihn sieht, streicht er ihn schwarz an, und dann kommt Theo van Doesburg und kippt das Ganze ein bisschen, haut einen Rahmen drum und glaubt etwas Neues geschaffen zu haben, etwa ein Emblem für Ikea oder eine neue Nationalflagge, möglicherweise für die Schweiz, weil die dringend eine neue sucht, schließlich macht Piet Schlendrian eine schlichte Kopie nach eigenen Motiven
(Akt im Gegenlicht) und Theo van Doeskopp ergänzt mit "Schäger Akt im Gegenlicht, an dem ein Fussel anhängig ist". Die Frage bleibt: Wo ist denn der Akt? Was ist der Fussel? Ein Relikt einer Unterarmrasur oder woher? Und: Wo sind denn die rechten Winkel? Hier gibt es doch nur Ecken. Wenn es noch Nussecken wären, dann ginge es ja! Wenn das Gelb nicht wäre, könnte man es Großbritannien anbieten für eine neue Flagge. Die alte ist ja doch sehr steril.
(Akt im Gegenlicht) und Theo van Doeskopp ergänzt mit "Schäger Akt im Gegenlicht, an dem ein Fussel anhängig ist". Die Frage bleibt: Wo ist denn der Akt? Was ist der Fussel? Ein Relikt einer Unterarmrasur oder woher? Und: Wo sind denn die rechten Winkel? Hier gibt es doch nur Ecken. Wenn es noch Nussecken wären, dann ginge es ja! Wenn das Gelb nicht wäre, könnte man es Großbritannien anbieten für eine neue Flagge. Die alte ist ja doch sehr steril.
Auf ein Zeichen warten
Lange hatte er gegrübelt. Hatte auf ein Zeichen bewartet.
Hatte Bein über Bein geschlagen und in den Garten gestarrt.
Wo war das Zeichen, das ihm den Weg wies?
Da, ein Vogel hatte gerade sein Geschäft gemacht, vielleicht konnte man darin lesen, wie es die weisen Frauen im Kaffeesatz machen?
Dort, eine Blume hatte sich bewegt, obwohl kein Wind zu spüren war, vielleicht ein Tier, das sich durch die Pflanzen bewegte. Aber was wollte diese Blume sagen?
Es war schwer.
Es war schwer, überhaupt ein Zeichen zu finden, und dann auch noch zu deuten.
Alles war so verwaschen und verschwommen.
Vielleicht sollte er sich auch erst einmal klar werden, worüber er etwas wissen wollte. Nur auf ein Zeichen zu warten, war nicht klug.
Ein Zeichen gehörte immer zu einem Problem.
Gestern dieses Schild mit dem Werbeaufdruck für ein Dentallabor. Ja, die Zähne, die hatten ja immer etwas, diese scharfe Kante unten links, diese Kälteempfindlichkeit hinten rechts oben und dann gelegentlich dieser Schmerz, den er zu ignorieren versuchte. Das war aber auch zu deutlich. Das Schild sagt mir, dass ich mal wieder zum Zahnarzt gehen soll! Tolle Botschaft. Da wäre er sogar selbst drauf gekommen.
Er schaute auf sein linkes Knie, auf dem seine Hand ruhte. Der kleine Finger zeigte aufwärts.
Genau. Ein Zeichen. Auch wenn man das eher vom Zeigefinger erwarten könnte, schien hier das Regelwerk außer Kraft gesetzt zu sein. Der kleine Finger hatte etwas zu zeigen: Da lang! Nach oben! Es geht aufwärts.
Er lächelte.
Warum so weit schweifen, wenn die Zeichen sogar am Körper waren?
Der kleine Finger, wer hätte das gedacht?
Schön, auf der Welt zu sein. Sie war doch voller Zeichen und Wunder.
Und: Wunder gibt es immer wieder, wie schon seinerseits Katja Epstein so weise sang.
Einfach mal hinsehen, nicht rumplärren, dann geht es auch aufwärts .
Er erhob sich, streckte sich und atmete tief durch.
Endlich konnte es losgehen. Konnte er losgehen.
Er wusste nur noch nicht genau, wohin.
Rechner mit Gefühlen
Die unendlichen Weiten des Weltalls, Sterne über Sterne, Milchstraßen, Galaxien, schwarze Löcher.
Der Bordcomputer war verstört.
"Was mag das bedeuten", fragte er sich, " dass ich angesichts dieser Grenzenlosigkeit, dieser Größe, dieser einzigartigen Schöpfung das Gefühl habe, ein Ceranfeld zu sein?"
"Na", bemerkte der Commander, " hast du mal wieder deinen Melancholischen?"
Der Rechner summte, zog die 134.Wurzel aus Pi und suchte dann weiter nach unentdeckten Primzahlen.
Der Bordcomputer war verstört.
"Was mag das bedeuten", fragte er sich, " dass ich angesichts dieser Grenzenlosigkeit, dieser Größe, dieser einzigartigen Schöpfung das Gefühl habe, ein Ceranfeld zu sein?"
"Na", bemerkte der Commander, " hast du mal wieder deinen Melancholischen?"
Der Rechner summte, zog die 134.Wurzel aus Pi und suchte dann weiter nach unentdeckten Primzahlen.
Hotel in Köln: Loch in der Decke
Die Nacht war grausam gewesen in dem Hotel in Köln. Der Glaseinsatz der Zimmertür war zerbrochen gewesen, scharfes Glas lud zum Verbluten ein, alles war notdürftig mit einem Prospekt vom Baumarkt zugeklebt.
Am Spiegel hing ein Zettel: Spiegel.
Wer musste hier nächtigen, dass er nicht wusste, dass ein Spiegel nur ein Spiegel ist, und dass das Gesicht im Spiegel sein Spiegelbild war und nicht ein wirklicher Mensch, der dem Betrachter ziemlich ähnelte?
Von der Straße her Lärm; Steckdosen hingen auf dem Flur aus der Wand.
Es gab eine Küche und einige Kaffeemaschinen; allerdings fehlten die Steckdosen für die Maschinen.
An den Fliesen klebte ein weiterer Zettel: Zwiebel/Zwiebeln.
Das war definitiv falsch. Fliesen waren keine Zwiebeln.
Um halb neun ein Asiate an der Tür, der in sein Zimmer wollte, was aber erst so wirkte, als wolle er Prospekte verteilen. Sein beharrliches Herumstehen und ein zielgerichtetes Nicken unterstützten seinen Satz "I want to go to my Rom!".
90 € und ein Untermieter. Interessant. Das ist Großstadt. Das ist global, wenn der Untermieter asiatisch ist.
Der Asiate war nach 20 Minuten wieder gegangen und hatte "I go now. Good Bye!!" gesagt.
