Bodos Welt mischt sich ein. Für Minden und die ganze Welt. Bodos Welt bleibt stehen, wo andere weitergehen. Bodos Welt geht weiter, wo andere stehen bleiben. Parteiisch. Übernatürlich. Unablässig. Erscheint täglich. Unaufhörlich.Unhöflich.
Müffelnde Halstücher
Fury roch damals nach Pferd. Das haben Pferde so an sich. Aber Pete, die alte Knitterbacke, dieser nette, freundliche, immer gut gelaunte Greis von 52 und gefühlten 80, das war eine Herausforderung, also mehr das Halstuch. Pete war immer nett am Set, hatte immer einen Rat auf Lager, er verkörperte im Film das, was er auch im Leben war, und das Halstuch, das trug er auch privat. Ich weiß gar nicht, ob das Halstuch aus der Zeit vor Fury war, oder ob es so speckig aus dem Fundus kam. Wenn wir traurig waren, konnte Pete trösten, wenn uns der Regisseur mal wieder richtig zusammengeschissen hatte, dass wir in keine Satteltasche passten, kam unser guter alter Faltenbalg, wie wir ihn gerne nannten, und fing an zu knuddeln. Er war ja auch ohne Frau und im Film kamen sowieso keine Frauen vor, das hätte den Plot ja noch komplizierter gemacht. Diese Drückerei jedenfalls sollte uns wohl wieder aufbauen, und das hat es dann auch, anders als Pete dachte. Immer wenn er uns losließ, gaben wir diesen ausatmenden Stoßseufzer von uns, weil wir die ganze Zeit die Luft angehalten hatten. Das war wie Extremtieftauchen ohne Atemgerät, denn Pete konnte lange und heftig drücken. Vielleicht brauchte er das auch irgendwie, er hatte ja auch Bedürfnisse, aber sein Halstuch hat uns einfach die Luft genommen. Pete dachte bei unseren erleichterten Ausatmern immer, das uns jetzt wohler sei. War es ja auch. Später haben wir uns aus den Augen verloren; ich habe Pete nie ohne dieses Halstuch gesehen.
Dein Bandana stinkt
Laura lehnte sich an Hotti und war glücklich. Sie spürte seine Wärme und es störte sie überhaupt nicht, dass er einen Kopf kleiner war als sie. Wenn sie saßen oder lagen, fiel das kaum auf. Sie sog die laue Abendluft ein und betrachtete den sinkenden Feuerball am Horizont, dessen letztes Licht die kommende Nacht ankündigte. Hotti bewegte sich, er schmiegte sich an sie und blickte hoch. Seine Augen strahlten, er musste glücklich sein, er war glücklich. Laura. Meine Laura, dachte er. Wie lange hatte er gezögert, sie anzusprechen? Die Zeit war zwischen seinen Händen verschwunden wie ein Eiswürfel, den er sich häufig aus seinem Bourbon geklaubt hatte und dann gedankenverloren betrachtet hatte. Wie klein war die Zeit geworden, wie unbedeutend. Jetzt hielt er Laura im Arm, es störte ihn nicht, dass sie einen guten Kopf größer war. Ein guter Kopf, hahaha, dachte Hotti, ja, sie hatten einen guten Kopf, da gab es nichts dran zu rütteln.
Jetzt standen sie vor Hottis Harley und betrachteten den Sonnenuntergang. Laura küsste Hotti auf den Kopf.
Da war er wieder. Dieser Geruch. Was kann das sein?, dachte Laura. Sie hatte geduscht heute Morgen, Hotti gestern nach der anstrengenden Tour durch das Valley.
Sag mal, Hotti, kann es sein, dass dein Bandana stinkt?
Hotti flüsterte: Ein Bandana wäscht man nicht. Ein Bandana ist für die Ewigkeit.
In diesem Moment wünscht sich Laura, sie wäre einen guten Kopf kleiner als Hotti, obwohl, nein, dann wäre sie fast zwergwüchsig, nein, Hotti wäre zwei Köpfe größer als sie.
Das hatte sie nicht gewusst: Dass man sein Bandana nicht wäscht, nicht mal in der Handwäsche wahrscheinlich.
Laura schluckt und wusste, dass diese Beziehung am Anfang ihres Endes stand.
Die Musik zum Sonnenuntergang: Hey Baby (Jimi Hendrix)
Lieder mit Bandana drin: Me and Bobby McGhee (Janis Joplin)
Jetzt standen sie vor Hottis Harley und betrachteten den Sonnenuntergang. Laura küsste Hotti auf den Kopf.
Da war er wieder. Dieser Geruch. Was kann das sein?, dachte Laura. Sie hatte geduscht heute Morgen, Hotti gestern nach der anstrengenden Tour durch das Valley.
Sag mal, Hotti, kann es sein, dass dein Bandana stinkt?
Hotti flüsterte: Ein Bandana wäscht man nicht. Ein Bandana ist für die Ewigkeit.
In diesem Moment wünscht sich Laura, sie wäre einen guten Kopf kleiner als Hotti, obwohl, nein, dann wäre sie fast zwergwüchsig, nein, Hotti wäre zwei Köpfe größer als sie.
Das hatte sie nicht gewusst: Dass man sein Bandana nicht wäscht, nicht mal in der Handwäsche wahrscheinlich.
Laura schluckt und wusste, dass diese Beziehung am Anfang ihres Endes stand.
Die Musik zum Sonnenuntergang: Hey Baby (Jimi Hendrix)
Lieder mit Bandana drin: Me and Bobby McGhee (Janis Joplin)
Mäckes-Barbie im Verkauf
Kunde: Barbie, gib mir ein Mettbrötchen!
Barbie: Nenn mich nicht Barbie.
Kunde: Du duzt mich doch.
Barbie: Trotzdem.
Kunde: Heißt du nicht Barbie?
Barbie: Schon.
Kunde: Wie soll ich dich denn dann nennen?
Barbie: Das ist nicht mein Problem.
Kunde: Finde ich schon.
Barbie: Ich habe keine Probleme....
Kunde: Blödsinn.
Barbie: ...höchstens mit Kunden, die mich Barbie nennen und ich das nicht will.
Kunde: Ich nenn dich einfach Barbie.
Barbie: Lass das.
Kunde: Wenn du aber doch so heißt?
Barbie: Es gibt auch andere Namen. Wie heißt du zum Beispiel?
Kunde: Herbert.
Barbie: Ich sag ja auch nicht Herbert zu dir.
Kunde: Doch, hast du gerade gemacht.
Barbie: Hab ich nicht.
Kunde: Und ob. Du hast gesagt: Ich sag ja auch nicht Herbert zu dir!
Barbie: Ich heiß ja auch nicht Herbert.
Kunde: Das war ein Zitat.
Barbie: Wie du willst.
Kunde: Ich will ein Mettbrötchen.
Barbie. Wie du willst. Nicht: Was du willst.
Kunde: Ist hier ein Burgerking in der Nähe?
Barbie: Du musst dich endlich entscheiden.
Kunde: Ich nehm dann die Nulldiät.
Barbie: Typisch Mann. Immer gleich beleidigt.
Kunde ab.
Barbie: Nenn mich nicht Barbie.
Kunde: Du duzt mich doch.
Barbie: Trotzdem.
Kunde: Heißt du nicht Barbie?
Barbie: Schon.
Kunde: Wie soll ich dich denn dann nennen?
Barbie: Das ist nicht mein Problem.
Kunde: Finde ich schon.
Barbie: Ich habe keine Probleme....
Kunde: Blödsinn.
Barbie: ...höchstens mit Kunden, die mich Barbie nennen und ich das nicht will.
Kunde: Ich nenn dich einfach Barbie.
Barbie: Lass das.
Kunde: Wenn du aber doch so heißt?
Barbie: Es gibt auch andere Namen. Wie heißt du zum Beispiel?
Kunde: Herbert.
Barbie: Ich sag ja auch nicht Herbert zu dir.
Kunde: Doch, hast du gerade gemacht.
Barbie: Hab ich nicht.
Kunde: Und ob. Du hast gesagt: Ich sag ja auch nicht Herbert zu dir!
Barbie: Ich heiß ja auch nicht Herbert.
Kunde: Das war ein Zitat.
Barbie: Wie du willst.
Kunde: Ich will ein Mettbrötchen.
Barbie. Wie du willst. Nicht: Was du willst.
Kunde: Ist hier ein Burgerking in der Nähe?
Barbie: Du musst dich endlich entscheiden.
Kunde: Ich nehm dann die Nulldiät.
Barbie: Typisch Mann. Immer gleich beleidigt.
Kunde ab.
Umarmen oder Umarmtwerden?
Manche halten es für ein Grundbedürfnis: Umarmt zu werden. Neidisch blicken die am Rande Stehenden auf das Herzen und Kosen der Nachbarschaft, die Thekenfreundschaften und Grillbekanntschaften schließen und sich in bierseliger Laune in den Arm nehmen.
Damals nahm Mutter die Kleinen in den Arm, drückte und küsste; manchmal ließ sie die Kleinen in der Ecke stehen und brüllen, sie sollten bloß nicht verweichlicht werden, und überhaupt hatte sie einen Kessel Buntes auf dem Herd, da war jetzt keine Zeit zum Knuddeln; auch Friedhelm, der Postbote, konnte jeden Moment vor der Tür stehen mit der neusten Ausgabe von "Die moderne Hausfrau". Vor allem sollte solch temporäre Ignoranz, auch wenn Mutter das Wort nicht kannte, auf oben genannte Situationen vorbereiten. Abseits stehen und nicht umarmt werden. Früher konnten die Kleinen brüllen. Heute wäre das unschicklich. Aber kompensiert werden muss der Frust auf jeden Fall. In seiner zurückhaltenden Form sehen wir Menschen, die sich selbst umarmen. In einer mittel-lästigen Form rennen die Menschen hin und drücken alles, was vom anderen Geschlecht ist; das findet sich oft bei benachteiligten Männern, die Opfer sind vorwiegend Frauen, welche häufig im Unterleibsbereich zurückweichen, weil sie dem Überraschungsangriff anders nicht begegnen können. In der traurigsten Form tritt uns der Große Weltumarmer entgegen, der alles, was ihm vor die Brust kommt, in seine Arme schließt und glaubt, er habe etwas Engelhaftes in seinem Tun erkannt, das die Menschen glücklich machen müsse.
Was liegt in der Kindheit nicht alles begründet und verborgen!
Ist denn Umarmtwerden überhaupt ein Grundbedürfnis, oder nur eine bittere Reminiszenz an das Rumbrüllen hinterm Küchenherd, weil Mutter gerade die "Moderne Hausfrau" in die Hände gedrückt bekommt?
Kleidung hat Funktion
Kleidung muss nicht immer zweckmäßig sein. Sie muss auch nicht immer schön sein. Kleidung bedeckt den Körper und ermöglicht es den Menschen, nicht nur nackt herumzulaufen, sondern bekleidet.
Das ist die Funktion von Kleidung, die Vermeidung von Scham. Was wäre, wenn alle nackt herumliefen und keiner wüsste was davon? Dann wären wir wieder im Paradies und müssten nur aufpassen, nicht wieder von diesem Apfelbaum zu essen, nicht wieder der Schlange zu lauschen, nicht auf Eva hereinzufallen. Die Frage stellt sich dann aber: Wer von den abertausend Frauen ist denn Eva?
Egal. Noch ist keiner nackt, und wenn, merkt das jeder sofort; also: Kein Paradies.
So gilt es, ein wenig auf sich zu achten, denn Kleidung kann ja schön sein, Kleidung kann auch anderen Zwecken dienen, zum Beispiel, sie später auszuziehen. Wenn man das vielleicht zu zweit macht, dann hat sie ihre profane Funktion überwunden und steigert sich in zwischenmenschliche Dimensionen, die ihrer entbehren können. Das kann gefühlt der Warteraum zum Paradies sein, welches aber wieder mal geschlossen hat. Und zwar bis auf Weiteres. Vorsicht, wenn in den Warteraum die Morgensonne scheint.
