Bodos Welt mischt sich ein. Für Minden und die ganze Welt. Bodos Welt bleibt stehen, wo andere weitergehen. Bodos Welt geht weiter, wo andere stehen bleiben. Parteiisch. Übernatürlich. Unablässig. Erscheint täglich. Unaufhörlich.Unhöflich.
"Weiser Mann" Olli Dallilahmer: Lass ab von Häme!
Wenn dein Erzfeind öffentlich angeprangert wird, wenn die Obrigkeit auf ihn aufmerksam wird, wenn PC und Aktenschränke leergeräumt werden, wenn untersucht und ermittelt wird, hast du dann das Gefühl von Häme, von „Wurdauchmalzeit!“? Jahrelang hast du dich klein gefühlt, ohnmächtig gegen Gehabe und Auftreten, gegen Anweisungen und dringende Wünsche; endlich glaubst du, dass dir Gerechtigkeit widerfahren ist. Fühlst du dich wohl? Bestimmt nicht, denn im Innersten weißt du, dass Vergeben und Liebe die Lösungen sind, die dich er-lösen von der Qual der Wirklichkeit. Jahrelang hat dich eine Sehnsucht nach Rache auf das Rad der Realität geflochten, hat dich gebunden an deine geheimen Wünsche, von denen du nicht loskommst. Im Gefühl der Rache, des „Geschiehtihmrecht“ und des „Wirdwohlwasdran“ bleibst du winzig, verharrst du in deinem Kleinmut und bleibst unerlöst. Die Qual wird weitergehen. Jetzt zeigst du mit dem Finger auf die, die die Wahrheit nicht sagen wollen, die schweigen wollen, weil böse Stimmen ihnen das eingeflüstert haben, ihnen nahegelegt haben: Wer weiß, was mit euch später wird, wenn sich alles als Irrtum erweist, wenn der Geächtete zurückkehrt. Die Rache ist sein!, droht man den Ängstlichen, auf dass sie schweigen, und dieses Schwiegen ist mehr als 1000 Worte. Hinausschreien sollte ihr es, wenn alle Vorwürfe Lüge sind! Warte, Kleinmütiger, nicht zu lange auf deine Rache, sonst fällt sie auf dich zurück! Vergib und liebe, nimm dich selbst an und alle andere in ihrer Schwäche! Und wisse: Die Wahrheit lässt sich nicht tilgen, weder durch Schweigen, noch durch hundertfaches Wiederholen des Falschen. Die Wahrheit ist. Die Wahrheit dauert. Darauf kannst du setzen. Darum, lass ab von Häme und vertraue!
Nacht- und Nebelaktionen - Bist du es, Mutter?
Das passiert immer häufiger: Dass man sich in Nacht- und Nebelaktionen sein täglich Brot, etwas Bargeld oder einfach nur sein Recht verschaffen muss. Der entmündigte Bürger ist immer mehr auf Eigeninitiative angewiesen; früher sorgte der Staat für den Menschen, heute muss er es selber tun.Es ist dunkel und neblig, der kalte Bruder der Sonne ist nur als diffuses Licht zu sehen, möglich auch , dass es eine Straßenlaterne oder ein Autoscheinwerfer ist, das lässt sich bei solchen Lichtverhältnissen niemals klären. Der Druck ist hoch, die Hände feucht. Jetzt gilt's, was immer es auch sein mag. Das ist die Nacht der Nächte, undsoweiterundsofort. Positive Affirmationen trommeln durchs Hirn, sollen beruhigen oder den nötigen Adrenalinkick geben, um das Vorhaben zum Erfolg zu bringen. Hans tastet sich durchs Dunkel, fühlt den Nebel förmlich mit den Fingern. Dann greifen seine Hände etwas Warmes, Weiches; Hans spürt Stoff, dann Haut, dann Fleisch, Haare, einen Menschen; das Herz hämmert, Adrenlin bis in die Fingerspitzen, der Urmensch in Hans warnt 'Hau ab! dafür ist das Adrenalin auch da!', 'Feige Sau!', kontert Hans in Gedanken, um sich selbst Mut zuzudenken, er greift höher, fasst ein Gesicht, Nase, Ohren, Oberlippenbart: "Bist du das, Mutter?"
Eine tiefe Stimme: "Sammal hast du ne Vollmacke!" Keine Frage, ein Befehl. Alkoholgeruch strömt Hans entgegen, vermischt mit Zigarettenrauch, jetzt dringt der Keipendunst in seine Nase. "Pack mir nicht im Gesicht rum!" Hans kennt die Stimme; das Gesicht dazu fällt ihm nicht ein. Helga ist das nicht, denkt er, dafür ist die Stimme zu tief. Die hat auch keinen richtigen Bart, analysiert er scharf. "Nimm die Finger da jetzt weg! Du kannst froh sein, dass ich gute Laune habe und kaum noch stehen kann!", brüllt die Gestalt. "Ach, du bist das, Horst, Mensch, alter Schwede!", ruft Hans jovial und haut Horst kräftig, aber kameradschaftlich auf den Rücken. Horst kippt vornüber und bleibt liegen, kurz darauf schnarcht er. "Ich hasse Nacht- und Nebelaktionen", murmelt Hans und wischt sich die Hände an seinem Mantel ab.
"Was wollte ich denn noch?", murmelt er leise vor sich hin. Geduckt schleicht Hans weiter durch die Nacht. "Ich hab's vergessen, ganz einfach vergessen; ich weiß es nicht mehr." Wie ein Mantra wispert Hans die Worte vor sich hin und verschwindet allmählich im Diffusen.
Neue Fahrradhelme in Planung

Die Industrie hat neue Fahrradhelme entwickelt. Die alten, stromlinienförmigen, die dem Kopf etwas Echsenhaftes verliehen, waren schon eine Gefährdung des Straßenverkehrs. Wenn ein entspannter Autofahrer plötzlich einer Riesenechse auf zwei Rädern angesichtig wird, so ist die erste Reaktion die Flucht: Aufs Gas und ab nach Hause in den schützenden Bau oder in die sichere Höhle! Sogar anerkannte Verkehrsgutachter bestätigen, dass der Nutzen der Helme den Schaden nicht aufwiege. Zwar sei die Zahl der Radfahrer, die nach rüpelhaftem Verkehrsverhalten unerkannt und unverletzt davon gekommen seien, enorm gestiegen, die Zahl der Blechschäden allerdings auch. Darüber hinaus seien die Helme aufgrund ihres spitzen Hinterstücks äußerst gefährlich, wenn sein Besitzer in einer Schlange steht. Das entnervte Nachhintenrucken des Kopfes, weil die Wartezeit zu lang wird, habe schon manchen eng anstehenden Frührentner vom Linoleum geholt; das müsse unbedingt verhindert werden, so dass die EU ein Verbot des Tragens von hinten spitz zulaufenden Fahrradhelmen in Menschenschlangen beschließen will. Findige Unternehmer haben im Vorfeld dieses Beschlusses bereits reagiert: Sie entwickelten einen ballonartigen Rundhelm, der den Besitzer schützen soll, dem Kopf aber leider etwas Meloniges gibt. Bisher wurden die Helme nur bei Fußgängern getestet, was sich als ungeschickt erwies: Passanten hielten die Helmträger für Wesen von einem anderen Planeten und versammelten sich sofort, um eventuell eine Friedensdemonstration zu organisieren, oder den Alien einfach mit Spaten und Plattschaufel, die jeder gute Bürger im Frühjahr in seiner Nähe weiß, zu erschlagen. Gut auf jeden Fall, dass der jeweilige Alien, wenn es denn einer war, einen soliden Rundhelm trug, der einen gezielten Spatenschlag locker abfängt. Dumm gelaufen: Aber wie, bitteschön, erkennt man einen Fahrradfahrer mit Helm, der gar kein Fahrrad mit sich führt? Da wird auch der neue Rundhelm nichts nützen.
Exotisches auch für Vegetarier
"Weiser Mann" Olli Dallilahmer: Der Choleriker hat unsere Liebe verdient
Hat der Choleriker nicht auch unsere Liebe verdient? Ist es unser Kleinmut, der es verhindert ihn anzunehmen als Mitmenschen, als Nächsten?Du hast du ne Vollmacke, du verfluchter Sauhund, räum gefälligst das Laub, das dein verschissener Birnbaum in meinen Garten gepfeffert hat, auf deine Seite, aber dalli! Sonst zieh ich dir ein Horn! Ist das jetzt klar? Basta! Und Punkt! Dass das mal ein Ende hat hier. Feierabend! Sonst kauf ich mir ne Kettensäge und dann hat es sich ausgebirnt, Meister!!!!
Was steckt hinter diesen Worten, was hinter seinem cholerischen Auftritt, der auf den ersten Blick verletzend und gewalttätig wirkt? Die Augen des Brüllenden sind in Wirklichkeit ängstlich zusammengerückt; ein kleiner Geist hat in einem mächtigen Schädel seine Heimat gefunden und fürchtet, entdeckt zu werden. Schutzmechanismen, alt und neue, aus Gegenwart und Kindheit, greifen und setzen die Alarmglocken in Bereitschaft. Der Choleriker will nicht verletzen, er will das kleine Kind in sich schützen, das nie seinen Willen bekam, auch wenn es mit Nagelschuhen Glastüren eintrat, Blumenvasen in den Wohnzimmerschrank warf oder dem Hund von Tante Moni kleingeknickte Rasierklingen ins Hundefutter mischte. Schreie nach Liebe, manchmal stumme Schreie, manchmal laute, die Panzerglas zerbersten lassen konnten.
Liebe, das ist es, worum eine arme Seele hier fleht. Wir können nicht einfach weghören; wir müssen unsere Hilfe anbieten. Was spricht dagegen, den ersten Schritt auf den anderen zu tun, den Choleriker anzunehmen wie er ist, und ihn dadurch zum Guten zu verändern? Ist der Birnbaum nicht alt und gehört er nicht längst ins Trockenregal für das Kaminholz? Manchmal muss man sich trennen können, von alten Gewohnheiten und manchmal von einem alten Birnbaum. Wenn es der Liebe dient.
Gymnasiastenwitze der 70er: Passionszeit

Weinet nicht!
Auch Jesus wusste nicht, warum er gekreuzigt wurde.
(Diese Originalzeichnung entstand im Deutschunterricht eines deutschen Gymnasiums um 1970. Im Religionsunterricht konnte das Bild nicht gezeichnet werden, weil es den damaligen guten Sitten Jugendlicher entsprach, vom Religionsunterricht abgemeldet zu sein.
Letztendlich hat das Abgemeldetsein die Zerstörung des Gottesstaates der Oberstudiengeräte nicht erreicht. Ein völlig nutzloser Protest, von dem lediglich die Gastronomie profitierte, die die Unterrichtslosen beherbergte und beköstigte.)
