Mehr Geld verdienen und trotzdem nicht mehr arbeiten?

Stellenausschreibung


An der Gesamtschule Schrille ist die Stelle einer/s


                          Koordinatorin/Koordinators für Schulgetränkeversorgung
neu zu besetzen.  Die Besoldung findet nach A 15 bei Vollausbau der Oberstufe statt.
Bewerber müssen die laufbahnrechtlichen Anforderungen erfüllen.

Seit 1989 gibt es an der Ge Schrille eine vorbildliche Versorgung der Schülerschaft mit Getränken. Mit zunehmender Schülerschaft und struktureller Ausweitung des Getränkeangebotes im Wettbewerb mit externer, freiverkäuflicher Getränkeversorgung wird es notwendig, die Vielfalt des Marktes zu koordinieren und in Verbindung mit prophylaktischer Gesundheitserziehung zu verwalten.

Vom Stelleninhaber wird erwartet, daß er den schulinternen Ablauf der Getränkeversorgung mit der Trinkerwartung und der Zahlungsmoral der jugendlichen Kundschaft koordiniert. Der Bewerber sollte Milchgetränken offen gegenüberstehen, er sollte jedoch kein Trinker sein.
Besondere Vorkenntnisse oder Berufserfahrungen sind nicht erforderlich. Der tägliche Ablauf der Getränkeversorgung sollte in der Grundkonzeption nicht verändert oder behindert werden. Allerdings werden Dienstbesprechungen und Koordinationskonferenzen in regelmäßigen Abständen mit dem/der/den Kollegen/Kolleginnen, die mit der Durchführung beschäftigt sind, erwartet. Die Teilnahme an entsprechenden Fortbildung und Betriebsbesichtigungen wird für den weiteren Verlauf der Tätigkeit nahegelegt.
Unterlagen mit Getränkeproben an die zuständigen Behörden. 

Rolle vorwärts oder Purzelbaum?

Frauen war jahrzehntelang, durch Turngevatter Jahn lanciert, nur der Purzelbaum als sportliche Übung vorgeschrieben, der, weil etwas putzig im Klang, immer ungeliebt geblieben ist.
Sehnsüchtig schauten die Damen nach der Rolle vorwärts, die von Männern geturnt wurde, nicht immer elegant und eher dem Purzelbaum nahe, aber vom Wort her dynamischer und kräftiger im Anlaut.
Um nicht hintanzustehen müht sich das schwache Geschlecht dann häufiger um Anerkennung und Gleichstellung durch übertriebene Verrenkungen.
Der Purzelbaum rückwärts wurde erfunden, der sich bis dahin nur in den Martial Arts, sprich Kung Fu, Karate und Twäng Do, durchgesetzt hatte, weil durchgeknallte Kampfmönche durch den Raum saltomortalten und spitze Schreie dabei ausstießen.
Die langsame Version der Feindüberrollung wurde dann heimlich in den Turngruppen der Frauen geübt und irgendwann auf einem Dorfgemeinschaftsfest der Dorfgemeinschaft vorgestellt, in der Hoffnung, dass diese ihn in die Welt hinaustrüge.
Das klappte aber nicht, denn das Gründübel, Turngevatter Jahn, war schon längst tot und konnte seine frauenfeindliche Gesinnung nicht revidieren.
So bleibt der frauliche Purzelbaum rückwärts lediglich eine Verrenkung.