Dann der Frühstücksraum. Italienisches Flair, hatte das Internet versprochen.
Orientalische Schriftzeichen an der Tür, indische Puppen mit überschmücktem Outfit, und dann dieser Spalt in der Decke.
Was daran sollte italienisch sein?
Dieses rötliche Innere, dieses indirekte Leuchten, dieses Hervorquellen aus bläulicher Substanz.
Immer wieder zwang das Objekt, den Blick zur Decke zu wenden.
Eva?
Das Lachen von Eva, die auch so einen breiten Mund hatte, und deren Zähne man erst sah, wenn sie den Mund noch weiter öffnete.
Vielleicht ein Vulkan?
Der hing nicht an der Decke.
Ein Blick aus dem Himmel. Ein vorwitziger Engel hatte ein Loch in das Himmelszelt geschnitten, um einen Blick auf den Frühstückstisch in einem Kölner Hotel unterster Kategorie zu werfen.
Schnitt.
Das Flair zwang zu einem Schnitt.
Aufessen, aufstehen und abreisen. Genau.
Kunstfälscher am Werk: Brauhausstil
Der ahnungslose Bürger mit gesundem Halbwissen ist hier Zielscheibe von Geschäftemachern.
Bauhaus und Brauhaus, das hat jeder schon mal in irgendeinem diffusen Zusammenhang gehört.
Das war doch Kunst, oder?, fragt das Hirn, aber der Besitzer weiß keine Antwort.
Wie mit dem Stift hingelallt wirken die Zeichnungen im Brauhausstil, manchmal auf den Rand eines Bierdeckels gekrickelt.
Der Käufer lässt sich täuschen: Das ist keine Kunst! Rumkrickeln kann jeder, dafür muss er nicht in die Kneipe, das geht auch zu Hause, Bierdeckel gibt es im Supermarkt.
Also: Vorsicht bei der Anschaffung neuer Wertanlageobjekte!
Bauhaus und Brauhaus, das hat jeder schon mal in irgendeinem diffusen Zusammenhang gehört.
Das war doch Kunst, oder?, fragt das Hirn, aber der Besitzer weiß keine Antwort.
Wie mit dem Stift hingelallt wirken die Zeichnungen im Brauhausstil, manchmal auf den Rand eines Bierdeckels gekrickelt.
Der Käufer lässt sich täuschen: Das ist keine Kunst! Rumkrickeln kann jeder, dafür muss er nicht in die Kneipe, das geht auch zu Hause, Bierdeckel gibt es im Supermarkt.
Also: Vorsicht bei der Anschaffung neuer Wertanlageobjekte!
Neo-de Stijl: Piet Schlendrian - Fliesentisch (2012)
![]() |
| Piet Schlendrian: Fliesentisch (2012) |
Drei Farben hatte er aus seinen 14 Lieblingsfarben gewählt und die Rechtecke ausgepinselt. Schwupp, war das Bild fertig.
Die Menschen waren fasziniert, denn sie besaßen keine Geodreiecke und konnten folglich nicht schöne Rechtecke zeichnen und dann ausmalen.
Piet Schlendrian aus Holland, der eigentlich irgendeinen Käse studieren wollte, brach vor einem halben Jahr sein Studium ab und dachte sich: Warum nicht Mondrians Geschäftsidee neu aufgreifen und Geld machen?
Zwar hatte alle Welt Geodreiecke und konnte sogar am Computer Rechtecke zeichnen, allerdings waren die Leute viel zu faul geworden, Rechtecke auszupinseln oder mit dem Fülleimer im Grafikprogramm zuzukleistern. Jeder glaubte, er könne sich leisten, das andere machen zu lassen. Natürlich gegen Geld.
Schlendrian nutzte die Situation aus, prognoszierte Bedarf an fliesentischartigen Gemälden und werkelte drauf los. Er kaufte sich die Farben Rot, Gelb und Blau, Weiß war ja sowieso schon da. Innerhalb kürzester Zeit hatte er 134 Werke geschaffen, die jetzt nur noch gekauft werden müssten.
Müssten! - Die Aktienkurse für Fliesentische sanken parallel in den Keller, der Absatz stagnierte, bzw. kam gar nicht erst in Gang. Jetzt steht Schlendrian vor seinen Fliesentischen und kann sich nicht setzen, weil keine Stühle da sind.
Um Interesse im Kunstbetrieb zu wecken, fügte Schlendrian eine neue Regel ein. Dieselbe Farbe darf nicht in einem benachbarten Feld aufgetragen werden! Das war dann fast so spannend wie Sudoku.
In "Fliesentisch (2012)" bleibt ein Feld weiß, weil nichts mehr geht.
Vielleicht hätte er oben links mit Gelb anfangen sollen. Wer weiß es? Wer will es wissen?
Bis jetzt noch keiner, aber das kann sich schnell ändern.
Traurige Schwäne
"Schwanda, alter Schwede, was soll das?, ruft Roy "Black" Swan entrüstet, "machst du wieder auf Strauß?"
Siggi hält sich dezent zurück. Er weiß, dass Schwanda irgendwann wieder auftauchen wird.
Das Tierleben ist in Zeiten des Internet nicht einfacher geworden. Früher wusste jeder Schwan, wenn der Kollege den Kopf ins Wasser steckte und den Hintern in die Luft, war er entweder abgetaucht, machte ein Nickerchen oder suchte nach Nahrung. Vielleicht wollte er zum Absingen des Geflügelliedes "Alle meine Entchen" animieren. Das war dann aber auch schon alles.
Heute klickt man ein oder zwei Mal und schon gibt es jede Menge verwirrender Alternativen, die vor allem das Beziehungsgefüge von männlichen Schwanentrios ins Schwanken bringt.
"Mir schwant Übles, ich bin dann mal weg!", "Was ich nicht See, macht mich nicht an!", "Hilfe, ich kann gar nicht schwimmen, traue mich aber nicht, es zu sagen!" und "Mein Kopf ist im Arsch, wer kann ihn reparieren?" sind Beispiele aus einer unendlichen Reihe, mit denen sich die Tiere beschäftigen müssen.
Das macht dann keinen Spaß mehr. Die Folge: Immer mehr Schwäne gehen ins Wasser, weil sie ihrem verwirrenden Leben ein Ende bereiten wollen. Die Tragik: Das klappt nur bei Nichtschwimmerschwänen, die aber mittlerweile ausgestorben sind.
Siggi hält sich dezent zurück. Er weiß, dass Schwanda irgendwann wieder auftauchen wird.