Schulinspektion - Qualitätsanalyse(Teil 2): Mülltrennung
Oberinspektor Terrick und Assistent Harald berichten.
(Nicht autorisierter Text) Die Mültonne ist ein Buch. Klappt man sie auf, liegt das Schulleben in großen Teilen offen. Die Analysen des Kollegen Harald, der in Gummistiefeln und mit Latexhandschuhen die Abfallsammelstellen der regionalen Schulen erkundet, lassen auf die Qualität einer Schule wunderbar schließen. Wie hoch ist die Zahl der Kaugummis in Relation zum Gesamtvolumen des Müllaufkommens? Handelt es sich um eine Schule, die Kaugummigkauen im Unterricht toleriert? Dann sind die abgelegten Objekte eher in der Minderheit; hier scheint ein lascher Stil zu herrschen, der Schüler darf sich wiederkäuend im Unterricht langweilen, die Pädagogen halten das wohl für leises Mitmurmeln der Lernziele, oder haben wenig Kontrolle über das Verhalten der Schüler. Möglich wäre aber auch, dass die Mensangebote den Essgewohnheiten der Unterrichteten nicht entspricht, also eher vollwertige Ökokost aufweist, die vielleicht gesund, aber geschmacklos ist, die Schüler Kohldampf schieben und ihren Hunger, ärmsten Kokablätter kauenden Bevölkerungsschichten in Lateinamerika ähnlich, durch Kaugummikauen bedienen und die Kaumasse unbedingt lange im Munde bearbeiten wollen. Ansätze diese Verhaltens müssten sich in einem Schulprogramm, das die negativen Folgen der Globalisierung thematisiert, wiederfinden. Reichlich Kaugummis im Abfallcontainer deuten auf eine strenge Einhaltung von Regeln hin, die das Kaugummikauen auf dem gesamten Schulgelände verbietet; autoritative Pädagogik korreliert häufig mit Mensaangeboten, die aus fettigen Pommes oder Wredges mit überzuckerten Toamatensaucen und Sättigungsmaterialien, die überwiegend aus Zucker, Stärke, Tierknochenextrakten und Farbstoff bestehen. Man kann nicht alles haben: Öko und Ordnung stehen sich scheinbar diametral gegenüber. Kompromisse sind manchmal geboten; und wer isst nicht auch mal gern die schnelle Currywurst mit frittierten Kartoffelstangen unter einer guten Portion Mayonaise? Harald braucht das nach jedem Einstieg in die Tonne während der Schulinspektion. Harald, oder besser, der normale Mensch, ist ein guter Indikator dafür, ob eine Schule in Harmonie mit dem Bildungministerium arbeitet.
(Nicht autorisierter Text) Die Mültonne ist ein Buch. Klappt man sie auf, liegt das Schulleben in großen Teilen offen. Die Analysen des Kollegen Harald, der in Gummistiefeln und mit Latexhandschuhen die Abfallsammelstellen der regionalen Schulen erkundet, lassen auf die Qualität einer Schule wunderbar schließen. Wie hoch ist die Zahl der Kaugummis in Relation zum Gesamtvolumen des Müllaufkommens? Handelt es sich um eine Schule, die Kaugummigkauen im Unterricht toleriert? Dann sind die abgelegten Objekte eher in der Minderheit; hier scheint ein lascher Stil zu herrschen, der Schüler darf sich wiederkäuend im Unterricht langweilen, die Pädagogen halten das wohl für leises Mitmurmeln der Lernziele, oder haben wenig Kontrolle über das Verhalten der Schüler. Möglich wäre aber auch, dass die Mensangebote den Essgewohnheiten der Unterrichteten nicht entspricht, also eher vollwertige Ökokost aufweist, die vielleicht gesund, aber geschmacklos ist, die Schüler Kohldampf schieben und ihren Hunger, ärmsten Kokablätter kauenden Bevölkerungsschichten in Lateinamerika ähnlich, durch Kaugummikauen bedienen und die Kaumasse unbedingt lange im Munde bearbeiten wollen. Ansätze diese Verhaltens müssten sich in einem Schulprogramm, das die negativen Folgen der Globalisierung thematisiert, wiederfinden. Reichlich Kaugummis im Abfallcontainer deuten auf eine strenge Einhaltung von Regeln hin, die das Kaugummikauen auf dem gesamten Schulgelände verbietet; autoritative Pädagogik korreliert häufig mit Mensaangeboten, die aus fettigen Pommes oder Wredges mit überzuckerten Toamatensaucen und Sättigungsmaterialien, die überwiegend aus Zucker, Stärke, Tierknochenextrakten und Farbstoff bestehen. Man kann nicht alles haben: Öko und Ordnung stehen sich scheinbar diametral gegenüber. Kompromisse sind manchmal geboten; und wer isst nicht auch mal gern die schnelle Currywurst mit frittierten Kartoffelstangen unter einer guten Portion Mayonaise? Harald braucht das nach jedem Einstieg in die Tonne während der Schulinspektion. Harald, oder besser, der normale Mensch, ist ein guter Indikator dafür, ob eine Schule in Harmonie mit dem Bildungministerium arbeitet.
Der Bilderwitz im März: Nichts zu lachen

Die Apachen
hatten selten was zu lachen.
hatten selten was zu lachen.
(Der Witz ist, dass es sich um Fellachen handelt; die wurden bekannt durch ihr Fell-Lachen, was normalerweise nur bei Pelztieren vorkommt. Apachen dürfen nicht verwechselt werden mit den Apallachen, die durch ihr Apall-Lachen bekannt geworden sind. Das Apalachen ist unbekannt, denn die Apachen hatten bekanntlich wenig zu lachen, wie man oben unschwer lesen kann.)
Wohnen: Zen oder Gemütlichkeit?
Niemand findet Zen-Schlafzimmer gemütlich, aber keiner sagt etwas. Die Steigerung der Ungemütlichkeit wäre, wenn auf dem Fußboden eine Schale mit Sand stünde, daneben eine kleine Harke, mit der man sinnlose Muster in den geglätteten Sand ziehen kann.
Immer wieder fragen sich die Menschen, wo Besitzer solcher Zimmer eigentlich ihre Kleidersammlung und ihr Gerümpel lassen? Die brauchen doch einen extra Raum, damit das, was im Schlafzimmer fehlt, untergebracht werden kann, denkt jeder. Eine ganze Zen-Wohnung müsste demnach im Garten einen Container haben, um all das Nützliche und Sinnlose, das keiner wegschmeißen will, unterzubringen. Im Grunde ist die ganze Gemütlichkeit in diesem Container; die Zen-Wohnung impliziert maximal 16° C Raumtemperatur; kalte Luft erzeugt klare Gedanken. Ob ein Zenschlafzimmer dann neben dem Schlafen auch anderen Dingen dienen kann, ist fraglich.
Gemütlichkeit ist imer auch Unordnung. Hier liegt was rum, da auch. Wenn ich mich setzen will, muss ich erst Ritas Dackel entfernen, da liegt die Katze, die muss auch weg, den Stapel Zeitungen noch und dann schließlich die Pommes von der Vorwoche. Jetzt aber hinsetzen, die Sofakissen zurechtgerückt, gut die Flaschen müssen vom Tisch, den Fernseher an; der Bildschirm ist frei, unverbaut. Hoffentlich fällt der röhrende Plastikhirsch nicht von der Bildröhre. Die Zinnbecher sind auch nicht schlecht, besonders gemütlich sind die Wandteller und die jugoslwischen Holzarbeiten und handgeknüpften Teppiche, die als Tischläufer Verwendung finden. Hier leben Menschen! Das kann man an jeder Ecke, in jedem Winkel sehen und begreifen. Hier hat jemand Spuren hinterlassen, Spuren, die in keinen Staubsaugerbeutel passen. Aber Staubsaugen ist ungemütlich; wer sich so richtig im Wohlbefinden suhlen will, braucht auch ein bisschen Dreck. Das ist doch zwangsneurotisches Verhalten, ständig zu saugen und zu wischen, ständig Sand zu harken und das Schlafzimmer so auszuräumen, dass jederzeit eine Management-Dame ihren Mantel ablegen könnte. Ein gemütliches Wohnzimmer muss sein wie ein ausgetretener Schlappen: Ungesund, aber zum Wohlfühlen. Ich bin zu Hause! Hier lebe ich. Mir doch Wurscht, was Karrierezicken wollen!
Heimlich werden Zenschlafzimmerbesitzer sowieso in ihren Containern sitzen, um sich richtig mit Gemütlichkeit vollzusaugen. Da reicht oft ein Kubikmeter Sitzraum, um durchzuatmen und sich zu erholen vom Stress des Aufgeräumtseins, der Klarheit, der kühlen Übersichtlichkeit. Zen ist japanisch, Gemütlichkeit ist deutsch.
Andi Doth: Was machen gegen Heulsusen?