Das ist die Funktion von Kleidung, die Vermeidung von Scham. Was wäre, wenn alle nackt herumliefen und keiner wüsste was davon? Dann wären wir wieder im Paradies und müssten nur aufpassen, nicht wieder von diesem Apfelbaum zu essen, nicht wieder der Schlange zu lauschen, nicht auf Eva hereinzufallen. Die Frage stellt sich dann aber: Wer von den abertausend Frauen ist denn Eva?
Egal. Noch ist keiner nackt, und wenn, merkt das jeder sofort; also: Kein Paradies.
So gilt es, ein wenig auf sich zu achten, denn Kleidung kann ja schön sein, Kleidung kann auch anderen Zwecken dienen, zum Beispiel, sie später auszuziehen. Wenn man das vielleicht zu zweit macht, dann hat sie ihre profane Funktion überwunden und steigert sich in zwischenmenschliche Dimensionen, die ihrer entbehren können. Das kann gefühlt der Warteraum zum Paradies sein, welches aber wieder mal geschlossen hat. Und zwar bis auf Weiteres. Vorsicht, wenn in den Warteraum die Morgensonne scheint.
Da ist was schief gelaufen...
Mücken umschwirr'n mich,
wie Motten das Licht.
Wer weitere Missverständnisse vermeiden will, hier ein Film in deutscher Sprache mit deutschen Untertiteln. Da geht nichts mehr scheif.
Wer weitere Missverständnisse vermeiden will, hier ein Film in deutscher Sprache mit deutschen Untertiteln. Da geht nichts mehr scheif.
Nicht nur im Kino: Vor der Blutsbrüderschaft den Test machen
Karl: Du sollst nicht immer unter mein Lederhemd fassen!
Winne : Sieht doch keiner!
Karl: Ich mag das nicht!
Winne: Bist du Rassist?
Karl: Ich bin Deutscher.
Winne: Na, also.
Karl: Was heißt das?
Winne: Ein Rassist, der Deutscher ist, lässt sich nicht gern unter die Bluse fassen.
Karl: Das ist keine Bluse!
Winne: Aha!
Karl: Das ist ein Lederhemd mit Fransen.
Winne: Und wo trägt man das sonst?
Karl: Das kann man immer tragen.
Winne: Sollten wir nicht eigentlich Blutsbrüderschaft machen?
Karl: Wie, machen?
Winne: Also, ich schneid mir ein Loch in den Arm und du auch, und dann pressen wir die Arme aufeinander.
Karl: Das mag ich nicht.
Winne: Was jetzt?
Karl: Die Blutsbruderschaft.
Winne: Blutsbrüderschaft.
Karl: Klugscheißer.
Winne: Also, was ist jetzt?
Karl: Mit dem Schneiden, das mag ich nicht.
Winne: Komm, ist doch nur ein kleiner Schnitt.
Karl: Und wenn nicht?
Winne: Komm, jetzt sei keine Memme.
Karl: Nenn mich nicht Memme!
Winne: Wenn's doch stimmt?
Karl: (haut seine Schmetterfaust an Winnis Schläfe) Da hast du deine Memme!!!!
Winne: (kippt um)........
Karl: Und überhaupt! Hast du mal an Aids gedacht?
Winne: ......
Winne : Sieht doch keiner!
Karl: Ich mag das nicht!
Winne: Bist du Rassist?
Karl: Ich bin Deutscher.
Winne: Na, also.
Karl: Was heißt das?
Winne: Ein Rassist, der Deutscher ist, lässt sich nicht gern unter die Bluse fassen.
Karl: Das ist keine Bluse!
Winne: Aha!
Karl: Das ist ein Lederhemd mit Fransen.
Winne: Und wo trägt man das sonst?
Karl: Das kann man immer tragen.
Winne: Sollten wir nicht eigentlich Blutsbrüderschaft machen?
Karl: Wie, machen?
Winne: Also, ich schneid mir ein Loch in den Arm und du auch, und dann pressen wir die Arme aufeinander.
Karl: Das mag ich nicht.
Winne: Was jetzt?
Karl: Die Blutsbruderschaft.
Winne: Blutsbrüderschaft.
Karl: Klugscheißer.
Winne: Also, was ist jetzt?
Karl: Mit dem Schneiden, das mag ich nicht.
Winne: Komm, ist doch nur ein kleiner Schnitt.
Karl: Und wenn nicht?
Winne: Komm, jetzt sei keine Memme.
Karl: Nenn mich nicht Memme!
Winne: Wenn's doch stimmt?
Karl: (haut seine Schmetterfaust an Winnis Schläfe) Da hast du deine Memme!!!!
Winne: (kippt um)........
Karl: Und überhaupt! Hast du mal an Aids gedacht?
Winne: ......
Nina Ruge: Alles wird gut
Irgendwie fehlt das im Fernsehen, dieses "Alles wird gut!", so betulich, so unverbindlich und doch unverbrüchlich in der Verbindung mit dem staunenden Zuschauer, so weise dahingesprochen, so abgeklärt, so von oben herab geplaudert, so, als wenn der Zuschauer ein Jammerlappen sei, dem alles Mögliche passieren könnte, so, wie es Menschen mit Tourettesydrom nennen würden, verdammtbeschisssenabgefucktblödetussideinmakeupbröckeltwenndulachst! Was ist passiert, dass wir diesen Trost im Fernsehen nicht mehr finden? Nina, wo bist du? Hat dich dein Collagen verlassen, dass du dich nicht mehr auf die Straße oder vor die Kamera traust? Wir lieben dich auch mit Falten, vielleicht ein klein bisschen weniger, aber wir lieben dich, und darum geht es doch immer.
Sieben Jahre haben wir dich für zeitlos gehalten, eine Frau die nicht altert, weil du immer schon alt aussahst im krampfhaften Bemühen, jung zu wirken. Da kannst du nicht gewinnen.
Das ist aber nicht schlimm!
Komm zurück und sag uns dein "Alles wird gut!". Meiner Oma glaube ich das auch.
Sieben Jahre haben wir dich für zeitlos gehalten, eine Frau die nicht altert, weil du immer schon alt aussahst im krampfhaften Bemühen, jung zu wirken. Da kannst du nicht gewinnen.
Das ist aber nicht schlimm!
Komm zurück und sag uns dein "Alles wird gut!". Meiner Oma glaube ich das auch.
Georg Krakl: Nicht bummelnde Frauen (2010)
Eine Frau hockt still am Wegesrand,
sie fummelt an der linken Hand.
Die Leute gehn vorbei und denken:
Ist mir einerlei,
wenn Frauen still am Wege hocken und nicht bummeln,
sondern nur an ihrer Linken fummeln.
Mensch und Seehund
Früher war das Verhältnis von Mensch und Seehund noch ungetrübt. Da konnte jedermann seinen müden Arm auf dem Schädel des Meeressäugers legen; der freute sich und glaubte, dass das eine besondere Art der Zuneigung sei, die ihm der Zweibeiner entgegenbrachte, welche ihn aus der Masse der Meeresbewohner heraushob.
Der Mensch zog sich sogar nackt aus, um dem gänzenden Fell des nassen Seehundes möglichst ähnlich zu sein, und jener weiterhin glaubte, dass sich Mensch und Tier in inniger Freundschaft befänden. Der Mensch aber hatte nur die Absicht, immer, wenn ihm danach war, seinen müden Arm auf den Schädel des freundlichen Tieres zu legen. Ab und zu spendierte er ihm sogar eine Dose Ölsardinen, die dem Tier aber schlecht bekam, da es vergaß, die Dose vor dem Verzehr zu öffnen.
Später, als sich die Menschen wegen ihrer Nacktheit schämten und Kleider anzogen, brachten sie dem Seehund bei, mit Bällen zu jonglieren und kontaminierten Hering aus der Luft zu fangen, der aus sechs Meter Entfernung von Tierpflegern zugeworfen wurde. Mit Kleidung und Wurfentfernung schlich sich auch eine unüberwindbare Distanz zwischen die Freunde; der Mensch begann dann, den Seehund zu ignorieren und nicht einmal Schuhe oder Portemonnaies aus dem gegerbten Fell zu tragen, weil es angeblich doof aussähe, bzw. völlig retro.
Die Seehunde aber waren enttäuscht, denn seit Jahrhunderten hatten sie sich gewünscht, den Menschen Freunde zu sein, um vielleicht einmal als Hütehund auf die Herde Merinoschafe aufzupassen.
Seit aber die Synthetikbranche die ganze Wollpulloverindustrie zurückgedrängt hat, werden Hütehunde immer weniger gebraucht, häufig tut's sogar die Katze schon oder ein tollwütiges Meerhschweinchen.
Arme Seehunde, singt der Kapitän des Feuerschiffes Elbe 1, wer hat euch verraten?
Immer wenn das Lied erklingt, heulen die Seehunde und wälzen sich auf den eigens aufgestellten Seehundsbänke, die nur noch der Unterhaltung gelangweilter Touristen dienen.
Der Mensch zog sich sogar nackt aus, um dem gänzenden Fell des nassen Seehundes möglichst ähnlich zu sein, und jener weiterhin glaubte, dass sich Mensch und Tier in inniger Freundschaft befänden. Der Mensch aber hatte nur die Absicht, immer, wenn ihm danach war, seinen müden Arm auf den Schädel des freundlichen Tieres zu legen. Ab und zu spendierte er ihm sogar eine Dose Ölsardinen, die dem Tier aber schlecht bekam, da es vergaß, die Dose vor dem Verzehr zu öffnen.
Später, als sich die Menschen wegen ihrer Nacktheit schämten und Kleider anzogen, brachten sie dem Seehund bei, mit Bällen zu jonglieren und kontaminierten Hering aus der Luft zu fangen, der aus sechs Meter Entfernung von Tierpflegern zugeworfen wurde. Mit Kleidung und Wurfentfernung schlich sich auch eine unüberwindbare Distanz zwischen die Freunde; der Mensch begann dann, den Seehund zu ignorieren und nicht einmal Schuhe oder Portemonnaies aus dem gegerbten Fell zu tragen, weil es angeblich doof aussähe, bzw. völlig retro.
Die Seehunde aber waren enttäuscht, denn seit Jahrhunderten hatten sie sich gewünscht, den Menschen Freunde zu sein, um vielleicht einmal als Hütehund auf die Herde Merinoschafe aufzupassen.
Seit aber die Synthetikbranche die ganze Wollpulloverindustrie zurückgedrängt hat, werden Hütehunde immer weniger gebraucht, häufig tut's sogar die Katze schon oder ein tollwütiges Meerhschweinchen.
Arme Seehunde, singt der Kapitän des Feuerschiffes Elbe 1, wer hat euch verraten?
Immer wenn das Lied erklingt, heulen die Seehunde und wälzen sich auf den eigens aufgestellten Seehundsbänke, die nur noch der Unterhaltung gelangweilter Touristen dienen.
Rick van der Linden: Hochzeit für Mutige
Kuck mal, was da los ist...
Wenn Menschen nicht teilen können
Dyskalkulie!, brüllen die Nichtteiler, wir haben Schwierigkeiten mit der Bruchrechnung! Wir können Zähler und Nenner nicht unterscheiden, und der Bruchstrich macht uns Angst. Da ist es doch nur verständlich, dass wir nicht teilen können. Alles Quatsch, dass wir Mehrlingskinder sind, die ihren Geschwistern nichts gönnen, deren Moral heißt: Nimm, was du kriegen kannst! Wir sind doch keine Finanzjongleure oder Politiker! Wir können einfach nicht rechnen.
Oder wir rechnen immer mit dem Schlimmsten, im übertragenen Sinne nämlich, und da diktiert die vorhergesehene Not die Tat.
Aber niemand darf uns vorwerfen, wir wollten nicht teilen!
Eigentlich möchten wir ja. Manchmal kommt es sogar vor, dass andere Menschen unseren Kuchen in Stücke geschnitten haben, und wir sollen jetzt das unsrige Stück auswählen. Lächerlich! Wieso soll ich mir von einem Kuchen, der mir sowieso gehört, weil ich ihn angefasst und heimlich drauf gespuckt habe, ein Stück aussuchen? Das ist alles meins!
Teilen ist etwas für Leute, die keinen Hunger haben, die sowieso schon alles besitzen, die alles im Überfluss genießen. Die können bequem was abgeben, weil zu Hause die 100fache Menge wartet, verprasst zu werden.