Das Tierleben ist in Zeiten des Internet nicht einfacher geworden. Früher wusste jeder Schwan, wenn der Kollege den Kopf ins Wasser steckte und den Hintern in die Luft, war er entweder abgetaucht, machte ein Nickerchen oder suchte nach Nahrung. Vielleicht wollte er zum Absingen des Geflügelliedes "Alle meine Entchen" animieren. Das war dann aber auch schon alles.
Heute klickt man ein oder zwei Mal und schon gibt es jede Menge verwirrender Alternativen, die vor allem das Beziehungsgefüge von männlichen Schwanentrios ins Schwanken bringt.
"Mir schwant Übles, ich bin dann mal weg!", "Was ich nicht See, macht mich nicht an!", "Hilfe, ich kann gar nicht schwimmen, traue mich aber nicht, es zu sagen!" und "Mein Kopf ist im Arsch, wer kann ihn reparieren?" sind Beispiele aus einer unendlichen Reihe, mit denen sich die Tiere beschäftigen müssen.
Das macht dann keinen Spaß mehr. Die Folge: Immer mehr Schwäne gehen ins Wasser, weil sie ihrem verwirrenden Leben ein Ende bereiten wollen. Die Tragik: Das klappt nur bei Nichtschwimmerschwänen, die aber mittlerweile ausgestorben sind.
Plattenkritik: arno. - Der Wanderer
arno.! Mensch, du kommst vom Meer und hast dich auf kalten Stein gesetzt! Die Gitarre bleibt im Koffer; der Koffer wäre überigens nicht so kalt zum Draufsetzen.
Meine Oma hätte gesagt: arno.!, pass auf, dass du dir keinen Wolf holst, wenn du so auf dem kalten Stein sitzt, oder was an der Blase kriegst.
Mit Wolf könntest du ein Duo gründen. Scherz!
Arno., spiel lieber im Stehen, so wie in deinem Video am Strand.
Spiel ruhig dieses Stück von dir, das ein bisschen nach Schlager klingt, mit etwas Liedermacher drin, so irgendwie ein bisschen unentschieden. Da wird mir dann warm ums Herz.
Obwohl: Wenn du mit deinem schwarzen Oberhemd und der roten Krawatte ein Wanderer bist, dann wirkt das wie Semino Rossi, der beim Triathlon mitmachen will.
Semino Rossi ist ja tenoröser Knödelschlager mit einem Hauch Balkangewürz. Das willst du ja nicht. Heißt: Du wanderst nur, wenn die Sonne scheint, weil sonst ja das Hemd nass werden könnte und, da keine Funktionswäsche, nicht auf dem Körper trocknet. Da kannst du dich erkälten. Das käme dann zum Wolf dazu.
Gegen Erkältung hilft das mehrfache Abspielen deines Liedes, da bricht einem schließlich der Schweiß aus, wodurch Schadstoffe ausgeschieden werden.
Wenn du mehr über den Wolf wissen willst, blätter nach bei Charlotte Roche. Die weiß Bescheid.
Das Lied ist gar nicht so schlecht.
Weise Menschen sagen: Wanderer hinterlässt keine Spuren. Die hätten hier wohl recht.
Ach, noch eine Frage: Ist das eine Wandergitarre, auf der du spielst? Würde passen.
Letzte Frage: Darf ich dich überhaupt duzen?
Allerletzte Frage: Warum schreibst du dich eigentlich "arno."? Legastheniker oder Profilneurotiker?
arno. hören
Meine Oma hätte gesagt: arno.!, pass auf, dass du dir keinen Wolf holst, wenn du so auf dem kalten Stein sitzt, oder was an der Blase kriegst.
Mit Wolf könntest du ein Duo gründen. Scherz!
Arno., spiel lieber im Stehen, so wie in deinem Video am Strand.
Spiel ruhig dieses Stück von dir, das ein bisschen nach Schlager klingt, mit etwas Liedermacher drin, so irgendwie ein bisschen unentschieden. Da wird mir dann warm ums Herz.
Obwohl: Wenn du mit deinem schwarzen Oberhemd und der roten Krawatte ein Wanderer bist, dann wirkt das wie Semino Rossi, der beim Triathlon mitmachen will.
Semino Rossi ist ja tenoröser Knödelschlager mit einem Hauch Balkangewürz. Das willst du ja nicht. Heißt: Du wanderst nur, wenn die Sonne scheint, weil sonst ja das Hemd nass werden könnte und, da keine Funktionswäsche, nicht auf dem Körper trocknet. Da kannst du dich erkälten. Das käme dann zum Wolf dazu.
Gegen Erkältung hilft das mehrfache Abspielen deines Liedes, da bricht einem schließlich der Schweiß aus, wodurch Schadstoffe ausgeschieden werden.
Wenn du mehr über den Wolf wissen willst, blätter nach bei Charlotte Roche. Die weiß Bescheid.
Das Lied ist gar nicht so schlecht.
Weise Menschen sagen: Wanderer hinterlässt keine Spuren. Die hätten hier wohl recht.
Ach, noch eine Frage: Ist das eine Wandergitarre, auf der du spielst? Würde passen.
Letzte Frage: Darf ich dich überhaupt duzen?
Allerletzte Frage: Warum schreibst du dich eigentlich "arno."? Legastheniker oder Profilneurotiker?
arno. hören
Auch Plastiktiere unter Tierschutz
Jahrelang hatten die Züchter weltweit konkurriert, wer die unansehnlichsten Tiere züchten kann. Der in den fünfziger Jahre entwickelte "falsche Hase" war da noch relativ ansehnlich, zumal er einer Riesenfrikadelle glich und den Menschen der Nachkriegszeit das Wasser im Munde zusammenlaufen ließ, weil sie sich viele Jahre nur von Steckrüben ernährt haben sollen.
Der Züchterehrgeiz brachte die wildesten Tierkonstrukte auf die Welt und schließlich schob der UN-Sicheheitsrat dem Ganzen einen Riegel vor, da sich einige Staaten bedroht fühlten.
Seit 2001 ist es untersagt, hässliche Tiere zu züchten. Allerdings streiten sich die Fachleute noch über den Begriff "hässlich".
Wenn ein Cocker Spaniel dem Sänger Joe Cocker gleicht, dann geht das als "8 auf einer Skala von 0 bis 10" als ziemlich hässlich durch. Wenn ein Königspudel, den das Volk sofort auf 10 schreien würde, der englischen Königin ähnelt, dann ist Vorsicht geboten. Ein Expertenteam untersucht weitere Kriterien wie Intelligenz, Abgebrühtheit und schlechten Geschmack. Kann das Tier dort punkten, wird es mit "eingeschränkt, aber hässlich" etikettiert. Majestätsbeleidigung soll damit ausgeschlossen werden.