Da stehen sie vor dir: Heulsusen. Gleich wird es aus den Augen schütten, du musst nur noch das richtige, oder besser, falsche Wort sagen, schon geht's los. Du verlässt das Hallenbad, fühlst dich gut, hast ordentlich Bahnen gezogen und dann fällst du fast über eine vollgestopfte Badetasche, die mitten im Gang steht, die du nicht gesehen hast, weil du im Moment in anderen Regionen schwebst. Du denkst an ein kühles Helles oder ein Gläschen Roten, das oder den du dir gleich genüsslich in die Kehle rinnen lassen wirst, vor dem Fernseher, in dem die Lieblingstatortwiederholungssendung auf WDR 3 ausgestrahlt wird. Du weißt, es ist Donnerstag, morgen kommt Freitag, und dann ist Wochenende. Was kann dir jetzt noch passieren. Die Welt hat Gutes für dich vorbereitet. Dann tritt dein Fuß in Dumpfes, du schreckst hoch, denkst, du hättest in einen leblosen Körper getreten, der dort am Boden liegt; es ist nur eine dunkelblaue Badetasche, in der feuchte Handtücher und anderes Zeug lagern, alles, das in ein paar Tagen stinken wird, wenn es nicht heute Abend noch in die Maschine kommt, um anschließend aufgehängt zu werden oder im Trockner zu landen. Dein Adrenalinspiegel hat sich erhöht, du spürst feine Nadelstiche in den Fingerspitzen. Warum hast du dich so erschreckt? Das war doch eine vollkommen harmlose Situation? Du denkst an letzten Donnerstag, als dein Fuß fast in einem älteren Herrn stecken geblieben wäre. Der Mann am Boden entpuppt sich schnell als Obdachloser mit passender Fahne, die dir den Genuss deines Gläschen Rotweins vergällen will. Natürlich sprichst du den am Boden Liegenden an, der erzählt mit triefenden Augen seine Lebensgeschichte, denn du kannst Heulsusen nicht widerstehen. Fast hättest du mitgeheult, so ergreifend, so nah am richtigen Leben ist die Schilderung. Du beschließt mit dem Rotwein und auch mit dem Bier aufzuhören; und überhaupt, dein ganzes maßloses Leben willst du umkrempeln. Dir geht es zu gut!, schreist du dich an. Du bringst den Triefäugigen ins Heim; am nächsten Tag wirst du deinen Wagen waschen und den Innenraum aussaugen. Wäre sowieso mal fällig gewesen. Der Tatort ist vorbei, als du nach Hause kommst. Der Rotwein schmeckte sauer, das Bier schal. Du schläfst schlecht und beschließt am nächsten Morgen, kurz vor der Waschnanlage, solche Menschen demnächst zu meiden. Donnerstagsabendverderber. Üblegefühlemacher!Jetzt steht dieser rotznasige Junge vor dir, kurz vor seinem größten Tränenausbruch, kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Was kannst du schon machen? Du sprichst ihn an, jaja, Schlüssel verloren, Geld gestohlen, Bus ist weg; er weiß aber noch, wo er wohnt; jaja, das ist zu Fuß zu weit. Jetzt fängt er an zu erzählen und du alter Jasager sagst ja, wenn er fragt, ob er aufhören soll. Neinnein, geht doch eigentlich, das Neinsagen, aber in Wirklichkeit ist das Nein ein Ja. Du weißt, was jetzt kommt. Der Abend ist gelaufen. Wahrscheinlich wird dir der Bursche, wenn er zum Thema lebensgefährliche Krankheiten gekommen ist, in den Wagen kotzen. Morgen Waschanlage, Innenraum muss auch mal mit Seife gereinigt werden. War sowieso fällig. Tatortwiederholungen kotzen dich an, genauso wie Rotwein und Bier; dir stehen die Tränen in den Augen. Warum ich, warum ich, fragst du dich später, als du in deinem vollgekotzten Wagen vor der Ampel stehst. Warum ich? Du heulst und spürst Erleichterung. Jemand klopft an die Scheibe. Kann ich Ihnen helfen? Jaja, sagst du alter Jasager, und meinst eigentlich nein. Und wie?, fragt es draußen. Keine Ahnung, antwortest du, und die Tränen fließen nur so über deine Wangen.
"Weiser Mann" Olli Dallilahmer:Das Universum ist ein großes IKEA-Regal
Alles hat seinen Platz. Jeder Mensch, jedes Tier, jede Pflanze, selbst der Stein und das Mettbrötchen, selbst das profanste Ding hat seinen Platz. Wir alle sind Teil der großen Ordnung. Wir sind aber auch zu klein, um diese Ordnung zu durchschauen. Doch wir können gewiss sein, dass wir uns am rechten Platz befinden. Stell dir das Universum vor als riesiges, unendliches IKEA-Regal, als Billy Unendlich, oder SKANARE Universell; da schwebt das Billyregal in der Ewigkeit und wir unbedeutenden Wesen sitzen auf einem Regalbrett, dass uns bei unserer Geburt zugewiesen wurde. Wir sind eine große Billy-Familie, nicht nur verbunden mit den Seelen unseres Reaglbrettes, nein mit allen Wesen und Seelen der gesamten Bücherwand. Die wir früher als Aliens, Marsmännchen oder Extraterristische abwerteten, vielleicht vor ihnen Angst hatten, weil uns die Amerikaner gelehrt haben, dass technisches Knowhow gleichzusetzen sei mit Bösartigkeit, die können wir alle lieben, denn sie sind unsere Brüder und Schwestern, wir können sie im Geiste umarmen, denn sie sind verwandte Seelen, wie fremd uns auch Gumminasen, Brokatmützen und lallende Gesänge sein mögen. Es sind alles Seelenverwandte, die nur auf einem anderen Brett sitzen. Wenn es uns auch unmöglich ist, im materiellen Raum Kontakt mit ihnen aufzunehmen, so bleibt die Gewissheit durch die Überwindung von Raum und Zeit auch das Billy-Regal zu überwinden und einzuschweben in den wahren Zustand der Existenz, in der es keine Bretter mehr gibt und wir direkten Zugang zu allen Wesen haben, weil wir eins sind mit ihnen. Ein Besuch im nächsten IKEA-Laden sollte uns hin und wieder an die Unzulänglichkeit unserer Existenz erinnern, vielleicht nach getanem Einkauf bei einer schönen Portion Kötbullar.
Das Sonntagsgedicht: Monotonie - von Georg Krakl (2008)
Monotonie
Mono
Ton
Not nie
Toni
Ono
Ono
Not
Mon
On
Not on
Onie
Onie
Otonie
O Toni
Mon
Toni
Ie
Toni
Ie
Mon Toni
Mono
Ton
Not nie
Toni
Ono
Ono
Not
Mon
On
Not on
Onie
Onie
Otonie
O Toni
Mon
Toni
Ie
Toni
Ie
Mon Toni
Serie: Schulinspektion - Dunkler Himmel?

Endzeitstimmung in NRW-Schulen? Schulinspektoren schwärmen aus und nehmen tiefe Einblicke durch 20-minütige Unterrichtsbesuche, Befragungen der Mitarbeiter und Inspizieren des Schulgebäudes.
Die Kollegien sind beunruhigt?
Gesamt- und ähnliche Schule liegen noch im Dornröschenschlaf, da bis vor kurzem noch keine Inspektoren bereit standen. Das soll jetzt anders werden. Harri, hol schon mal den Wagen!
Thema: Schule - Schulinspektion/Qualitätsanalyse
Zwischenbilanz
(Nichtautorisierter Bericht: Oberinspektor Stefan Terrick, Assistent Harald; Auszüge)Name der Schule: Tiefe Einblicke liefert der Name einer Schule. Nehmen wir ein Beispiel: Die Schule heißt Winnetou-Gesamtschule. Wenn dieser Name in der Realität auch nicht existiert, so lieferte er doch Aufschlüsse über das Konzept und die geistig-körperliche Haltung der in dieser Schule Beschäftigten. Karl May entspricht vielleicht nicht den literarischen Anforderungen des Bildungsbürgertums, so zeigt die Namensgebung aber, dass ein integratives-rassenverständigendes Konzept vorliegt. Die Geschichte zeigt, dass es wohl möglich ist, weiß-indianische Freundschaften zu schließen, die sogar in Brüderschaft mündet durch das symbolische Vermischen des Blutes, was im Zeitalter von AIDS natürlich überhaupt keinen Aufforderungscharakter besitzen darf. Wie Old Shatterhand sich der fremden Kultur der Apachen nähert und wie diese ihn aufgrund körperlicher und geistiger Höchstleistungen, besonders des Schläfenfaustschlages zur vorübergehenden Beruhigung des Gegeners ohne ihn wirklich aus den Mokassins oder Cowboystiefeln zu hauen, gipfelt, kann beispielhaft genannt werden, im klaffkischen Sinne exemplarisch. Die Vermischung der Körpersäfte durch die Herbeiführung eines eheähnlichen Zustandes zwischen Old Shatterhand und der Winnetou-Schwester N'tscho-Tschi zeigt, dass der "gute" Weiße auch in der Lage ist, sich über Rassenvorurteile hinwegzusetzen und sich vor dem Hintergrund überhöhter und romantisierter Gefühle (Liebe) in eine lebenslängliche Verantwortung mit einer der eigenen Rasse nicht angehörigen Person, in diesem Falle einer Frau, zu begeben. Das kann in der heutigen ichbezogenen Wirklichkeit, die Rassenvermischungen lediglich aufgrund angelesenen Gewissens toleriert, von großem Vorteil sein. Was den Sachverhalt der Namensgebung aber weiterhin bedeutungsvoll macht, ist die Erkenntnis, dass, selbst wenn hier "ungebetene" Freunde in der Gestalt von Schulinspektoren auftreten, immer noch die alte Regel gilt: Ein Indianer kennt keinen Schmerz. Schulen mit solchen Namen müssen bereits vor Betreten des Gebäudes einen riesigen Bonus bekommen.
Qualitätssicherung: Ein Schüler darf nach dem Unterricht nicht dümmer sein als vorher. Der Lehrer sorgt dafür, dass sein Wissenstand erhalten bleibt.
Pünktlicher Unterrichtsbeginn: Illusion, dass in Deutschlands Schulen wirklich pünktlich mit dem Unterricht begonnen wird. Zwar brechen die meisten PädagogInnen pünktlich auf, werfen noch einen Blick ins Sekretariat, rufen vielleicht: Ich geh dann mal in den Unterricht!, aber auf dem Weg zum Klassenzimmer gehen die meisten verloren. Die erste verschwindet im Lehrerarbeitszimmer(Ich hab da noch Material liegen...), der zweite auf dem Lehrerklo (Ruhe schaffen vor der Doppelstunde...), die dritte im Kopierraum (Ach, das Arbeitsblatt...) und der vierte bleibt hinter der Hausmeisterloge stehen, um den Vertretungsplan eingehend zu studieren und herauszufinden, in welchen Raum er seit drei Minuten sein müsste. Weitere Stationen können der Karten- oder Lehrmittelraum, das Elternberatungszimmer, die Bibliothek oder der Putzmittelraum sein. Ganz Selbstbewusste verwickeln den Kollegen X in ein Gespräch auf der Treppe, wobei fachbezogene Wörter eingestreut und laut gesprochen werde, um den Eindruck zu erzeugen, man unterhalte sich nicht über die Highlights des Wochenendes, sondern über die Unterrichtsentwicklung der der 8a. Unerfahrene LehrerInnen erscheinen relativ schnell da, wo sie hingehören. Der Rest verliert sich in den unendlichen Weiten des Schulgebäudes.
Männer im Alter - Ruhestand ein Problem?

Jeder weiß, dass Männer im Alter komisch werden können; das haben sie mit den Frauen gemein. Merkwürdigkeiten der Jugend und des Erwachsenseins schärfen sich und und stellt das bisherige Leben in Frage. Was haben wir falsch gemacht?, mag der gereifte Herr seine Kollegen, Kameraden und manchmal auch seine Freunde fragen. Im Leseraum von Seniorenpensionen für starrköpfige Männer kann man Gespräche belauschen, die Aufschluss über Krisen im vierten Drittel des Lebens geben.