Die Linien auf dem Felde

Was wollen uns diese Linien sagen, die nicht säen, die nicht ackern, die aber doch da sind, und die sich auch noch ernähren lassen, denn sonst wären sie nicht da?
Tief graben sie sich ins Land, und zeigen dem Menschen, wo es langgeht.
Das braucht derjenige, der wenig Struktur hat, unbedingt. Es hilft ihm, den Tag heller zu machen.
Zu wissen, dass es irgendwo hingeht, ist immer noch besser, als wenn es nirgendwo hingeht.
Christian Anders sang damals schon mit seiner morbid-resignierten Kiekser-Stimme, dass ein Zug nach nirgendwo gehe, und drückte die Hoffnungslosigkeit der damaligen Generation in einem schlichten Schlager aus.
Nena dann, die Frohnatur der 80er, setzte dem entgegen: Irgendwie, irgendwann, irgendwohin, Hauptsache es gebe dort 99 Luftballons.
Auf eine einfache Formel reduziert heißt es doch:
Besser irgendwohin als nirgendwohin.
Das passt genau in die Folge von „Einmal ist keinmal“.
Das Land hat immer Überraschungen und echte Lebenshilfe auf Lager, bzw. auf dem Speicher: Die Linien auf dem Felde etwa. Ich weiß nicht woher sie kommen, ich weiß nicht wohin sie wollen und warum schon gar nicht. Trotzdem bin ich froh.
Mehr kann man nicht erwarten.

Wenn der Kopf Probleme macht

Pawel Pikass: Kopf, wo ist dein Auge?(2013)
Nicht immer will der Kopf so, wie wir wollen; dabei ist es doch unser eigener Kopf, der, den wir immer tragen, auf den wir Hüte setzen, den wir rasieren oder schminken, den wir zum Lächeln bringen, den wir weinen lassen, wenn wir Frauen sind, und schreien lassen, weil Bartträger.
Und dann erscheint er uns so merkwürdig schwer, so obsolet, so entfremdet, so abgetrennt vom Körper, obwohl nicht enthauptet.
Der Psychiater behauptet, weil er Honorar kassieren möchten, dass das mit uns, mit unserer Erziehung, mit unverarbeiteten Konflikten zu tun habe, mit Eros und Tanathos, mit irgendwelchem antiken Zeugs, Ödipus - bei dem wir an Loriot denken müssen - und Augenausstechen, um anschließend blind in der Gegend herumzurennen.
Aber: Wer heiratet denn seine Mutter, bzw. eine Frau desselben Alters? Das ist doch untypisch für die heutige Zeit. Heute heiratet der Mann, wenn er denn überhaupt heiratet, seine Tochter, oder vielleicht seine Enkelin, symbolisch natürlich nur, um zu beweisen,dass er noch ein Kerl ist, dessen Duftstoffe gebärfähige Frauen anlocken. Und die sind nun mal nicht im Alter der Mutter.
Basta.
Die Frauen neigen ja auch oft zu jüngeren Männern, wenn die denn zu haben sind, und wenn die Frauen denn ihren Vaterkomplex in die Tonne getreten haben.
Basta.
Alles andere ist doch Kokolores.
Wenn der Kopf komisch aussieht, dann liegt das erst mal am Kopf und nicht an uns. Der Schönheitschirurg kann da einiges machen, auch gegen den Willen des sogenannten Hauptes.
Wie sagte noch Anonymus seinerzeit zu seinem Spiegel: Wie ich meinen Kopf vom Aussehen her finde, entscheide immer noch ich. Und ich bin ich. Auch ohne Kopf.

Kochen und denken.... Tipps für die Küche

Der Bodenbelag der modernen Küche kann sich vielfältig nutzen lassen. Warum immer nur auf ihm herumtreten oder auf ihn etwas fallen lassen, was in die Pfanne gehört hätte?
Basis für ein Küchenbodenkreuzworträtsel sind die durch Fallengelassenes belegten  Felder. Wenn zwischen Brokkoli und Tomatenscheibe neun Fliesen frei sind, passt da prima das Wort  Blasebalg rein. Den wischbaren Edding zur Hand und locker eingetragen! Neue Fleischbrocken lösen weitere Assoziationen aus, etwa BSE senkrecht zum B von Blase.
Kochen muss nicht langweilig sein; nebenbei das Hirn zu trainieren, fördert eine ganz neue Betrachtungsweise des gerade von Männern wenig besuchten Raumes.


Weisheit von Sonstwo: Elche

Die Elche waren schon immer welche.

Weisheit von Sonstwo: Weich und hart



Das Weiche gibt nach, aber das Harte zerbricht.
Das Weiche kriecht in Ritzen und Fugen, das Harte läuft vor die Wand.
Das Weiche schmiegt sich an, aber das Harte wird zurückgeschmettert.