Nach dem Verbot des Hässlichzüchtens konnte der Spielzeugmarkt eine Riesenmarktlücke entdecken, denn irgendwer musste doch zuvor Gefallen an grässlichen Tieren gefunden haben, denn nach Züchterangaben seien die Zuchtobjekte "weggegangen wie warme Semmeln".
Trotz der schiefen Metapher bleibt zu berichten: Schlimmste Plastiktiere überschwemmen die deutschen und weltweiten Spielzeugregale, um Kindern langanhaltende psychische Schäden zuzufügen. Besonders das Land der Weichmacher in Plastikpuppen, China, drängt mit enormem Engagement auf den Markt. Dort hat man sich schon sehr früh an die Geschäftsidee herangetastet. Es stehen hässliche Tiere, vor allem Hunde, auf dem Speisezettel und sind ruckzuck weggeputzt. Der Markt für Plastikersatztiere, die nicht schön aussehen, ist in China bereits gesättigt und so wundert es nicht, wenn uns überall und immer mehr Plastikschlangen in Rosa oder Gammelglitzergrün entgegenblinzeln; ungeklärt bleibt die Frage, wohin man mit den fehlgezüchteten Tieren will? Essen wird die hier keiner, auch wenn ein Hamburger nicht viel schöner ist.
Es muss schnell eine Lösung gefunden werden, sonst droht eine strukturelle Verunschönung von Haushalten. Das kann wohl keiner wollen.
Der Züchterehrgeiz brachte die wildesten Tierkonstrukte auf die Welt und schließlich schob der UN-Sicheheitsrat dem Ganzen einen Riegel vor, da sich einige Staaten bedroht fühlten.
Seit 2001 ist es untersagt, hässliche Tiere zu züchten. Allerdings streiten sich die Fachleute noch über den Begriff "hässlich".
Wenn ein Cocker Spaniel dem Sänger Joe Cocker gleicht, dann geht das als "8 auf einer Skala von 0 bis 10" als ziemlich hässlich durch. Wenn ein Königspudel, den das Volk sofort auf 10 schreien würde, der englischen Königin ähnelt, dann ist Vorsicht geboten. Ein Expertenteam untersucht weitere Kriterien wie Intelligenz, Abgebrühtheit und schlechten Geschmack. Kann das Tier dort punkten, wird es mit "eingeschränkt, aber hässlich" etikettiert. Majestätsbeleidigung soll damit ausgeschlossen werden.
Nach dem Verbot des Hässlichzüchtens konnte der Spielzeugmarkt eine Riesenmarktlücke entdecken, denn irgendwer musste doch zuvor Gefallen an grässlichen Tieren gefunden haben, denn nach Züchterangaben seien die Zuchtobjekte "weggegangen wie warme Semmeln".
Trotz der schiefen Metapher bleibt zu berichten: Schlimmste Plastiktiere überschwemmen die deutschen und weltweiten Spielzeugregale, um Kindern langanhaltende psychische Schäden zuzufügen. Besonders das Land der Weichmacher in Plastikpuppen, China, drängt mit enormem Engagement auf den Markt. Dort hat man sich schon sehr früh an die Geschäftsidee herangetastet. Es stehen hässliche Tiere, vor allem Hunde, auf dem Speisezettel und sind ruckzuck weggeputzt. Der Markt für Plastikersatztiere, die nicht schön aussehen, ist in China bereits gesättigt und so wundert es nicht, wenn uns überall und immer mehr Plastikschlangen in Rosa oder Gammelglitzergrün entgegenblinzeln; ungeklärt bleibt die Frage, wohin man mit den fehlgezüchteten Tieren will? Essen wird die hier keiner, auch wenn ein Hamburger nicht viel schöner ist.
Es muss schnell eine Lösung gefunden werden, sonst droht eine strukturelle Verunschönung von Haushalten. Das kann wohl keiner wollen.
Georg Krakl: War auf Menorca (2012)
In Ballaland
am Lallastrand
vor der Schallawand
hab ich Knallasand
in die Augen gekriegt.
Ich musste kurzfristig greinen.
Nichts von Bedeutung.
Last minute.
Der Heile-Welt-Laden bietet: VoKifüKi
Endlich Kinderkleidung mit gutem Gewissen kaufen.
Der Heile-Welt-Laden bietet Kinderkleidung der großen Markenhersteller mit dem VoKifüKi-Siegel. Garantiert "Von Kindern für Kinder" hergestellt.
Mal reinschauen im Heile-Welt-Laden! Täglich neue Überraschungen.
Der Heile-Welt-Laden bietet Kinderkleidung der großen Markenhersteller mit dem VoKifüKi-Siegel. Garantiert "Von Kindern für Kinder" hergestellt.
Mal reinschauen im Heile-Welt-Laden! Täglich neue Überraschungen.
Mondlicht oder Rotlicht?
Da ist der Mond.
Da das Rotlicht.
In welchem Milieu bewegen wir uns?
Im Mondlichtmilieu?
Das klingt doch eher unwahrscheinlich.
Armer Mond,
wer interessiert sich denn noch dafür, in welchem Milieu du wohnst?
Mal bist du neu, mal bist du voll.
Mal halb.
Mal verdeckt.
Da ist das Rotlicht beständig.
Immer rot. Immer da. Immer rot. Rotrot. Rotrotrot.
Wie sagte schon Bruno Bettelheinz: Besser Rotlichtmilieu als Totlichtmilieu.
Und ging damit in die Annalen ein.
Was auch immer das für ihn bedeutet haben mag.
Da das Rotlicht.
In welchem Milieu bewegen wir uns?
Im Mondlichtmilieu?
Das klingt doch eher unwahrscheinlich.
Armer Mond,
wer interessiert sich denn noch dafür, in welchem Milieu du wohnst?
Mal bist du neu, mal bist du voll.
Mal halb.
Mal verdeckt.
Da ist das Rotlicht beständig.
Immer rot. Immer da. Immer rot. Rotrot. Rotrotrot.
Wie sagte schon Bruno Bettelheinz: Besser Rotlichtmilieu als Totlichtmilieu.
Und ging damit in die Annalen ein.
Was auch immer das für ihn bedeutet haben mag.
Weisheit im Alltag: Freiherr vom Stein - Stein oder Affe
Besser ein Stein sieht aus wie ein Affe, als ein Affe wie ein Stein.
Denn vom vom Stein hat der Affe ja wohl gar nichts.
Vielleicht denKragen.
Den Gesichtsausdruck, maximal.
Aber, das war's dann ja wohl.
Denn vom vom Stein hat der Affe ja wohl gar nichts.
Vielleicht denKragen.
Den Gesichtsausdruck, maximal.
Aber, das war's dann ja wohl.
Plattenkritik: Cocorosie - Lemonade
Dazu ein Glas Fanta, Buna, Sprite. Bloß nicht Florida Boy.