Dyskalkulie! Das ist keine Krankheit, das ist wie schlechte Rechtschreibung mit Zahlen und das ist angeboren, genau wie Lekasteni. Oder wie man das schreibt, das wissen die Betroffenen ja selbst nicht.
Dreimal null ist null, das mag den Rheinländer zufriedenstellen, weil er sich im Dauerkarneval befindet. Aber der Mitteldeutsche, in Sinne von Normal- oder Durchschnittsdeutsche, kann dem nicht folgen.
Dr.Hahn: Menschen, die nicht teilen können
Wenn Zeitgenossen nicht teilen können, so fühlen sie sich meist der Ganzheitlichkeit verpflichtet. Wie schon Fritz Pearls feststellte, ergänzen diese Personen immer ein unvollständiges Objekt zu einem Ganzen. Wer einen angebissenen Kuchen sieht, stellt sich vor, wie der vollständig ausgesehen hat. Es geht ihnen gar nicht darum, den ganzen Kuchen zu essen, sie wollen ihn nur besitzen. Häufig verschimmelt das Süßgebäck in der Brottrommel oder im Küchenschrank. Wohlwissend, dass Kuchen die Bauchspeicheldrüse unnötig belastet, wollen sie die Mitmenschen, quasi als Rationalisierung ihres unsozialen Tuns, vor der pathologischen Fehlentwicklung bewahren. In Wirklichkeit ist ihnen im Kindergarten zu oft das Butterbrot von älteren Insassen aufgegessen worden. Das traumatische Erlebnis initiiert immer wieder den Akt des Wegnehmens und Bewahrens. Nur durch einen direkten Ellbogenstoß auf die Frontzähne sind solche Menschen in ihrer Eigenart umzuerziehen.
Oder wir rechnen immer mit dem Schlimmsten, im übertragenen Sinne nämlich, und da diktiert die vorhergesehene Not die Tat.
Aber niemand darf uns vorwerfen, wir wollten nicht teilen!
Eigentlich möchten wir ja. Manchmal kommt es sogar vor, dass andere Menschen unseren Kuchen in Stücke geschnitten haben, und wir sollen jetzt das unsrige Stück auswählen. Lächerlich! Wieso soll ich mir von einem Kuchen, der mir sowieso gehört, weil ich ihn angefasst und heimlich drauf gespuckt habe, ein Stück aussuchen? Das ist alles meins!
Teilen ist etwas für Leute, die keinen Hunger haben, die sowieso schon alles besitzen, die alles im Überfluss genießen. Die können bequem was abgeben, weil zu Hause die 100fache Menge wartet, verprasst zu werden.
Dyskalkulie! Das ist keine Krankheit, das ist wie schlechte Rechtschreibung mit Zahlen und das ist angeboren, genau wie Lekasteni. Oder wie man das schreibt, das wissen die Betroffenen ja selbst nicht.
Dreimal null ist null, das mag den Rheinländer zufriedenstellen, weil er sich im Dauerkarneval befindet. Aber der Mitteldeutsche, in Sinne von Normal- oder Durchschnittsdeutsche, kann dem nicht folgen.
Dr.Hahn: Menschen, die nicht teilen können
Wenn Zeitgenossen nicht teilen können, so fühlen sie sich meist der Ganzheitlichkeit verpflichtet. Wie schon Fritz Pearls feststellte, ergänzen diese Personen immer ein unvollständiges Objekt zu einem Ganzen. Wer einen angebissenen Kuchen sieht, stellt sich vor, wie der vollständig ausgesehen hat. Es geht ihnen gar nicht darum, den ganzen Kuchen zu essen, sie wollen ihn nur besitzen. Häufig verschimmelt das Süßgebäck in der Brottrommel oder im Küchenschrank. Wohlwissend, dass Kuchen die Bauchspeicheldrüse unnötig belastet, wollen sie die Mitmenschen, quasi als Rationalisierung ihres unsozialen Tuns, vor der pathologischen Fehlentwicklung bewahren. In Wirklichkeit ist ihnen im Kindergarten zu oft das Butterbrot von älteren Insassen aufgegessen worden. Das traumatische Erlebnis initiiert immer wieder den Akt des Wegnehmens und Bewahrens. Nur durch einen direkten Ellbogenstoß auf die Frontzähne sind solche Menschen in ihrer Eigenart umzuerziehen.
Verpasste Lebenschancen durch Medizinzubehör
Mandy: Barbie, warum trägst du denn einen Mundschutz, bist du krank?
Barbie: Das trägt man halt so.
Mandy: Und warum?
Barbie: Ja, so halt.
Mandy: Und Ken? Der kann dich doch gar nicht küssen.
Barbie: Ach, Ken, Ken, der hat geheiratet.
Mandy: Und bist du glücklich?
Barbie: Wie kommst du darauf? Ich hatte gehofft, er hätte mich geheiratet, wo wir doch schon so lange zusammen waren. Und geküsst hat er eigentlich auch nicht mehr. Nein, ich bin nicht glücklich.
Mandy: Hey, Barbie, so viel hast du schon lange nicht mehr gesprochen, ich meine, zusammenhängend.
Barbie: Das liegt wohl am Mundschutz.
Mandy: Glaub ich nicht. Der filtert doch eigentlich den ganzen Mist aus, da kommt doch immer weniger raus, als man sagen will, und bei Blondinen oft gar nichts.
Barbie: Seit wann kennst du dich mit Mundschützen aus?
Mandy: Seit dem 1.Februar 2008.
Barbie: So lange schon? Das macht mich traurig, dass du gar nichts davon gesagt hast.
Mandy: Ich hatte damals auch einen Mundschutz auf.
Barbie: Heißt es auf oder um?
Mandy: An.
Beide schweigen 5 Sekunden.
Mandy: Wie heißt denn Kens Frau?
Barbie (schluchzt): Guido!
Mandy: Nein?
Barbie: Und Ken heißt in Wirklichkeit gar nicht Ken.
Mandy: Nein????
Barbie (schluchzt lauter): Nein.
Mandy: Barbie, dein Mundschutz wird nass.
Barbie (hört auf zu schluchzen): Stimmt. Ich föhn den mal trocken. (Geht ab.)
Mandy: Ich geht dann mal, ich wollt noch ein wenig mit meinem neuen Mundschutz trainieren.
Barbie: Das trägt man halt so.
Mandy: Und warum?
Barbie: Ja, so halt.
Mandy: Und Ken? Der kann dich doch gar nicht küssen.
Barbie: Ach, Ken, Ken, der hat geheiratet.
Mandy: Und bist du glücklich?
Barbie: Wie kommst du darauf? Ich hatte gehofft, er hätte mich geheiratet, wo wir doch schon so lange zusammen waren. Und geküsst hat er eigentlich auch nicht mehr. Nein, ich bin nicht glücklich.
Mandy: Hey, Barbie, so viel hast du schon lange nicht mehr gesprochen, ich meine, zusammenhängend.
Barbie: Das liegt wohl am Mundschutz.
Mandy: Glaub ich nicht. Der filtert doch eigentlich den ganzen Mist aus, da kommt doch immer weniger raus, als man sagen will, und bei Blondinen oft gar nichts.
Barbie: Seit wann kennst du dich mit Mundschützen aus?
Mandy: Seit dem 1.Februar 2008.
Barbie: So lange schon? Das macht mich traurig, dass du gar nichts davon gesagt hast.
Mandy: Ich hatte damals auch einen Mundschutz auf.
Barbie: Heißt es auf oder um?
Mandy: An.
Beide schweigen 5 Sekunden.
Mandy: Wie heißt denn Kens Frau?
Barbie (schluchzt): Guido!
Mandy: Nein?
Barbie: Und Ken heißt in Wirklichkeit gar nicht Ken.
Mandy: Nein????
Barbie (schluchzt lauter): Nein.
Mandy: Barbie, dein Mundschutz wird nass.
Barbie (hört auf zu schluchzen): Stimmt. Ich föhn den mal trocken. (Geht ab.)
Mandy: Ich geht dann mal, ich wollt noch ein wenig mit meinem neuen Mundschutz trainieren.
Ekseption und Rick: Scheiße , Mann
Rick van der Linden, der Mann mit dem schnellen Finger, nein, Plural, mit den flinken Fingern, der uns, den Tumben und Langsamen, die Klassik, also, die, die jeder sowieso kannte, aber nicht nachsingen konnte, weil er Geigen hasste, beibrachte, indem er einfach die Melodie nachspielte und ein paar Zeltfestmusiker engagierte, die ihn auf Bass und Schlagzeug begleiten sollten. Rick hatte sich schön die Haare gewaschen und einen flotten Rechtsscheitel, was nicht seine politische Gesinnung wiedergeben, sondern eher wie eine Notenlinie wirken sollte. Wir starrten mit gebannten Ohren - hahaha! - auf die Tasten und dachten: Scheiße, Mann!
Und dabei ist es letztlich geblieben.
Später gab Rick ein Konzert in der Heimatstadt, kassierte richtig Geld, spielte 45 Minuten und verschwand dann. Wir dachten, es sei die Pause. Aber Rick kam nicht wieder und wir klatschten wie die Besessenen, denn wir wollten mehr Rick, oder unser Geld zurück.
Scheiße, Mann.
So war das eben damals. Also, mit Rick.
Rick hören
Und dabei ist es letztlich geblieben.
Später gab Rick ein Konzert in der Heimatstadt, kassierte richtig Geld, spielte 45 Minuten und verschwand dann. Wir dachten, es sei die Pause. Aber Rick kam nicht wieder und wir klatschten wie die Besessenen, denn wir wollten mehr Rick, oder unser Geld zurück.
Scheiße, Mann.
So war das eben damals. Also, mit Rick.
Rick hören
Bodos Briefe: Liebe Lady Gaga!
Ich bin erstaunt: Niemals im Leben hättest du, Gaga, es dir träumen lassen, Cher, der berühmten Cher, dein Fleischtäschchen in die Hand zu drücken, damit du einen "Award" entgegennehmen kannst. Dabei hast du wohl ganz possierlich mit den restlichen Fleischfetzen, aus denen dein Kleid gebastelt war, gewedelt.
Die reife Cher wird das wohl nicht weiter gejuckt haben, denn in den 60ern hat sie schon ihrem Gatten Sonny Bono die Rindsrouladen gewickelt und einen schmackhaften Sonntagsbraten daraus gemacht.
Was mich aber interessiert: Was hattest du denn in deinem Fleischtäschchen? Eine Frikadelle, oder den Käse, aus dem du deine nervtötenden Songs machst?
Fleisch treffen wir uns mal!
Fleisch auch nicht.
Nicht weiter schlimm.
Dein Bodo
Die reife Cher wird das wohl nicht weiter gejuckt haben, denn in den 60ern hat sie schon ihrem Gatten Sonny Bono die Rindsrouladen gewickelt und einen schmackhaften Sonntagsbraten daraus gemacht.
Was mich aber interessiert: Was hattest du denn in deinem Fleischtäschchen? Eine Frikadelle, oder den Käse, aus dem du deine nervtötenden Songs machst?
Fleisch treffen wir uns mal!
Fleisch auch nicht.
Nicht weiter schlimm.
Dein Bodo
Bodos Briefe: Liebe DAK!
Da hört man euch von "erweiterten Doktorspielen" sprechen, die in einem eurer Erholungsheime von 13jährigen gespielt - oder sagt man eher durchgeführt?- wurden.
Was sind denn erweiterte Doktorspiele?
Mutti, Mutti, er hat überhaupt nicht gebohrt!, schreit dass Mädchen im Werbespot vergangener Tage, und konnte damals noch nicht die Berufsgruppe der Zahnärzte diskriminieren.
Mama, der hat nicht gespritzt! Der hat die Spritze nicht mal in der Hand gehabt! Ist es das, was die DAK unter erweiterten Doktorspielen versteht?
Euphemismen haben schon andere vor euch benutzt; hier klingt das wie "Erweitertes Bildungsangebot" oder irgendetwas "extended", was es großzügig und kostenlos dazu gibt.
Eigentlich müsstet ihr da schon genauere Angaben machen können, denn ihr rechnet doch jeden Monat mit den Ärzten ab.
Vielleicht überfordere ich euch, denn hier waren es ja Kinder, denen wohl die erforderliche Aufsicht fehlte.