Das Harte hinterlässt echten Schmerz, das Weiche nur ein dumpfes Gefühl der Taubheit.



Bodos Welt-Wörterbuch: Zucchini-Zutschini



Dem Gemüseorientierten in der Selbstkochbranche wird irgendwann einmal der gurkenähnliche Zucchino untergekommen sein, in der Mehrzahl, die man braucht, um ein vollständiges Gericht zu kochen, auch Zucchini.
Wenn dann der Selbstkocher von Zutschini spricht, will sich der Magen des Kundigen drehen, weiß er doch schon, welche Konsistenz das Gericht haben wird: Matsch.
Wenngleich das h im Italienischen der Härtung dient, will der Zucchino diese Härte beim Kochen verlieren und in eine angenehme Weichheit wechseln, die aber, und das ist die Gefahr, in einem matschartigen Brei enden kann, wenn der Garvorgang nicht punktgenau gestoppt wird.
Wer von Zutschini spricht, wird wahrscheinlich nur besagten Endzustand kennen und billigend in Kauf nehmen, da er der Sättigung dient.
Der Feinschmecker denkt an Endlagerung der Substanz, etwa in der Kompostkiste oder der Biotonne. Die Natur wird das Ihrige anschließend betragen und die Rückgewinnung zu eigenen Zwecken vornehmen.

Wortbild

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Weisheit von Sonstwo: Haut und Eier


Auch wenn unsere Haut mit jedem Jahr größer wird, können wir nicht aus ihr heraus schlüpfen.


Im Kubismus sind sogar die Ostereier eckig.


Was für die Stadt das Dorf, ist für das Knie der Schorf.


Die Sonne geht immer im Osten auf.

Auch für die Menschen im Osten geht die Sonne im Osten auf.


Nachösterlicher Schmerz


Nicht vom Eise befreit die Flüsse und Bäche, die Dächer nicht und auch nicht die Windschutzscheiben der Limousinen, die ihre Besitzer in der kalte Osternacht haben stehen lassen. Frost und Schnee regieren den Frühling, der enttäuscht unter der harten Scholle wartet, endlich sprießen zu können.
Die Krokusse haben Gänsehaut und der Mensch versteckt keine Eier, weil die am Boden festfrören. Die Kinder nicht in Kniestrümpfen und Röcken und kurzen Hosen; die Welt im Schlaf. Fallout. Der atomare Winter vielleicht? Die neue Eiszeit, die die Herzen in Zeiten der Finanzkrisen erfasst hat.
Was haben wir getan, um so bestraft zu werden?
Alles.