Ein dumpfes Klavier. Trübe Akkorde.
Eine verröchelte Sängerin. Ein kastrierter Tom Waits vielleicht.
Synthie-Tröten flöten, oder Flöten tröten, man weiß es nicht. Schön, erst mal.
Dann Brass, der Posaunenchor auf Dope.
Das Mädel durchs Telefon.
Die Girlies hauchen von nebenan.
Huh, da geht was.
Dann der Heimorgelmann. Er hat Gichtfinger. Macht was kaputt.
Herzerweichend die Gequälte.
Kann kaum singen, so betrübt. So sad, so sad, Sexy Sadie.
Ich werfe eine Tranxilium ein. Ich will mittun mit der Dame, fühlen wie sie.
Dann haut der Heimorgelmann wieder dazwischen.
Telefon: Die Dame hat geklingelt.
Und summt mir ihr Lied ins Ohr.
Sie wirkt so frisch am Telefon.
Schade um die Pillen!
Irgendwie schaut sie aus dem Fenster auf dem Rücksitz (des Buick?).
Was war jetzt mit Fanta, Bluna, Sprite?
Auf keinen Fall: Florida Boy. Da waren immer so komische Grümmel am Boden.
Eine Nummer, die man auf jeden Fall ein zweites Mal hören sollte, damit man nicht denkt, man habe das Lied falsch verstanden.
Weiß jemand, ob Tom Waits wirklich krastriert worden ist?
Cocorosie anhören
Vom Schicksal getroffen

Manchmal holt das Schicksal aus und schlägt zu. Du stehst gerade zur richtigen Zeit am falschen Ort, oder am richtigen Ort zur falschen Zeit. Zack!, kriegst du die Bescherung ab. Du fragst dich: Warum gerade ich? Keine Ahnung.
Aber niemals kommt es daher, dass du zur falschen Zeit am falschen Ort stehst, denn dann wärst du gar nicht dagewesen.
Wo man steht, da lass dich nieder.
Auch so eine Volksdummheit. Wo ich sitze oder liege, kann ich mich nicht niederlassen, dann das habe ich ja wohl schon getan. Auch liegen geht nicht. Nur stehen, und das muss man nicht unbedingt erwähnen.
Bleib in Bewegung, dann bist du selten am falschen Ort.
Wo man steht, da lass dich nieder.
Auch so eine Volksdummheit. Wo ich sitze oder liege, kann ich mich nicht niederlassen, dann das habe ich ja wohl schon getan. Auch liegen geht nicht. Nur stehen, und das muss man nicht unbedingt erwähnen.
Bleib in Bewegung, dann bist du selten am falschen Ort.
Also, jammer nicht! Wisch dir den Schicksalsschlag vom Ohr und mach weiter wie bisher!
Jugendliche in Kaufhausregalen
Immer mehr Jugendliche werden von ihren Eltern besonders zu Beginn oder in der Mitte der großen Ferien ausgesetzt.
Neuester Trend: Kaufhausregal.
Einfach reingeschoben, denn irgendwer wird ja irgendwann einmal in den nächsten Tagen z.B. Toilettenpapier kaufen.
Manchmal jedoch bleiben die Jungen oder Mädchen einfach liegen, während die Produkte weggehen wie warme Semmeln.
Trotzdem: Immer wieder hört man auch die Frage "Wann kriegen Sie denn wieder frische Jugendliche rein?".
Einen Rentner will niemand zu Hause haben, der ist einfach in der Unterhaltung zu anstrengend, im Unterhalt zu teuer und hält in der Regel nicht lange.
Neuester Trend: Kaufhausregal.
Einfach reingeschoben, denn irgendwer wird ja irgendwann einmal in den nächsten Tagen z.B. Toilettenpapier kaufen.
Manchmal jedoch bleiben die Jungen oder Mädchen einfach liegen, während die Produkte weggehen wie warme Semmeln.
Trotzdem: Immer wieder hört man auch die Frage "Wann kriegen Sie denn wieder frische Jugendliche rein?".
Einen Rentner will niemand zu Hause haben, der ist einfach in der Unterhaltung zu anstrengend, im Unterhalt zu teuer und hält in der Regel nicht lange.
Schlagerbeschiss: Peter Orloff - Königin der Nacht
In einer Bar, da sah er sie vor einem Jahr ,sie trug ein Kleid, das gar keins war und buntes Neonlicht schimmerte irgendwie. Er trug ein Sakko und eine Jeans, dazu ein Oberhemd, oben zwei Knöpfe offen. Unten spannte es etwas über dem Bauch.
Haare hatte sie auch.
"Heute tanzt die Königin der Nacht", stand auf einem Schild
Jeder wollte sie haben
Jeder wollte sie haben
Jeder wollte sie haben
Jeder wollte sie haben
Jeder wollte sie haben
Jeder wollte sie haben
Sie blieb aber mit ihrer Sehnsucht allein,wenn sie nach Hause kam.
Dann eines Tages ging sie fort, und niemand wusste wo sie war.
Niemand wusste wo sie war.
Niemand wusste wo sie war.
Niemand wusste wo sie war.
Niemand wusste wo sie war.
Männer gaben ihr einen aus.
Aber zu Haus?
Da war sie mit ihrer Sehnsucht allein.
Sehnsucht. War das nicht das alte Lied der Taiga?
Das Stück stammt nicht von Mozart. Beschiss.
Peter Orloff mal hören wollen
Neo-Dadaismus: Theo von Doeskopp - Blühende Felder
Blühende Felde
sprühende Gelder
spannende Masten
drückende Lasten
so blau auch der Himmel
das Brot voller Schimmel
berappen
verklappen
Attrappen
zappen
duster und aus ist die Maus
Graus und Braus
Hirn und Kunz
Banalysten
ach, wenn die wüssten
wenn sie nur wüssten
wüssten
die Banalysten
so anal
so anal
Glühende Wälder
Mühende Melder
des Untergangs
an dem sie sich befriedigen
mit dem sie uns erniedrigen
Apokalypse
Wenn die Häuser auf der Seite liegen,
wenn ihr Fundament, die Bücher, sich senkrecht stellen. wenn alle Stecker gezogen sind, alle Kartons geöffnet, alle Geschenke verteilt, aller Unrat gesammelt, alles Überflüssige hinzugefügt, alles Unwichtige aufgehäuft, alles Vergessene vergessen, alles Gegessene verdaut, alles Vermessene nachgemessen, alles Besessene exorziert, alle Kardinäle dekoriert, alle Wartesäle frisch gestrichen, alle Radiokanäle radioaktiv, aller Sondermüll toxisch, Bofrost, Blababla.