Wieso falsch gemacht?, zischt Franz, ich habe nichts falsch gemacht. Is klar, das sage ich auch immer, bestätigt Boris halbherzig, und wenn, würde er es sowieso nicht sagen. Ich will ein Haus in Neuseeland bauen, wirft völlig unvorbereitet Gustav in die Diskussion. Wieso Neuseeland, ich dachte Neufundland?, fragt Boris konsterniert. Wo liegt denn Neufundland überhaupt? Ich kann doch kein Haus in einem Land bauen, das ich nicht kenne!, giftet Gustav, ich habe sowieso kein Geld dafür. Womit willst du denn dann bauen?, will Boris wissen. Eben, antwortet Gustav auf eine völlig andere Frage, und mit der Rente komme ich doch vorne und hinten nicht klar. Mach doch Schulden, ist doch völlig egal. In ein paar Jahren bist du tot, und dann brauchst du wenigstens nicht mehr abzuzahlen. Sehr witzig!, sagt Gustav und lacht überhaupt nicht. Neufundland liegt vor der Nordostküste Nordamerika, Hauptstadt heißt St.John's, platzt Franz dazwischen. Was soll das denn jetzt?, beißt Boris zur Seite. Gustav will doch gar nicht in Neufundland bauen. Na und?, fragt Franz, Neuseeland liegt jedenfalls da, nur mal so zur Information. Haupstadt von Madagaskar? Gustav und Boris schweigen, dann wie aus einem Munde: Ist doch klar, weiß doch jeder, der dich länger als ein halbes Jahr kennt.... Und?, bohrt Franz nach. Du glaubst doch nicht, dass wir das jetzt sagen? Wir sind ja wohl nicht mehr in der Schule. Gustav hakt nach: St.John's, St.John's.... was soll das denn, da fehlt doch was! Wieso, da fehlt nix, wird Franz deutlich, die Hauptstadt heißt St.John's, basta. Das ist doch Genitiv, kramt Boris sein Grammatikwissen hervor, da muss doch was kommen, das wär ja so, als würde eine Stadt Bernis oder Hansis oder Hasis oder Rosis heißen. St.John's Tranqualizers wäre vollständig. Wie kommst du denn jetzt auf Tranqualizer?Franz wird allmählich ungehalten. Ruhe jetzt, also, Hauptstadt von Madagaskar? Boris lässt nicht locker: Die habe ich gestern auf deinem Schreibtisch gesehen, eine 50erPackung. Da war nichts, ich habe überhaupt keinen Schreibtisch. Was ist das denn? Lass jetzt mal gut sein, ja? Sag ich nicht, sagt Gustav. Was?, fragt Franz. Ich auch nicht, ergänzt Boris. Was sagt ihr nicht? Wie die Hauptstadt von Madagaskar heißt. Dann eben nicht, Antananarivo heißt die, schießt es aus Franz hervor. Genau, sagt Gustav. Ganz genau, sagt Boris. Das wollten wir doch nur hören. Kann ja jeder sagen, kontert Franz. Eben, bestätigen die Kollegen.
Gustav dürstet es. Gibt's eigentlich ein Kaltgetränk? Glaub schon. Ist schon sechs? Kurz nach. Bei Paul gegenüber, wie immer. Dass die hier keine Minibar haben! Hab ich auch schon gedacht. Denk ich fast ständig, also, ab sechs. Kommt ihr mit? Unbedingt. Natürlich.
Nach dem ersten Hefe setzt die entspannende und beruhigende Wirkung eines Kaltgetränkes ein; die Welt inklusive Vergangenheit erscheint in neuem Glanz. Scheißtranqualizer!, sagt Franz, sollten liebern Hefe verschreiben. Paulaner auf Rezpt, das wär's. Genau, bestätigt Gustav. Ganz genau, nuschelt Boris, während die Lippen schon im Bier sind.
Ratgeber: Telefongespräche abbrechen
Keine Hilfe in der Not des Zweifels. Die Neugierde gepaart mit Verantwortung und Sendungsbewusstsein(Diese Sendung will ich doch eigentlich unbeschadet gucken!) siegt; du hebst den Hörer ab. Ups-doch Tante Wilma. Das kann dauern, da ist Freddi Schenk längst an der Pommesbude am Rheinufer, wenn dieses Gespräch, nein, dieser Monolog beendet sein wird. Die Aneinanderreihung von Nebensächlichkeiten, Umwichtigem, Dorftratsch und Befindlichkeitsgejammere ist Garant für einen verdorbenen Sonntagabend. Nachts wirst du von der Hausstauballergie der Tante träumen und dich in asthmatische Panikzustände hineinträumen. Das geht nicht. Das müsste auch die Tante einsehen; morgen ist ein Arbeitstag, da musst du ausgeruht sein. Vor allem: Tante Wilma ist dir sowieso unsympathisch, erbtechnisch uninteressant, solange da noch ihr verlotterter Sohn mit seiner Thekenschlampe aus der Ferne lauert, der auf sicheren Abstand gegangen ist und sich erst nach dem Ableben der armenWilma ausschließlich ihren materiellen Gütern nähern wird. Da geht die Verwandtschaft entschieden zu weit. Wer nichts gibt, kriegt auch nichts!
Aber, das Gespräch ist begonnen, Tante Wilma rattert los, hat schon die ersten Hürden der Nachbarschaftsneuigkeiten genommen und ist richtig warm geworden für ein langes Gespräch.
Jetzt wäre guter Rat wichtig. Wie unbeschadet aus der Situation kommen? Du...äh..Tante..Wi...Wi...Da ist kein Dazwischenkommen.
Der regelmäßig gestalkte Telefonteilnehmer hat längst eine Klingel installiert, sie ist neben die Basisstation des Schnurlosteiles geschraubt, der dazugehörige Gong in nächster Nähe, unüberhörbar eben. Die drückst, der Gong ertönt. Du, Tante Wilma, mischt du dich in den Wortschwall, wir bekommen Besuch, der hat gerade geklingelt. Tante Wilma redet weiter. Du klingelst erneut, zweimal, etwas hektischer. Tante, ich...Du klingelst Alarm. Tante!, schreist du, ich muss zur Tür, unser Besuch ist da. Du bleibst freundlich im Ton, wirst aber stetig lauter. Ein drittes Klingeln signalisiert: Mach endlich die Tür auf, sonst wird der Besuch sauer. Tante...-Wilma ist gerade bei einer Blasenspiegelung, sicher unangenehm, ohne Frage, sagst du noch-.. Tante, du, mach's erst mal gut... ich melde mich. Du drückst auf Auflegen und atmest auf. Noch einmal drückst du den Klingelknopf, gehst zur Tür, und wunderst dich, dass niemand vor der Tür steht. Falscher Alarm, könntest du das nächste Mal Tante Wilma antworten, falls sie nachfragen wird. Lügen verschafft dir ein schlechtes Gefühl; lügen musst du nicht.
Wer war denn an der Tür?, fragt Rita aus dem Wohnzimmer, während Ballauf einem Verdächtigen die Handschellen anlegt. Wieso an der Tür?, fragst du. Es hat doch geklingelt!, nervt Rita weiter. Keine Ahnung, sagst du und holst noch ein Bier aus dem Kühlschrank.
Bild des Tages: Zweisamkeit - von Claude Money (2007)
Die Frau ruht am Mann,der Mann an der Frau.
"Ich stütz dich", sagt der Mann dann und wann.
Und die Frau: "Ganz genau!"
"Kipp nicht um, bleib bloß stehen!",
sagt der Mann zu der Frau.
"Lass dich gehen!"
sagt die Frau. "Au-
stralien wäre chic, wäre nett",
sagt der Mann."Komm ins Bett!",
sagt die Frau.
"Das ist schlau, denn Au-
stralien ist sehr weit."
"Bist gescheit!"
Georg Krakl nach einem Bild von Claude Money - Zweisamkeit
"Weiser Mann" Olli Dallilahmer: Sei keine Flasche!
Du Flasche!, zischt Elvira, und ihr Urteil kann nicht demütigender und vernichtender sein. Gerade Elvira, müsstest du denken, Elvira mit den schiefen Zähnen, die hat doch nichts zu sagen, mit den Segelohren, die sie hinter einer Betonfrisur verbirgt, was hat die zu melden? Nichts. Aber gerade das ist es, was dich verletzt. Wie kann ein weiblicher Loser so etwas sagen? Der Weise lehrt, dass wir am meisten durch die Menschen lernen, die uns die größte Qual verschaffen. Sei kein Flasche, die im Trüben dümpelt, halb gefüllt oder halb geleert, diffus in ihrer Selbstwahrnehmung, die sie nicht entscheiden kann, ob das Halbgefülltsein positv oder negativ ist. Keine Gefülltsduseligkeit! Eine volle Flasche wäre längst abgesoffen und läge nun auf schlammigem Grund, an ihr würde gelegentlich ein Wels lecken oder eine Unterwasserschnecke kleben. Das ist kein Leben. Flaschen haben kein Leben. Sei keine volle Flasche, aber auch keine leere! Selbst leer schwämmest du nur an der Oberfläche, du wärst verdammt dort zu treiben, in morastigem, brackigem Wasser. Kinder würde mit Steinen nach dir werfen, um dich zu zerstören. Du wärst hilflos, ohne eigenen Antrieb, ausgelutscht und hohl, niemand wollte dich. Nicht einmal dem Pfandflaschensammler wärst du gut genug; für die Aussicht auf 7 Cent wird er seine ausgetretenen Joggingschuhe nicht beschmutzen. Elvira ist schuld, aber du kannst ihr vergeben. Ihre eigene Winzigkeit nährt den Hass auf die anderen Winzigen, die so sind wie sie. Sie muss verletzen, um zu überleben, um nicht an ihrer Mangelhaftigkeit zu zerbrechen. Je mehr sie verletzt, desto stärker haftet sie an ihren Makeln.Ein Mensch ist keine Flasche, nur weil er nutzlos herumsteht oder im Trüben treibt; ein Mensch ist ein Mensch, der ein Recht auf sein Leben hat. Das muss auch Elvira begreifen, die blöde Kuh!, sagst du vielleicht erzürnt. Aber bedenke, auch Elvira ist ein Mensch...
Möbeldesign: Wie man sich bettet,....