Schifahren ist nicht schön


Die Sonne warf lange Schatten. Knut war ein wenig benebelt. Das war sein subjektiver Eindruck. Seine Ski-Kameraden hätten gesagt, dass Knut ziemlich voll gewesen sei.
Die Welt war schön. Besonders hier, wo alles weiß und gleißend war. Knut hatte seine Brille an der Theke in der Mittelstation vergessen. Vielleicht war sie auch verschwunden. Er hatte sie jedenfalls nicht mitgenommen. Die Berge. Wunderschön. Das Licht. Herrlich. Balsam für sein stressgeplagtes Inneres. Heil werden, das war wichtig. Die Schnäpse an der Theke hatten ihm ein Gefühl von Leichtigkeit vermittelt, als seien alle Sorgen beim letzten Toilettengang abgefallen. Als hätte er sie mit mächtigem Strahl ins Urinal katapultiert und dort weggeschwemmt und weggespült.
Jetzt wieder Skilaufen. Das gehörte dazu. Skilaufen war der Grund, um an der Theke Schnäpse zu trinken. Um an dieser Theke zu trinken.  Leichtsoleicht. Das Rausgehen und Anschallen der Bretter  waren hm jetzt schwer gefallen. Beim Bücken schoss ihm das Blut in den Kopf. Die frische Luft machte ihn nicht nüchtern. Die Welt war schön. Alles war leicht. Das Blut zuckte in Knuts Schädel. Bodo redete laut. Los geht’s oder so etwas! Die anderen fuhren. Knut schwankte und musste sich zusammenreißen. Hinterher. Bald fuhr der letzte Lift. Nicht abhängen lassen, keine Blöße zeigen. Im Urlaub waren alle gut drauf. Lachen. Das war wichtig. Nicht den Alltagsscheiß erzählen. Allen ging es gut. Null Problemo. Hahah! Was gingen die anderen auch Knuts Probleme an. Nicht den Urlaub versauen. In dieser Woche wollten sie es krachen lassen. Mal so richtig auf die Kacke hauen. Fünfe gerade sein lassen.
Knut hatte Mühe, den anderen zu folgen. Erich, dem Angeber, der am besten fuhr; Bodo, der am meisten trinken konnte und die lautesten Witze erzählt; Andreas, dem Zyniker, der nicht unkommentiert lassedn konnte. Eigentlich lagen ihm die anderen nicht besonders; das war eine andere Wellenlänge. Aber es waren seine Freunde, wie er immer wieder behauptete. Wie er sich immer wieder selbst vorhielt. Skifahren war langweilig, gefährlich, mühsam, teuer. Knut hatte eine Liste negativer Eigenschaften des Skifahrens. Für Freundschaften muss man auch etwas tun. Da muss man mal über seinen Schatten springen. Knut wollte nicht vor dem Fernseher versauern. Helma war schon so weit. Sauer. Sie war sauer, wenn er nach Hause kam. Sollte vielleicht doch was zu arbeiten suchen. Früher hatte er das zu verhindern gewusst. Heute wäre er froh. Vielleicht wäre sie zufriedener und ließe ihn in Ruhe. Gegen Versauern half Skifahren, wenn man Spaß dran hatte.
Knut kämpfte mit einer Eisplatte und konnte gerade noch verhindern zu stürzen. Er musste ein kurze Pause einlegen. Die anderen waren nicht mehr zu sehen. Sie würden den Lift nehmen und hochfahren. Der Skipass war bezahlt. Also ausnutzen. Je mehr desto billiger. Knut fuhr weiter. Er wünschte sich in s ein Bett. Er wünschte sich zu  Helma, egal wie sauer sie immer war. Einfach vor dem Fernseher abhängen und nicht durchgeknallten Freunden hinterherhecheln.
Helma war da schon weiter. 

Grillen fängt an


Die Grillsaison hat begonnen.
Mutter hat die Feuerstelle gereinigt und föhnt den Stahl trocken. Liebevoll bläst sie die heiße Luft in jeden Winkels des Arbeitsgerätes, denn eine guet Vorbereitung sorgt für die gute Qualität des Grillstückes auf dem Teller.
Vater steht daneben, die Hände noch im Winterschlaf in den Taschen ruhend, und doch ungeduldig das Ende des Reinigungsprozesses abwartend.
Wann kann's denn hier mal losgehen, meine Güte, die Alte ist ja noch gar nicht auf Betriebstemperatur, wie das dauert!, denkt er ungeduldig; der Respekt vor der Arbeit der Frau hindert ihn aber, das offen auszusprechen. Er kann sich beherrschen, er hat Geduld, er weiß, wann es Zeit ist zu sprechen, wann Zeit, zu schweigen.
Es wird alles seinen Gang gehen, wie jedes Jahr, wie seit Jahrzehnten.
Mutter schrubbt noch ein bisschen nach. Abwischen, trockenwohnen. Fertig.
Der Frühling kann kommen, wenn er nicht schon da ist. 

Eierfarbene Ostern


Die Wärmebildkamera bringt es an den Ostertag.
Alle Welt jammert über Temperaturen, die dem Dezember gut zu Weihnachten gestanden hätten, doch in Wirklichkeit ist alles Illusion.
Kälte ist nur ein Gefühl.
Dass die Ölscheichs sich die Hände reiben, die Energiekonzerne sich ins Fäustchen lachen, ficht den mutigen Menschen nicht an: alles  nur Lug und Trug. Wenn wir die Heizung aufdrehen, wird uns warm. Wir haben es in der Hand.
Und die Wärmebildkamera entlarvt: Ostern ist mal wieder eierfarben.
Grell und bunt wie die Kinder der neuen Zeit, die diese Eier suchen müssen und finden und einsammeln, wenn sie nicht am Boden angefroren sind.
Auch der Frühling ist eine Illusion, teilt uns die Wärmebildkamera leise mit.