Dann wird sich auch die Schrift auflösen. Ode di Psrache.
wenn ihr Fundament, die Bücher, sich senkrecht stellen. wenn alle Stecker gezogen sind, alle Kartons geöffnet, alle Geschenke verteilt, aller Unrat gesammelt, alles Überflüssige hinzugefügt, alles Unwichtige aufgehäuft, alles Vergessene vergessen, alles Gegessene verdaut, alles Vermessene nachgemessen, alles Besessene exorziert, alle Kardinäle dekoriert, alle Wartesäle frisch gestrichen, alle Radiokanäle radioaktiv, aller Sondermüll toxisch, Bofrost, Blababla.
Dann wird sich auch die Schrift auflösen. Ode di Psrache.
Vladimir Kanniksky: Sommer (2012)
Was soll das, Kanniksky?
Der Sommer ist auch so schon anstrengend.
Was willst du uns sagen, die wir deine Bilder sowieso nicht kaufen?
Frauen bestehen in erster Linie aus Sonnenbrille, einem knappen Oberteil und teilweise richtig eingefärbtem Blondhaar? Dazwischen ein pinkfarbener Lippenstift, der Rest überzogen von sonnenstudiogebrutzelter Haut?
Das ist ja nun nicht neu.
Ein paar Arme wären ok.
Und ein Paar Beine.
Ein Unterteil dazu.
Etwas Strand. Ein Drink. Etwas Lässigkeit. Seichte Musik und seichtes Wasser.
Ein Eis am Stiel und ein Stück Kuchen. Der Geruch von Pommes.
Das ist Sommer. Das passte wohl nicht mehr auf den Bild, Kanniksky? Oder kannst du Pommesgestank nicht malen?
Der Sommer ist auch so schon anstrengend.
Was willst du uns sagen, die wir deine Bilder sowieso nicht kaufen?
Frauen bestehen in erster Linie aus Sonnenbrille, einem knappen Oberteil und teilweise richtig eingefärbtem Blondhaar? Dazwischen ein pinkfarbener Lippenstift, der Rest überzogen von sonnenstudiogebrutzelter Haut?
Das ist ja nun nicht neu.
Ein paar Arme wären ok.
Und ein Paar Beine.
Ein Unterteil dazu.
Etwas Strand. Ein Drink. Etwas Lässigkeit. Seichte Musik und seichtes Wasser.
Ein Eis am Stiel und ein Stück Kuchen. Der Geruch von Pommes.
Das ist Sommer. Das passte wohl nicht mehr auf den Bild, Kanniksky? Oder kannst du Pommesgestank nicht malen?
Gedichte mit unbekannten Tieren drin: Georg Krakl - Wiesenschneck (2012)
Der Grottenolm,
der nagt am Barrenholm
und steht dem Wiesenschneck
sehr nahe, doch im Dreck.
Und das behagt ihm wenig,
der Löwe ist ihm lieber, weil ein König.
Der Löwe ist hygienisch und der Löwe nagt an Knochen;
da nagt wohl auch der Rochen
gerne
schaut der in die Sterne
in der Nacht
was den Rochen sehr sympathisch macht.
Der Grottenolm
mit seinem Barrenholm
bleibt wohl im Dreck
beim Wiesenschneck.
der nagt am Barrenholm
und steht dem Wiesenschneck
sehr nahe, doch im Dreck.
Und das behagt ihm wenig,
der Löwe ist ihm lieber, weil ein König.
Der Löwe ist hygienisch und der Löwe nagt an Knochen;
da nagt wohl auch der Rochen
gerne
schaut der in die Sterne
in der Nacht
was den Rochen sehr sympathisch macht.
Der Grottenolm
mit seinem Barrenholm
bleibt wohl im Dreck
beim Wiesenschneck.
Miriam Makaber: Baum!
![]() |
| Valdimir Kanniksky: Baum (2012) |
| Lieber Baum! |
Vielleicht bist du das Blatt,
auf dem ich im nächsten Jahr schreibe?
Miriam
Stuhl in Sülz
Das Hotel war belegt, trotz vorheriger Buchung. Die Rezeptionisten taten so, als sei das nicht ihre Schuld, sondern wenn schon, dann eher die unsere. Vielleicht aber hatte auch das Schicksal mit schwerem Hammer zugeschlagen. Es gab noch zwei vereinzelte Einzelzimmer in unterschiedlichen Stockwerken, wohl um Männer und Frauen voneinander zu trennen. Das Hotel sollte italienische Möbel haben, versprach das Buchungsunternehmen.
Wo sollten die sein?
Das Einzelzimmer hatte einen Balkon, den man über den Flur betreten konnte. Einer für alle. Und hier endlich das italienische Möbel: Ein Stuhl mit einem Elektrokabel.
Ein elektrischer Stuhl
War das nicht eher amerikanisch?
Der Stimmung entsprach dem Stuhl.
Wer sich nicht auf die Straße stürzen wollte, weil ihn das Hotel in eine tiefe Niedergeschlagenheit getrieben hatte, konnte sich setzen. Menschen am Strom.
Der Rhein floss entfernt und still.
Wo sollten die sein?
Das Einzelzimmer hatte einen Balkon, den man über den Flur betreten konnte. Einer für alle. Und hier endlich das italienische Möbel: Ein Stuhl mit einem Elektrokabel.
Ein elektrischer Stuhl
War das nicht eher amerikanisch?
Der Stimmung entsprach dem Stuhl.
Wer sich nicht auf die Straße stürzen wollte, weil ihn das Hotel in eine tiefe Niedergeschlagenheit getrieben hatte, konnte sich setzen. Menschen am Strom.
Der Rhein floss entfernt und still.
Georg Krakl: Tröpfe (2011)
Geschöpfe!
Gebunden an Tröpfe.
Gegen Altern und Sterben und Seuchen
gehalten von prallvollen Schläuchen,
starrt verloren an eiskalte Decke
und wälzt euch im eigenen Drecke.
Von wegen: das Himmelreich erben!
Ihr dürft nicht so einfach mal sterben...
Gebunden an Tröpfe.
Gegen Altern und Sterben und Seuchen
gehalten von prallvollen Schläuchen,
starrt verloren an eiskalte Decke
und wälzt euch im eigenen Drecke.
Von wegen: das Himmelreich erben!
Ihr dürft nicht so einfach mal sterben...
Statt statt ttaSt
Ich schreibe begrauchen statt gebrauchen
Ich schreibe Bedatten statt Debatten
und ich schreibe Ben o! anstatt o Ben!
Tennu anstatt unnTen
Lager statt regaL
tot statt tot
Was ist los?
Ich schreibe Bedatten statt Debatten
und ich schreibe Ben o! anstatt o Ben!
Tennu anstatt unnTen
Lager statt regaL
tot statt tot
Was ist los?