In Erwartung einer endgültigen Kategorisierung der Sparte "Doktorspiele" bleibe ich euer gespannter
Bodo
Was sind denn erweiterte Doktorspiele?
Mutti, Mutti, er hat überhaupt nicht gebohrt!, schreit dass Mädchen im Werbespot vergangener Tage, und konnte damals noch nicht die Berufsgruppe der Zahnärzte diskriminieren.
Mama, der hat nicht gespritzt! Der hat die Spritze nicht mal in der Hand gehabt! Ist es das, was die DAK unter erweiterten Doktorspielen versteht?
Euphemismen haben schon andere vor euch benutzt; hier klingt das wie "Erweitertes Bildungsangebot" oder irgendetwas "extended", was es großzügig und kostenlos dazu gibt.
Eigentlich müsstet ihr da schon genauere Angaben machen können, denn ihr rechnet doch jeden Monat mit den Ärzten ab.
Vielleicht überfordere ich euch, denn hier waren es ja Kinder, denen wohl die erforderliche Aufsicht fehlte.
In Erwartung einer endgültigen Kategorisierung der Sparte "Doktorspiele" bleibe ich euer gespannter
Bodo
Kein Trinkwasser - Sparprogramm erfasst Entwicklungshilfe
Dass Entwicklungshilfeminister Dirk "Evil" Kniebel kreativ sein kann, hat er in seinen Kolumnen für das Kontaktmagazin "praline" bewiesen. Dass er irgendwann Entwicklungshilfeminister werden würde, überstieg seine Vorstellungskraft, vielleicht sogar die der ganzen Menschheit, denn jahrelang hatte er für die Abschaffung des Ressorts plädiert. Immerhin wird sein Job gut bezahlt, und das versöhnt den kritischen Kniebel.
Seine Kreativität konnte er neuerdings zeigen, als er eine Antwort auf Merkels Fragen "Ja, wo können wir denn noch sparen, ohne uns selbst zu schaden?" lieferte.
Statt teurer Brunnenbauprojekte oder anderer Wasserbeschaffungsmaßnahmen in Entwicklungsländern schlug er das Anbringen von Schildern an Bäumen und Hütten vor: "Kein Trinkwasser" soll die Menschen einserseits darauf einstimmen, dass kein Trinkwasser vorhanden ist, und dass anderereits, falls Flüssigkeiten vorhanden sind, diese nicht getrunken werden sollten, weil sie höchstwahrscheinlich verunreinigt, oder gar kein Wassern seien, und ein erhebliches Infektionsrisiko darstellten. Vorbildliche Gesundheitserziehung geht hier Hand in Hand mit einem fortschrittlichen Sparprogramm. Das ist FDP!
Seine Kreativität konnte er neuerdings zeigen, als er eine Antwort auf Merkels Fragen "Ja, wo können wir denn noch sparen, ohne uns selbst zu schaden?" lieferte.
Statt teurer Brunnenbauprojekte oder anderer Wasserbeschaffungsmaßnahmen in Entwicklungsländern schlug er das Anbringen von Schildern an Bäumen und Hütten vor: "Kein Trinkwasser" soll die Menschen einserseits darauf einstimmen, dass kein Trinkwasser vorhanden ist, und dass anderereits, falls Flüssigkeiten vorhanden sind, diese nicht getrunken werden sollten, weil sie höchstwahrscheinlich verunreinigt, oder gar kein Wassern seien, und ein erhebliches Infektionsrisiko darstellten. Vorbildliche Gesundheitserziehung geht hier Hand in Hand mit einem fortschrittlichen Sparprogramm. Das ist FDP!
Trecker werden in Frankreich verstoßen
Im heimischen Raum ist der Trecker auf dem Lande ein Statussymbol; der mit dem größten, mit dem stärksten, mit dem schniekesten und den größten Reifen am Fahrzeug ist der König für einen Sommer.
Ganz anders in anderen Ländern, etwa in der Auvergne in Frankreich: Da ist jeder froh, wenn er seinen Trecker los wird. Wie das Tierheim die ausgestoßenen, abgelegten Heimtiere in Obhut nimmt, die nicht mehr den Ansprüchen der Besitzer genügen, so stößt der wegen einer Missernte frustrierte Landmann seine Zugmaschine ab und platziert sie auf ödem Feld neben dort harrenden Genossen.
Als warteten die Abgelegten auf das Startzeichen zur Rallye Paris-Dakar, stehen sie in Reih und Glied und rasten zwangsweise und rosten.
Der Franzose isst Baguette und trinkt tagsüber Rotwein: Das sind die Vorurteile, denen sich ein neues dazugesellt: Er verstößt seine Trecker und lässt die Zeit an ihnen nagen.
Stopp - Die Zeiten ändern sich
Früher reichte das einfache STOP!, um einen Mitmenschen zum Halten zu bringen. Erst mit dem Aufkeimen der Rechtschreibreform wurde es anders, die Menschen regten sich plötzlich auf, sie tobten und schrien, was der Unsinn denn solle; sie hätten jetzt jahrzehntelang relativ ordentlich geschrieben, jetzt würden sie wieder mehr Fehler machen. Sogar die Rechtschreibunkundigen meldeten sich lautstark zu Wort: Geldverschwendung! Ob wir nach der alten oder nach der neuen Rechtschreibung falsch schreiben, sei doch wohl völlig egal! Und hören könne man das sowieso nicht, denn dann hätten sie eben "KäldverschwendunK! Opp wi nacht der Aktenordner nacht der neunten Regtschreimung flasch bier tringen, dusseldoof!" geschrieben.
Da reicht ein einfaches P nicht, um den Mob zu stoppen, da ist schon ein doppeltes dran. Heißt es jetzt Mob oder doch Mopp?
Karl-Friedrich "Khalef" Motzke: Aus meinem Campingtagebuch(16) - Anhänger
Hetti: Ich finde immer noch, der sieht komisch aus.
Marki: Der Wagen? Jetzt fang nicht....
Hetti: An den habe ich mich gewöhnt; ich meine, der Anhänger.
Marki: Das ist ein Wohnwagen.
Hetti: Nicht ernsthaft, oder?
Marki: Ja, soll ich mir vielleicht ein 8-Meter-Monster hinter das Cabrio hängen?
Hetti: Ich habe mir den Kopf gestoßen beim Aufstehen.
Marki: Ich habe gleich gesagt, lass uns andersrum schlafen.
Hetti: Das geht doch mit deinen großen Füßen nicht.
Marki: Ins Cabrio passen die ja auch.
Hetti: Da kannst du ja auch sitzen. Trotzdem: Das passt irgendwie nicht.
Marki: Ich kann mir nun mal die Füße nicht verkleinern. Du kannst ja beim Aufstehen besser aufpassen.
Hetti: Ungeschminkt ist das ganz schlecht.....
Marki: Sieht doch sowieso keiner.
Hetti: Aber du!
Marki: Ich kenne dich doch. Mich brauchst du nicht mehr zu beeindrucken. Ich weiß auch, wie du ohne Schminke aussiehst.
Hetti (bricht in Tränen aus): Nein!!!! Du bist gemein!
Marki: Wenn's doch stimmt.
Hetti: Also liebst du mich nicht mehr?!
Marki: Schon.
Hetti: Was heißt schon? Das ist doch keine Antwort!
Marki: Doch.
Hetti: Wie doch?
Marki: Ich-lie-be-dich-doch!
Hetti: Das sagst du nur so dahin.
Marki: Ich habe extra deinetwegen den Wohnwagen gekauft.
Hetti: Anhänger! In einem Wohnwagen stößt man sich nicht den Kopf.
Marki: Ich schon.
Hetti: Ja, du. Immer nur du. Du bist ein Ichmensch.
Marki: Und du bist ein Dumensch.
Hetti: Das gibt es gar nicht.
Marki: Wohl.
Hetti: Nein.
Marki: Und ob.
Hetti: Du musst dich entscheiden. Ich oder der Anhänger.
Marki: Ich nehm den Anhänger.
Hetti(heult lauter): Du Ungeheuer! Ich hätte auf meine Mutter hören sollen, als sie gesagt hat, du hättest Segelohren und einen Silberblick.
Marki: Was hat das denn damit zu tun?
Hetti: Ist jetzt sowieso egal.
Marki: Wenn du meinst.
Hetti: Ja, meine ich.
Marki: Und das Cabrio?
Überhört: Die Steel Guitar
Was haben wir früher nicht alles wohlwollend überhört? Oder wussten wir gar nichts von der Existenz einer Steel Guitar? Anfangs glaubten wir an Hawaii, an weißen Sand, Palmen und halbnackte Mädchen, die uns Blumenketten andienten. Das war wohl ein Traum.
Cowboymusik war das, was Crosby und Kollegen da runterrasselten; es fehlte lediglich eine quietschende Geige, die zwischendurch auch ein paar Glissandi krächzte und ein Honky Tonk-Piano, dann hätte sich der enttäuschte Plattenkäufer mit einer Flasche Whisky den Frust weggespült.
Die Musiker waren wohl Wunschcowboys ohne eigenes Pferd; eine Pistole konnte ja damals jeder im Supermarkt kaufen. Die Gruppe wollte von diesem nervtötenden Gedudel, an dem sie hing, wie der Kuhtreiber an seinem Sattel, ablenken und verbreitete Botschaften für Eltern mit schwererziehbaren Kindern: Teach your children. Der Steel Guitar-Spieler tat, als interessiere ihn das gar nicht. Vielleicht war er selber ein Schwererziehbarer. Den größten und langanhaltensten Applaus erhielten Crosby und Co, als ihr Nervtöter mit der Brettgitarre auf den Knien wie erschossen vom Stuhl kippte und endlich die ganze Pracht des schönen Stückes zu hören war. Manchmal ist mehr wirklich weniger, bzw. umgekehrt.
Reinhören
Heißer Herbst
Die Grünen drohen ob der Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke, es werde ein "heißer Herbst" und die Regierungskoalition möge sich "warm anziehen".
Der kritische Konsument schluckt einen Moment und hält inne, irgendetwas stimmt hier nicht. Zwar ist er auf der Seite der Grünen, aber hat die bunte Claudia Roth ein Paradoxon konstruiert?
Wenn es heiß ist, zieht man sich nicht warm an. Dann würde einem ja noch heißer. Eher zieht man sich aus.
Ein Aufschrei geht durch die Republik: Angela Merkel im Bikini, Dirk Niebel in Badehose!
Die ganze unansehnliche Bagage in knappster Unterwäsche!
Sollte man da nicht lieber den üblen Kompromiss der Schwarzgelben hinnehmen, weil es die bessere Alternative ist?
Grüne, lasst den Herbst kalt werden, eiskalt, ganzganz eiskalt, damit sich die Koalition warm anziehen muss! Gibt denen Pelzmützen aus Zobelimitat, denn noch ist zu viel zu sehen von Gesichtern, deren Nasen immer länger werden, von Körpern mit kurzen Beinen.
Liebe Claudia Roth! Metaphern sind schön, wenn sie passen. Manchmal verwirren sie Sympathisanten, und das ist dann schade. Denken kommt vor dem Sprechen, sagt der weise Mann.
Der kritische Konsument schluckt einen Moment und hält inne, irgendetwas stimmt hier nicht. Zwar ist er auf der Seite der Grünen, aber hat die bunte Claudia Roth ein Paradoxon konstruiert?
Wenn es heiß ist, zieht man sich nicht warm an. Dann würde einem ja noch heißer. Eher zieht man sich aus.
Ein Aufschrei geht durch die Republik: Angela Merkel im Bikini, Dirk Niebel in Badehose!
Die ganze unansehnliche Bagage in knappster Unterwäsche!
Sollte man da nicht lieber den üblen Kompromiss der Schwarzgelben hinnehmen, weil es die bessere Alternative ist?
Grüne, lasst den Herbst kalt werden, eiskalt, ganzganz eiskalt, damit sich die Koalition warm anziehen muss! Gibt denen Pelzmützen aus Zobelimitat, denn noch ist zu viel zu sehen von Gesichtern, deren Nasen immer länger werden, von Körpern mit kurzen Beinen.