...so liegt man. Dass üppige Halbdaunenüberbetten auf Federkernmatratzen nicht immer für gesunden Schlaf sorgen, steht außer Frage. Die Psyche schläft mit, und wer sich beim Einschlafen vorstellt, dass er in einem Haufen alter Enten- und Gänseüberreste ruht und mit jedem Atemzug Mikropartikel der Schnattertiere einsaugt, wird sich vor Alpträumen fürchten müssen. Sei es, dass die Schnabeltiere hungrig auf Menschenfleisch vor dem Bett stehen, um sich am schweißgebadeten Fleische eines Alpdruckgeplagten zu erfreuen, sei es, dass der Schläfer sich in der Schlafzimmerabteilung eines Möbelhauses der 50er Jahre wähnt, beides erschöpft den Ruhesuchenden so, dass der nächste Tag zur Qual wird. Die schlichte Eleganz des Bauhausstils hat es vorgemacht. Schönes muss nicht teuer aussehen, es muss teuer sein, damit sich der eher unbequem Gebettete wohlfühlt. Seine Psyche aber ist überlistet, denn diese weiß, dass statt verfurzter Daune die kühle Eleganz, die ihren besonderen Wert über das Preisschild bezieht, für anhaltende Erholung sorgt. Schlechtes Schlafen ist dem Verstand nicht zu beweisen, denn was teuer ist, muss einafch gut sein; das ist ein Axiom, eine Formel, die immer aufgeht. Ein schlichter Metallrahmen reicht, in Kombination mit einer siebenfach verleimten Tischlerplatte, auf der sich ein Stück kunstlederüberzogener Schaumstoff befindet. Selbst das Schmatzen, wenn der feuchte Arm oder das warmverschwitzte Gesäß sich beim Umdrehen von der Unterlage löst, signalisiert erholsamen Schlaf, auch wenn das Geräusch den Schläfer aus seinem "Bauhaus"-Traum holt. Strenges Design ist für die Ewigeit entwickelt; noch einfacher geht's nicht. Dann wären wir schon bei der Camping-Variante, und die ist alles andere als schön und edel. Der Bildungsbürger wäre zuhöchst beunruhigt, wenn er sich von seiner Designerliege erhöbe, barfuß über die Terrakotta-Fliesen schlich, um in der Geminschaftsdusche eines x-beliebigen Wohnwagenauffanglagers zu landen. Zur Sicherheit immer die Preisschilder an den Möbelstücken lassen, da kann man im Halbschlaf noch einmal nachsehen und falls Gäste kommen, tut man überrascht, nachdem diese die vierstelligen Beträge gelesen haben, und behauptet eifrig, man habe übersehen, die Anhänger zu entfernen.Es geht nichts über einen guten Schlaf. Dafür sollte man alles tun.
Vom Lande: Der Brandplatz
Vor Jahren schon wurde das tägliche Abbrennen von Gartenabfällen und Hausmüll von Ökoumstürzlern diffamiert, als würde der Gartenbesitzer heimlich eine Hexe verbrennen; der eigene Brandplatz hat sich bislang gehalten. Er ist ein Statussymbol. So wie der Amerikaner darauf pocht, seinen Colt zu tragen, eine Büchse im Wohnzimmerschrank zu lagern und auf Leute, die sein Grundstück ungebeten betreten, wenigstens Warnschüsse abzugeben, so ist der Brandplatz die Freiheit des Landmannes. Hier wird so allerlei in Asche verwandelt; eigentlich verboten, wird hier mindestens einmal wöchentlich die persönliche Freiheit zelebriert, die Eigenständigkeit, die Autonomie. Zwar ist der Mensch auf dem Lande ein soziales Wesen, das sich auch dem Gemeinwohl unterordnet, nicht aber uneingeschränkt der Gemeindeordnung. Der Nachbar äugt verstohlen über die Grundstücksgrenze hinweg in das nahe Feuer, um festzustellen ob Autoreifen oder nachweislich grünbepunktete Objekte verfeuert werden, sagt aber an höherer Stelle nichts, weil er ja in seinem Recht, das ein oder andere missliche und entbehrliche Ding auf seinem Grundstück ebenfalls preiswert zu entsorgen, nicht beschnitten werden möchte.
Es ist dabei gar nicht der Sparfaktor oder die viel zu kleine Mülltonne, die zu dem offiziell geächteten Tun führt. Wer hat denn als Kind oder als Jugendlicher nicht gern gestickert, Püffchen oder Feuerchen gemacht, und es mit allem Brennbaren gefüttert? Im Jungen wie im Manne ist es doch auch die Erinnerung an die Altvorderen, die mit dem Feuersack am Gürtel durch die Eiszeit schlurften und dem Tode ausgeliefert waren, wenn die lebensspendende Glut verglomm. Das In-Gang-Halten des Feuers ist uns über Generationen weitergereicht als lebenserhaltender Akt, als ein Muss, als eine Notwendigkeit, die das Überleben sichert. Der Landmann nimmt diese Aufgabe ernst, wohl übersehend, dass die kostbare Glut in jeder Streichholzschachtel, in jedem Zigarettenanzünder und Gasfeuerzeug konserviert ist. Ein Riss, ein Druck, ein Schaben des Feuersteins mit dem Drehrädchen des Zippos, und schon ist Leben gerettet. Leider ist das nicht mehr zeitgemäß.
Unbewusst von der Überflüssigkeit des Feuerbewahrens in der heutigen Zeit wissend, sucht sich der Mensch einen anderen Sinn im uralten Ritual: Symbolisch wird aller Dreck, aller Müll, alles Überflüssige auf der Welt vernichtet; die Welt wird rituell gereinigt, um zu gesunden.
Dass Uli samstagabends Besuch hat und eine Wurst auf den Grill werfen will, ist nebensächlich. Auch der abgearbeitete Pit mit seiner Frau Anja möchten nur die Abendluft bei einem Gläschen Roten genießen. Was sie aber alle in die Nase bekommen, ist der Rauch einer Brand- Melange aus feuchtem Heu, PVC und Brandbeschleuniger in Form von Altöl oder eingetrockneten Lacken. Dagegen ist Onkel Reinholds Schweinstallgeruch nebenrangig. Unbedeutend. Die Brandgerüche schieben sich subtil in die Nase, denn um diese Uhrzeit wagt es niemand, ein großes Feuer zu machen, lediglich einen Schwelbrand hält jeder in Gang, der im Handumdrehen in das große reinigende Feuer verwandelt werden kann. Aber nicht muss.
Auch der Ortsvorsteher brennt seinen Kram ab. Und das ist sein gutes Recht.
Rolli ist schlau, auch wenn man ihm ein tiefergelegtes Fahrzeug zuordnen möchte und den dazu passenden IQ. Rolli verbrennt zur Straße hin, da, wo alle es sehen können, Naturabfälle, trockenes Holz, altes Heu, Stroh und ökologisch neutrales Material. Zur anderen Seite, nur dem querfeldeingehenden Hundebesitzer sichtbar, liegen Haufen von Plastikbindfäden, die Strohballen zusammengehalten haben, und Plastiksäcke, in denen Futtermittel oder Dünger gelagert waren. Normalerweise steckt Manni alles in Gelbe Säcke, bevor er es aufs Feuer tut; er hat aber heute vergessen sich neue zu besorgen.
Dunkler Rauch zieht an den Abendhimmel. Im Wilden Westen immer schon das Zeichen für Angriff. Griller und Rotweintrinker ziehen sich von der Terrasse zurück.
Uli brät seine Wurst in der Teflonpfanne.
Das ist sowieso gesünder.
Gastbeitrag: Zu Georg Krakl - Fluss (siehe 18.2.08)
Arielle - Flößers Schicksal (Lebensschicksalsendreimgedicht)
Der Flößer hat sein Haupt entblößt.
Er flößt und flößt.
Zu niedrig ist die Brücke,
Sie haut des Flößer Kopf hinweg.
Der Fluss hat seine Tücke
Der Schädel war des Flößers Stolz
und landet jetzt im Unterholz.
Er modert dort im Dreck.
Der Sommerfrischler döst,
der Flößer ist erlöst.
Der Flößer hat sein Haupt entblößt.
Er flößt und flößt.
Zu niedrig ist die Brücke,
Sie haut des Flößer Kopf hinweg.
Der Fluss hat seine Tücke
Der Schädel war des Flößers Stolz
und landet jetzt im Unterholz.
Er modert dort im Dreck.
Der Sommerfrischler döst,
der Flößer ist erlöst.
Andi Doth: In Gesichtern lesen

Das steckt doch in unseren Köpfen: Das glatte, faltenfreie Gesicht ist das schöne Gesicht, denn es suggeriert Jugend, die wiederum Garant für Erfolg, Anerkennung und Liebe ist. Die Falte ist Symbol für Alter, Nutzlosigkeit und Abgeschobenheit, für Menschen, denen man Schmarotzertum eher zuordnet als Weisheit, von der die Jugend lernen könnte. Hätte die Wissenschaft mit der Entschlüsselung von Gesichtern und ihren Inschriften- das sind nämlich Falten- gekümmert, so bräuchten wir heute keinen aufwändigen Fahndungsapparat, um den Parasiten unserer Gesellschaft auf die Spur zu kommen. Die Kosmetikindustrie allen voran, aber auch die Abteilungen für jungerhaltende Medikamente und Wellness, für Schönheitsoperationen und ablenkenden Gesichtschmuck, die gesamte Fitnessmeschpoke, sie alle profitieren von diesem Wahn, von dieser Illusion, ewig jung bleiben zu können, ewig die glatte Unschuld auf dem Gesicht zu tragen, die Faltenlosigkeit hinüberzuretten, um zu sagen: Ich bin rein. Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen.
Ein Blick in die Gesichter unserer Zeit holen jeden zurück in die Wirklichkeit. Wenn Josef Ackermann nach gewonnenem Prozess sein fettes Grinsen aufzieht, so öffnet er praktisch das Buch seiner Missetaten: Ich habe euch abgezockt. Dummes Volk, mich Schlitzohr kriegt ihr nicht!Ich entlasse auch weiter Leute und scheffele Milliardengewinne. Seine unbehaarte Kopfoberfläche gliche einem Display, hätte man den ackermannschen Faltenwurf entschlüsselt. Sein üppiges Haupthaar sagt, dass der Mann einiges zu verbergen hat; dass er noch keinen Bart wachsen lässt, zeugt von einer gewissen Furchtlosigkeit und Überheblichkeit. Mich kann keiner erwischen, will er wohl sagen.
Schauen wir in die Poltik, nehmen wir Kohl und Strauß, konservative Poliker mit ordentlich Dreck am Stecken: Beide haben Faltenbildung an ihrem Körper und besonders im Gesicht nicht verhindern können; die Lesbarkeit der Lebensprotokolle aber haben sie intuitiv erschwert. Saumagen und andere fettreiche Gerichte sollten die Köpfe förmlich aufschäumen, um die Gesichtshaut zu straffen und die Falten auseinanderzuziehen. Hinter einem dicken Gesicht steckt immer auch ein dickes Geheimnis, mag ihre Devise gewesen sein.
Den Übeltätern kann man nur raten, essen, esse, essen, bevor der Inspektor oder gar der Staatsanwalt kommt. Den Bürgern bleibt der Abschied von der Illusion, Falten hätten irgendeine Bedeutung, die sie durchschauen könnten. Vor allem nicht in die Tiegel der Kosmetikindustrie fassen und sich die angeblich verjüngende Paste ins Gesicht schmieren! Damit macht jeder mit bei der großen gesellschaftlichen Lüge und rechtfertigt die Maskierung der Elite, damit diese ihre Schmuddelgeschäfte abwickeln kann. Falten sind in Ordnung. Es müssen nur die richtigen sein.