Gaddafi hat in der Hitparade angefangen
Abschied hieß sein Titel mit der Startnummer 10 damals, ein Versprechen in Schlagerform, das er Jahrzehnte zu spät eingelöst wurde.
Gaddafi startete unter dem Künstlernamen Ricky Shayne erst mit einem Lied über das Kettensprengen, dann als libyscher Folklorestar mit "Abschied" bei Dieter Thomas Heck.
Was aus der Nummer geworden ist, entzieht sich der Kenntnis der Redaktion.
Als musikalische Grausamkeit wird heute noch die deutsche Einspielung von ELOISE gehandelt.
Der Künstler blieb zwar im Showgeschäft, wechselte aber in die Politik, um als Diktator Kasse zu machen und alle, die keine Fans waren, zu terrorisieren.
Das Lied:ABSCHIED
Gaddafi startete unter dem Künstlernamen Ricky Shayne erst mit einem Lied über das Kettensprengen, dann als libyscher Folklorestar mit "Abschied" bei Dieter Thomas Heck.
Was aus der Nummer geworden ist, entzieht sich der Kenntnis der Redaktion.
Als musikalische Grausamkeit wird heute noch die deutsche Einspielung von ELOISE gehandelt.
Der Künstler blieb zwar im Showgeschäft, wechselte aber in die Politik, um als Diktator Kasse zu machen und alle, die keine Fans waren, zu terrorisieren.
Das Lied:ABSCHIED
Weisheit des Alltags: Stehenlassen
Zu jemandem, den du stehen gelassen hast, solltest du nicht sagen, er sehe mitgenommen aus.
Lug und Trug im Internet
Italienisches Flair hatte das Internet versprochen, und ich träumte von der Blauen Lagune und Gondeln und wenigstens ein wenig Pizzageruch.
Und dann das: Die Kölner Ziege an der Wand, eingemauerte Amphoren, als wären wir in Griechenland, ein an die Wand genageltes Babyphon, Gnome, die an einer blauen Decke Turnübungen machten, eine lehmverkrustete Wand, als wären ein paar Nomaden gerade in die Sesshaftigkeit gewechselt und dann auch noch orientalische Schriftzeichen an den Wänden, rot beschmierte Türrahmen, als wäre der Rachegott letzte Nacht eine Runde Schlachten gegangen und hätte das Opferblut verschmiert, um Unheil abzuwenden oder Heuschrecken zum Flugstorno zu zwingen.
Die Brötchen vom Backshop, der Kaffee aus der Maschine, die Butter deutsch, der Käse vom Lidl.
Italiens Flair. Ok, wir sind alle ein bisschen italienisch.
Aber so geht es dann doch nicht.
Das Internet ist eine große Verschwörung! Lug und Trug! Und dann richtig abkassieren.
Und: Köln liegt sowieso nicht in Italien.
Gut, dass der FC wenigstens abgestiegen ist.
War die Musik von Softmachine eigentlich gut?
Softmachine
Es war die Brille, die uns abgeschreckt hatte. Wir wussten nie genau, ist das Musik, die wir gut finden müssen? Die dunklen Pullover, diese Rollkrägen, dieses Gezirpe und Gejaule, dieses hektische Rumgepoltere und dann dieses chaotische Gekrache. Es war intellektuell. Der Keyboarder war intellektuell. Der trug diese Brille, die uns verunsicherte. Wir hätten sagen können: Drecksmusik, was soll das Gezirpe, Gejaule und Gekrache, wir wollen Cream! Aber da waren wir uns nie sicher, ob Ginger Baker der beste Schlagzeuger war oder nicht, zumal er gelegentlich einen Schwarzen an afrikanischen Trommeln brauchte, wahrscheinlich um nicht aus dem Takt zu kommen. Damals wurde ja viel gebechert und geraucht und gekokst. Die wussten doch oft gar nicht, dass sie auf der Bühne standen.
Heute wissen wir es besser: Das war tolle Musik.
Schade. Wenn wir das damals schon gewusst hätten, hätten wir es genießen können.
Softmachine mal hören können
Die Welt steht kopf!
Einer macht einen Kopfstand und glaubt, die ganze Welt hätte sich gedreht. Jubelnd hüpft er auf den Händen und denkt, dass er etwas Neues gefunden hat. Dabei hat sich nichts geändert. Alles ist geblieben, wie es war. Nur ein einzelner Sportler hat sich verändert, was im Grunde niemanden interessiert, nicht einmal den Verein in dem er trainiert.
Aber der einzelne Mensch hält sich für bedeutender, als er ist.
Ich bin großartig, ich habe etwas entdeckt!, schwärmt er.
Wenn das niemand wissen will, tröstet er sich mit dem Gedanken, dass die Menschheit erst Jahrzehnte später reif sein wird, seine Erkenntnis zu verstehen: Die Welt steht kopf und weiß es nicht.
Aber so war das ja immer gewesen. Warum sollte das jetzt anders sein?
Katastrophal.
Die Menschheit ja darüber hinaus ja auch Schwierigkeiten, das Plusquamperfekt richtig zu gebrauchen.
Aber der einzelne Mensch hält sich für bedeutender, als er ist.
Ich bin großartig, ich habe etwas entdeckt!, schwärmt er.
Wenn das niemand wissen will, tröstet er sich mit dem Gedanken, dass die Menschheit erst Jahrzehnte später reif sein wird, seine Erkenntnis zu verstehen: Die Welt steht kopf und weiß es nicht.
Aber so war das ja immer gewesen. Warum sollte das jetzt anders sein?
Katastrophal.
Die Menschheit ja darüber hinaus ja auch Schwierigkeiten, das Plusquamperfekt richtig zu gebrauchen.
Stadt oder Land
In der Stadt herrscht Anonymität. Niemand interessiert sich für niemanden. Alle laufen aneinander vorbei. Verstorbene verwesen hinter verschlossenen Türen.
Aber: Der Mensch hat seine Ruhe. Spätestens hinter den verschlossenen Türen.
Auf
dem Lande kennt jeder jeden, und jeder weiß über jeden Bescheid.
Informationslücken werden selbständig gefüllt. Steh nicht zu lange vor einem Haus, morgen willst du es kaufen.
Sprich nicht zu lange mit einer Nachbarin, morgen hast du ein Liebesverhältnis mit ihr.
Überleg, was du im Ort einkaufst. Eine Flasche Schnaps zu viel, vor allem die billige Sorte, morgen bist du vielleicht Alkoholiker, oder hast einen zu Hause.
Die
Menschen nehmen Anteil am Leben der Mitbewohner. Besondere Zuwendung erfahren die Zugereisten. Sorgenvoll scheint der fest Verwurzelte auf das Treiben der "Neuen". Werden sie die Sitten und Gebräuche des Dorfes respektieren und sich ihnen unterwerfen? Werden sie ihren Rasen kurz halten, ihre Rasenkanten sauber schneiden und den Grünschnitt nicht einfach in den Straßengraben kippen?