Liebe Claudia Roth! Metaphern sind schön, wenn sie passen. Manchmal verwirren sie Sympathisanten, und das ist dann schade. Denken kommt vor dem Sprechen, sagt der weise Mann.
Ein Garten braucht einen Zaun(1)
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| Wenn ein Zaun fehlt, kommt es oft zu Alkoholmissbrauch und Vandalismus |
Weg mit den Zäunen! Daran will sich kein Grüner mehr erinnern; mittlerweile hat er selbst ein schnuckeliges Eigenheim mit Naturschwimmbecken und Gewächshaus. Fehlt letztlich nur noch der Gartenzwerg, der wohlwollend und milde lächelnd das Ganze bewacht. Denn ein Zaun ist schon da, vielleicht, weil der Nachbar CDU-Wähler ist oder Katholik, weil der auf Spatzen schießt oder Katzenfallen baut, Hunde hasst oder eine verdächtige Glatze hat.
Vielleicht weil er schon beim Kauf des Hauses vorhanden war. Sachwerte ohne Grund zu vernichten ist der Umwelt nicht zuträglich, sondern belastet diese durch die Entsorgung.
Warum eigentlich die Existenz eines Zaunes umständlich erklären? Sie erklärt sich von selbst: Ein Zaun gibt Struktur in den Garten und in das Leben der Menschen, die ihn bewohnen oder benutzen. Er kann den heute Erwachsenen, die immer noch unter einer antiautoritären Erziehung leiden, die Grenzen aufzeigen, die sie seit Jahrzehnten vermissen.
Der Zaun kann Verantwortung einschränken und so das Leben erleichtern. Die Vogelmiere oder die Distel, die sich vom Nachbargrundstück leise durch die Einfriedigung schleichen will, kann eindeutig dem Nachbarn zugeordnet werden. "Hier, kuckensemal, das ist ihr Unkraut, tun Sie das gefälligst weg!" Dieser Satz hat endlich Beweis und Rückhalt und kann umso kräftiger artikuliert werden. Das Selbstvertrauen wird gestärkt, kein infantiles Stammeln mehr, wenn man sein Eigentum verteidigen muss.
Gleichzeitig hilft es bei der Kategorisierung der Mitmenschen. "Schlampe und Hempel" steht auf der Kiste, in die wir Nachbar Schmitz einsortiert haben. Der Angriff seines Würgekrautes fügt diesem Vorgang eine weitere Bestätigung zu. Wir hatten doch Recht.
Der Zaun macht die Welt überschaubar. Das ist meins, und das da hinten ist leider nicht meins. Überschaubarkeit entlastet das Hirn, das sich nicht ständig mit topographischen Problemen beschäftigen muss. Mit geschlossenen Augen durch den Garten rennen, ist der gut gemeinte Rat, haptisch-taktile Erfahrungen machen; die Kniescheiben werden uns schmerzlich signalisieren, dass wir die Grundstücksgrenze erreicht haben. Wie wissen schon die weisen Ärzte: Der Schmerz ist mein Freund. Und wir nehmen unsere Umwelt, unsere Gartenwelt, viel feingliedriger und vielfältiger wahr.
Der Zaun ist der Rahmen, aus dem wir nicht fallen werden.
(Wird fortgesetzt)
Weiße Oberhemden sind wieder im Trend
Jahrelang waren sie weg vom Fenster: Weiße Oberhemden. Mit der Auflösung der Kleinfamilie zugunsten von Singles, Alleinerziehenden und Patchwork-Families verschwanden auch die Wäscherinnen und Büglerinnen, die für ein strahlendweißes Oberhemd sorgten. Natürlich reicht ein Kauf bei Kik oder Ernsting's Family nicht aus, denn ruckzuck ist das weiße Oberhemd mit Eigelb, Rotwein, Leberwurst und anderen übelreichenden und widerlich aussehenden Substanzen besudelt. Da hilft nur Waschen und anschließend Bügeln. Wer will das schon machen? Natürlich die brave Hausfrau, die längst nicht mehr zu Hause herumsitzt. In den späten 70ern hielt man Schwarzes für hip und trendy. Schwarze Unterwäsche konnte endlich unbegrenzt getragen werden und das sah man nach dem Waschen nicht, weil nichts kontrastierte. Mit der Unterwäsche entwickelte sich ein allgemeiner Trend zu dunkler Kleidung, die war pflegeleicht; zwar nie richtig sauber, aber man hatte sie im Handumdrehen wieder im Schrank oder auf dem Leib.
Mit der Entwicklung zum Dunklen löste sich auch die Familie immer mehr auf; nur ein paar Unentwegte trugen weiterhin weiße Unterhosen und hielten die Familie stabil. Was der Mann "drunter" trug, konnte ja keiner sehen; die Frau am Herd und Tisch und im Bett wusste Bescheid, aber man blieb treu und es gab keine peinlichen Enthüllungen.
Während der Rest der Gesellschaft in Schwarz die Partner tauschte, schrubbte sich die gute Hausfrau die Finger wund.
Dann die Wende: Mit dem Fall der Mauer als Symbol für eine sich auflösende Gesellschaft sehnte sich der Mensch nach der Stabilität einer intakten Familie. Die ersten Männer begannen nach weißen Hemden zu schielen, die ersten Weihnachtswunschlisten wiesen wieder das bekannte SOS auf, Schlips, Oberhemd und Socken, mit dem Zusatz: Das Hemd bitte in Weiß, lieber Weihnachtsmann!
Bis heute erkämpft sich das weiße Hemd seinen Weg zurück in die Mediengesellschaft des 21.Jahrhunderts, einer Zeit, in der die Herrschenden längst keine weißen Westen mehr haben, in der Unschuld an Bedeutung verloren hat.
Weißes Hemd! Geh voran!
Mehr Weißes Hemd
Ungestempelte, italienische Briefmarken
Endlich Post aus dem Urlaub anderer Leute! Man hat mich nicht vergessen! Freude kommt auf nach einer langen Durststrecke; ich bin nicht allein! Es gibt Menschen, die an mich denken! Man liest die Karte und überlegt, warum man mit Evi angeschrieben wird, der eigene Name ist Mario? Und wer sind Bruno und Barbara? Wieso schreiben die eine Karte? Kenn ich nicht!, schießt es durch den Kopf und dann kommt Enttäuschung auf, daraus resultiert Aggression. Die können mich alle mal, ich will meine Ruhe! Karten schreibt doch heute sowieso keiner mehr, wird rationalisiert. Und dann fällt der Blick auf die Briefmarke. Post aus Italien. Nicht abgestempelt! Typisch Italiener. Vorurteile werden hervorgekramt und helfen über den negativen Zustand durch eine fehlgeleitete Karte hinweg. Stempeln gehen können die, Stütze abholen, aber eine Briefmarke ordenlich zu entwerten, dazu reicht die Energie wohl nicht mehr, wenn man stundenlang vor der Bar herumsitzt und Frauen hinterherglotzt, dabei Rotwein schlürft und selbstgedrehte Zigaretten raucht. Stundenlang. Wenn diese Faulheit wenigstens jemandem nützen würde! Eine ungestempelte Italienerbriefmarke hat einen Gegenwert von 0,65 €, aber eben nicht hier. Sie abzuknibbeln oder gar mit Wasserdampf zu lösen, bringt nichts. Da müsste man nach Italien fahren und sie auf einer Karte abschicken. Aber die Fahrtkosten!
Obwohl - vielleicht könnte man die Karte an sich selbst adressieren und bekäme endlich Urlaubspost?
Streng genommen gehört die Karte wohl Evi oder Bruno und Barbara.
Ehrlich gesagt: Italien ist kein Urlaubsland!
Georg Krakl: Alter (2010)
Herrn Win zum Geburtstag:
Der Zitronenfalter
kennt kein Alter,
bleibt zeitlos schön und glatt
und hat nur eine Falte, wie das auf DIN-A 5- geknickte Blatt
von DIN-A 4.
Doch wir,
die an der Zeit so gern verzweifeln, haben Falten,
sind zerknittert, Karstgestalten.
Vollgestopfte Backen
können das Gesicht nicht straffen
und die Flügelschraube nicht am Nacken.
Wir werden irgendwann erschlaffen
und der Chirurg, der sogenannte Fratzenschneider,
den wir für unsre Furchen einbestellt,
für Stellen, wo wir eingedellt,
kann auch nichts retten.
Doch wir, die früher mal Adretten,
die Glatten, die Geschniegelten, die Feinen,
wir sollten lachen:
In jeder Spalte, jeder Furche, jeder Falte tost noch Blut.
Und das ist gut.
Zitronenfalter? Kann nichts machen.
Der ist schon nach acht Tagen kalt.
Wir Faltigen, wir werden alt!
Georg Krakl: Das Herz tut weh (2010)
Ach nee, ach nee,
mein Herz tut weh.
Ich hab der Liebsten gar ein Lied geschrieben,
doch sie ist einfach weggeblieben,
ich sei zu depressiv, zuviel vom Weltenschmerz,
und Lieder wolle sie nicht hören.
Ich könnt beschwören:
Das Lied ist gut,
wenn nicht noch besser.
Den Text hab ich vergessen.
So irgendwas mit griechisch Essen.
Ach, weiß sie denn, was sie mir tut?
Wie war doch gleich ihr Name? Ruth!
Janina, Nini oder Tessa!
Tessa!
Ganz genau! Die wusste immer alles besser!
Die ging so schnell auf meinen Zwirn,
die holde Maid, die doofe Dirn!
Bei Vera sei's mir Mahnung:
Von Liedern hatte Tessa keine Ahnung.
Drum schreib kein Lied für doofe Frauen,
die können dir die Depression versauen,
das Selbstmitleid, den Schmerz!
Ach, nee, ach nee,
wie tut mir weh das Herz!
Karl-Friedrich "Khalef" Motzke: Aus meinem Campingtagebuch(15) - Kleidung 2
TROYES 2010 - Irgendwie dachte ich: Was hat denn die Dame vor? Gehört die hier auf den Platz? Stöckelschuhe und dann auf dem Höckerklo. Gut, man weiß nie genau, wie weit das Wasser spritzt, wenn man denn Spülknopf betätigt, aber Stöckelschuhe sind auch nur bedingt geeignet, da neue Erkenntnisse zu gewinnen.
Seitlich geschlitztes Kleid - bequem ist das schon, lässt Raum für ungewöhnliche Bewegungen. Trotzdem, dieses Material? Also, Frottee wäre ok. Das benutzen ja manche zum Duschen, also, duschen, anziehen, und dann einfach drin abtrocknen.
Ein Kleid aus Kunstseide?
Nylonstrümpfe? Es ist mitten am Tag und Nylonstrümpfe sind vielleicht was für abends. 30 Grad, die Luft ist schwül. Wer trägt da Nylonstrümpfe? Und dann dunkle Nylonstrümpfe. Mit dem bunten Kleid wird sie wohl kaum auf eine Beerdigung gehen. Eine Hochzeit! Sie ist Gast auf einer Hochzeit und übernachtet, weil das Geschenk schon so teuer war, auf einem Campingplatz? Und gleich geht es los zur Feier!
Trotzdem.
Ich werde später den Wohnwagen ausfindig machen und Details erkunden. Vielleicht ist sie auch beruflich in der Gegend.
Helmut Lotterie: Sieger im Contest
![]() |
| Lotti freut sich über den Preis: Ein Eis mit Metallic-Geschmack |
Der Belgier Helmut Lotterie, von seinen drei Freunden zärtlich Lotti genannt, hat den José-Feliciano-Look-And-Sound-Alike-Contest gewonnen (JFLASAC).
Vermisst haben die Juroren lediglich die große Sonnenbrille und eine Giatrre mit Nylonsaiten. Beide hatte Lotti wohl in der Aufregung in der Pension auf seinem Zimmer vergessen. Auch die Haare waren nicht wie vorgeschrieben schwarz, sondern eher verwaschen blond. Ok, ein Hocker, um im Sitzen zu spielen und zu singen, war auch nicht da.
Lotterie war der einzige Bewerber im Contest und freute sich riesig über seinen Sieg.
Hören und sehen
Die Vorjahressieger hatten da noch ganz anders geglänzt: Zwar trugen sie statt der Haare bunte Spitzhüte und konnten nicht singen, aber sie hatte sogar zwei Gitarren.