Ohne Worte

2!

Bodos Welt-Wörterbuch: Cheyenne-Pfeffer


Ist da auch Cheyennepfeffer drin?, fragt Hubi und will andeuten, dass das Essen reichlich scharf ist.
Hubi lebt wohl in dem Irrglauben, dass besagtes Gewürz aus zerriebenem Indianer besteht, der dem Stamme der Cheyenne angehört.
Er glaubt vielleicht, sein Essen sei jetzt angereichert mit dem Flair der wilden Prärie, wo die Cheyenne ihre schnellen Appaloosas ohne Sattel über die Ebene treiben, wehend das Haar, die Federn, die von getöteten Feinden zeugen, lustig im Wind wippend; ein frischer Skalp baumelt am Gürtel und sein Blut tropft in weiten Abständen - das Pferd ist schnell - auf den Boden und zollt der Mutter Erde Tribut.
Die kindliche Vorstellung vom roten Mann trifft hier auf kulinarische Ereignisse, und das führt zur Verwirrung.
Das Gewürz heißt eigentlich Cayennepfeffer und wird aus den Vordersitzen eines eher langweiligen Porsche-Modells für ältere Herren und Onkel gemacht. Über dessen Bestandteile sollte man sich lieber keine Gedanken machen.
Also, aufgepasst, liebe Indianerfreunde, wenn ihr scharf gewürzt esst!
Fragt doch einfach: Welches Gewürz ist da drin, oder ist das Gemüsebrühe?

Liebe


Liebe

Er liebte sie und zweifelt an ihrer gemeinsamen Zukunft.
Das ist doch keine Liebe, sagte sie.

Liebe 2

Meine Liebe an dich bindet mich, macht mich unfrei, sagte er.
Welche Liebe, fragte sie.

Liebe 3

Liebe macht frei, sagte er.
Liebe macht blind, sagte sie.

Blind und frei, geht das überhaupt.

Liebe 4

Der Blinde hört besser. Der Taube sieht besser.
Was fehlt dem, der besser liebt?

Liebe 5

Ich liebe dich, weil ich dich brauche, sagte sie.
Das heißt aber, dass du mich brauchst, weil du mich liebst, sagte er.
Dann liebe ich dich eben nicht, sagte sie.

Singen 4



Die Mutter sang ihrem Kind die Welt schön und weinte, wenn es eingeschlafen war.

Singen

Vassily Kannikski: Singender Mann (2013)

Singen
Singen solle die Seele befreien, hatte man ihr gesagt. Warum waren sie dann gekommen, hatten ihr die Arne nach hinten gebunden und sie weggeschleppt.? Jetzt war sie nicht bei Sinnen, hatte den Kopf voller Tabletten. Es war so schön gewesen, ganz oben auf der Brücke zu stehen, die Arme auszubreiten, um die ganze Welt zu umarmen und zu singen.

Singen 2
Wenn er als Kind singen musste, bekam er immer einen roten Kopf. Er schämte sich. Später stotterte er, wenn er sprach. Dann sang er, damit sie ihn verstehen konnten.

Singen 3
Sein Gesang hatte sie betört. Wenn er sprach, klang seine Stimme wie eine einzige Lüge.

Georg Krakl: Gedicht mit "häkeln" drin - Die Stadt (2013)

Der Weber verwebt sich,
wenn Tante ein Deckchen umhäkelt.
Und die Stadt erhebt sich,
wenn die Dame auf warmen Dächern rumräkelt.

Hut und so


Leben
Sie war so voller Leben, dass es ihr zum Halse raus hing.

Anders
Ich möchte mal anders sein, dachte sie, und kaufte sich ein neues Kleid. Nur das Kleid war neu.

Hut
Ein neuer Hut bringt einen neuen Kopf und neue Gedanken, ein neues Leben, dachte sie. Als sie ihn aufhatte, dachte sie: Sitz er richtig? Wie sehe ich aus? Hoffentlich weht der Wind ihn nicht fort.