Werden sie ihren Restmüll am Freitag verbrennen oder heimlich die ganze Woche einen kleinen Schwelbrand in Gang halten? Verboten. Einheimischen vorbehalten.
Ruckzuck ist das Ordnungsamt da.
Sprechen sie seltsam? Treten sie einem Verein bei? Helfen sie bei der jährlichen Müllbeseitigungsaktion der Feuerwehr?
Man
stellt Fragen und stellt Hypothesen auf.
In
diesem Rätselraten muss sich der Mensch aufgehoben fühlen. Und er muss versuchen, die Hypothesen zu widerlegen, zu falsifizieren. Manchmal geht das nur durch Wegziehen.
Aber wohin dann? Ab in die Stadt.
Brillenputztuch
Liebling, wo ist mein Brillenputztuch?
Du hast gar keine Brille, Schatz.
Aber ein Brillenputztuch.
Was machst du denn damit?
Ja nichts, ich suche es ja.
Aber was würdest du damit machen, wenn es da wäre?
Es muss ja irgendwo sein.
Wieso?
Weil ich es eben noch hatte.
Was willst du denn damit machen, wenn du doch gar keine Brille hast?
Ich will nur wissen, wo es ist.
Das reicht dir schon?
Ich finde, du musst nicht alles wissen.
Hast du Geheimnisse vor mir?
Nein, aber ich finde, du musst dir über so belanglose Dinge wie mein Brillenputztuch nicht den Kopf zerbrechen.
Früher hast du immer alles erzählt.
Jetzt geht die Leier wieder los. Früherfrüherfrüher. Wir leben nicht mehr früher.
Früher hast du auch Blumen mitgebracht.
Früher hast du auch nicht so viele dumme Fragen gestellt.
Du findest es also dumm, wenn ich frage, was du mit einem Brillenputztuch willst, wo du gar keine Brille hast?
Nein, eher überflüssig.
Soll ich mich denn für dich gar nicht mehr interessieren? Sind wir schon so weit?
Jetzt geht das wieder los!
Du wiederholst dich! Wenn es dich nervt, dass ich mal nachfrage, dann kann ich ja gehen.
Das sagst du auch jedes Mal.
Nein, gar nicht, aber diesmal frage ich eben. Weil du mir nicht egal bist.
Aber ein Brillenputztuch kann dir doch egal sein. Das ist nicht wichtig.
Mir schon. Ich entscheide immer noch selbst, was mir wichtig ist.
Ja, ja.
Immer sagst du jaja, wenn du deine Ruhe haben willst.
Dann hör doch jetzt mal auf, wenn du das so genau weißt.
Soll ich etwa gehen?
Das bringt jetzt nichts.
Beantworte meine Frage!
Du gehst doch sowieso nicht.
Diesmal schon.
Und wann?
Das wirst du schon sehen....
Du hast gar keine Brille, Schatz.
Aber ein Brillenputztuch.
Was machst du denn damit?
Ja nichts, ich suche es ja.
Aber was würdest du damit machen, wenn es da wäre?
Es muss ja irgendwo sein.
Wieso?
Weil ich es eben noch hatte.
Was willst du denn damit machen, wenn du doch gar keine Brille hast?
Ich will nur wissen, wo es ist.
Das reicht dir schon?
Ich finde, du musst nicht alles wissen.
Hast du Geheimnisse vor mir?
Nein, aber ich finde, du musst dir über so belanglose Dinge wie mein Brillenputztuch nicht den Kopf zerbrechen.
Früher hast du immer alles erzählt.
Jetzt geht die Leier wieder los. Früherfrüherfrüher. Wir leben nicht mehr früher.
Früher hast du auch Blumen mitgebracht.
Früher hast du auch nicht so viele dumme Fragen gestellt.
Du findest es also dumm, wenn ich frage, was du mit einem Brillenputztuch willst, wo du gar keine Brille hast?
Nein, eher überflüssig.
Soll ich mich denn für dich gar nicht mehr interessieren? Sind wir schon so weit?
Jetzt geht das wieder los!
Du wiederholst dich! Wenn es dich nervt, dass ich mal nachfrage, dann kann ich ja gehen.
Das sagst du auch jedes Mal.
Nein, gar nicht, aber diesmal frage ich eben. Weil du mir nicht egal bist.
Aber ein Brillenputztuch kann dir doch egal sein. Das ist nicht wichtig.
Mir schon. Ich entscheide immer noch selbst, was mir wichtig ist.
Ja, ja.
Immer sagst du jaja, wenn du deine Ruhe haben willst.
Dann hör doch jetzt mal auf, wenn du das so genau weißt.
Soll ich etwa gehen?
Das bringt jetzt nichts.
Beantworte meine Frage!
Du gehst doch sowieso nicht.
Diesmal schon.
Und wann?
Das wirst du schon sehen....
Spielerisch die gesellschaftlichen Probleme lösen
| Vincent van Eijnoor: Fang das Kind auf! (2012) |
Wer hat den Hut auf?, fragt die Gemeinde oder die Arbeitsgruppe, die gerade gegründet worden ist, weil es inhaltlich nicht weitergeht.
Wer den Hut auf hat, hat das Sagen. Wenn zwei da sind, die Hüte aufhaben, muss der eine dem anderen die Kopfbedeckung mit einem Stock vom Kopf schlagen, was früher unter dem Namen "Kopfschlagen" ein beliebtes Kinderspiel war.
Der mit dem Hut hat dann das Weitersagen, was nicht zu verwechseln ist mit "Stiller Post", wo man dem Ersten das Wort "Hamburg" ins Ohr flüstert, das dann beim Zehnten als "Furzmolle" wieder herauskommt.
Es kann nur einer den Hut aufhaben, weil es immer nur einen geben kann. Das ist das Highlanderprinzip, nach dem der Gegner geköpft wird. Das Hutwegschlagen ist also eine symbolische Enthauptung.
Fang das Kind auf!
Dieses Spiel ist jetzt ganz neu und wird gern gespielt, wenn das Betreuungsgeld nicht pünktlich ausgezahlt wird.
Rudi schmeißt den Olli und Berni ist das soziale Netz, das ihn auffängt. Manchmal hat Berni überhaupt kein Ballgefühl.
Hauptsache spielen!
So lässt sich alles mit einer gewissen Leichtigkeit ertragen.
Man darf nur nicht drüber lachen.
Abonnieren
Posts (Atom)



