Hören und sehen
Erkenntnisse der Frauenbewegung: Männer gibt es gar nicht
Wissenschaftlich ist jetzt laut amerikanischen Studien erwiesen, dass Männer lediglich mängelbehaftete Frauen sind. Von Gleichstellung kann also eigentlich keine Rede mehr sein. In der Urgesellschaft hätten unschöne Frauen sich Männer genannt und angefangen, im Stehen zu pinkeln. Die Natur hatte dann ein Einsehen und spendierte den Stehpinklerinnen Schläuche.
Dass sich daraus Machtansprüche entwickelt hätten, die für tausende von Kriegen und für jahrtausendelange Unterdrückung der schönen Frauen geführt hätten, sei damals einfach nicht voraussehbar gewesen. In Wirklichkeit gebe es gar keine Männer und damit weder ein Emanzipations- noch Gleichstellungsproblem.
Jungen seien deshalb in der Obhut von schönen Frauen gut aufgehoben; wer will denn eine unschöne Frau als Vorlage, um seine Identität zu finden? Gender-Mainstreaming - alles Humbug, Riesenbetrug und Geschäftemacherei!
Seien wir froh, Frauen zu sein!
Dass sich daraus Machtansprüche entwickelt hätten, die für tausende von Kriegen und für jahrtausendelange Unterdrückung der schönen Frauen geführt hätten, sei damals einfach nicht voraussehbar gewesen. In Wirklichkeit gebe es gar keine Männer und damit weder ein Emanzipations- noch Gleichstellungsproblem.
Jungen seien deshalb in der Obhut von schönen Frauen gut aufgehoben; wer will denn eine unschöne Frau als Vorlage, um seine Identität zu finden? Gender-Mainstreaming - alles Humbug, Riesenbetrug und Geschäftemacherei!
Seien wir froh, Frauen zu sein!
Unzufriedene Tiere
Wie kann es sein, dass Meisen immer so unzufrieden aussehen?
Der Mensch hängt im Winter Meisenringe auf, oder bastelt sogar eigene Futterstationen aus umgekippten Blumentöpfen, mischt Sonnenblumenkerne mit Schweinefett, lässt es hart werden, und hängt es dann in die Lieblingsbäume der gefiederten Freunde.
Kaum geht es mit dem Frühjahr los, gibt es unzufriedene Gesichter, wenn Meisen überhaupt Gesichter haben.
Undank ist der Welten Lohn!, so scheint die Antwort aus den Knospen zu schallen. Die Insektenfresser sind gezwungen wieder selbst nach Nahrung zu suchen, sich aufzuraffen und hinter den Mücken herzujagen, um mal wieder satt zu werden. Schön, man kann es verstehen; wenn uns der Discounter vor der Nase dichtgemacht würde,machten wir auch lange Gesichter. Ein Kaninchen selber jagen? Ja, wie geht das denn noch? Plattgefahrene Tiere auf dem Asphalt will auch keiner in der Pfanne haben. Mensch und Tier sind verwöhnt; schlechtes Merkmal der nachindustriellen Gesellschaft, die es versäumt hat, ihre Nahrung zu digitalisieren.
Ein Blick in fremde Zimmer
Was horten die Menschen nur in ihren Wohnungen? Es ist vielleicht nicht schön, in fremde Wohnungen zu blicken, um irgendwelche Kuriositäten zu entdecken, aber manchmal drängt sich ein Fenster oder ein vollgepacktes Zimmer förmlich auf.
Man knipst ein Foto und zoomt das dann aus, wenn man dem Objekt nicht nahe genug kommen kann. Dann fängt man in aller Ruhe an zu analysieren, ohne Gefahr zu laufen, vom Wohnungsinhaber erwischt zu werden. Der käme vielleicht auf die Idee, einem Voyeur in die Augen zu schauen, und wenn er dem nichts anzubieten hat, ist er vielleicht beschämt und flüchtet sich in eine Depression; schlimmer wäre, er fühlte sich erwischt und griffe zum Instrument der nach vorne gerichteten Aggression. Dann hieße es, schnell abzureisen, wenn man seine Beobachtungen von einem Hotelzimmer aus gemacht hätte.
Der schlaue Fotograf analysiert:
Hat der "Nachbar" ein Sortiment Bambusstäbe, weiß gekälkt, vor dem Fenster lehnen oder sind es gebrauchte Regenrinnen, von denen die Farbe blätter? Warum, wenn ja, hat er das Eine oder das Andere in seinem Wohnzimmer stehen? Will er den Blick auf Wichtigeres verstellen? Hasst er den Blick aus dem eigenen Fenster auf das Hotelzimmer?
Will er den Fotografen in die Weißglut oder in die herbe Enttäuschung treiben, damit bei der fortgeschrittenen Analyse die Sicherungen durchbrennen?
Fragen über Fragen, aber keine Antworten.
Grundsätzlich ist zu überlegen: Was will ich mit den neuen Informationen nach der Analyse anfangen?
Bereichern sie mein Leben oder fühle ich mal wieder vom Leben auf den Opfertisch gepackt? Ich habe keine Bambusstäbe, ich habe keine Regenrinnen, von denen die Farbe abblättert!
Was macht dieser Mangel mit mir?
An dieser Stelle heißt es unbedingt aufhören, denn die Folgefragen stehen bereits Schlange.
Wer fehlt, ist jemand, der Antworten gibt.
Gedichte mit nur einem Reim: Probiert - Georg Krakl (2010)
Probiert
Mann, er hat wirklich alles ausprobiert.
Er hat studiert,
telefoniert,
radiert,
püriert
und sich geziert.
Demonstriert,
denunziert,
defloriert,
destilliert,
disponiert
desinfiziert,
desintegriert,
geschmiert.
Eigentlich geschmiert.
Nur geschmiert.
Rumgeschmiert.
Angeschmiert.
Abgeschmiert.
Gestern ist er abgeschmiert.
Ausprobiert.
(Zum Vergleich: Wolf Wondratschek - Chuck's Zimmer, Hamburg 4, München 1974)
Mann, er hat wirklich alles ausprobiert.
Er hat studiert,
telefoniert,
radiert,
püriert
und sich geziert.
Demonstriert,
denunziert,
defloriert,
destilliert,
disponiert
desinfiziert,
desintegriert,
geschmiert.
Eigentlich geschmiert.
Nur geschmiert.
Rumgeschmiert.
Angeschmiert.
Abgeschmiert.
Gestern ist er abgeschmiert.
Ausprobiert.
(Zum Vergleich: Wolf Wondratschek - Chuck's Zimmer, Hamburg 4, München 1974)
Gedichte mit bunten Schuhen und einem falschen Reim: Letzte Ausfahrt - Georg Krakl (2010)
Letzte Ausfahrt
Letzte Ausfahrt
dahinter ist nichts mehr
letzter Fehlstart
der blaue Schuh ist schwer
der grüne auch
ich stehe auf dem Schlauch
die Laufbahn ist zu Ende
ich wische mir die feuchten Hände
an kalten Oberschenkeln trocken
was bleibt, sind meine Socken
und ihr Geruch.
Vom Sport hab ich genuch.
(Siehe auch: Wolf Wondratschek: Letzte Ausfahrt, in: Chuck's Zimmer, München 1974)
Letzte Ausfahrt
dahinter ist nichts mehr
letzter Fehlstart
der blaue Schuh ist schwer
der grüne auch
ich stehe auf dem Schlauch
die Laufbahn ist zu Ende
ich wische mir die feuchten Hände
an kalten Oberschenkeln trocken
was bleibt, sind meine Socken
und ihr Geruch.
Vom Sport hab ich genuch.
(Siehe auch: Wolf Wondratschek: Letzte Ausfahrt, in: Chuck's Zimmer, München 1974)
Karl-Friedrich "Khalef" Motzke: Aus meinem Campingtagebuch(14) - Mensch
SEDAN 2010. Ich habe es immer gewusst und hier in Sedan wird mir klar: Männer sind Menschen und dann gibt es noch die Frauen. Die heißen nur Frauen. Das ist hart. Besonders für die Frauen, so als seien sie Pilze, eine eigene Wesensabteilung, die irgendwo zwischen Tieren und Pflanzen rangiert. Nicht mal zwischen Männern und Menschen können sie sich ausloten, denn deutlich steht auf der Klo-Tür: WC Mensch. 5 Meter weiter: WC Frau. Der Engländer liest: Man. Das kann Mensch bedeuten, das kann Mann bedeuten. Toilet man kann aber auch Toilettenmann heißen, der vielleicht gleich kommt und abkassiert, der nicht einmal eine Brille abputzt, weil es die auf französischen Höckerklos nicht gibt. Toilet, nicht WC!
Wenn ich nur wüsste, was Mensch auf Französisch heißt! Was man den Frauen im Ausland alles antut! Wahrscheinlich gibt es dort noch nicht einmal eine Gleichstellungsbeauftragte, weil man seit Jahrzehnten stattdessen Gleisstellungsbeauftragte verstanden hat. Europa - da gibt es noch viel zu tun. Da wünscht man sich das gute alte Esperanto wieder, da verstehst wenigstens keiner was.
Wenn ich nur wüsste, was Mensch auf Französisch heißt! Was man den Frauen im Ausland alles antut! Wahrscheinlich gibt es dort noch nicht einmal eine Gleichstellungsbeauftragte, weil man seit Jahrzehnten stattdessen Gleisstellungsbeauftragte verstanden hat. Europa - da gibt es noch viel zu tun. Da wünscht man sich das gute alte Esperanto wieder, da verstehst wenigstens keiner was.
Karl-Friedrich "Khalef" Motzke: Aus meinem Campingtagebuch(13) - Likörchen
CHATEL DE NEUVRE 2010. Jede Nation hat ja so seine Eigenarten, besonders in der Aufnahme von Nahrung. Im Norden ist Alkohol sehr teuer, sodass der Nordeuropäer jede Gelegenheit nutzt, den günstigen Sprit im Süden, etwa in Frankreich, quasi auf Vorrat zu trinken. Dass das nicht geht, sondern lediglich zu Alkoholismus führt, merkt der Fehlgeleitete erst später. Bis dahin aber bewegt er sich in den luftigen Gefilden eines Paradieses, in dem Rotwein, Dosenbier und roter Likör im Überfluss da sind, in einer Art dänischem Schlaraffenland, Mund auf und ab geht die Post!
Am Morgen startet man mit einem Schlehenfeuer oder Eckes Edelkirsch, dazu wird etwas Baguette gereicht und ein Croissant mit Konfitüre.
Während der Deutsche oder Belgier seinen Pastis zum Frühstück lieber aus Kaffeetassen trinkt, um den Schein zu wahren, zelebriert der Däne den Likör förmlich. Zu Hause muss er erst in der Lotterie gewinnen, um einen Vollrausch zu finanzieren; in Frankreich bezahlt er das mit links.
Das ist Luxus, und den will man zeigen, obwohl der Mensch aus Billigalkoholländern darüber schmunzelt und vielleicht sogar ein Foto macht.
Am Morgen startet man mit einem Schlehenfeuer oder Eckes Edelkirsch, dazu wird etwas Baguette gereicht und ein Croissant mit Konfitüre.
Während der Deutsche oder Belgier seinen Pastis zum Frühstück lieber aus Kaffeetassen trinkt, um den Schein zu wahren, zelebriert der Däne den Likör förmlich. Zu Hause muss er erst in der Lotterie gewinnen, um einen Vollrausch zu finanzieren; in Frankreich bezahlt er das mit links.
Das ist Luxus, und den will man zeigen, obwohl der Mensch aus Billigalkoholländern darüber schmunzelt und vielleicht sogar ein Foto macht.
Taiga Wutz: Mein Lieblingsschlager - Das Lied der Taiga
Nun, das Lied heißt eigentlich Sehnsucht und ist das alte Lieder Taiga, das damals meine Mutter sang! Ich erinnere mich nicht mehr daran, viel eher klang es wie Lalilu oder Still, still, weil Mutter endlich schlafen will!
Ein schönes Lied, das den Wodkakonsum in entfernten Gegenden der ehemaligen UdSSR besingt, die unendlichen Weiten der Steppen und die fehlende Liebe. Den Mangel spülte man mit einem Fläschchen Wodka hinunter, wenn das überhaupt geht, einen Mangel wegzuspülen.