"Weiser Mann" Olli Dallilahmer: Die Welt ist bunt

Gehörst du zu den Menschen, für die es nur Schwarz oder Weiß gibt, nur Hoch oder Tief, nur Vorne oder Hinten? Wieviel entgeht solchen Menschen, die ihre Augen nicht öffnen, um das Schöne, das ihnen zu Füßen liegt, zu erkennen. Selbst die Katze, die eben von einem LKW überfahren wurde, hat noch etwas Anmutiges, das deine Welt aus dem Farblosen retten kann. Voller Ruhe liegt sie da, gefangen im Moment ihres Todes, voll des Wissens ihrer Unsterblichkeit, ihres Aufgehobenseins im Ewigen. Wundersam behütend schmiegt sie sich an den kalten Asphalt, so als gehöre sie zu ihm, als sei sie ein Teil des Bodens, geschaffen, den hektischen Menschen in ihren rasenden Kisten das Leben immer schneller zu machen, dass sie ihre Ziele noch schneller erreichen, noch schneller erfahren sollen, wie leer ihr Sein wird, wenn ihnen die Erreichung der Ziele nicht mehr genügt.
Je schneller der Alltag, desto farbloser, desto sinnentleerter. Darum halte inne und sieh das Bunte, das, was dich mit der großen Energie verbindet, das dir Kraft gibt, den Tag zu bestehen in der Langsamkeit, in der Genügsamkeit. Gleichsam behäbig sollst du dich durch die Stunden schleppen, damit die Zeit sich dehnt und die materielle Welt ihr farbiges Prisma entfaltet, das dir sagen soll: Du bist! Du darfst! Du kannst so bleiben, wie du bist! Es ist sogar ein spirituelles Muss! Lass sie hupen und schreien, dich einen Idioten nennen, weil du bei Grün immer noch vor der Ampel stehst und vielleicht erst bei Rot losfährst. Du hast deine eigene Zeit, dein eigenes Tempo, dein farbiges Leben; das hat nichts mit den grauen Strebern zu tun, die nicht wissen, wohin sie laufen, nur wissen, dass sie laufen müssen, und dass sich ihnen nichts in den Weg stellen darf, weil sie sonst stehen bleiben müssten und mit ihrer profanen Existenz konfrontiert würden. Setz dich und lass Farbe in dein Leben!
Hier schreibt demnächst Andi Doth ("Das Gegengift!")
Demnächst wird Andi Doth seinen kritischen Blick auf Film und Fernsehen, auf Politik und Gesellschaft, auf Manager und andere Halsabschneider richten; sein Ohr wird an der Medienwelt lauschen, Doth wird zeigen, was uns vergiftet, was uns einlullt, träge macht und uns einen langsamen Tod sterben lässt, einen Tod, den niemand bedauern wird, weil man ihn nicht sieht, einen Tod, den sogar der Tod bedauern wird, weil er so langweilig ist. Wo die Welt hinterher reicher scheint, irgendwie heller und fröhlicher, einfach lebendiger. Andi Doth ist unser Gegengift; die Hilfe in der Not.
Gastbeitrag: Freds Beitrag zu "Georg Krakl - Fluss"(18.2.08)
Fluss (Beziehungsendegedicht)
Von der Liebe verlassen
Steht der Flößer entblößt
Baren Fußes auf nassen
Stämmen und Planken
In die Fluten gestößt
Weil die Bretter jetzt schwanken
Von der Liebe erlöst
Ohne Zuspruch und ganz ohne Tröst
Ohne Reue und ohne Verdruss
Spricht er: Leute, ist doch alles im Fluss.
Letztes Gurgeln, ein wässriger Gruß.
Flussabwärts winkt noch sein bleicher Fuß.
Von der Liebe verlassen
Steht der Flößer entblößt
Baren Fußes auf nassen
Stämmen und Planken
In die Fluten gestößt
Weil die Bretter jetzt schwanken
Von der Liebe erlöst
Ohne Zuspruch und ganz ohne Tröst
Ohne Reue und ohne Verdruss
Spricht er: Leute, ist doch alles im Fluss.
Letztes Gurgeln, ein wässriger Gruß.
Flussabwärts winkt noch sein bleicher Fuß.
Rastplatz mit Migrationshintergrund
Der erschöpfte Spaziergänger macht Rast auf einer Parkbank; nachdem sein Auge über die grünen Flächen geschweift ist, senkt er demütig den Blick und entdeckt vor sich dieses Bild: Leere Sonnenblumenkernhülsen und den Kronkorken einer wohl leergetrunkenen Bierflasche. Dass hier nicht hungernde Wintervögel eine Tüte Körnerfutter geknackt haben, beweist unschwer der Bierflaschenmetallverschluss, den nur der Hartgesottene mit den Zähnen, wohl aber nicht mit einem Schnabel knacken kann.
Eigentlich fehlt diesem Arrangement die geleerte Flasche Wodka, vielleicht kann der aufmerksame Betrachter diese ausnahmsweise mal im Papierkorb neben der Ruhebank finden. Das Bild strahlt eine unheimliche Ruhe aus, gepaart mit der Depression weiter Steppen und öder Dorfstraßen. Ohne vorurteilshaft zu kategorisieren, ordnen die meisten Bürger dieser Idylle aus Schwermut und Selbsterhaltung Deutschen zu, die einen östlichen Migrationshintergrund haben, denn schließlich wird die Legende weitererzählt, sie hätten ihr Land verlassen, weil sie gezwungen waren, sich von Kartoffelschnaps und Vogelfutter zu ernähren. Damit tut man einer großen Menge unrecht, einer anderen großen Menge allerdings nicht.
Kindergedicht: Hässliche Kinder (Anonymer Autor)
Immerimmerimmer
willst du der Bestimmer
sein
fängst an zu schrein
kriegst du deinen Willen nicht
Jetzt ist erst mal Schicht
Für morgen kannst du beten!
Ich lass dich dann in Hundescheiße treten...
willst du der Bestimmer
sein
fängst an zu schrein
kriegst du deinen Willen nicht
Jetzt ist erst mal Schicht
Für morgen kannst du beten!
Ich lass dich dann in Hundescheiße treten...
Organspenden für Steuerhinterzieher
Mitfühlend zeigen sich weite Teile der Bevölkerung mit den Steuerhinterziehern, die jetzt bangen, auf der 1000 Adressen umfassenden Daten-CD entdeckt zu werden und das müsham ins Ausland geschaffte Geld los zu werden und darüberhinaus eine Strafe zu zahlen, die den Reingewinn völlig kaputt machen könnte. Der Liechtensteiner Bankenverband( "Steuerhinterziehung hat wie auch in der Schweiz Tradition. Amtshilfe leisten wir nur bei Steuerbetrug oder so") rief zu einer großangelegten Organspendenaktion auf: Habt ein Herz für unsere Großverdiener! Die haben's auch nicht leicht; es wird doch immer schwerer, das Geld aus Deutschland rauszuschleusen! Die Bevölkerung kam dem Aufruf nach, damit den skrupellosen Abkassierern doch noch ein Organ in der Brust sitzt. Merkwürdigerweise wurden nur Herzen aus Stein gespendet. Das ist vielleicht auch gar nicht so schlecht, denn die haben keine Mindesthaltbarkeit. Derweil lamentiert CDU-Bundestagsabgeordneter Steffen Kampeter, dass zu viele Hartz IV-Empfänger mehr Geld bekämen, als ihnen zustünde.
Einzelhandel dreht durch: Ostern oder Weihnachten?
Dass gleich nach den Feuerwerkskörpern die Osterhasen in die Regale geräumt werden, empfindet jeder Konsument zwar als völlig beschränkt, mittlerweile aber auch als normal. Was die Masse tut, ist normal, sie bestimmt die Norm. Die Masse der Geschäfte hat sich für das frühzeitige Ausstellen entschieden, seit Jahren tut man das, die Haltbarkeitsaufdrucke sind entsprechend präpariert; vielleicht fangen die ersten farbigen Ostereier, die noch von lebenden Hühnern stammen, an zu stinken, aber die gute Vollmilchschokolade kann Jahre lagern, und der Zunge fällt nicht auf, dass es sich beim Essvorgang um Entsorgung von Sondermüll handelt. Der Einzelhandel scheint in diesem Jahr hochtourig zu drehen: Objekte, die eher wie Weihnachtskugeln aussehen, sollen als aufhängbare Ostereier verkauft werden, Tannenbäume stehen als Ostersträuße im Wohnzimmer und Lametta heißt jetzt Hasenheu oder Nestgras. Das geht entscheiden zu weit! Hatte man schon versucht, Kürbisköpfe aus Keramik in hässlichem Orange als Weinnachtsmänner zu deklarieren, um damit Ladenhüter an den Mann zu bringen, so fühlt sich der dekorativ orientierte Mensch mal wieder nicht ernst genommen. Zu vermuten ist, dass lediglich Gewinnmaximierung die Motivation ist, eine Art Feiertagsbrei, der das ganze Jahr köchelt, zu erzeugen, um alles, aber auch wirklich alles, an den Mann und die Frau zu bringen. Hauptsache, es hat irgendwie eine entfernte Verwandtschaft mit Weihnachten, Ostern Pfingsten, Muttertag, Allerheiligen, Erntedankfast und Karneval zu tun. Ausländische Feiertage schmiegen sich in dieses Weiche gut ein: Etwa Shogatsu, Jolka und die Staatsgründung Chinas.
Wichtig ist: Es wird gekauft.
Georg Krakl: Fluss
Version 1: Endreimlyrik
Alles im Fluss
Wenn alles fließt
Alles im Guss
Wenn es dann gießt
Fahr mit dem Bus
Fahr mit dir Biest
Alles Verdruss
Was mich verdrießt
Ein feuchter Kuss
Da du mir kießt
Alles nur Stuss
Mit diesem Fluss
Version 2:
Dada-Expressionistisch
Fluss floss
fließen gießen
Guss goss
Kusskuss
gossgoss
Fluss floss Floß
ist los
und fließt und flößt
und gießt und töst
geflossen gegossen geflößt
den Strudel verdöst
der Flößer erböst
Version 3:
Beziehungsbetroffenheitslyrik
Begrab dein Herz
In der Biegung des Flusses!
Rief Inge mir zu.
Und ich voller Schmerz
Voll des Überdrusses
Rief: Inge, hör zu!
Das ist aber dumm!
Der Fluss ist nirgends krumm….
Aktuelles Bild:Die Rote Arme-Fraktion feiert Karneval
Bobbi: Was geht?Ecki: Als was gehst du denn?
Bobbi: Ich?
Ecki: Ja, du!
Bobbi: Weiß nicht. Was meinst du denn?
Ecki: Weiß auch nicht.
Hasso: Ist eben Karneval.
Bobbi: Genau.
Ecki: Stimmt mal wieder.