Mittelpunkt 2-4


Mittelpunkt 2
Wenn er litt, sollten auch die anderen leiden. Das ist Mitleid. Für Mitgefühl fand er niemanden.

Mittelpunkt 3
Mensch, ich umarme dich, weil du mich umarmen sollst! Mensch, ich tröste dich, weil du mich trösten sollst. Mensch, ich liebe dich nicht, weil ich mich selbst zu sehr hasse.

Mittelpunkt 4
Er hatte sich nie geändert; er hatte immer nur die Menschen ausgetauscht. Wenn es Zeit war, sich den Dingen zu stellen, sich selbst ins Auge zu blicken, sich selbst als Ursache seines Schicksals zu begreifen, endlich Verantwortung für sein Leben zu übernehmen, ging er.
Er hatte verlassen und verlassen, um verlassen zu sein.
Lange weinte er über sich und blickte auf, um jemanden zu finden, der ihn trösten wollte.

Mittelpunkt

Er setzte sich auf den Boden und schmollte. Die Welt drehte sich um ihn. Er hatte es wieder einmal geschafft. Die Welt drehte sich immer schneller, das hatte er gewollte; denn er war der Mittelpunkt.
Ihm wurde schwindelig. Die Welt drehte sich weiter. Er verlor die Kontrolle. Was er im Magen hatte, kotzte er aus.

Er hatte nicht verdaut, dass er erwachsen sein sollte.

Georg Krakl: Im Angesicht des Kotes (2013)


Vertrackt, vertrackt!,
so schrie ich laut in Not!
Mein Fensterbrett ist vollgekackt,
mit reichlich frischem Taubenkot.

Man sagt: Die Tauben können dich nicht hören!
Ich würde das auf keinen Fall beschwören.
Erst tun sie taub, doch dann beflissen.
Zum Schluss, da hab'n sie dich beschissen.

Wille


Ich tue, was ich will, vielleicht bin ich morgen schon tot, sagte sie, und sprang in den Abgrund.

Leben


Sie war so voller Leben, dass es ihr zum Halse raus hing.

Familie Bräsig macht FKK




Das sind Kurt und Elvira Bräsig mit Bernhard. Bernhard ist neun und wird Berni genannt. Die Bräsigs laufen Samstag immer nackt in der Wohnung herum, weil dann Badetag ist. Natürlich duschen die Bräsigs in der Woche, je nach dem, wie stark sie geschwitzt haben. Aber samstags wird gebadet.
Der Körper wird richtig eingeweicht, so dass sogar der letzte Dreck durch den Abfluss verschwindet.

Früher hat Berni mit seiner Mutter in einer Wanne gesessen, manchmal auch mit dem Vater. Diese Zeiten sind aber vorbei. Berni meint, er sei zu alt für solche Sachen. Obwohl das gemeinsame Baden immer Spaß gemacht hat. Gummienten wurden ertränkt oder Wasser aus Shampoo-Flaschen ohne Shampoo gequetscht . Das Badezimmer sah hinterher schlimm aus. Es war mehr Wasser auf dem Boden als in der Wanne.

Das gemeinsame Baden war auch umweltfreundlicher, denn Wasser wurde gespart und Energie, um das Wasser zu erhitzen. Gespartes Wasser muss nicht erhitzt werden, denn es ist eigentlich gar nicht da.

Berni wartet jetzt darauf, in die Wanne zu können. Die Mutter ist bald fertig, dann wird das Wasser gewechselt und er ist dran. Zum Schluss kommt der Vater. Während er badet wird die Mutter ihren Körper eincremen. Der Vater sitzt in der Zeit nackt auf einem Badezimmerstuhl und blättert in einer Illustrierten. Ab und zu grunzt er etwas Unverständliches, als ob er eine Stelle aus der Zeitung vorlese.
Im Sommer machen die Bräsigs immer FKK-Urlaub. FKK heißt Frei-Körper-Kultur. Frei-Körper sind wohl Körper ohne Kleidung. Kleiderfreie Körper nennt man nackt. Nacktkultur kling aber komisch. Abgekürzt NK. Na,ja.
Was das Ganze mit Kultur zu tun hat, weiß Bernie nicht. Er kennt nur Kulturbeutel, in denen man Duschgel, Zahnbürste, Zahnpasta und anderen Krimskrams zur Körperpflege aufgewahrt.
Vielleicht heißt es Frei-Körper-Kultur, weil man auf einem FKK-Campingplatz nur mit einem Kulturbeutel bekleidet zum Duschen gehen kann.