Jetzt singt Larissa Strogoff, was ja sehr russisch und ein bisschen wie Boeuf Stroganoff klingt, das Lied, und sie stellt uns mit ihrer rauchigen und kehligen Stimme die Balaleika vor, die nach dem größten See in der Gegend benannt wurde und im Dr.Schiwago-Film den Schrabbel-Klang erzeugt, der damals in den Sechzigern die Herzen der unerfüllten Ehefrauen öffnete.
Larissa Strogoff lässt ihr Ohrgehänge klimpern, das an kleine Kronleuchter oder russische Plastik-Traumfänger erinnert, und wackelt mit dem Kopf, wobei ihre Augen aufgerissen sind und verzweifelt Kontakt mit dem Publikum aufnehmen wollen.
Endlich singt sie Dadadadadada, weil der Text bereits nach einhunterzwei Sekunden zu Ende ist. Aber: Ein Kind winkt zurück und Larissa spielt auf ihrer Gitarre vor Freude etwas schneller, weil das Instrument sowieso nicht zu hören ist. Der Bann ist gebrochen, die Sehnsucht nach Applaus wird gestillt werden.
Die Geigen drehen noch mal auf und die gesamten Taigaemotionen breiten sich über das Publikum aus. Larissa schwankt auf ihrem Schemel hin und her und demonstriert, wie einen schlecht kanalisierte Gefühle manchmal vom Hocker zu hauen drohen. Daddadididadadidid-edi variiert sie jetzt und kehrt dann zum Text zurück: Die endlosen Stoppeln und die tiefen Wälder, singt sie, das Publikum staunt und denkt nicht über diesen verwirrenden Text nach; aber so ist der deutsche Schlager: Man versteht nicht wirklich, was da gemeint ist, aber es hört sich gut an.
Larissa Strogoff endet mit einem Mmmmmmmh und macht damit nichts falsch.
Schön, schön, schön.
Jetzt anhören!
Ein schönes Lied, das den Wodkakonsum in entfernten Gegenden der ehemaligen UdSSR besingt, die unendlichen Weiten der Steppen und die fehlende Liebe. Den Mangel spülte man mit einem Fläschchen Wodka hinunter, wenn das überhaupt geht, einen Mangel wegzuspülen.
Jetzt singt Larissa Strogoff, was ja sehr russisch und ein bisschen wie Boeuf Stroganoff klingt, das Lied, und sie stellt uns mit ihrer rauchigen und kehligen Stimme die Balaleika vor, die nach dem größten See in der Gegend benannt wurde und im Dr.Schiwago-Film den Schrabbel-Klang erzeugt, der damals in den Sechzigern die Herzen der unerfüllten Ehefrauen öffnete.
Larissa Strogoff lässt ihr Ohrgehänge klimpern, das an kleine Kronleuchter oder russische Plastik-Traumfänger erinnert, und wackelt mit dem Kopf, wobei ihre Augen aufgerissen sind und verzweifelt Kontakt mit dem Publikum aufnehmen wollen.
Endlich singt sie Dadadadadada, weil der Text bereits nach einhunterzwei Sekunden zu Ende ist. Aber: Ein Kind winkt zurück und Larissa spielt auf ihrer Gitarre vor Freude etwas schneller, weil das Instrument sowieso nicht zu hören ist. Der Bann ist gebrochen, die Sehnsucht nach Applaus wird gestillt werden.
Die Geigen drehen noch mal auf und die gesamten Taigaemotionen breiten sich über das Publikum aus. Larissa schwankt auf ihrem Schemel hin und her und demonstriert, wie einen schlecht kanalisierte Gefühle manchmal vom Hocker zu hauen drohen. Daddadididadadidid-edi variiert sie jetzt und kehrt dann zum Text zurück: Die endlosen Stoppeln und die tiefen Wälder, singt sie, das Publikum staunt und denkt nicht über diesen verwirrenden Text nach; aber so ist der deutsche Schlager: Man versteht nicht wirklich, was da gemeint ist, aber es hört sich gut an.
Larissa Strogoff endet mit einem Mmmmmmmh und macht damit nichts falsch.
Schön, schön, schön.
Jetzt anhören!
Karl-Friedrich "Khalef" Motzke: Aus meinem Campingtagebuch(12) - Kleidung
TROYES 2010: Der Mann auf dem Campingplatz kann alles tragen. Niemand schreit herum oder ruft den Platzwächter, geschweige die Security, wenn Kleidung deplatziert wirkt. Die Frau passt sich an, denn sie reist ja mit dem Mann, der das Wohnmobil oder den PKW mit Wohnwagen steuert.
Häufig will man vom Karomuster der halblangen Unterhose, die auch als lange Shorts (wie absurd!) oder kupierte Jeans durchgeht, die Nationalität oder den Clan ableiten, manchmal ist es aber nur die persönliche Vorliebe des Trägers für Tischdeckenmuster, die zu ungewöhnlichen Kombinationen führt.
Zur knielangen Hose, die der ausgeblichenen Flagge von Schweden oder einer belgischen Widerstandsgruppe ähnelt, wird in der Regel das langärmelige Oberhemd getragen, darunter das Doppelripp-Unterhemd; ein Paar dunkle Socken und die obligatorischen Sandalen ergänzen. In diesem Dress ist man immer auf der sicheren Seite; die Menschen auf dem Platz wenden ihre Aufmerksamkeit dem Modegewandten zu. Die Frau bleibt farblich angepasst und kontrastiert die Socken mit einer gleichfarbigen Kunststoffumhängetasche. Wer besonderen Wert auf Chic legt, hat einen grau-beigen Hund undefinierbarer Rasse, leicht übergewichtig, an der Kette. So werden in jedem Restaurant Plätze frei.
Tagsüber kann das Arrangement des Mannes noch durch ein Stirnband erweitert werden, in dem vorn eine Taubenfeder steckt. Das betont das Erdverbundene und stellt eine Verbindung zum Element "Luft" her.
Neider halten solches Outfit für eine Zumutung und kratzen sich verlegen an der Funktionswäsche.
Ich werde morgen abreisen, damit ich mein T-Shirt nicht wechseln muss.
Segelohren schon bei den Römern ein Grund für Mobbing
Neuere Ausgrabungen haben Beachtliches ergeben: Schon die alten Römer litten unter Segelohren.
Mehr noch als der größere Luftwiderstand beim Wettlauf störte die Altvorderen aber das Gelächter der Kameraden. Hey, Lucius könnte gut als Leitelefant in Hannibals Truppen über die Alpen marschieren!, geierten die Kollegen in der Legion, ohne zu wissen, dass Hannibal demnächst "ante portas" stehen und den Großmäulern etwas auf das Ihrige geben würde. So bekamen Mobber damals viel eher ihr Fett weg als heutzutage, wo jeder jeden klein machen kann.
Segelohren galten bei bestimmten mongolischen Stämmen sogar als Schönheitsideal; als Kriegstrophäe war sie heiß begehrt, sodass man den Besiegten die Hörmuscheln abschnitt. Leider konnte man nicht genau beweisen, dass diese segelförmig abgestanden hatten und der Brauch verschwand. "Das sind nur anliegende Ohren, das zählt nicht!", waren die lauten Einwände der Komkurrenten, und die mutigen Ohrensammler bissen vor Wut in die Tischkante oder in die Jurtenwand.
Heute droht man dem Gegner gern mit "Ich verpasse dir gleich einen Satz heiße Ohren!", was besonders bei weit abstehenden Muscheln gehörig wehtut.
Warum Segelohren aber als unschön gelten, kann bislang niemand beantworten. Vielleicht weil sie einfach hässlich sind.
Es gibt immer einen Ausweg
Du sitzt in einem Hotelzimmer, sagen wir, in Wittloch, wo auch immer das liegen mag. Das Wort Loch bereitet dir Magenbeschwerden und es ist düster. Du bist gefangen.
Gefangen in deinem alten Leben.
Du weißt, es muss heute passieren, du musst diesen Ausweg finden, der dich hinausführt ins Licht.
Der Abluftfilter sirrt und stößt heiße Luft aus, die nach Pommes frites und Schaschlik stinkt.
Das kann es nicht sein.
Du willst nicht riechen wie ein unterbezahlter Pommesbudenangestellter, oder schlimmer, wie ein Pommesbudenbesitzer, der sich keine Angestellten leisten kann, nicht mal aus dem Ostblock.
Der Ausweg, die Luft, das Helle, der Tag, die Zukunft. Das gilt es zu finden.
Das Fenster steht offen. Der bequeme Weg.
Du wählst die Tür.
Du bist dein Held.
Günter Krass: Haarschnitt
Du hast die Haare schön!, singt der angetrunkene Kegelverein, wenn der blondgelockte Zugbegleiter durchs Abteil huscht, vielleicht einen Moment bei den Neuzugängen verharrt, die Karten betrachtet, einen Stempel aufdrückt und in die Erste Klasse verschwindet.
Du hast die Haare schön! Das gab es doch früher nicht, das sagte man nicht zu einem Jungen. Das war unmännlich. Es war zum Heulen.
Du hast die Haare zu lang, die stehen ja schon auf den Ohren, und auf dem Kragen setzen sie auch schon auf. Du gehst zum Frisör!
Lange Haare waren modern, das wusste jeder. Es hatte sich nur noch nicht bis ins Elternhaus rumgesprochen. Traurig. Zum Heulen eigentlich. Kleemanns Atti schnitt kurz. Er hatte für Jungen einen einzigen Schnitt, und der war kurz. Der stammte noch aus den 30er Jahren. Facon-Schnitt. Die Haare an den Seiten mussten unkämmbar sein. Die mussten unsichtbar sein. Schneidig, drahtig, flott. Wenn man oben alles wegschnitt, war es amerikanisch. Auch flott, sagten die Damen.
Wenn Attis Laden leer war, wurden die Haare immer kürzer, als wenn Männer auf den Bänken saßen und warteten. Atti erzählte und erzählte. Er schnitt im Schlaf.
Seitdem schreibe ich Frisör mit ö.
Heute ist alles anders. Da gibt es Menschen, die freiwillig Glatze tragen. Da gibt es Gelockte und Gekämmte, Ungekämmte und Gebürstete. Schlecht Gebürstete und Frisierte.
Niemals hätte ich so viel Alkohol trinken können, um die Haare eines Zugbegleiters zu kommentieren.
Aber ich bin ja auch in keinem Kegelverein.
Vincent van Eijnoor: Knochenmann (2010)
Der Knochenmann sprach: Ich kann deine Knochen sehen. Ich ließ mich nicht erschrecken und antwortete keck: Ich deine auch.
Gut, sagte der Knochenmann, dann einigen wir uns auf unentschieden. Ist genehmigt, sagte ich erleichtert.
(Belauscht auf dem Kongress der Röntgenologen)
"Rotkäppchen" aus der Sicht von Rotkäppchen
Der Wolf war cool, völlig überschätzt in seiner angeblichen kriminellen Energie. Ich musste den echt nerven, bis der überhaupt reagierte. So was von gelassen.
Wir haben dann die Flasche Roten geköpft und natürlich ausgetrunken. Der Wolf meinte, er stehe nicht auf halbtrocken; ich auch nicht, habe ich dann gelacht.
Irgendwann, wir hatten uns schon kräftig amüsiert, kam der Jäger, der kleinbürgerliche Sack,und meinte, ich solle mal schnell den Kuchen zur Oma bringen, weil er jetzt den Wolf erschießen müsse, denn der habe die Oma gefressen.
Ja, hallo?Hey, Momentemal, habe ich eingehakt. Was soll denn der Kuchen bei der Oma, wenn die den gar nicht essen kann? Und überhaupt: Der Wolf ist die ganze Zeit hier gewesen!
Der Jäger hat was von Genfer Konvention gemurmelt, das hat sowieso keiner verstanden und mir die Mündung seines Drillings unter die Nase gehalten. "Ab jetzt!", hat es geheißen. Zu der Zeit war der Wolf schon am Schlafen. Machte der ja eigentlich immer sofort, vor allem, wenn wir eine Pulle Roten drin hatten.