(Seit vier Jahren leidet die Rote-Arme-Fraktion an Kommunikationsstörungen. Niemand in der Gruppe hat rote Arme, lediglich kurze Arme. Trotzdem beharren die Mitglieder auf Beibehaltung des Namens. Kurze Arme-Fraktion, das klinge so nach Fraktur, nach Hals-und Beinbruch. Die Unterhaltung in der Gruppe beschränkt sich seit dieser Zeit auf Karneval, Hundefutter und Dosenbier. Die Entpolitisierung in Deutschland schreitet fort. )
Neues aus Allerwelts: Zumwinkel und mehr
Klaus Zumwinkel, Vorstandchef der Deutschen Post, will Buße tun: Für die unterschlagenen Millionen, die er in Liechtenstein gebunkert hat, will er sich mit einer Namensänderung entschuldigen. In Zukunft will sich der Strafverfolgte Klaus Zumkotzen nennen. Die Staatsanwaltschaft hat dagegen bereits Einspruch erhoben, da Verdunklungsgefahr bestehe. Erst nach Ende eines bevorstehenden Strafprozesses sei eine Namensänderung möglich, auch wenn die Mehrheit der Bevölkerung den neuen Namen für angemessen halte.
Neue Redewendung im Duden: Bislang anwortete man auf Komplimente mit "da fühle ich mich aber geschmeichelt". In Situationen, wo deutlich wird, dass hier ein Schleimer am Werk ist, der sich seit Jahren um einen beruflichen Aufstieg oder um andere Vorteilsnahme bemüht, konnte auch nur mit diesem Worten geantwortet werden. Der Duden wird prüfen, ob die Antwort "da fühle ich mich aber gespeichelt", nicht auch richtig wäre. Läuft dem Komplimenteur der Speichel aus den Mundwinkel, dann spricht man von "sabbern".
Der Geschäftsführer des liechtensteiner Bankenverbandes betonte, dass bei Steuerbetrug Rechtshilfe geleistet werde, dass das bei "herkömmlicher Steuerhinterziehung" nicht der Fall sei. Das sei eine Tradition, die Liechtenstein mit den Schweizern gemeinsam hätten.(FR-online, 17.2.08) Menschen in Bodos Welt fragen sich, was herkömmliche Steuerhinterziehung ist?`Das, was zum Beispiel Klaus Zumwinkel, Patrick Lindner, Freddy "Junge komm bald wieder" Quinn oder Boris Becker tun? Oder wenn Rolf für die einfache Entfernung zum Arbeitsplatz 19 statt 15 km angibt? Lieber George Bush, der du bald von unseren Schirmen weichst, wo sind denn nun die eigentlichen Schurkenstaaten? Immerhin ist Liechtenstein um sein Ansehen besorgt, denn in Liechtenstein lagern 200 Milliarden Euro.
Die aktuelle Management-Rechenaufgabe: Um ein Einkommen, wie das von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking zu bekommen, müsste Angela Merkel 200 Jahre Kanzlerin bleiben. Aufgabe: Rechne mit dem Schlimmsten! (Kopfrechenaufgabe)
Neue Redewendung im Duden: Bislang anwortete man auf Komplimente mit "da fühle ich mich aber geschmeichelt". In Situationen, wo deutlich wird, dass hier ein Schleimer am Werk ist, der sich seit Jahren um einen beruflichen Aufstieg oder um andere Vorteilsnahme bemüht, konnte auch nur mit diesem Worten geantwortet werden. Der Duden wird prüfen, ob die Antwort "da fühle ich mich aber gespeichelt", nicht auch richtig wäre. Läuft dem Komplimenteur der Speichel aus den Mundwinkel, dann spricht man von "sabbern".
Der Geschäftsführer des liechtensteiner Bankenverbandes betonte, dass bei Steuerbetrug Rechtshilfe geleistet werde, dass das bei "herkömmlicher Steuerhinterziehung" nicht der Fall sei. Das sei eine Tradition, die Liechtenstein mit den Schweizern gemeinsam hätten.(FR-online, 17.2.08) Menschen in Bodos Welt fragen sich, was herkömmliche Steuerhinterziehung ist?`Das, was zum Beispiel Klaus Zumwinkel, Patrick Lindner, Freddy "Junge komm bald wieder" Quinn oder Boris Becker tun? Oder wenn Rolf für die einfache Entfernung zum Arbeitsplatz 19 statt 15 km angibt? Lieber George Bush, der du bald von unseren Schirmen weichst, wo sind denn nun die eigentlichen Schurkenstaaten? Immerhin ist Liechtenstein um sein Ansehen besorgt, denn in Liechtenstein lagern 200 Milliarden Euro.
Die aktuelle Management-Rechenaufgabe: Um ein Einkommen, wie das von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking zu bekommen, müsste Angela Merkel 200 Jahre Kanzlerin bleiben. Aufgabe: Rechne mit dem Schlimmsten! (Kopfrechenaufgabe)
Umweltverschmutzung als Selbstausdruck
Heute für Freunde von kurzen Texten.Was will uns denn der Umweltverschmutzer sagen? Der Psychologe wird feinsinnig herausarbeiten, welche Botschaft die Verursacher, die unliebsame Verpackungsmaterialien durch bloßes Wegwerfen entsorgen, dem Finder wohl senden wollen: Meine Ritter-Sport-Schokolade-Verpackung einfach in den Dreck werfen? Kommt gar nicht in die Tüte!In die Plastiktüte! In den Butterbrotsbeutel aus Plastik! Als wenn es nicht gutes Butterbrotpapier gäbe!
So leicht macht es sich der Psychologe und so einfach kommen Umweltschweine davon.
Die eigentliche Botschaft heißt: Hömmal, ey! Ich happ mit dem Sortieren von Plastik und so schon vor drei Jahren aufgehört. Iss doch alles Beschiss. Die kippen die gelben Säcke doch einfach in die Verbrennungsanlage und gut is. Wir zahlen, egal, ob du dein Müll vorher in die 30°-Wäsche tust oder sauber ausleckst oder gar nichts tust. Das landet doch sowieso beim Finanzminister und der erhöht mal wieder die Steuer. Wir zahlen doch noch mal drauf. Is doch klar, da kann ich das Dreckszeug doch gleich in den Kompost tun, oder wieder Kram dadrunter heisst. Ritter-Sport! Is doch sowieso zu teuer. Augenwischerei. Du denkst, das is quadratisch. Und? Überhaupt nicht. Dann wär das dochen Würfel. Brühwürfel, die sind quadratisch, praktisch, gut zu lecken, billig und gut, weil sie salzig sind. Brühwürfel sind das Salz in der Suppe. Und hömiadochauf mit Mülltrennung und Umweltschutz. Happ mich von Inge getrennt. Das ist Mülltrennung. Hoffentlich läuft die jetzt nicht frei rum und verschmutzt die Umwelt. Weiße, darüber machichmir Gedanken.
Bodos Welt ist nicht verantwortlich für Mülltrennung und ihre Folgen. Menschen vetreten nicht immer die Meinung von Bodos Welt. Bodos Welt trennt auch weiterhin, vor allem Müll.
Pflegeleichte Gärten
Nicht schön, aber hässlich, so spricht der Voksmund und meint im Falle des pflegeleichten Gartens, dass dieser zwar gut instandzuhalten ist, aber ausgesprochen unschön aussieht. Er eignet sich besonders für Schulen und Kindergärten, denn da kommt es nicht so sehr auf das Äußere an. Die Schüler sollen lernen, und die Kindergartenkinder sollen brav mit Elfie in der Mopsgruppe Klebebilder herstellen. Das Herumlungern im Außenbereich gibt nur unnötigen Müll, den der Hausmeister dann wieder aufsammeln darf. Das ist demütigend und behindert das Erlernen von sozialen Kompetenzen. Der pflegeleichte Garten bietet den Vorteil, dass er im Winter genauso aussieht wie im Sommer. Es reichen vier Komponenten: Totes Holz, Rindenmulch, Plastik und Beton. Damit lässt sich allerdings nur mit sehr viel Kreativität etwas Schönes zusammenstellen. Das ist aber auch nicht nötig, da der Mitbürger die Qualität eines Gartens nach der Abwesenheit von Unkraut beurteilt, und da hat dieser Gartentyp alle Vorteile auf seiner Seite. Wenn sich hier ein Grashalm oder eine verschreckte Vogelmiere hervortraut, dann greift sofort die Gewährleistungklausel, die den Profigärtner, der seinerzeit das Arrangement zusammengestellt hat, auf Knien über den gemulchten und betonierten Boden rutschen lässt, um seinen Fehler zu korrigieren und natürlich auch Buße zu tun.Noch sind solche Gärten straffrei; die Grünen haben aber schon blauäugig mit den Roten zusammen ein Papier erstellt, dass die Besitzer solcher Gärten wegen Gefährdung der psychischen Volksgesundheit zur Rechenschaft ziehen soll. Da hilft nur eine Mauer oder ein Bauzaun, beides passt gut zum pflegeleichten Garten. Und mal ehrlich: Sauber ist der schon und schön übersichtlich. Und es gibt immer noch Menschen, die sich an diesem Anblick weiden können.
Stadtleben: Geometrie-Tanzen für Kinder verboten!
Dass Kinder nicht alles dürfen können sollen, ist jedem klar, dass das Verbot aber auch für Geometrie-Tanzen gilt, ist neu, zumindest in Rinteln. Hier hat man in der Fußgängerzone zwar Würfel aufgebaut, deren genauer Zweck nicht zu erfahren war, sei es, dass es sich um Kunst handeln sollte, oder dass Gefahrmüll in dekorativen Metallkuben in der Fußgängerzone endgelagert wird. Vielleicht stehen sie auch nur einfach da, oder jemand hat sie stehen gelassen. Anlass genug, Kindern das Geometrie-Tanzen zu verbieten, lediglich das stille Sitzen auf den kalten Klötzen wolle man erlauben, dabei soll das Kind einen schwarzen Puschel auf den Knien tragen, oder eine Art Federboa, ebenfalls in Schwarz. Ob es sich dabei nur um einarmige Kinder handeln darf, ist nicht erkennbar, nicht tanzen dürfen nur zweiarmige Kinder, wobei diese wahrscheinlich auch zwei Beine haben, das ist aber auf dem Verbotsschild nicht genau zu erkennen. Das Geschlecht ist ebenfalls diffus, wahrscheinlich gilt das Verbot für Jungen und Mädchen, vor allem für solche, die runde Köpfe haben, schlank sind und jeweils 1-2 Gliedmaßen oben und unten haben.
Das Tanzen auf Klötzen scheint fröhlich zu machen, das Sitzen auf ihnen besinnlich, fürsorglich und ein wenig nachdenklich. So weiß der Betrachter endlich, was die Stadt Rinteln für Kinder möchte: Schlanke, 1-2-armige und -beinige, rundköpfige und besinnlich-besonnene, mitfühlende und nachdenkliche, auf keinen Fall übermütig-fröhliche, vielleicht laut schreiende und dann vom Klotz fallende Kinder, die einem dann noch eine Klage an den Hals verpassen. Sitz, Cedric!