Samstags ist für die Bräsigs immer ein kleiner Urlaub. Das ist wie Campingplatz in der Wohnung. Ohne Regen und immer die richtige Temperatur.
Witterungsunabhängig. Nur braun wird keiner bei dieser Art Kurzurlaub. Die FKK-Urlauber, die Berni im Sommer kennen gelernt hat, waren stolz auf ihrer nahtlose Bräune. Im Wohnzimmer wird keiner braun, auch wenn im Fernsehen ein Film aus der Karibik läuft.

Berni überlegt, was Nackturlauber  im Winter machen. Im Winter ist es kalt. arschkalt, wie Pauli, sein Banknachbar, sagt. Pauli weiß nicht, dass die Bräsigs samstags immer nackt in der Wohnung rumlaufen. Darüber ist Berni froh.
Er setzt sich vor den Fernseher in den dicken Frotteebademantel gehüllt und schaut eine  warme Sendung an.Die aus der Karibik nämlich. Dabei isst er Chips und denkt: „Pauli muss nicht alles wissen.“

verguckt

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Großschnabel


Der Großschnabel hat seinen Namen wegen seines großen Schnabels. Er kann nur schlecht fliegen, weil er kleine Flügel hat, die eher wie Hände aussehen. Er trompetet aber überall herum, dass er einer der besten Segler der Welt sei. Er habe schon acht Stunden über dem Mittellandkanal geschwebt, ohne auch nur eine einzige Bewegung seiner kräftigen Flugarme zu machen. Der Großschnabel ist eigentlich ganz klein, deshalb muss er immer der beste und schnellste und größte und stärkste und mutigste und schlauste von allen Vögeln sein. „Bist du auch der beste Freund der Welt?“, fragt  ihn die Zitterlerche. „Na, klar bin ich das auch!“, ruft der Großschnabel laut. „Wessen Freund bist du denn?“, will die Zitterlerche wissen. „Das ist doch egal. Ich bin der beste Freund von allen!“, fährt der Großschnabel fort. „Aber du musst doch einen Freund haben, sonst kannst du kein Freund sein“, hakt die Zitterlerche nach. „Ach, das ist nicht wichtig, Hauptsache, ich bin der beste Freund“, ruft der Großschnabel laut, damit die Zitterlerche keine neuen Fragen stellen kann. Dann geht er in großen ,schnellen Schritten weg, denn mit dem Fliegen klappt es wirklich nicht so gut.
„Ich könnte doch dein Freund sein“, sagt die Zitterlerche leise. Aber das hört der Großschnabel schon nicht mehr.

Abreißgesicht

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Pilger

„Ich habe Durst“, sagte Klaus, „wie weit ist es denn noch?“ Norbert zog die Stirn in Falten. Das nervte. Dieses ständige Genösel. „Bis wohin?“, fragte Norbert. „Na, bis wir da sind“, antwortete Klaus, „mir tun die Füße weh, das glaubst du gar nicht.“ „Stell dich nicht so an, das hier ist eine Pilgerreise, das ist kein Zuckerschlecken, also reiß dich mal zusammen!“ Norberts Ton wurde bestimmter, fast schon ärgerlich. Klaus trottete hinter Norbert her, der Kopf war leicht gesenkt, seine Beine wirkten noch krummer als sonst. Gut, er hatte kürzere Beine, krummere Beine, dickere Beine und Senkfüße, oder sogar Senkspreizknickfüße. Aber das war kein Grund, immerfort zu nöseln. Es ging ums Gehen, ums Durchhalten. Nicht ums Ankommen. Nicht ums Trinken oder Essen oder Schlafen. Klaus hatte immer nur das im Kopf. Sie waren jetzt 3 Tage unterwegs und schon morgens fing Klaus an zu fragen: Wie weit ist es noch? Oder Sätze in die Gegend zu stellen: Ich habe Durst! Ich muss pinkeln! Ich will nach Hause. Meine Füße tun weh. Mein Rücken auch. Ich habe Kopfschmerzen. Meine Beine sind schwer wie Kartoffelsäcke, ich habe eine Blase am Zeh. Ruhig bleiben, dachte Norbert bei sich. Das geht alles vorüber. Noch 20 Tage, dann mussten sie das Ziel erreicht haben. Wenn Klaus durchhielt und keine Pausentage brauchte. Eigentlich wollte Norbert auch nach Hause. Und Durst hatte er auch. Und die Beine, bloß nicht dran denken...