Ich habe dann bei der Oma geklingelt, die hat mal wieder nicht aufgemacht, weil der Klingeldraht irgendwie defekt ist. Na, dann nicht, habe ich gemurmelt und ihr den Kuchen vor die Tür gestellt. Einen eigenen Schlüssel hatte ich ja nicht; nicht mal die Oma hatte einen.
Unterwegs dachte ich dann: Vielleicht ist die Tür ja offen gewesen, denn die Oma hat ja auch keinen Schlüssel. Sonst wäre sie ja ständig eingesperrt, oder ausgesperrt, je nach dem, wo sie gerade ist.
Vielleicht habe ich auch gerade gedacht, dass es erniedrigend ist, von so wenig Vertrauen zeugt, wenn die eigene Enkelin keinen Schlüssel hat.
Dann habe ich weiter gedacht, ob ich überhaupt die eigene Enkelin sein kann? Weil, ich bin ja ich.
Unterwegs bin ich über den Wolf gestolpert. Der rührte sich nicht mehr.
Tiefschlaf, habe ich so gedacht. Aber woher kam das Blut?
Rotwein, habe ich dann kombiniert, Rotwein, was sonst? Halbtrocken, so wie der auf dem Pelz glänzte.
Ob der Rotwein wohl auch feucht geglänzt hätte, wenn es ein trockener gewesen wäre?, dachte ich zu Hause.
Dabei bin ich eingeschlafen.
Habe dann geträumt, dass es auch feuchte Rotweine gibt.
Habe dann geträumt, dass es auch feuchte Rotweine gibt.
Neue Mitglieder bei der FDP
Die FDP rekrutiert neue Mitglieder. Um den Imageverlust zu kompensieren, sollen jetzt aus dem Sportbereich ausrangierte Pappkameraden angekauft und mit dem FDP-Parteibuch ausgestattet werden.
Die Mitgleidsbeiträge sollten über die Gesundheitsreform finanziert werden, denn die gelben Jungs hätten in Bezug auf Vitalorgane eine Defizite aufzuweisen, auch im Kopf sei so gut wie nichts; damit wären sie ein Fall für den Notarzt.
Es gehe ja auch nur um die Mitgliedszahl, ansonsten sollten die Neugeworbenen sich unauffällig verhalten und nicht das Maul aufreißen. Da habe man schon den Guido, und der verstehe sein Mundwerk.
Was ist weise?
Verbunden sein, ohne sich einzuengen.
An einander hängen, ohne zu ersticken.
Ruhig bleiben, ohne nervös zu werden.
Bodenständig sein, ohne abzuheben.
Ein Klotz sein, aber nicht rumzuklotzen.
Knoten aushalten können, ohne an eine Lösung zu denken.
Neben der Schiene zu sein, ohne zu entgleisen.
Weise sein, ohne dummes Zeug zu erzählen.
Das ist weise.
Ch.Risto: Ballungszentrum (2009)
Ästhetik des Banalen.
Wunderbar, Risto.
Man muss nicht erst einen Reichstag verpacken. Das geht auch schneller und billiger.
Rahmen drum und zack!, fertig ist das Bild.
Da lacht der Sammler.
Wortergänzungsaufgaben für Männer mit Akzent ohne Muttersprache: Gack
Da brummt es in den Köpfen der jungen Männer mit schlechtem Deutsch und Akzent, deren Eltern nicht aus diesem Land stammen:
Wortergänzungsaufgabe 4002. Wie vom Sturm in die Markise gefetzt wirkt dieses Fragmant, das die Generierung neuer oder alter Wörter fördern soll.
Jetzt hocken sie vor ihrem Getränk und starren gebannt auf die Aufgabe.
Back, rutscht es aus A. heraus, sollst du Brötschen backen!
Tottalfallsch!, grunzt V., back isch ausländisch. Heiß zurruck, happisch in Schule gehört.
So geht das stundenlang hin und her, die Getränke werden geleert, die Flaschen gegen neue ausgetauscht, nur die jungen Männer bleiben und grübeln. Nach Einbruch der Dämmerung wird die Unterhaltung niveauloser, mit der Aufgabe hat sie wenig zu tun.
Gauck wäre die Lösung gewesen; gesucht war der Gegenkandidat zum noch nicht gewählten Wulff. Aber das Wort Gegenkandidat ist eine unüberwindbare Hürde. Da hätten sich die jungen Männer, symbolisch gesehen, die Schienbeine aufgeschrammt. Entschuldigend muss gesagt werden, dass der Sturm das U vergessen und insgesamt sehr undeutlich geschrieben hatte.
Die Lösung gibt es diesmal in jeder Filiale von "Back-Becker".
Frische Brötchen von gestern sind heute nicht mehr da
Die Brötchen baumeln in der Tüte in meiner Hand. Komisch, denke ich, etwas, was es gestern noch gar nicht gegeben hat, werde ich gleich essen.
Wie das Leben so spielt. Ich esse, verdaue, scheide aus. Input, output, sagt der Computerfachmann.
Und morgen: Vielleicht werde ich etwas essen, das es heute noch nicht gibt. Ganz zu schweigen von übermorgen.
Ich verliere mich ins Unendliche.
Was wird sein, wenn ich mal irgendwann keine Brötchen mehr esse?
Bleiben die dann liegen, ungekauft, ungegessen, unverdaut?
Es war schon immer alles da, und es verschwindet nichts, sagen die weisen Männer, die es wissen müssen und grinsen mit ihren zahnlosen Mündern.
Brötchenessen ohne vorher die harte Kruste einzustippen mag ihnen wohl nicht mehr gelingen. Aber darüber fantasieren, das können sie, die weisen Männer.
Sei es ihnen gegönnt von denen, die es tun. Die nicht immer darüber nachdenken.
Aber: Das muss es ja alles geben. Das ist gesellschaftliche Arbeitsteilung.
Die einen essen die Brötchen, die anderen denken darüber nach.
Da ich zu den Essern gehöre, schwöre ich mir, nicht mehr über diesen Schwachsinn nachzudenken. Vielleicht fallen mir sonst die Zähne aus.
Wie das Leben so spielt. Ich esse, verdaue, scheide aus. Input, output, sagt der Computerfachmann.
Und morgen: Vielleicht werde ich etwas essen, das es heute noch nicht gibt. Ganz zu schweigen von übermorgen.
Ich verliere mich ins Unendliche.
Was wird sein, wenn ich mal irgendwann keine Brötchen mehr esse?
Bleiben die dann liegen, ungekauft, ungegessen, unverdaut?
Es war schon immer alles da, und es verschwindet nichts, sagen die weisen Männer, die es wissen müssen und grinsen mit ihren zahnlosen Mündern.
Brötchenessen ohne vorher die harte Kruste einzustippen mag ihnen wohl nicht mehr gelingen. Aber darüber fantasieren, das können sie, die weisen Männer.
Sei es ihnen gegönnt von denen, die es tun. Die nicht immer darüber nachdenken.
Aber: Das muss es ja alles geben. Das ist gesellschaftliche Arbeitsteilung.
Die einen essen die Brötchen, die anderen denken darüber nach.
Da ich zu den Essern gehöre, schwöre ich mir, nicht mehr über diesen Schwachsinn nachzudenken. Vielleicht fallen mir sonst die Zähne aus.
Tiervölkerwanderung
Da haben wir es: Die Pinguine drehen durch. Das Klima verändert sich, die Frösche wachsen, die Elefanten werden kleiner und die Pinguine bleiben, wie sie sind. Aber sie drehen durch. Lange haben sie sich am Südpol aufgehalten; aber jetzt wollen sie den Kontinentalsprung wagen und sind auf dem Weg zum Nordpol, um endlich mal einen Eisbären zu sehen. Dass die aber über kurz oder lang geschmolzen sein werden, kümmert in der Ersten Welt kaum jemanden. Alle denken an die WM und daran, dass Deutschland den dritten Platz gemacht hat. Und: Wohin mit den Vuvuzelas?
Im Augenblick wandern die Pinguine über die Große Resopalplatte, die sich in einer Geschwindigkeit von 5cm pro Jahr Richtung Recycling-Hof bewegt. Die Welt ist in Bewegung. Manche bleiben auf der Strecke. Vor allem Elefanten, klein geworden und gummiartig, sodass man die Rüssel demnächst als Gartenschlauch in deutschen Baumärkten finden kann, wenn die Pinguine ihre Drohung war gemacht haben werden: An uns kommt keiner vorbei! Beziehungsweise: Wir lassen alle links liegen. Oder: Wir gehen über lebende Leichen.
Im Augenblick wandern die Pinguine über die Große Resopalplatte, die sich in einer Geschwindigkeit von 5cm pro Jahr Richtung Recycling-Hof bewegt. Die Welt ist in Bewegung. Manche bleiben auf der Strecke. Vor allem Elefanten, klein geworden und gummiartig, sodass man die Rüssel demnächst als Gartenschlauch in deutschen Baumärkten finden kann, wenn die Pinguine ihre Drohung war gemacht haben werden: An uns kommt keiner vorbei! Beziehungsweise: Wir lassen alle links liegen. Oder: Wir gehen über lebende Leichen.
Evel Kniebel: Sei kein Frosch!
Hey, Leute! Seid keine Frösche! Hängt nicht irgendwem an der Backe und wartet, dass der sein Sorgentelefon anschaltet.
Macht mal was, was ihr überhaupt nicht könnt! Macht mal was, was euch überhaupt nicht liegt, wo ihr im Grunde völlig dagegen seid!
Selbstvertrauen, coole Brille, flotte Mütze, dicke Backe - und schon seid ihr wer!
Einfach mal nicht hinhören, wenn andere dich kritisieren!
Sich für nichts zu schade sein! Auch mal Praline lesen, wenn's keiner sieht.
Nicht immer dieses intellektuelle Gemeckere!
Das Leben leicht nehmen. Mitnehmen, was du kriegen kannst, egal, was sonst dabei rum kommt. Vom großen Kuchen was abkriegen. Frech sein und den Leuten ins offene Maul spucken.
Dafür braucht man keine Aknenarben.
Auch keinen Frosch.
Machen!
Wie euer Evel Kniebel!
Macht mal was, was ihr überhaupt nicht könnt! Macht mal was, was euch überhaupt nicht liegt, wo ihr im Grunde völlig dagegen seid!
Selbstvertrauen, coole Brille, flotte Mütze, dicke Backe - und schon seid ihr wer!
Einfach mal nicht hinhören, wenn andere dich kritisieren!
Sich für nichts zu schade sein! Auch mal Praline lesen, wenn's keiner sieht.
Nicht immer dieses intellektuelle Gemeckere!
Das Leben leicht nehmen. Mitnehmen, was du kriegen kannst, egal, was sonst dabei rum kommt. Vom großen Kuchen was abkriegen. Frech sein und den Leuten ins offene Maul spucken.
Dafür braucht man keine Aknenarben.
Auch keinen Frosch.
Machen!
Wie euer Evel Kniebel!
Vincent van Eijnoor: WM ist vorbei (2010)
Der Ball ist rund, hatte damals Sepp Herberger postuliert und meinte damit, dass Fußball nicht gerade das große Ding sei, dass man einfach zu viel Bohai um das Leder mache und überhaupt sei Handball auch nicht der Renner. Sepp Herberger ist dann später zum Deutschen Jugendherbergswerk gegangen und hat dort das Übernachtungswesen für jungen Menschen zu Weltruhm verholfen.
In der Zwischenzeit hatte sich der Fußball als Sportart weiterentwickelt, über alle Kontinente verbreitet und auch in Afrika für Furore gesorgt.
Nachdem man im südlichen Bereich alle sozialen Probleme aus dem Blickfeld geräumt hatte, konnte der Viertelkontinent sogar die Weltmeisterschaft ausrichten.
Der Weiße Mann zeigte den Schwarzen mal wieder, wer den Ball treten kann. Jetzt bleibt eine große Leere.
Was ist Fußball schon ohne Ball? Ja, eben: Fuß.
Leere Stadien bleiben zurück und Probleme sind immer noch da.
Die Matchwinner aber suhlen sich im Ruhm und denken darüber nach, wo Afrika eigentlich liegt, vor allem aber Südafrika, und warum es da kühler ist als in Deutschland, Holland oder Spanien. Vielleicht weil es am Südpol ja auch nicht richtig warm ist.
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