Geometrie-Tanzen wird wohl eine Nischensportart bleiben...
Das Tanzen auf Klötzen scheint fröhlich zu machen, das Sitzen auf ihnen besinnlich, fürsorglich und ein wenig nachdenklich. So weiß der Betrachter endlich, was die Stadt Rinteln für Kinder möchte: Schlanke, 1-2-armige und -beinige, rundköpfige und besinnlich-besonnene, mitfühlende und nachdenkliche, auf keinen Fall übermütig-fröhliche, vielleicht laut schreiende und dann vom Klotz fallende Kinder, die einem dann noch eine Klage an den Hals verpassen. Sitz, Cedric!
Geometrie-Tanzen wird wohl eine Nischensportart bleiben...
Alte Hüte - neu gepresst
Die katholische Kirche ist da auf einem Holzweg: So kann man keine Gläubigen fangen. Sie könnte es vielmehr wie im Mittelalter machen: Erst mal alle zum Teufel schicken, und wem's dann zu heiß wird, der kommt schon wieder. Also weg mit den alten, weg mit den umgepressten Hüten; Bischof und Kardinal tragen doch auch Mützen, und die sind total in.
Trübe Aussichten: Sale oder Outlet?
Da sind sie wieder, die Schlechtwettertypen, die dir ein Gefühl einhauchen, als habest du gerade wieder etwas faslch gemacht, und das, obwohl du alles richtig gemacht hast. Du schaust an dir herunter und prüfst, ob du vielleicht bei 2° Grad Außentemperatur in Badehose oder sogar ohne durch die Einkaufszone wandelst. Diese Mischung aus Erschrecken und Empörung! Das können, wenn bei dir selber alles in Ordnung ist, nur enttäuschte Konsumenten sein, die seit Jahren das Wort Winterschlussverkauf suchen und nicht wissen, dass das jetzt SALE heißt, oder SALE %. Ein deutsches Wort SAle gibt es nicht, so dass sich vermuten lässt, dass es aus dem Englischen stammt, das ja mehr und mehr zum Deutschen wird. Der findige Konsument erkennt und schließt: Wenn Sale dransteht und der Preis zum zweiten Mal reduziert ist, dann kann das im Winter so etwas sein wie Winterschlussverkauf. Möglich, dass es auch OUTLET heißt, das kann zu jeder Jahreszeit eine Art Räumungsverkauf sein, wo zuerst erhöhte Preise wieder auf den alten Preis reduziert werden, damit jeder denkt, er habe ein Superschnäppchen gemacht. Wer Outlet für sein herausgefallenes Gold-Inlet aus dem rechten Backenzahn hält, der liegt völlig falsch. Wer die deutsche Sprache verstehen will, muss mit offenen Augen, Ohren und einem wachen Verstand unterwegs sein.
"Weiser Mann" Olli Dallilahmer: Dass die Welt nicht rot werde

Davor fürchtet sich der Amerikaner von Anbeginn seiner Existenz; dass die Welt rot wird. Dabei gibt es Amerikaner noch gar nicht so lange; vielmehr ist der Amerikaner ein Mischvolk mit Migrationshintergrund, eine Volk ohne richtige Heimat, ausgestoßen, ausgesiedelt oder ausgewandert. Gerade ein Mensch ohne Heimat wird von Existenzangst gequält. Die Farbe Rot spielt dabei eine wichtige Rolle, ist sie auch die Farbe des Blutes und des Lebens, der Energie und der falschen politischen Gesinnung. Als der Amerikaner mit Migrationshintergund den neuen Kontinent betrat, traf er auf eingeborene Amerikaner, die jedoch nicht wussten, dass sie solche waren. Ihr mangelndes Selbst-Bewusstsein führte dazu, dass sie den eingewanderten Amerikanern fehl am Platze vorkamen. So begannen die neuen Amerikaner die alten auszurotten oder zu vertreiben, um diesen Fehler der Geschichte zu korrigieren. Weil dabei Blut über die Haut der Falschplatzierten floss, nannte man sie kurzerhand Rothäute. Nachdem nur noch ein paar Rothäute übriggeblieben waren, steckte man diese in Reservate. Die Rothäute wiederum nannten die Zugereisten Bleichgesichter, weil sie annahmen, dass solche Ungerechtigkeiten und Gräuel jeden normal empfindenden Menschen erbleichen ließen. Nachdem die Gefahr im "eigenen" Land gebannt war, schaute der neue Amerikaner über den Tellerrand, nachdem die Indianer die Suppe ausgelöffelt hatten. Überall auf der Welt lauerte die rote Gefahr. Menschen, die gar nicht rot aussahen, aber innerlich rot waren. So zog der Amerikaner aus und versuchte überall dort, wo rote Menschen auftauchten, diese zu beseitigen. Er hatte Angst, dass sich die Roten über die ganze Welt verbreiten könnten, so wie die Energie eines Dominosteines, ist er einmal gekippt, sich auf die anderen übertragen kann und plötzlich die Energie von tausend und abertausend anderer Steine auslöst. Schließlich könnte die rote Energie wieder ins eigene Land, das jetzt so schön sauber und farblos war, schwappen und alles, was sich die Bleichgesichtigen hatten, zunichte machen. Bald waren die roten Menschen verschwunden, oder stellten keine Gefahr mehr dar. Aber, wer weiß? Vielleicht war die Welt bevölkert von Menschen, die weder innen noch außen rot waren und doch nicht auf diese Welt gehörten. Sie stießen auf Männer mit langen Bärten, die in dunkle, lange Kleider gehüllt waren und die drohen konnten, ihr Öl für sich zu behalten, und dem Amerikaner seine großen Autos zu verleiden. Überhaupt waren Reichtum und Konsum in Gefahr, und da schoss dem Amerikaner die Zornesröte in Gesicht. Und wenn jemand Rot sieht, ist mit ihm nicht zu spaßen. Und wieder war der Amerikaner unterwegs, um das Rot auf der Erde zu besiegen, und merkte gar nicht, dass er es auf der Erde verbreitete, denn es ist ja die Farbe des Blutes.
Und immer wieder glaubt der Amerikaner, er müsse die Menschen der Erde vor der Gefahr beschützen, die diese für sich selber darstellen. Das wollte der Amerikaner gerne übernehmen. So konnte er auch immer festlegen, wer eine Gefahr für sich selber darstellte. Und so ist es bis heute.
Wisset denn, ihr Zweifler und Nörgler, wenn ihr wieder einmal über den Amerinkaner schimpft, es ist seine Urangst vor der Farbe Rot, die ihn treibt. So wie der kleine Junge nicht nach Profit und Macht strebt, sondern geliebt werden will, und weiß, niemand mag ihn, und gleichzeitig Rot die Farbe der Liebe ist, so kann der Amerikaner nicht anders handeln als er tut: Aus seiner tiefen Angst heraus, dass ihn keiner lieb hat.
Ländliche Betroffenheitslyrik: Georg Krakl - Himmel
Himmel
Über allem stehst du Himmel
über meinem Schimmel
dort im Bad und dort im Stall
auf jeden Fall
bleib wo du bist
nicht dass du dich verpisst!
(Inspiriert wurde Georg Krakl zu diesem Gedicht auf der Veranstaltung: Rettet den Endreim/Jeder ist ein Dichter/ Schreib, was du willst, liest ja eh kein Schwein, am 9.2.08)
Narzissen
Beschissen,
sagten die Narzissen,
sagt man nicht.
Kartoffelnase spricht: Bürgermeisterhatz - widerlich!
Neue Gartengeräte - Protzerei oder Nachbarschaftshilfe?
Ein Fall für den Schulinspektor: Dem Getreidekorn auf der Spur
Das sollte den Schulen im Lande klar gemacht werden: Fortbildung ist wichtig. Sie muss zu irgendetwas nütze sein. Sie darf nichts kosten. Und es darf kein Unterricht ausfallen. Aber mal ehrlich: Eine Tüte Mehl hat doch jeder zu Hause! Vielleicht steht sie nur ganz hinten im Regal.
Unter der Gürtellinie: Sonne und Mond
Es war mal wieder so weit. In der Regenbogenpresse, die ja von Sonne, Mond und Regenbogen abhängig ist, wurde wieder mal die alte Frage neu gestellt: Heißt es der Mond oder die Mond? Der Sonne oder die? Der Franzose sieht es anders, und der Engländer, auch wenn man bei ihm das Geschlecht (the) kaum sieht, hat ebenso andere Vorstellungen von den beiden Gestirnen als die Himmelsobjekte selbst. Die Regenbogenpresse meint: Der Deutsche macht wahrscheinlich wieder alles richtig. Trotzdem beschloss jetzt die NASA, weil der berühmten Raketen-Organisation nichts Sinnloses mehr einfiel, weswegen man im All herumrasen könnte, eine Geschlechtsbestimmung der beiden vorzunehmen. Da man der Sonne nicht zu nahe kommen sollte, weil sie, wenn man ihr ans Geschlecht will, ziemlich heiß werden kann (wird jedenfalls in Astronomenkreisen gemunkelt), und sie dann wie häufig in anderen Situationen übertreibt und den vermeintlichen Liebhaber verbrennt, hatte man sich erst einmal für den Monden entschieden, der ja relativ kühl bleibt, und wenn er sich als Frau erweise, könne man ja bei ihr(?) sogar landen. Was eine gute Basis für eine Geschlechtsbestimmung wäre, so das Presseorgan der NASA. Wie die spezifischen Geschlechtsorgane von Himmmelskörpern aussehen, war zum Redaktionsschluss noch unbekannt. Wenn man nichts finde, was den herkömmlichen Vorstellungen entspreche, könne man immer noch hinterher davon ausgehen, einfach mal einen schönen Ausflug gemacht zu haben. Sowieso sei das mit der Vermehrung von Himmelskörpern eine eher schwierige Angelegenheit: Sie müssten ihre Umlaufbahn verlassen; das hieße für die Mond, dass sie auf die Erde fiele, was zwar ein großes Loch gäbe, aber noch keine Vermehrung darstellte, da beide von gleichem Geschlecht wären. Was die NASA jetzt genau gucken will, soll nach einem Brainstorming im Institut nächste Woche zusammengefasst und veröffentlicht werden. Kritiker der Allforschung sollten beruhigt sein: Immehin verdanken wird der Raumfahrt die Erfindung der teflonbeschichteten Bratpfanne. Das hat sich doch wohl für jeden Besitzer dieser Küchenhelfer gelohnt! (Foto: So könnte es aussehen, wenn die NASA wieder die Nase vorn hat und herausbekommt, ob der Mond weiblich ist! )
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