Akrobaten

Pawel Pikass: Akrobaten (2013)
„Sag mal hast du zugenommen ?“,fragt Bruno. „Wie kommst du denn darauf?“ Elvira klingt leicht entrüstet.
Wie kann Bruno es wagen, an ihrem Gewicht zu zweifeln? „Ich meine nur, du kommst mir irgendwie schwerer vor....“, fügt Bruno hinzu. Schweißperlen stehen auf seiner Stirn und werden vielleicht gleich zerfließen und sein Gesicht hinunterrinnen. Der blöde Plastikanzug, der fast nur sein Gesicht freilässt, ist eine Zumutung. Atmungsaktiv hatte auf der Verpackung gestanden, als wenn er durch einen Anzug atmen könnte. Aber es musste ja unbedingt der schwarzglänzende Kunststoffanzug sein wegen der Bühnenshow. Körperbetont. Elvira konnte sich in pludrigen Baumwollsäcken bewegen. Die sind atmungsaktiv! Von der Figur sieht man fast nichts, ahnen kann der Zuschauer nur, dass das Elvira und eine Frau ist. Bruno schwitzte. Elvira machte ihren elegantesten Gesichtsausdruck, den sie in der 20jährigen  Geschichte auf der Bühne gelernt hatte. Der Rest war Nebensache, den sah man ja kaum. „Booh“, ächzte Bruno, „ wie lange denn noch?“  „Ich glaube du hast Konditionsschwächen“, vermutete Elvira, „vielleicht solltest du mal wieder ein paar Eisen stemmen, so wie früher.“ Brunos Muskeln spannten sich unter dem schwarzglänzenden Plastikanzug. Das war die Höhe. Konditionsschwächen! „Zähl langsam bis 34, Bruno“, sagte Elvira, „ dann kannst du mich absetzen.“ Bruno zählte. Bei 21 entschied er, dass endlich eine Personenwaage ins Haus sollte. Dann würden sie ja sehen...

Georg Krakl: Mein Dudengedicht - Damedame

Dame, lahme
wunderSame
Lady, laylay
Lay down
Syndrom
Und Sally

leibliche Person,
weibliches Wesen
beschreibliches;

Sie (ersiees)
(umgangssprachlich, besonders süddeutsch und österreichisch) Weibsbild;
(umgangssprachlich scherzhaft) Eva;
Evaluation der Männlichkeit
(österreichisch salopp) Weiberl;
(landschaftlich, meist abwertend) Mensch; die Frau ist ein Mensch;
kein Mann (lustig);
(veraltend) Weib (veraltet);
(umgangssprachlich veralternd) Weibsperson;
(landschaftlich, sonst veraltet) Frauenzimmer, wo sind Fenster und Tür?

(veraltet) Frauensperson
(abwertend) Xanthippe;
(umgangssprachlich abwertend) Ehedrachen, Hausdrachen;
(landschaftlich salopp) Olle;
(landschaftlich scherzhaft) Madam;
(veraltet) Weib
mit Leib.

Elsie.
wie schnell sie
sich aufregt.


Ei

Eierbecher heißt jetzt iPott.

Einseitiges Buch


Was meinen wir, wenn wir sagen:
Das Buch ist mir zu einseitig?
Kann ein Buch denn einseitig sein, ist es vielleicht nur ein Blatt?